Nacon

Nacon-Krise weitet sich aus: Spiders, Cyanide und Kylotonn melden ebenfalls Insolvenz an

Die Krise beim französischen Publisher Nacon zieht immer weitere Kreise. Am 23. März 2026 haben vier Tochtergesellschaften des Unternehmens beim Handelsgericht Lille Métropole ebenfalls Insolvenz angemeldet und gerichtliche Sanierungsverfahren beantragt. Betroffen sind die Entwicklerstudios Spiders, Cyanide und Kylotonn sowie das Motion-Capture-Unternehmen Nacon Tech. Insgesamt stehen damit rund 320 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Drei Studios mit klangvollen Namen

Die drei betroffenen Entwicklerstudios gehören zu den bekanntesten Namen im Portfolio von Nacon. Das Pariser Studio Spiders hat sich mit Rollenspielen wie GreedFall, Steelrising und The Technomancer einen Namen gemacht. Erst Mitte März veröffentlichte das Team die Vollversion von GreedFall: The Dying World nach einer längeren Early-Access-Phase. Cyanide wiederum ist für die Blood-Bowl-Reihe und die Styx-Spiele bekannt, während Kylotonn zuletzt mit Test Drive Unlimited Solar Crown und der WRC-Rennspielserie in Erscheinung trat.

Gehaltszahlungen pausiert

Laut Berichten des französischen Branchenmagazins Origami wurden die Gehaltszahlungen an die Mitarbeiter der betroffenen Studios bereits ausgesetzt. Die gerichtliche Sanierung ermöglicht es den Unternehmen zwar, ihre Verbindlichkeiten für bis zu 18 Monate einzufrieren, doch für die Beschäftigten bedeutet die Situation große Unsicherheit. Die Insolvenzanmeldung erfolgte offenbar auch deshalb zu diesem Zeitpunkt, um eine drohende Liquidation Ende März abzuwenden, da die Studios andernfalls keine Gehälter mehr hätten zahlen können.

Big Bad Wolf ebenfalls betroffen

Neben den drei großen Studios gerät auch Big Bad Wolf in den Strudel der Nacon-Krise. Das Entwicklerteam, das als Tochtergesellschaft von Cyanide operiert und mit The Council bekannt wurde, arbeitet derzeit an Cthulhu: The Cosmic Abyss. Der Titel ist für den 16. April 2026 angekündigt und wäre damit das nächste große Release aus dem Nacon-Universum. Ob der Termin gehalten werden kann, ist angesichts der aktuellen Entwicklungen fraglich.

Gefährdete Projekte

Die Insolvenzwelle wirft einen Schatten auf mehrere angekündigte Spiele. Neben Cthulhu: The Cosmic Abyss steht auch The Mound: Omen of Cthulhu auf der Kippe, das vom chilenischen Studio ACE Team entwickelt wird und im Juli erscheinen soll. ACE Team ist zwar kein Tochterunternehmen von Nacon, sondern ein unabhängiges Studio mit Publishingvertrag. Theoretisch könnte das Team einen neuen Publisher suchen, doch ob sich in der kurzen Zeit bis zum geplanten Release ein Partner finden lässt, bleibt offen.

Ein Schlag für die französische Spielebranche

Die Entwicklungen bei Nacon treffen die französische Spielebranche hart. Nach Ubisoft ist Nacon der zweitgrößte Arbeitgeber der Industrie im Land, und die Krise kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die gesamte Branche kämpft seit 2024 mit Entlassungswellen und Studioschließungen. Erst in den vergangenen Wochen haben auch internationale Größen wie Epic Games massive Stellenstreichungen angekündigt. Ob Nacon und seine Studios die Sanierungsphase überstehen werden, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden.

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