Final Fantasy XV hat eine der turbulentesten Entwicklungsgeschichten der Videospielbranche hinter sich. Ursprünglich 2006 als „Final Fantasy Versus XIII“ angekündigt, durchlief das Projekt unzählige Neuausrichtungen, Teamwechsel und Designänderungen, bevor es 2016 – ganze zehn Jahre später – endlich erschien. Ein Jahrzehnt Entwicklung, ein Jahrzehnt Erwartungen, ein Jahrzehnt Hoffnungen und Befürchtungen.
Das Ergebnis ist ein Spiel, das gleichzeitig ambitioniert und unvollendet wirkt, das Momente purer Brillanz mit frustrierenden Schwächen kombiniert, das eine der besten Bromances der Spielegeschichte erzählt und doch seine eigene Geschichte nie ganz zu Ende bringt. Final Fantasy XV ist ein faszinierendes, fehlerhaftes, unvergessliches Spiel – und nach all den Jahren fragt man sich immer noch, was es hätte sein können.
Aber lassen wir die „Was wäre wenn“-Fragen beiseite. Was ist Final Fantasy XV tatsächlich?
Story: Stand by Me
Die Geschichte beginnt mit einem Bild, das alles sagt: Vier junge Männer schieben einen schwarzen Sportwagen durch die Wüste. Der Motor ist kaputt, die Sonne brennt, und Florence + The Machine singt eine Coverversion von „Stand by Me“. Es ist einer der ikonischsten Eröffnungsmomente der Spielegeschichte – und er etabliert sofort, worum es in Final Fantasy XV wirklich geht: Freundschaft.
Die vier Freunde
Prinz Noctis Lucis Caelum – kurz Noct – ist der Kronprinz des Königreichs Lucis und der Protagonist unserer Geschichte. Er ist jung, etwas faul, liebt das Angeln und hasst Gemüse. Er ist kein strahlender Held, sondern ein Jugendlicher, der in eine Rolle gedrängt wird, für die er sich nicht bereit fühlt. Diese Menschlichkeit macht ihn sympathisch, auch wenn er manchmal frustrierend passiv wirkt.
Ignis Scientia ist der Berater, der Koch, das Gehirn der Gruppe. Er trägt eine Brille, spricht überlegt und sorgt dafür, dass die anderen nicht verhungern oder sich komplett blamieren. Seine Rezepte, die er während der Reise sammelt und kocht, sind eines der charmantesten Features des Spiels. „Ich habe ein neues Rezept entdeckt!“ wurde zum Running Gag der Community.
Gladiolus Amicitia – Gladio – ist der Leibwächter, der Muskelprotz, das Herz der Gruppe. Er ist der Sohn einer Familie, die seit Generationen die Könige von Lucis beschützt, und nimmt diese Pflicht ernst. Er ist direkt, manchmal rau, aber seine Loyalität ist unerschütterlich.
Prompto Argentum ist der Sonnenschein, der beste Freund, die Comic Relief. Er macht Fotos von allem und jedem, ist unsicher über seinen Platz in der Gruppe – er ist kein Adeliger, kein ausgebildeter Krieger, nur ein Freund aus Schulzeiten – und bringt Leichtigkeit in dunkle Momente. Seine Fotografien, die am Ende jedes Tages durchgesehen werden können, sind ein wundervolles narratives Element.
Diese vier Charaktere sind das Herz von Final Fantasy XV. Ihre Dynamik, ihre Gespräche während der Autofahrten, ihre Neckereien beim Camping, ihre Unterstützung in schweren Zeiten – all das macht die Reise unvergesslich. Die Bromance zwischen ihnen fühlt sich echt an, gewachsen über Jahre gemeinsamer Erfahrungen, auch wenn wir als Spieler diese Jahre nicht miterlebt haben.
Die Reise beginnt
Die eigentliche Handlung: Noctis soll nach Altissia reisen, um dort seine Verlobte Lunafreya Nox Fleuret zu heiraten – eine politische Heirat, die den Frieden zwischen Lucis und dem Imperium Niflheim besiegeln soll. Sein Vater, König Regis, verabschiedet ihn mit schwerem Herzen. Die vier Freunde brechen auf, im königlichen Regalia – einem wunderschönen schwarzen Cabrio, das fast zum fünften Gruppenmitglied wird.
Doch kaum sind sie unterwegs, erreicht sie die Nachricht: Niflheim hat den Friedensvertrag gebrochen. Die Hauptstadt Insomnia ist gefallen. König Regis ist tot. Der magische Kristall, der Lucis beschützte, wurde gestohlen. Noctis ist nun König eines Reiches, das nicht mehr existiert.
Von diesem Moment an wird die Reise zur Flucht, zur Suche nach Verbündeten, zur Quest, die verlorene Macht zurückzugewinnen. Noctis muss die Waffen seiner Vorfahren sammeln, die Gunst der Götter – der Astrals – gewinnen und sich seiner Bestimmung als „Auserwählter König“ stellen.
Das Problem mit der Erzählung
Hier liegt auch das größte Problem von Final Fantasy XV: Die Geschichte ist unvollständig. Die Entwicklungshölle hat ihre Spuren hinterlassen. Wichtige Handlungsstränge werden angerissen, aber nie aufgelöst. Charaktere verschwinden ohne Erklärung. Motivationen bleiben unklar. Das Imperium Niflheim, der Hauptantagonist, wird kaum entwickelt. Ardyn Izunia, einer der faszinierendsten Bösewichte der Serie, bekommt erst in späteren DLCs die Hintergrundgeschichte, die er verdient.
Besonders die zweite Hälfte des Spiels – nach Kapitel 9 – fühlt sich gehetzt an. Die offene Welt verschwindet, das Spiel wird linear, und Ereignisse überschlagen sich, ohne dass man Zeit hat, sie zu verarbeiten. Ein bestimmter Todesfall, der eigentlich emotional verheerend sein sollte, verliert seine Wirkung, weil die betroffene Figur kaum Screentime hatte.
Square Enix hat versucht, diese Lücken mit DLCs, einem Anime (Brotherhood: Final Fantasy XV) und einem CGI-Film (Kingsglaive: Final Fantasy XV) zu füllen. Das funktioniert teilweise, aber es ist frustrierend, dass man externes Material konsumieren muss, um die Geschichte des Hauptspiels zu verstehen.
Und doch – trotz all dieser Probleme – hat Final Fantasy XV Momente von echter emotionaler Wucht. Das Ende, so umstritten es ist, hat mich zu Tränen gerührt. Der letzte Campingabend, der letzte Kampf, das letzte Bild – diese Momente brennen sich ein. Die Geschichte mag unvollständig sein, aber die Freundschaft der vier Protagonisten trägt sie trotzdem.
Gameplay: Open World trifft Action-RPG
Final Fantasy XV war das erste Spiel der Hauptserie mit einer echten Open World – und diese Welt, Eos, ist beeindruckend.
Die Welt erkunden
Die Region Lucis, in der der Großteil des Spiels stattfindet, ist riesig und abwechslungsreich. Weite Wüsten, grüne Wälder, kristallklare Seen, düstere Höhlen, moderne Städte und verfallene Ruinen – es gibt viel zu entdecken. Die Regalia, euer treues Auto, bringt euch von Ort zu Ort, entweder manuell gesteuert (auf den Straßen) oder per Schnellreise.
Das Autofahren ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind die Fahrten atmosphärisch: Die Jungs unterhalten sich, man kann Musik aus früheren Final Fantasy-Spielen hören (die Soundtracks sind als Kaufoptionen im Spiel verfügbar), und die Landschaft zieht vorbei. Andererseits können die Fahrten lang werden, besonders wenn man einen Quest auf der anderen Seite der Karte hat. Die Schnellreise hilft, aber sie kostet Zeit und Gil.
Später im Spiel erhält die Regalia Flugfähigkeiten – die Regalia Type-F. Das klingt aufregend, ist aber hakelig umgesetzt. Landen ist schwierig und kann in einem Game Over enden, wenn man nicht auf einer Straße aufsetzt. Viele Spieler nutzen die Flugfunktion kaum.
Alternativ kann man Chocobos mieten – die ikonischen Reitvögel der Serie. Sie sind schneller als zu Fuß, können über unwegsames Gelände, und ihre Fähigkeiten verbessern sich, je mehr man sie nutzt. Chocobo-Reiten macht einfach Spaß und hat seinen eigenen Charme.
Nebenaktivitäten
Die Open World ist gefüllt mit Aktivitäten, manche besser als andere.
Hunts sind Monster-Jagd-Aufträge, die man bei Tipsters annimmt. Sie bieten gute Belohnungen und fordern zum Kampf gegen mächtige Kreaturen heraus. Einige der Endgame-Hunts gehören zu den härtesten Kämpfen im Spiel.
Angeln ist Noctis‘ Hobby, und es ist überraschend gut umgesetzt. Es gibt dutzende Angelplätze, hunderte Fischarten, verschiedene Köder und Ruten. Man kann locker zehn Stunden nur mit Angeln verbringen, wenn man will. Die gefangenen Fische kann Ignis dann zu Gerichten verarbeiten.
Camping ist notwendig, um Erfahrungspunkte zu verarbeiten. Man sammelt XP durch Kämpfe und Quests, aber sie werden erst beim Rasten – entweder im Zelt oder in einem Hotel – auf die Charaktere angewendet. Hotels bieten XP-Multiplikatoren, sind aber teuer. Campingplätze sind kostenlos und erlauben Ignis, ein Gericht zu kochen, das Buffs für den nächsten Tag gibt.
Fotografie ist Promptos Leidenschaft. Er macht automatisch Fotos während der Reise – von Kämpfen, Landschaften, lustigen Momenten. Am Ende jedes Tages kann man die Bilder durchsehen und die besten speichern. Es ist ein kleines Feature, aber es verleiht der Reise eine persönliche Note. Manche dieser zufälligen Schnappschüsse sind unbeabsichtigt urkomisch oder überraschend emotional.
Die Nebenquests selbst sind leider oft repetitiv. Viele beschränken sich auf „Geh dahin, töte das, bring mir dies“. Es gibt Ausnahmen – manche Questlinien erzählen interessante Geschichten – aber insgesamt ist die Quest-Qualität unter dem Niveau anderer Open-World-Spiele.
Das Kampfsystem
Final Fantasy XV nutzt ein Echtzeit-Kampfsystem, das sich von allem unterscheidet, was die Serie vorher bot. Keine Menüs, keine Rundentaktik – stattdessen action-orientierte Kämpfe, die an Kingdom Hearts erinnern, aber simpler sind.
Noctis kann Angriffe ausführen, indem man den Angriffsknopf gedrückt hält. Er kann ausweichen, indem man den Ausweichknopf gedrückt hält. Er kann warpen – sich mit magischer Geschwindigkeit zu Feinden oder erhöhten Punkten teleportieren. Das Warpen ist das charakteristische Element des Kampfsystems und fühlt sich fantastisch an, wenn man es gemeistert hat.
Die anderen drei Gruppenmitglieder werden von der KI gesteuert, aber man kann ihnen Befehle für spezielle Techniken geben. Diese Techniken verbrauchen eine gemeinsame Ressource und reichen von Heilung über Schadensattacken bis zu Statuseffekten. Im späteren Spielverlauf schaltet man Link-Angriffe frei – koordinierte Attacken zwischen Gruppenmitgliedern, die verheerenden Schaden anrichten.
Magie funktioniert anders als in früheren Teilen. Man sammelt elementare Energie aus Quellen in der Welt – Feuer, Eis, Blitz – und craftet daraus Zaubersprüche, die wie Granaten geworfen werden. Diese Zauber sind mächtig, können aber auch die eigene Gruppe treffen. Viele Spieler vernachlässigen das Magiesystem komplett, weil es umständlich ist.
Die Beschwörungen – hier Astrals genannt – sind spektakulär inszeniert. Wenn Titan seinen Arm hebt, wenn Ramuh seinen Stab schleudert, wenn Leviathan aus den Fluten aufsteigt – diese Momente sind atemberaubend. Allerdings kann man die Beschwörungen nicht kontrollieren; sie erscheinen unter bestimmten Bedingungen (niedriges HP, langer Kampf) und sind dann ein „Jetzt oder nie“-Moment.
Das Kampfsystem ist flüssig und macht Spaß, aber es ist auch simpel. Man kann die meisten Kämpfe gewinnen, indem man angreift und ausweicht, ohne viel nachzudenken. Der Schwierigkeitsgrad ist generell niedrig, und Items können im Kampf jederzeit verwendet werden, was selbst Bosse trivialisieren kann. Wer Herausforderung sucht, muss sich selbst Regeln auferlegen.

Grafik: Eos in all seiner Pracht
Visuell war Final Fantasy XV bei seiner Veröffentlichung eines der beeindruckendsten Spiele überhaupt – und selbst heute, Jahre später, kann es sich sehen lassen.
Die Landschaften von Eos sind atemberaubend. Die goldenen Sonnenuntergänge über der Wüste von Leide, die nebligen Wälder von Duscae, das glitzernde Meer bei Galdin Quay, die Neonlichter von Altissia – jede Region hat ihre eigene Atmosphäre, ihre eigene Farbpalette, ihre eigene Identität.
Die Charaktermodelle sind detailliert und gut animiert. Die vier Protagonisten insbesondere wurden mit Liebe gestaltet – ihre Kleidung, ihre Haare, ihre Gesichtsausdrücke. Man sieht ihnen an, dass die Entwickler Jahre mit ihnen verbracht haben. Die Animationen während der Gespräche sind natürlich, die Körpersprache erzählt eigene Geschichten.
Die Monster sind kreativ designt, von kleinen Goblins über riesige Behemoths bis zu den gigantischen Astrals. Besonders die Götter-Wesen hinterlassen Eindruck – wenn Titan sich aus dem Berg erhebt, ist das ein Moment, den man nicht vergisst.
Es gibt technische Schwächen. Die Framerate kann in hektischen Kämpfen einbrechen, besonders auf den Basis-Konsolen. Pop-in ist sichtbar, wenn die Welt lädt. Manche Texturen sind unscharf aus der Nähe. Die Windows Edition und spätere Console-Updates haben vieles verbessert, aber perfekt ist die Technik nicht.
Die Summen-Animationen verdienen besondere Erwähnung. Wenn Ramuh erscheint – der alte Mann am Himmel, der seinen gewaltigen Stab schleudert – ist das eines der spektakulärsten Visuals, das Final Fantasy je produziert hat. Wenn Leviathan aus dem Ozean aufsteigt, während Altissia untergeht, ist das Chaos und Schönheit zugleich.
Sound: Yoko Shimomura liefert
Der Soundtrack von Final Fantasy XV stammt von Yoko Shimomura – der Frau hinter der Musik von Kingdom Hearts, Parasite Eve und Street Fighter II. Ihre Arbeit hier ist phänomenal.
Die Musik deckt eine enorme Bandbreite ab. „Somnus“, das melancholische Hauptthema, setzt den emotionalen Ton für das gesamte Spiel. Die Kampfmusik treibt das Adrenalin hoch. Die ruhigen Stücke beim Camping oder Angeln schaffen Atmosphäre. Die Boss-Musik ist episch ohne aufdringlich zu sein.
„Stand by Me“ in der Cover-Version von Florence + The Machine ist die perfekte Wahl für die Eröffnung – und das Wiederauftauchen des Songs am Ende des Spiels ist ein emotionaler Knockout.
Besonders hervorzuheben ist, dass man im Auto Soundtracks früherer Final Fantasy-Spiele hören kann. Von Final Fantasy I bis XIV – die klassischen Melodien begleiten die Reise durch Eos. Es ist eine liebevolle Hommage an die Seriengeschichte und ein Geschenk für langjährige Fans.
Die Synchronisation ist gut, sowohl auf Englisch als auch auf Japanisch. Die englischen Sprecher – Ray Chase als Noctis, Adam Croasdell als Ignis, Chris Parson als Gladio und Robbie Daymond als Prompto – haben gute Chemie und bringen die Charaktere zum Leben. Die Gespräche während der Autofahrten wirken natürlich und oft improvisiert, auch wenn sie es nicht sind.
Eine deutsche Synchronisation gibt es leider nicht – nur deutsche Untertitel. Das ist schade, aber die englische Version ist gut genug, dass es nicht schwer ins Gewicht fällt.
Die DLCs und Updates
Final Fantasy XV wurde nach Release massiv erweitert und verbessert. Square Enix versuchte, die Lücken der Geschichte zu füllen und das Spielerlebnis zu verfeinern.
Die Character-DLCs – Episode Gladiolus, Episode Prompto und Episode Ignis – erzählen Geschehnisse, die im Hauptspiel übersprungen wurden. Jede Episode hat ihren eigenen Gameplay-Stil und beleuchtet den jeweiligen Charakter tiefer. Episode Ignis insbesondere ist exzellent und fügt dem Ende des Spiels eine neue Dimension hinzu.
Episode Ardyn, der letzte Story-DLC, gibt dem Antagonisten endlich die Hintergrundgeschichte, die er verdient. Wer Ardyn verstehen will, muss diesen DLC spielen.
Comrades war ein Multiplayer-Modus, der mittlerweile als eigenständiges Spiel veröffentlicht wurde. Er erlaubte es, eigene Charaktere zu erstellen und die Zeit nach dem Hauptspiel zu erleben. Die Resonanz war gemischt.
Die Royal Edition und Windows Edition fassen alles zusammen und fügen weitere Inhalte hinzu, darunter ein erweitertes Kapitel 14, neue Bosse und die Regalia Type-D (Off-Road-Modus).
Wer heute Final Fantasy XV spielt, sollte zur Royal Edition greifen. Das Spiel ist damit deutlich vollständiger als die Vanilla-Version von 2016.
Kritikpunkte
Die Probleme von Final Fantasy XV wurden bereits angesprochen, aber sie verdienen Zusammenfassung.
Die Geschichte ist unvollständig und gehetzt, besonders in der zweiten Hälfte. Wichtige Charaktere werden nicht entwickelt, Handlungsstränge bleiben offen, emotionale Momente verlieren ihre Wirkung durch mangelnde Vorbereitung.
Die Nebenquests sind repetitiv und uninspiriert. „Bring mir zehn Hundefelle“ ist kein gutes Quest-Design.
Das Kampfsystem ist spaßig, aber zu simpel. Der Schwierigkeitsgrad ist zu niedrig, Items machen selbst harte Kämpfe trivial.
Die zweite Hälfte des Spiels – die lineare Sequenz in Niflheim und darüber hinaus – ist ein Qualitätseinbruch gegenüber der offenen ersten Hälfte. Kapitel 13 insbesondere war bei Release berüchtigt für seine Länge und seinen Frustfaktor (mittlerweile überarbeitet).
Die Abhängigkeit von externen Medien (Anime, Film, DLCs) für grundlegende Story-Informationen ist inakzeptabel für ein Vollpreisspiel.
Umfang und Spielzeit
Die Hauptgeschichte von Final Fantasy XV dauert etwa 25 bis 35 Stunden, je nach Spieltempo. Wer die Open World erkundet, Nebenquests erledigt, angelt und huntet, kann problemlos 60 bis 80 Stunden investieren. Completionists, die alle Dungeons bezwingen und alle Trophäen sammeln wollen, können über 100 Stunden verbringen.
Die DLCs fügen weitere 15 bis 20 Stunden hinzu, abhängig davon, wie gründlich man sie spielt.
Fazit
Final Fantasy XV ist ein Spiel der Widersprüche. Es ist unvollendet und doch unvergesslich. Es ist fehlerhaft und doch liebenswert. Es erzählt eine Geschichte, die nie ganz funktioniert, und schafft trotzdem Momente von echter emotionaler Wucht.
Was Final Fantasy XV richtig macht, macht es brillant. Die Freundschaft zwischen Noctis, Ignis, Gladio und Prompto ist eine der besten Bromances, die das Medium Videospiel je gesehen hat. Die Reise selbst – das Autofahren, das Camping, das gemeinsame Essen – fühlt sich echt an, wie ein Roadtrip mit besten Freunden. Die Welt von Eos ist wunderschön und lädt zum Erkunden ein. Die Musik ist meisterhaft. Die Astrals sind atemberaubend.
Was Final Fantasy XV falsch macht, ist frustrierend, aber nicht fatal. Die unvollständige Geschichte, die simplen Mechaniken, die generischen Quests – all das trübt das Erlebnis, ohne es zu zerstören.
Nach zehn Jahren Entwicklung ist Final Fantasy XV nicht das Meisterwerk geworden, das es hätte sein können. Aber es ist ein gutes Spiel. Ein Spiel mit Herz, mit Charakter, mit Momenten, die man nicht vergisst. Ein Spiel, das man trotz seiner Fehler liebt – oder vielleicht gerade wegen ihnen.
„Walk tall, my friends.“
Bewertung: 8/10
Stärken:
- Eine der besten Bromances der Spielegeschichte
- Vier liebenswerte, gut charakterisierte Protagonisten
- Wunderschöne Open World mit viel zu entdecken
- Atemberaubende Astral-Beschwörungen
- Meisterhafter Soundtrack von Yoko Shimomura
- Charmante Details wie Fotografie, Kochen und Angeln
- Flüssiges, spaßiges Kampfsystem mit stylischem Warping
- Emotionales, unvergessliches Ende
- Soundtracks früherer FF-Spiele im Auto
- Royal Edition deutlich vollständiger als Vanilla
- 40-100+ Stunden Spielzeit
Schwächen:
- Unvollständige, gehetzt wirkende Hauptgeschichte
- Wichtige Charaktere und Handlungsstränge unterentwickelt
- Zweite Hälfte des Spiels linear und qualitativ schwächer
- Kampfsystem zu simpel, Schwierigkeitsgrad zu niedrig
- Repetitive, uninspirierte Nebenquests
- Abhängigkeit von externen Medien für Story-Verständnis
- Autofahrten können sich ziehen
- Magie-System umständlich
- Keine deutsche Synchronisation
Technische Daten:
- Entwickler: Square Enix Business Division 2
- Publisher: Square Enix
- Genre: Action-RPG / Open World
- Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC, Stadia
- Release: 29. November 2016
- Engine: Luminous Engine
- Setting: Eos (eigenes Final Fantasy-Universum)
- Protagonist: Noctis Lucis Caelum
- Partymitglieder: Ignis, Gladiolus, Prompto
- Spielzeit: 25-100+ Stunden
- Altersfreigabe: USK 12



