Die Gerüchte haben sich bestätigt: Games Workshop hat auf der Adepticon 2026 die elfte Edition von Warhammer 40.000 offiziell angekündigt. Die Startbox trägt den Namen „Warhammer 40,000: Armageddon“ und lässt Space Marines erneut gegen Orks antreten. Der Release ist für Sommer 2026 geplant, und die ersten Einblicke versprechen eine Mischung aus nostalgischem Charme und modernen Spielmechaniken.
Zurück nach Armageddon
Das Setting der neuen Edition ist kein Zufall. Armageddon gehört zu den ikonischsten Schlachtfeldern im Warhammer-Universum, und die Konstellation Space Marines gegen Orks erinnert bewusst an die zweite Edition von 1993. Das Artwork der Box greift diese Ästhetik auf, während die Miniaturen selbst auf dem neuesten Stand der Technik sind. Die Ereignisse der Startbox knüpfen an die kommende Erweiterung „Armageddon: The Return of Yarrick“ an und setzen die Geschichte um die Invasion von Warlord Ghazghkull Thraka fort.
Im Zentrum der Handlung steht die „Operation Imperator“, eine Koalition aus Space Marines verschiedener Orden, die dem bedrängten Planeten zu Hilfe eilt. Die Blood Angels spielen aufgrund ihrer langen Geschichte mit Armageddon eine zentrale Rolle, unterstützt von Salamanders, Ultramarines, Space Wolves und über einem Dutzend weiterer Orden. Auf Seiten der Orks führt Wazdakka Gutsmek seine Speedwaaagh als Vorhut von Ghazghkulls Hauptstreitmacht an.
Neue Miniaturen mit nostalgischem Flair
Games Workshop zeigte erste Einblicke in die enthaltenen Miniaturen. Die Space Marines erhalten einen neuen Intercessor-Trupp, der klassische Designelemente mit der modernen Primaris-Ästhetik verbindet. Verschiedene Helmtypen, Schulterpanzer und Beinschienen aus älteren Rüstungsmarken finden sich an den sonst einheitlichen Mk-X-Rüstungen. Diese Mischung spiegelt die Abnutzung durch jahrelange Kämpfe wider und bietet Hobbyisten reichlich Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung. Die Modelle sind kapitelunabhängig gestaltet und lassen sich für jeden beliebigen Space-Marine-Orden bemalen.
Die Ork Boyz erhalten eine fundamentale Überarbeitung. Die neuen Modelle tragen nicht mehr entweder Nahkampf- oder Fernkampfwaffen, sondern beides gleichzeitig. Jeder Boy schleppt nun Choppa, Slugga und Shoota mit sich ins Gefecht, was dem orkischen Prinzip „Mehr ist mehr“ voll entspricht. Die Designs wirken moderner und detaillierter als die bisherigen Bausätze, behalten aber den charakteristischen brutalen Charme der Grünhäute.
Regeländerungen: Evolution statt Revolution
Bei den Spielregeln setzt Games Workshop auf behutsame Anpassungen statt eines kompletten Neustarts. Die wichtigste Nachricht für bestehende Spieler: Alle aktuellen Codizes und Fraktionsregeln behalten ihre Gültigkeit, einschließlich der Kampagnensupplements wie dem kommenden „Armageddon: Return of Yarrick“. Die 11. Edition versteht sich als Weiterentwicklung der zehnten, nicht als radikaler Neuanfang.
Die größten Änderungen betreffen das Detachment-System. Künftig können Spieler mehrere Detachments kombinieren, um ihre Armeen individueller zu gestalten. Zum Launch stehen über 70 neue und überarbeitete Detachments zur Verfügung, die zusätzlich zu den bestehenden Codex-Optionen genutzt werden können. Die Missionsziele passen sich nun dem gewählten Armeetyp an: Defensive Armeen werden für das Halten von Positionen belohnt, während aggressive Streitkräfte Punkte für das Ausschalten feindlicher Einheiten erhalten.
Das Geländesystem erfährt ebenfalls Anpassungen. Die klassischen runden Objective-Marker verschwinden und werden durch Geländemarkierungen ersetzt, die zur Kontrolle von Schlüsselpositionen, Relikten oder Befestigungen dienen. Deckung beeinflusst künftig Trefferwürfe statt Rüstungswürfe, und Einheiten lassen sich generell leichter verstecken als bisher.
Die Nahkampfphase wurde überarbeitet, um flüssiger zu spielen. Änderungen bei der Zielauswahl für Sturmangriffe, eine neue Aktivierungsreihenfolge, schnelleres Würfeln beim Verteilen von Schaden sowie Anpassungen bei Konsolidierungs- und Pile-In-Bewegungen sollen für ein strafferes Spielerlebnis sorgen.
Was enthält die Box?
Der vollständige Inhalt der Startbox wurde noch nicht enthüllt, doch Games Workshop kündigte weitere Previews in den kommenden Wochen an, die in einer Live-Unboxing-Show gipfeln. Basierend auf früheren Editionen ist neben den beiden Armeen das neue Grundregelwerk zu erwarten, dazu Würfel, Maßstäbe und das übliche Zubehör für einen sofortigen Spielstart. Der Preis dürfte sich an der Vorgängerbox „Leviathan“ orientieren, die bei 250 US-Dollar beziehungsweise 150 Pfund lag. Unter Berücksichtigung der Inflation rechnen Branchenbeobachter mit einem Preis um die 310 US-Dollar oder 185 Pfund.
Zeitplan und Ausblick
Games Workshop folgt seit Jahren einem Drei-Jahres-Zyklus für neue Editionen. Nach der achten Edition im Juni 2017, der neunten im Juni 2020 und der zehnten im Juni 2023 deutet alles auf einen Sommer-Release 2026 hin. Die UK Games Expo Ende Mai könnte als Plattform für erste spielbare Demos dienen, bevor die Box wenige Wochen später in den Handel kommt.
Für Neueinsteiger bietet die 11. Edition einen idealen Einstiegspunkt ins Hobby. Die Startbox enthält zwei spielfertige Armeen zu einem vergünstigten Preis, und die überarbeiteten Regeln versprechen einen zugänglicheren Einstieg. Veteranen können ihre bestehenden Sammlungen weiter nutzen und profitieren von der erweiterten Flexibilität bei der Armeezusammenstellung. Warhammer 40.000 kehrt mit der Armageddon-Box zu seinen Wurzeln zurück und bleibt dabei fest in der Gegenwart verankert.

