Horizon Forbidden West

Horizon Forbidden West im Test – Aloys Reise in den verbotenen Westen

Horizon Forbidden West ist die direkte Fortsetzung von Horizon Zero Dawn und spielt rund sechs Monate nach dem Finale des ersten Teils. Mit diesem war Guerrilla Games ein absolutes Meisterwerk gelungen, das innerhalb kürzester Zeit eine gigantische Fangemeinde aufbauen konnte und sich als Marke schon kurz nach Erscheinen einen festen Platz in der Gaming-Welt sicherte.

Wenn man dann noch bedenkt, dass die Niederländer eigentlich eher als Shooter-Spezialisten galten und sich zuvor mit ihren Killzone-Spielen einen Namen machten, ist es umso beeindruckender, wie sie diesen Genre-Wechsel gemeistert haben. Mit Fortsetzungen ist es immer so eine Sache – nicht nur bei Videospielen, sondern auch bei Filmen. Dass sich die Fans einen zweiten Teil wünschen, war klar und stand nach dem Erfolg des ersten Spiels auch schon früh fest.

Horizon Forbidden West

Story: Die Suche nach einem Gegenmittel

Das Geschehen setzt etwa sechs Monate nach dem Ende des ersten Teils ein. Aloy durchstreift die Lande auf der Suche nach neuen Verbündeten und nach einem Gegenmittel für eine sich ausbreitende Seuche. In Horizon Zero Dawn blieben noch zahlreiche Fragen ungeklärt, auf die Horizon Forbidden West Antworten liefern könnte. Für ausreichend Spannung und Abenteuer ist also auf jeden Fall gesorgt.

Empfehlung: Erst den Vorgänger spielen

Das Spielen des ersten Teils würde ich auf jeden Fall empfehlen. Nicht nur weil es ein verdammt gutes Spiel ist, sondern auch wichtig wäre, um der Handlung des zweiten Teils uneingeschränkt folgen zu können. Zu Beginn des Spiels gibt es zwar eine kurze Rückblende, diese dient aber eher als Auffrischer.

Das Setting kurz angerissen: Wir erkunden als wagemutige und unerschrockene Aloy unsere Welt, 1000 Jahre in der Zukunft. Moderne Zivilisationen sind untergegangen und die Menschen leben in Stämmen und relativ primitiven Siedlungen. Das Wissen von damals ist verloren und lediglich die in der Wildnis umherwandernden Maschinenwesen geben einen Hinweis darauf, dass es einst eine fortschrittlichere Lebensweise gab.

YouTube player

Gameplay: Sechs Fertigkeitenbäume und überarbeiteter Nahkampf

Horizon Forbidden West gewährt euch einen recht sanften Einstieg. Alle, die vor kurzem erst den ersten Teil nachgeholt haben, werden sich sofort zurechtfinden. Man erlernt verschiedene Grundlagen der Steuerung und wird mit verschiedenen Gameplay-Mechaniken vertraut gemacht. Als man dann nach und nach auf alte Bekannte trifft und sich über die letzten sechs Monate austauscht, ist dieser Eindruck komplett.

Sechs Fertigkeitenbäume

Natürlich baut Horizon Forbidden West auf der tollen Basis des Vorgängers auf, hat aber auch ein paar Neuheiten im Schlepptau. So dürft ihr eure Fähigkeiten über insgesamt sechs verschiedene Fertigkeitenbäume verbessern bzw. neue erlernen. Diese unterstützen verschiedene Spielstile: ob ihr auf Nah- oder Fernkampf setzt, aus dem Verborgenen heraus agieren wollt, oder eure Gegner gerne in vorher ausgelegte Fallen lockt. Dazu habt ihr die Möglichkeit, eure Rüstung zu verstärken und eure Waffen an Werkbänken zu verbessern.

Elementar-Schaden und Schwachstellen

Ein gutes taktisches Mittel ist auch das Hinzufügen von bestimmten Waffeneffekten, um Spezialschaden zu verursachen. Das kann zum Beispiel Elektrizität oder Säure sein, um Gegner, die dagegen anfällig sind, besonders hart zu treffen. Wie schon im ersten Teil könnt ihr auch wieder besondere Schwachstellen der Maschinenwesen ermitteln und euch auf diese fokussieren. Wenn ihr eine Schwachstelle trefft, sorgt dies nicht nur für massiven Schaden, sondern ihr könnt diese dadurch auch abtrennen.

Horizon Forbidden West

Überarbeiteter Nahkampf

Auch der Nahkampf ist überarbeitet worden und fügt sich nun wesentlich dynamischer in das Kampfgeschehen ein. Während eines Kampfes könnt ihr diverse Combos ausführen, die euch nun auch wieder recht schnell zu einer eurer Fernkampfwaffen wechseln lassen. Mit fortschreitendem Spielverlauf erhält Aloy auch zusätzliche Gadgets, was ihr erlaubt, sich an bestimmte, bisher unerreichbare Orte zu begeben: klettern, gleiten, tauchen – das volle Programm.

Neues Klettersystem

Auch das Klettern hat eine Überarbeitung erfahren. Aloy kann nicht mehr nur an recht markanten und durch gelbe Markierungen hervorgehobenen Stellen klettern, sondern operiert hier recht häufig eher im Freestyle. Dazu kann sie mit ihrem Fokus die Umgebung scannen und zum Klettern geeignete Passagen erkennen. Dies erwies sich ab und an als zweischneidiges Schwert.

Horizon Forbidden West

Der verbotene Westen: Kalifornien voller Geheimnisse

Der namensgebende Westen (den wir heutzutage noch als Kalifornien kennen) ist gespickt mit interessanten Orten, neuen Maschinenwesen und zahlreichen Geheimnissen, die entdeckt werden wollen.

Tauchen als neue Mechanik

Durch das Tauchen hat Guerrilla eine sinnvolle Erweiterung ins Spiel gebracht, die das Gebotene wunderbar ergänzt und die ohnehin sehr detailreiche Welt noch ein wenig stimmiger erscheinen lässt.

40 Maschinenarten statt 25

Auf ihrem Streifzug durch die bisher unbekannte Region stößt Aloy auf neuartige Maschinenwesen und einige Herausforderungen. Während wir im ersten Teil 25 verschiedenen Arten begegneten, sind es nun 40. Auch hier hat Guerrilla wieder ein wahnsinnig gutes Fingerspitzengefühl bewiesen.

Größere Open World

Gleichzeitig haben die Entwickler die Open World von Forbidden West noch einmal ein deutliches Stückchen größer gestaltet als die Spielwelt von Zero Dawn. Diese steckt voller Aufgaben und interessanter Orte, die uns stetig von unserer Mission ablenken. Das Schöne dabei ist, dass sich das Ganze so absolut stimmig präsentiert.

Aloys Abenteuer, egal wie groß oder klein, bilden ein wunderbares Gesamtbild. Wenn ich einem einzelnen Dorfbewohner bei einem Problem behilflich bin, dann gibt mir das Gefühl, dass es mich trotzdem in meiner Mission weiterbringt, weil es zu meiner Rolle passt.

 

Horizon Forbidden West

Grafik: PS5 in Bestform

Wenn man bedenkt, dass Horizon Zero Dawn 2017 schon phänomenal gut aussah und auf einer PS4 Pro ein überragendes optisches Niveau bei hervorragender Performance bot, wurde hier noch mal nachgelegt.

4K/30 FPS oder 60 FPS auf PS5

Natürlich muss man hier differenzieren – die bestmögliche Optik und Leistung bietet natürlich die PlayStation 5. Trotzdem ist es auch 2022 noch beeindruckend, was man aus einer PlayStation 4 herausholen kann. Mit der Optionsmöglichkeit auf 4K/30 FPS oder 60 FPS kann sich jeder PS5-Besitzer entscheiden, was ihm wichtiger ist.

Die Open World ist wunderschön, detailreich und erkundenswert. Dazu auch sehr lebendig – neben den Maschinenwesen gibt es natürlich auch genug Menschen, die diese Welt bevölkern. Abgerundet wird das Ganze von einer tollen Soundkulisse und einem wieder mal phänomenal guten Soundtrack.

Horizon Forbidden West 20220217180124

Fazit

Kaufen! Erleben! Genießen! – mehr gibt es da im Grunde nicht zu sagen. Wer Horizon Zero Dawn klasse fand, der kommt an Horizon Forbidden West quasi nicht vorbei. Jeder, der durch das Erscheinen der Fortsetzung nun endlich angefixt ist, sei herzlichst eingeladen, dieses Meisterwerk zu erleben, sollte sich allerdings gut überlegen, ob er nicht lieber mit dem Vorgänger beginnt.

Ich empfinde Horizon als ein eindrucksvolles Gesamtwerk. Beispielsweise Herr der Ringe funktioniert für mich insgesamt auch nur als Trilogie. Als Gesamtwerk hat Guerrilla hier für mich die nahezu perfekte Fortsetzung kreiert.


Bewertung: 9/10

Stärken:

  • Nahezu perfekte Fortsetzung
  • Story knüpft nahtlos an Zero Dawn an
  • Sechs Fertigkeitenbäume statt drei
  • Überarbeiteter, dynamischerer Nahkampf
  • Combos mit schnellem Waffenwechsel
  • Tauchen als neue sinnvolle Mechanik
  • Unterwasserwelt erweitert Erkundung
  • 40 Maschinenarten statt 25
  • Neuartige Maschinenwesen
  • Größere Open World als Zero Dawn
  • Kalifornien als faszinierendes Setting
  • Neue Gadgets (Klettern, Gleiten, Tauchen)
  • Freestyle-Klettersystem
  • Elementar-Schaden und Schwachstellen
  • Werkbänke für Upgrades
  • Stimmige Nebenquests
  • Wunderschöne, detailreiche Grafik
  • 4K/30 FPS oder 60 FPS auf PS5
  • Phänomenaler Soundtrack
  • Sanfter Einstieg für Rückkehrer
  • Alte Bekannte kehren zurück
  • Lebendige Spielwelt

Schwächen:

  • Neues Klettersystem gewöhnungsbedürftig
  • Kletterstellen manchmal schwer erkennbar
  • Kleinere Grafikfehler zum Launch
  • Einmal im Felsen hängengeblieben
  • Vorgänger quasi Pflicht für Story-Verständnis

Technische Daten:

  • Entwickler: Guerrilla Games
  • Publisher: Sony Interactive Entertainment
  • Genre: Open-World-Action-RPG
  • Plattformen: PlayStation 5, PlayStation 4
  • Release: 18. Februar 2022
  • Protagonistin: Aloy
  • Setting: Verbotener Westen (Kalifornien), 1000 Jahre in der Zukunft
  • Maschinenarten: 40
  • Fertigkeitenbäume: 6
  • Grafikmodi (PS5): 4K/30 FPS (Qualität) oder 60 FPS (Performance)
  • Engine: Decima Engine
  • Altersfreigabe: USK 12

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.