Warhorse Studios

Herr der Ringe RPG: Warhorse Studios soll 100-Millionen-Dollar-Projekt entwickeln

Nach dem überwältigenden Erfolg von Kingdom Come: Deliverance 2 scheint Warhorse Studios bereits am nächsten großen Projekt zu arbeiten. Laut einem Insider-Bericht soll das tschechische Studio an einem Open-World-RPG zu Herr der Ringe arbeiten, finanziert mit einem Budget von rund 100 Millionen Dollar. Das Gerücht stammt von einem glaubwürdigen Branchenveteranen und wird von mehreren Indizien gestützt. Doch die Sache hat einen Haken: Parallel kursieren Berichte, dass auch Crystal Dynamics an einem Mittelerde-Projekt arbeitet. Entwickeln beide Studios eigene Spiele im Tolkien-Universum? Oder kooperieren sie an einem gemeinsamen Titel?

Die Quelle: Polnischer Witcher-Veteran packt aus

Das Gerücht wurde von Ryszard Chojnowski ins Rollen gebracht, einem 27 Jahre aktiven Branchenveteranen, der als Projektleiter bei The Witcher arbeitete. In der polnischen Podcast-Sendung Tolkien Polska sprach Chojnowski über Informationen, die er bereits vor Monaten aus der Industrie erhalten hatte. Zunächst habe er den Berichten nicht geglaubt, doch mittlerweile hätten sich die Hinweise aus mehreren unabhängigen Quellen verdichtet.

Laut Chojnowski arbeitet Warhorse Studios tatsächlich an einem großen Herr-der-Ringe-Spiel mit einem Budget von etwa 100 Millionen Dollar. Das Projekt wird teilweise vom Abu Dhabi Investment Office finanziert und soll ein Third-Person-Action-RPG in der Tradition von Hogwarts Legacy werden. Die Informationen decken sich mit einem Bericht von Insider Gaming aus dem September 2025, der bereits die Existenz eines solchen Projekts innerhalb der Embracer Group enthüllte.

Warum Warhorse perfekt passt

Warhorse Studios gehört zur Embracer Group, die wiederum die Rechte an Herr-der-Ringe-Videospielen über Middle-earth Enterprises hält. Diese Konstellation macht das Gerücht aus unternehmerischer Sicht plausibel. Embracer hatte 2022 für fast 400 Millionen Dollar die Rechte an Tolkiens Werk erworben und steht seither unter Druck, diese Investition durch erfolgreiche Spiele zu refinanzieren.

Nach den Flops von Gollum und der mittelmäßigen Resonanz auf Tales of the Shire braucht die Marke dringend einen Erfolg. Warhorse hat mit Kingdom Come: Deliverance 2 bewiesen, dass das Studio AAA-Rollenspiele auf Weltniveau produzieren kann. Das Spiel verkaufte sich über fünf Millionen Mal, erhielt eine Metascore von 89 und war sogar für den Game Award nominiert. Der Erfolg kam mit einem vergleichsweise bescheidenen Budget von rund 40 Millionen Dollar zustande.

Die Stärken von Warhorse liegen in der Erschaffung glaubwürdiger, immersiver Welten mit komplexen Systemen und detaillierter Umgebungsgestaltung. Die historische Genauigkeit von Kingdom Come könnte sich ideal auf Tolkiens akribisch ausgearbeitetes Mittelerde übertragen lassen. Ein realistisches, erwachsenes Herr-der-Ringe-Spiel ohne übertriebenen Fantasy-Kitsch, dafür mit dem Schmutz und Stahl einer mittelalterlichen Welt, wäre eine echte Innovation für die Marke.

Indizien verdichten sich

Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass Warhorse tatsächlich an etwas Neuem arbeitet, das nicht Kingdom Come: Deliverance 3 ist. Das Studio hat in den vergangenen Monaten Stellenanzeigen geschaltet, die Erfahrung mit Unreal Engine 5 voraussetzen. Das ist bemerkenswert, da die Kingdom-Come-Reihe traditionell auf der CryEngine basiert. Ein Wechsel zur Unreal Engine für ein völlig neues Projekt würde Sinn ergeben, besonders wenn das Studio schnell ein größeres Team für ein separates Entwicklungsteam aufbauen muss.

Ein weiteres Detail: Daniel Vavra, Gründer und Creative Director von Warhorse, wurde kürzlich mit Kleidung fotografiert, die das Khazad-Dum-Symbol zeigt, die historische Bezeichnung für Moria. Zufall oder subtiler Hinweis? Die Community interpretiert solche Zeichen mit Argusaugen.

Zudem hat Warhorse kürzlich zwei Game Directors als Nachfolger von Vavra vorgestellt. Diese Rolle wird normalerweise nicht mehrfach pro Projekt besetzt, schon gar nicht bei einem mittelgroßen Studio. Das deutet darauf hin, dass Warhorse parallel an zwei Projekten arbeitet. Eines davon könnte Kingdom Come: Deliverance 3 sein, das andere ein völlig neues Franchise.

Die Verwirrung mit Crystal Dynamics

Kompliziert wird die Sache durch einen Update-Bericht von Insider Gaming, der besagt, dass nicht Warhorse, sondern Crystal Dynamics das Hauptstudio hinter dem 100-Millionen-Dollar-Herr-der-Ringe-Projekt sei. Crystal Dynamics, bekannt für die neueren Tomb-Raider-Spiele, gehört ebenfalls zur Embracer Group und wäre technisch in der Lage, ein solches Projekt zu stemmen.

Das wirft mehrere Fragen auf: Arbeiten beide Studios an verschiedenen Herr-der-Ringe-Spielen? Kooperieren sie an einem gemeinsamen Projekt? Oder hat sich die Information im Laufe der Zeit verändert, und das Projekt wurde intern umverteilt? Embracer selbst äußert sich nicht zu Gerüchten, was die Spekulationen weiter anheizt.

Eine Möglichkeit wäre, dass Crystal Dynamics das Third-Person-Action-Adventure im Stil von Hogwarts Legacy entwickelt, während Warhorse an einem separaten, realistischeren Tolkien-RPG arbeitet. Bei einem Budget von 100 Millionen Dollar und den strategischen Prioritäten von Embracer wäre es durchaus denkbar, mehrere Projekte parallel zu verfolgen, um die teuer erworbene Lizenz maximal auszuschöpfen.

Budget und Erwartungen

Einhundert Millionen Dollar klingen nach viel Geld, sind aber für ein modernes AAA-Open-World-RPG beinahe das Minimum, wenn es mit Titeln wie Hogwarts Legacy konkurrieren soll. Hogwarts Legacy hatte Berichten zufolge ein ähnliches Budget und wurde zum meistverkauften Spiel des Jahres 2023. Das setzt die Messlatte hoch.

Für Warhorse wäre es mehr als eine Verdopplung des Budgets von Kingdom Come: Deliverance 2. Der Sprung von historischem Realismus zu High Fantasy mit all den zusätzlichen Assets, Magic-Systemen und fantastischen Kreaturen würde erhebliche neue Ressourcen erfordern. Gleichzeitig hätte das Studio die Chance, seine bewährten Stärken, etwa das komplexe NPC-Verhalten und die Weltgestaltung, auf eine noch größere Leinwand zu übertragen.

Was fehlt: Ein echtes Open-World-Mittelerde

Interessanterweise gab es bisher nie ein vollwertiges Open-World-Single-Player-Action-RPG im Herr-der-Ringe-Universum. Monoliths Shadow of Mordor und Shadow of War waren Action-Adventures mit Open-World-Elementen, aber keine klassischen RPGs. The Lord of the Rings Online ist ein MMORPG, kein Einzelspieler-Erlebnis. Ein bei Amazon Game Studios entwickeltes MMORPG wurde stillschweigend eingestellt.

Ein Spiel, das die Freiheit bietet, Mittelerde nach Belieben zu erkunden, eigene Charaktere zu entwickeln, Gilden beizutreten oder als einsamer Waldläufer durch die Wildnis zu streifen, fehlt der Reihe noch. Warhorse könnte genau diese Lücke füllen. Die Frage ist nur, ob das Studio bereit ist, die Komfortzone des historischen Realismus zu verlassen und sich auf Magie, Elben und Drachen einzulassen.

KI-Kontroverse als Schatten

Ein dunkler Schatten liegt allerdings über Warhorse: Das Studio geriet kürzlich in die Kritik, weil es einen menschlichen Übersetzer durch KI ersetzt haben soll. In einem Projekt, das so textlastig und lore-sensitiv wie ein Herr-der-Ringe-RPG wäre, sorgt diese Philosophie für Bedenken. Tolkiens Werk lebt von Sprache, von der Sorgfalt in der Übersetzung, von der Treue zum Original. Ein KI-gestützter Ansatz könnte hier schnell nach hinten losgehen.

Fans hoffen, dass Warhorse aus der Kritik lernt und bei einem so ikonischen Franchise keine Abstriche bei der Qualität der Lokalisierung macht. Gerade deutsche Tolkien-Fans sind anspruchsvoll, was Übersetzungen angeht, und würden jede sprachliche Schwäche gnadenlos aufdecken.

Zeitrahmen und Realismus

Selbst wenn das Gerücht stimmt, ist das Spiel noch Jahre von einer Veröffentlichung entfernt. Warhorse hat Kingdom Come: Deliverance 2 erst Anfang 2025 veröffentlicht und arbeitet noch an Post-Launch-Content. Ein völlig neues Projekt in einem neuen Universum würde frühestens 2028 oder 2029 erscheinen, realistischer noch später.

Das Studio selbst hat betont, dass die Entwicklungszeit für das nächste Projekt nicht wieder sieben Jahre dauern soll, wie es zwischen Kingdom Come 1 und 2 der Fall war. Mit einem größeren Budget und mehr Erfahrung könnte die Produktion schneller gehen, aber bei einem Spiel dieser Größenordnung bleiben mehrere Jahre Entwicklung unvermeidbar.

Einordnung: Glaubwürdig, aber unbestätigt

Das Gerücht um ein Warhorse-entwickeltes Herr-der-Ringe-RPG ist glaubwürdig, aber alles andere als bestätigt. Die Quelle ist seriös, die Indizien passen zusammen, und die Konstellation innerhalb der Embracer Group ergibt Sinn. Gleichzeitig gibt es widersprüchliche Berichte über Crystal Dynamics, und weder Warhorse noch Embracer haben sich offiziell geäußert.

Für Fans bleibt nur das Warten. Sollte Warhorse tatsächlich an einem Mittelerde-Projekt arbeiten, wäre das eine der spannendsten Ankündigungen der kommenden Jahre. Ein Studio, das mit Kingdom Come bewiesen hat, dass es immersive Welten erschaffen kann, trifft auf eines der reichhaltigsten Fantasy-Universen aller Zeiten. Das Potenzial ist enorm.

Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt es aber genau das: Potenzial. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Gerüchte Substanz haben oder nur Wunschdenken der Community sind. Eins ist sicher: Die Gaming-Welt schaut sehr genau hin.

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