Pre-Order-Boni sind aus der modernen Gaming-Landschaft kaum noch wegzudenken. Fast jedes größere Spiel kommt heute mit Vorbesteller-Anreizen daher, die von kosmetischen Extras über spielbare Inhalte bis hin zu exklusiven Editionen reichen. Doch was genau sind Pre-Order-Boni, warum gibt es sie, und sollte man überhaupt vorbestellen? Dieser umfassende Guide erklärt alles, was man über Vorbesteller-Belohnungen wissen muss.
Die Pre-Order-Kultur hat sich in den letzten Jahren massiv ausgeweitet. Während früher eine Vorbestellung einfach bedeutete, dass man sich ein Exemplar eines Spiels sicherte, ist es heute ein komplexes System aus Anreizen, Exklusivität und Marketing-Strategien geworden. Publisher nutzen Pre-Order-Boni, um Verkaufszahlen vor dem Launch zu generieren und Hype aufzubauen. Spieler stehen vor der Entscheidung: Vorbestellen und Boni kassieren, oder warten und Reviews abwarten?
Was sind Pre-Order-Boni?
Pre-Order-Boni sind zusätzliche Inhalte, Gegenstände oder Vergünstigungen, die Spieler erhalten, wenn sie ein Spiel vor dem offiziellen Release-Datum kaufen. Diese Boni sollen einen Anreiz schaffen, das Spiel bereits vor Erscheinen zu kaufen, ohne es vorher testen oder Reviews lesen zu können. Die Idee dahinter ist simpel: Publisher wollen frühe Verkaufszahlen garantieren, und Spieler bekommen im Gegenzug exklusive Inhalte.
Die Vorbestellung selbst ist kein neues Konzept. Bereits in den 90er Jahren konnte man Spiele im Einzelhandel vorbestellen, um sicherzustellen, dass man am Release-Tag ein Exemplar erhielt. Besonders beliebte Titel waren oft schnell ausverkauft, und eine Vorbestellung garantierte, dass man nicht leer ausging. Mit dem Aufkommen digitaler Distribution hat sich das Konzept jedoch gewandelt – physische Verfügbarkeit ist kein Problem mehr, aber Pre-Order-Boni sind geblieben und haben sich sogar ausgeweitet.
Heute gibt es Pre-Order-Boni in allen möglichen Formen. Von simplen kosmetischen Items über spielrelevante Gegenstände bis hin zu ganzen Spielmodi oder Charakteren reicht das Spektrum. Manche Boni sind zeitlich begrenzt und nur für Vorbesteller verfügbar, andere werden später als kostenpflichtige DLCs angeboten. Die Vielfalt und Komplexität von Pre-Order-Systemen kann verwirrend sein, besonders wenn verschiedene Händler unterschiedliche Boni anbieten.
Arten von Pre-Order-Boni
Pre-Order-Boni lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf das Spielerlebnis haben.
Kosmetische Boni
Die harmloseste und am wenigsten kontroverse Form sind rein kosmetische Boni. Diese verändern das Gameplay nicht, sondern bieten nur visuelle Anpassungen. Typische Beispiele sind alternative Skins für Charaktere, spezielle Rüstungsdesigns, Waffen-Skins, Fahrzeuglackierungen oder Emotes. In Multiplayer-Shootern könnten das besondere Waffendesigns sein, in Rollenspielen alternative Kostüme, in Rennspielen exklusive Lackierungen.
Der Vorteil kosmetischer Boni ist, dass sie niemanden benachteiligen, der nicht vorbestellt hat. Das Gameplay bleibt identisch, nur die Optik unterscheidet sich. Viele Spieler schätzen diese Form von Pre-Order-Boni, da sie Vorbesteller belohnen, ohne andere zu bestrafen. Allerdings gibt es auch hier Kritik: Warum sollten Teile der Charakteranpassung überhaupt exklusiv sein, wenn sie bereits im Spiel existieren?
Beispiele für kosmetische Pre-Order-Boni gibt es zuhauf. Call of Duty Black Ops 6 bot den Woods Operator Pack und den Reflect 115 Camo Pack als reine Kosmetik-Boni. Doom: The Dark Ages belohnt Vorbesteller mit dem Void Doom Slayer Skin. Borderlands 4 bietet den Ornate Order Pack und die Firehawk’s Fury Waffenskin. In Battlefield 6 erhielten Vorbesteller das Tombstone Pack mit Soldaten-Skins, Waffentalismanen und Spielerkarten. Diese Boni sind rein optisch und geben keine spielerischen Vorteile.
Spielrelevante Items
Hier wird es kontroverser. Spielrelevante Pre-Order-Boni sind Gegenstände, Waffen, Ausrüstung oder Fähigkeiten, die tatsächlichen Einfluss auf das Gameplay haben. In Rollenspielen könnten das mächtige Waffen sein, die man sonst erst später im Spiel finden würde. In Action-Spielen könnten es zusätzliche Fähigkeiten oder Upgrades sein. In Strategiespielen könnten es Ressourcen-Boosts oder zusätzliche Einheiten sein.
Die Kritik an solchen Boni ist berechtigt: Sie schaffen einen unfairen Vorteil für Vorbesteller, besonders im Multiplayer. Wenn jemand durch eine Vorbestellung stärkere Waffen oder bessere Ausrüstung hat, verschiebt das die Balance. In Singleplayer-Spielen ist der Effekt weniger gravierend, aber es stellt sich die Frage, ob der Fortschritt durch Geld statt Spielleistung erkauft werden sollte.
Publisher argumentieren oft, dass diese Items auch im Spiel erspielbar sind, nur dass Vorbesteller einen Vorsprung bekommen. Das mag stimmen, ändert aber nichts daran, dass es Pay-to-Win-Mechaniken Tür und Tor öffnet. Besonders problematisch wird es, wenn Pre-Order-Boni in kompetitiven Multiplayer-Spielen echte Vorteile bieten.
Frühzugang (Early Access)
Eine beliebte Form von Pre-Order-Bonus ist der Frühzugang zum Spiel. Vorbesteller dürfen oft ein paar Tage oder sogar eine Woche vor dem offiziellen Release spielen. In manchen Fällen ist es nur ein Beta-Zugang, in anderen der volle Frühzugang zur finalen Version.
EA Sports FC 26 bietet beispielsweise 7 Tage Frühzugang für Ultimate Edition Käufer. Doom: The Dark Ages gewährt 2 Tage Early Access für Premium und Collector’s Bundle Editionen. Sonic X Shadow Generations bot 3 Tage Frühzugang in der Digital Deluxe Edition. Code Vein 2 erlaubte Vorbestellern der Deluxe/Ultimate Editionen 72 Stunden früher zu spielen. Diese Praxis ist besonders bei Sportspielen und großen Franchises üblich.
Der Reiz ist klar: Man will als Erster spielen, als Erster die Story erleben, als Erster im Multiplayer-Ranking aufsteigen. Für Content-Creators und Streamer ist Frühzugang besonders wertvoll, da sie als Erste Videos und Streams produzieren können. Für Publisher bedeutet es, dass die engagiertesten Fans bereits vor dem offiziellen Launch spielen und für Hype sorgen.
Die Schattenseite: Oft ist der Frühzugang auch der Zeitraum, in dem die letzten Bugs noch nicht gefixt sind. Vorbesteller fungieren quasi als zusätzliche Beta-Tester. Der wichtige Day One Patch kommt meist erst zum offiziellen Launch. Wenn ein Spiel zum offiziellen Launch noch Probleme hat, haben Vorbesteller diese Probleme oft noch länger erlebt. Zudem spaltet Frühzugang die Community – manche spielen schon, andere müssen warten.
Zusätzliche Spielinhalte
Die heikelste Kategorie sind komplett neue Spielinhalte, die nur Vorbestellern zur Verfügung stehen. Das können zusätzliche Missionen, spielbare Charaktere, Fraktionen, Kampagnen oder sogar ganze Spielmodi sein. Diese Form von Pre-Order-Bonus ist am kontroversesten, da hier tatsächlich Inhalte vom Hauptspiel abgespalten und an Vorbesteller gebunden werden.
Beispiele für abgespaltene Inhalte gibt es zuhauf. Total War: Warhammer bot die Chaos-Krieger-Fraktion als Pre-Order-Bonus – eine komplette spielbare Fraktion nur für Vorbesteller kostenlos. Batman: Arkham Knight hatte die Harley Quinn Story Pack als Pre-Order-DLC, eine spielbare Mission mit eigenem Charakter. Dragon Age: Origins hatte händlerspezifische Ausrüstungs-Boni, die nur mit speziellen Codes zugänglich waren. Diese Praktiken führten zu massiver Kritik, da vollwertige Inhalte vom Hauptspiel abgespalten wurden.
Andere Beispiele sind Bonus-Missionen, die nur Vorbesteller spielen können, oder zusätzliche Charaktere in Fighting-Games. In manchen Fällen werden diese Inhalte später als DLC verfügbar gemacht, in anderen bleiben sie permanent exklusiv. Das schafft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter Spielern: Die, die vorbestellt haben, und die, die es nicht taten.
Spezielle Editionen
Viele Spiele bieten verschiedene Editionen zur Vorbestellung an, jede mit eigenen Boni. Die Standard Edition hat minimale Boni, die Deluxe oder Gold Edition mehr, und die Collector’s oder Ultimate Edition alles plus physische Goodies. Diese gestaffelten Angebote sind clever aus Marketing-Sicht – sie bedienen verschiedene Zielgruppen und maximieren den Umsatz pro Kunde.
Eine typische Staffelung könnte so aussehen: Standard Edition (60 Euro) mit einem kosmetischen Skin, Deluxe Edition (80 Euro) mit zusätzlichen Items und Frühzugang, Ultimate Edition (100+ Euro) mit Season Pass und allen zukünftigen DLCs. Manche Collector’s Editionen gehen bis 200 Euro und enthalten Figuren, Artbooks, Soundtracks und mehr.
Das Problem: Oft ist unklar, was man tatsächlich bekommt, besonders bei digitalen Inhalten. Ein Season Pass verspricht alle DLCs, aber wie viele werden das sein? Welche Qualität haben sie? Man kauft die Katze im Sack und hofft, dass der Publisher liefert. In manchen Fällen war der Season Pass weniger wert als die Summe der später einzeln verkauften DLCs, in anderen war er ein gutes Angebot.
Händler-exklusive Boni
Besonders frustrierend sind händlerspezifische Boni. Manche Pre-Order-Belohnungen gibt es nur bei bestimmten Händlern. Pokemon Legends Z-A hatte unterschiedliche Boni bei verschiedenen Händlern: GameStop bot eine Tote Bag und ein Trench Coat/Pants Set, Best Buy hatte ursprünglich einen exklusiven Gamer Mat (ausverkauft), Walmart gab einen Mystery Pin, und das Pokemon Center hatte einen Partner Pokemon Pin. The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom hatte bei Best Buy ein Acryl-Display, bei GameStop ein Stoff-Poster, bei Target ein Sammler-Puzzle. Will man alle Boni, muss man das Spiel theoretisch mehrfach kaufen oder auf einen Komplett-Deal hoffen, der alle Händler-Boni vereint.
Diese Praxis zersplittert die Pre-Order-Landschaft und frustriert Spieler. Man muss recherchieren, welcher Händler welchen Bonus bietet, und dann entscheiden, welcher Bonus einem am wichtigsten ist. Oft sind die Boni auch regional unterschiedlich – in den USA gibt es andere Angebote als in Europa, in Deutschland andere als in Großbritannien.
Publisher rechtfertigen dies mit Partnerschaftsverträgen mit Händlern. GameStop zahlt für Exklusivität, Amazon auch, und jeder will seinen eigenen Bonus. Für Spieler ist es einfach nur nervig und schafft FOMO (Fear of Missing Out) – die Angst, etwas zu verpassen.
Warum gibt es Pre-Order-Boni?
Aus Publisher-Sicht machen Pre-Order-Boni absolut Sinn. Sie garantieren Verkaufszahlen vor dem Launch, was besonders für Investoren und Aktionäre wichtig ist. Hohe Vorverkaufszahlen signalisieren ein erfolgreiches Spiel, was die Aktienkurse steigen lässt. Außerdem binden Pre-Orders Käufer, bevor Reviews erscheinen – selbst wenn das Spiel am Ende enttäuscht, ist das Geld bereits gezahlt.
Pre-Order-Boni erzeugen auch Hype und Dringlichkeit. Die Botschaft ist klar: „Bestell jetzt vor, oder du verpasst exklusive Inhalte!“ Das setzt Spieler unter Druck und führt zu impulsiven Kaufentscheidungen. In einer Zeit, in der Spiele mit Spielen um Aufmerksamkeit konkurrieren, ist Hype essentiell. Pre-Order-Kampagnen mit exklusiven Inhalten dominieren die Gaming-News-Zyklen und halten Spiele im Gespräch.
Ein weiterer Faktor ist die finanzielle Planbarkeit. Vorverkaufszahlen helfen Publishern, Budgets für Marketing, Server-Kapazitäten und Post-Launch-Support zu planen. Wissen sie, dass X-hundertausend Spieler am Day-One spielen werden, können sie entsprechend Server mieten und Support-Teams aufstocken. Das reduziert das finanzielle Risiko.
Aus Spieler-Sicht ist die Motivation vielfältiger. Manche wollen einfach das Spiel sofort am Release-Tag, und die Vorbestellung sichert das. Andere wollen die Boni nicht verpassen – FOMO („Fear of missing out„) ist ein mächtiger Motivator. Sammler wollen physische Collector’s Editionen mit Figuren und Artbooks. Hardcore-Fans wollen ihre Unterstützung zeigen und das Studio direkt unterstützen.
Die Kontroverse: Pro und Contra
Die Gaming-Community ist tief gespalten über Pre-Order-Boni. Kritiker argumentieren, dass sie anti-konsumentenfreundlich sind und schlechte Praktiken fördern. Befürworter sehen sie als harmlose Marketing-Taktik, die Studios hilft und Fans belohnt.
Argumente gegen Pre-Order-Boni
Der Hauptkritikpunkt ist, dass Pre-Orders Reviews umgehen. Wenn man ein Spiel vorbestellt, kauft man es, ohne zu wissen, ob es gut ist. Man verlässt sich auf Marketing-Material, Trailer und Versprechen – alles kontrolliert vom Publisher. Wenn das Spiel am Ende buggy, unfertig oder einfach schlecht ist, ist das Geld bereits weg. Rückerstattungen sind möglich, aber kompliziert und nicht garantiert.
Es gibt zahllose Beispiele katastrophaler Launches, bei denen Vorbesteller die Leidtragenden waren. No Man’s Sky lieferte 2016 nicht, was versprochen wurde. Cyberpunk 2077 war auf Konsolen praktisch unspielbar. Battlefield 2042 war ein technisches Desaster. In allen Fällen hatten Millionen bereits vorbestellt, basierend auf Hype und Marketing, nur um enttäuscht zu werden.
Ein weiteres Argument ist, dass Pre-Order-Boni Inhalte künstlich zurückhalten. Wenn eine Fraktion oder Mission als Pre-Order-Bonus angeboten wird, wurde sie parallel zum Hauptspiel entwickelt. Sie hätte Teil des Basisspiels sein können, wurde aber absichtlich abgespalten, um Vorbestellungen zu incentivieren. Das ist aus Spieler-Sicht unfair – man bekommt weniger Inhalt für denselben Preis, nur weil man nicht vorbestellt hat.
Die Zersplitterung durch händlerspezifische Boni wird ebenfalls kritisiert. Dass man bei GameStop andere Items bekommt als bei Amazon ist absurd und zwingt Spieler zu Entscheidungen, die nichts mit dem Spiel selbst zu tun haben. Es ist pure Marketing-Taktik, die Spieler frustriert.
Zudem argumentieren Kritiker, dass Pre-Orders schlechte Qualität fördern. Wenn Publisher wissen, dass Millionen bereits vorbestellt haben, sinkt der Druck, ein perfektes Produkt abzuliefern. Sie haben das Geld bereits, warum also den Launch verschieben und das Spiel weiter polieren? Diese Logik hat zu einigen der schlimmsten Launches der Gaming-Geschichte geführt.
Argumente für Pre-Order-Boni
Befürworter argumentieren, dass Pre-Orders freiwillig sind. Niemand wird gezwungen vorzubestellen. Wer skeptisch ist, wartet einfach ab. Wer vertraut und die Boni will, bestellt vor. Es ist eine persönliche Entscheidung, und beide Optionen sind valide.
Pre-Order-Boni belohnen treue Fans, so das Argument. Wer ein Studio unterstützen und zeigen will, dass er am Spiel interessiert ist, bekommt im Gegenzug exklusive Inhalte. Das ist eine faire Transaktion – Vertrauen gegen Belohnung. Ohne Pre-Orders hätten Studios weniger finanzielle Sicherheit, was besonders für kleinere Indie-Studios riskant sein kann.
Die Boni selbst sind oft belanglos, argumentieren Befürworter. Kosmetische Items verändern das Spiel nicht. Selbst spielrelevante Boni sind meist marginal und nach ein paar Spielstunden irrelevant. Die meisten Pre-Order-Waffen werden schnell von stärkeren Ingame-Waffen überholt. Der tatsächliche Gameplay-Vorteil ist minimal.
Zudem werden viele Pre-Order-Boni später als DLC verfügbar. Die Chaos-Krieger in Total War: Warhammer waren Pre-Order-Bonus, konnten aber später gekauft werden. Niemand wurde permanent ausgeschlossen, Vorbesteller bekamen sie nur kostenlos. Das ist ein Kompromiss, der beide Seiten bedient.
Physische Collector’s Editionen sind außerdem oft limitiert. Wer eine Figur oder ein Artbook will, muss vorbestellen, sonst sind sie ausverkauft. Hier macht Pre-Ordering durchaus Sinn, da die physischen Items tatsächlich limitiert sind.
Wie sollte man mit Pre-Order-Boni umgehen?
Die Entscheidung, ob man vorbestellt, ist individuell. Hier sind einige Überlegungen, die helfen können:
Bei vertrauenswürdigen Studios kann man eher vorbestellen. Wenn ein Studio wie CD Projekt Red, FromSoftware oder Nintendo eine Erfolgsbilanz hat, ist das Risiko geringer. Diese Studios liefern konstant Qualität. Das ist keine Garantie – selbst CD Projekt Red hatte mit Cyberpunk Probleme – aber die Wahrscheinlichkeit eines guten Spiels ist höher.
Bei neuen IPs oder unerprobten Studios sollte man vorsichtig sein. Ein neues Spiel von einem neuen Studio ist ein Risiko. Es gibt keine Track-Record, auf die man sich verlassen kann. Hier ist Warten auf Reviews die sicherere Option.
Kosmetische Boni sind harmloser als spielrelevante Inhalte. Will man nur einen alternativen Skin und verpasst sonst nichts Wichtiges, ist das Risiko überschaubar. Wird eine ganze Fraktion oder Kampagne als Pre-Order-Bonus angeboten, sollte man skeptischer sein.
Frühzugang ist verlockend, aber oft buggy. Die ersten Tage eines Spiels sind oft die problematischsten. Wer früh spielt, riskiert Bugs, Server-Probleme und Performance-Issues. Wer ein paar Tage wartet, bekommt oft schon den ersten Patch.
Digitale Vorbestellungen kurz vor Release sind sicherer. Man kann bis wenige Tage vor Release warten, Reviews lesen, und dann immer noch vorbestellen, um die Boni zu bekommen. So umgeht man das Risiko, Monate im Voraus zu kaufen, ohne etwas zu wissen.
Rückerstattungsrechte kennen. Auf Steam kann man Spiele innerhalb von 14 Tagen mit unter 2 Stunden Spielzeit zurückgeben. Das ist ein Sicherheitsnetz für Pre-Orders. Auf Konsolen ist es komplizierter, aber möglich. Man sollte seine Rechte kennen.
Nicht dem FOMO erliegen. Die Angst, exklusive Items zu verpassen, ist oft übertrieben. Meist sind die Inhalte nicht so wichtig, wie das Marketing suggeriert. Ein verpasster Skin ist kein Drama.
Alternative: Abwarten und Reviews lesen
Die sicherste Option ist immer, abzuwarten. Ein paar Tage nach Release gibt es Reviews, User-Feedback und Tech-Analysen. Man weiß dann genau, was man bekommt. Der Preis ist derselbe, und die Pre-Order-Boni sind oft nicht so wertvoll, dass sie das Risiko wert sind.
Manche Pre-Order-Boni werden später kostenlos nachgereicht oder sind trivial. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein verpasster Pre-Order-Bonus das Spielerlebnis signifikant verschlechtert, ist gering. In den allermeisten Fällen merkt man nicht einmal, dass etwas fehlt.
Reviews von vertrauenswürdigen Quellen geben einen ehrlichen Eindruck. Sie zeigen technische Probleme, Gameplay-Schwächen und ob das Spiel seine Versprechen hält. Das ist unendlich wertvoller als jeder Pre-Order-Bonus.
Fazit: Eine komplexe Entscheidung
Pre-Order-Boni sind eine Marketing-Strategie, die sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Aus Publisher-Sicht machen sie Sinn – sie sichern Verkäufe und erzeugen Hype. Aus Spieler-Sicht ist es eine Risikoabwägung – man kauft blind, bekommt aber exklusive Inhalte.
Die Gaming-Community ist zurecht skeptisch geworden. Zu viele katastrophale Launches haben gezeigt, dass Vorbestellen riskant sein kann. Gleichzeitig gibt es legitime Gründe vorzubestellen, besonders bei vertrauenswürdigen Studios und limitierten physischen Editionen.
Die goldene Regel: Vorbestellen sollte eine bewusste Entscheidung sein, keine impulsive. Man sollte das Studio und die Serie kennen, Reviews von Vorgängern gelesen haben und realistisch einschätzen, ob das Spiel hält, was es verspricht. Blind vorzubestellen, nur weil das Marketing gut ist, ist fast immer ein Fehler.
Letztendlich stimmt man mit seinem Geld ab. Wer Pre-Order-Praktiken ablehnt, sollte nicht vorbestellen und so ein Zeichen setzen. Wer kein Problem damit hat, kann es tun. Die Entscheidung liegt beim Spieler – und Informiertheit ist der Schlüssel zu einer guten Entscheidung.
Häufige Fragen zu Pre-Order-Boni
Verliere ich Pre-Order-Boni, wenn ich das Spiel zurückgebe?
Ja, in der Regel verfallen Pre-Order-Boni bei einer Rückerstattung. Die Codes oder digitalen Inhalte werden deaktiviert. Bei physischen Items (Figuren, Artbooks) müssen diese oft zurückgeschickt werden.
Kann ich Pre-Order-Boni später kaufen?
Das hängt vom Spiel ab. Viele Publisher bieten Pre-Order-Inhalte später als kostenpflichtigen DLC an. Manche Boni bleiben aber permanent exklusiv. Deus Ex: Mankind Divided machte alle Pre-Order-Boni später kostenlos verfügbar. Batman: Arkham Knight’s Harley Quinn DLC wurde später verkauft und war auch im Season Pass enthalten. Die Chaos-Krieger in Total War: Warhammer wurden später als DLC angeboten. Am besten die FAQ des Publishers checken.
Sind Pre-Order-Boni im Multiplayer unfair?
Das hängt von der Art des Bonus ab. Kosmetische Items sind fair. Spielrelevante Items, die Vorteile bieten, sind problematisch und fallen unter Pay-to-Win. Die meisten kompetitiven Multiplayer-Spiele vermeiden spielrelevante Pre-Order-Boni aus genau diesem Grund.
Welche Händler sind vertrauenswürdig für Pre-Orders?
Große Händler wie Steam, PlayStation Store, Xbox Store, Amazon und GameStop sind sicher. Bei kleineren Key-Resellern ist Vorsicht geboten. Manche verkaufen illegitime Keys, die später deaktiviert werden können.
Kann ich eine Pre-Order stornieren?
Ja, solange das Spiel noch nicht released ist. Bei digitalen Pre-Orders auf Steam, PSN oder Xbox ist Stornierung problemlos möglich. Bei physischen Vorbestellungen im Einzelhandel gelten die Händler-AGBs.
Lohnen sich Collector’s Editionen?
Für Sammler und Hardcore-Fans ja. Die physischen Items haben Sammlerwert. Für Casual-Spieler ist der Aufpreis meist nicht gerechtfertigt. Die Figuren und Artbooks sind nett, aber nicht essentiell.
Was ist der Unterschied zwischen Pre-Order-Bonus und Day-One-Edition?
Day-One-Editionen bieten die Pre-Order-Boni auch für Käufer in der ersten Verkaufswoche. Man muss nicht vorbestellen, bekommt die Boni aber trotzdem, wenn man schnell kauft. Das ist eine kundenfreundlichere Variante.









