Dishonored – Die Maske des Zorns

Dishonored – Die Maske des Zorns im Test: Corvos Rachefeldzug durch Dunwall

Mit Dishonored – Die Maske des Zorns präsentiert Bethesda Softworks das neueste Werk der Arkane Studios. Lange war es still um das französische Entwicklerteam, das 2002 mit Arx Fatalis und 2006 mit Dark Messiah of Might and Magic recht erfolgreich war. Zuletzt war das Team an der Entwicklung von BioShock 2 beteiligt.

Co-Creative Director Harvey Smith war übrigens in unterschiedlicher Weise an einigen namhaften Titeln wie System Shock und Deus Ex beteiligt, was man Dishonored spürbar positiv anmerkt. Schon erste Bilder und Videos zum Stealth-Actionspiel weckten bei vielen Spielern Hoffnungen auf einen wirklich großen Titel. Ob sich diese bestätigen, stellt sich nun heraus.

Story: Entehrt und auf Rache aus

Dunwall, Hauptstadt des Kaiserreiches. Corvo Attano, Leibwächter der Kaiserin, kehrt in wichtiger Mission von einer langen Reise zurück. Dunwall wird von einer schrecklichen Seuche heimgesucht und Hilfegesuche wurden durch das ganze Reich gesandt. Corvo macht sich umgehend auf den Weg zur Kaiserin, um von dem Ergebnis seiner Reise zu berichten.

Der Sturz eines Leibwächters

Da wird die Kaiserin von einer aus dem Nichts auftauchenden, unbekannten Attentätergruppe angegriffen. Corvo kann die ersten Attacken abwehren, doch dann wird er überwältigt. Die Angreifer töten die Kaiserin und entführen deren Tochter Emily. Als Hilfe eintrifft, sind die Unbekannten verschwunden – und Corvo wird für den Mord und die Entführung verantwortlich gemacht.

Entehrt und zum Tode verurteilt, wartet Corvo im Gefängnis Coldridge auf seine Hinrichtung. Doch dann bietet ein Unbekannter seine Hilfe zur Flucht an. Sie sind Corvo Attano, und ihr Rachefeldzug beginnt jetzt.

Grafik: Comic-Look trifft Cyberpunk

Für die Darstellung des Spiels wurde die Unreal Engine 3 verwendet. Es ist ein Hauch von Comic-Look erkennbar. Die Umgebungen wirken an manchen Stellen etwas kahl und trist, was aber dem Steampunk-Stil und der trostlosen Stimmung der Spielwelt sehr zuträglich ist.

Detailreiche Schauplätze

Die meisten Orte, die Corvo besucht, sind überwiegend sehr detailliert gestaltet und immer sehr stimmig in Szene gesetzt. Für die ab und an etwas groben Animationen wird das Spielerauge mit tollen Licht- und Schatteneffekten entschädigt. Dishonored läuft sehr flüssig, und die gelegentlichen Ladezeiten sind angenehm kurz.

Sound: Filmreife Soundkulisse

Weiß das Spiel optisch insgesamt schon zu überzeugen, trumpft Dishonored beim Sound nochmal besonders auf. Nicht nur, dass man das Spielgeschehen mit einem sehr stimmungsvollen Soundtrack unterlegt hat, auch die deutschen Synchronsprecher leisten exzellente Arbeit.

Die Dialoge sind sehr gut, und es macht Spaß, den Gesprächen zu lauschen. So dass man von einer absolut filmreifen Soundkulisse sprechen darf. Ein winziger Kritikpunkt sind die ab und zu etwas mageren Effekte, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.

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Gameplay: Schleichen, Morden oder beides?

Nach einer kurzen Bootsfahrt in ein Dock, bei der man schon ein bisschen Atmosphäre schnuppern darf, geht es direkt los. Man kann bereits ein kleines Areal erkunden und ist sofort im Geschehen. Umherlaufende Wachen geben kurze Kommentare von sich. An einer Ecke wird man von Offizieren entdeckt und auf seine Rückkehr angesprochen. Alles wirkt sehr lebendig und authentisch.

Exzellente Steuerung

Die Steuerung ist wirklich exzellent, die Tasten sind sinnvoll belegt. Rechts das Schwert geschwungen, links die Pistole abgefeuert – und trotzdem findet man noch problemlos die Block-Taste. Wunderbar, vor allem wenn man direkt im Anschluss einen Konter landet oder im späteren Spielverlauf eine von Corvos Spezialfähigkeiten anwendet. Auch die Menüs sind gut gestaltet und übersichtlich angeordnet.

Komplett ohne Mord spielbar

Das ganz Besondere an Dishonored ist auf jeden Fall die Möglichkeit, das gesamte Spiel ohne einen einzigen Mord zu absolvieren. Dies sollte man immer im Hinterkopf behalten. Die meiste Zeit ist man nämlich in typischer Manier damit beschäftigt, sich zwischen „radikal den Weg freischießen“ oder „von hinten erdolchen“ zu entscheiden – und vergisst gerne die „ich schleich mich unbemerkt vorbei“-Option.

Jede Handlung hat Konsequenzen

Zudem hat jede Handlung spürbare und auch sichtbare Auswirkungen auf die Spielwelt. Die Wahl zwischen Action und Stealth, in Verbindung mit der komplett offen gestalteten Spielwelt und den verschiedenen Lösungswegen, machen Dishonored auf jeden Fall zu einem sehr faszinierenden Spielerlebnis.

Nicht nur das Durchs-Schlüsselloch-Spähen wertet das Stealth-Erlebnis auf – auch jeder, der beim Verstecken einer Leiche mal eine abgehackte Hand vergessen hat, weiß, dass die Entwickler sich viel Mühe gegeben haben.

Dunwall lädt zum Erkunden ein

Dunwall lädt einfach zum Erkunden ein, und die Geschichte der Stadt ist toll ausgearbeitet. Überall entdeckt man neue Hintergrundinformationen. Leider bleibt dafür die Story insgesamt etwas dünn und kurz, wird dafür aber phantastisch erzählt. Den Umstand, dass Corvo während der gesamten Spielzeit stumm bleibt, muss jeder Spieler für sich selbst bewerten.

Je nach gewähltem Lösungsweg wird man mit einem von drei Enden belohnt. Ein Wiederspielwert ist definitiv vorhanden. Äußerst angenehm ist auch die Möglichkeit, jederzeit zu speichern.

Fazit

Dishonored – Die Maske des Zorns ist ein tolles Spiel. Hat man Dunwall einmal betreten und ist in die extrem dichte Atmosphäre eingetaucht, übersieht man gerne auch mal kleinere Mängel oder verschenktes Potenzial. Auch die etwas dünne Story, die teilweise sogar etwas vorhersehbar ist, mag aufgrund der tollen Präsentation nicht so richtig zum Kritikpunkt werden.

Jeder, der Lust auf ein faszinierendes Schleichspiel hat und es zu schätzen weiß, eigene Entscheidungen zu treffen, muss Dunwall besuchen. Arkane Studios hat hier den Grundstein für etwas Großes gelegt.


Bewertung: 8.5/10

Stärken:

  • Extrem dichte, fesselnde Atmosphäre
  • Filmreife Soundkulisse
  • Exzellente deutsche Synchronisation
  • Stimmungsvoller Soundtrack
  • Viel Liebe zum Detail
  • Dunwall lädt zum Erkunden ein
  • Exzellente, intuitive Steuerung
  • Komplett ohne Mord spielbar
  • Jede Handlung hat Konsequenzen
  • Multiple Lösungswege
  • Offene Levelstruktur
  • Corvos Spezialfähigkeiten machen Spaß
  • Drei verschiedene Enden
  • Hoher Wiederspielwert
  • Jederzeit speichern möglich
  • Tolle Licht- und Schatteneffekte
  • Flüssige Performance
  • Kurze Ladezeiten
  • Harvey Smiths Expertise spürbar

Schwächen:

  • Story etwas dünn und kurz
  • Handlung teilweise vorhersehbar
  • Corvo bleibt stumm
  • KI nicht immer auf der Höhe
  • Eigene Fähigkeiten etwas zu mächtig (Balancing)
  • Animationen manchmal grob
  • Effekte gelegentlich mager
  • Umgebungen stellenweise kahl

Technische Daten:

  • Entwickler: Arkane Studios
  • Publisher: Bethesda Softworks
  • Genre: Stealth-Action / Immersive Sim
  • Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360, PC
  • Release: 12. Oktober 2012
  • Engine: Unreal Engine 3
  • Setting: Dunwall, Steampunk-Kaiserreich
  • Protagonist: Corvo Attano
  • Co-Creative Director: Harvey Smith
  • Spielstile: Stealth, Action oder gewaltfrei
  • Enden: 3
  • Altersfreigabe: USK 18

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