Borderlands: Mister Torgue's Arena of Badassery

Borderlands: Mister Torgue’s Arena of Badassery im Test – Loot & Explosionen auf dem Tabletop

Die Borderlands-Videospielreihe fasziniert seit Jahren mit ihrem einzigartigen Mix aus schwarzem Humor, endlosem Loot und völlig überdrehten Charakteren. Monster Fight Club wagt nun den Versuch, diese explosive Welt auf den Tabletop zu übertragen. Die zentrale Frage: Kann das funktionieren, ohne in ein generisches Arena-Kampfspiel abzugleiten? Nach ausführlichen Testpartien mit verschiedenen Spielgruppen lässt sich sagen: Größtenteils ja – auch wenn nicht alles so explosiv gerät wie Mister Torgues bevorzugter Waffentyp.

Für diesen Test stand die Kickstarter True Badass Pledge Version zur Verfügung, inklusive dem Grundspiel, allen Stretch Goals, der Skags at the Gates Expansion und dem Ravenous Wattle Gobbler. Dies bietet deutlich mehr Inhalt als die spätere Retail-Version – ein wichtiger Punkt, den es bei der Bewertung zu berücksichtigen gilt.

Das [Re]Action System: Würfelbasierte Taktik

Kernmechanik mit Tiefgang

Das Herzstück von Arena of Badassery bildet das [Re]Action System, eine durchdachte Würfelmechanik, die simpel erscheint, aber erhebliche taktische Tiefe bietet. Drei farbkodierte Würfel bestimmen, welche Aktionen den Vault Hunters zur Verfügung stehen. Die Würfelergebnisse lassen sich für verschiedene Aktionen einsetzen:

  • Bewegung über das modulare Hex-Spielbrett
  • Angriffe mit einer Vielzahl von Waffen (viele davon explosiv)
  • Spezialfähigkeiten der jeweiligen Vault Hunter
  • Interaktionen mit der Umgebung

Die Mechanik verlangt echte Planung. Simples Draufhauen funktioniert nicht – taktisches Geschick und Koordination mit Mitspielern sind essentiell. Jeder Wurf eröffnet Entscheidungen: Nutzt man die Würfel für Bewegung, um bessere Positionen einzunehmen? Oder investiert man direkt in Angriffe? Diese permanenten taktischen Abwägungen halten das Spiel interessant und verhindern, dass es in repetitive Muster verfällt.

Waffen und Ausrüstung: Loot-Vielfalt

True to Borderlands-Tradition bietet das Spiel eine beeindruckende Waffenvielfalt. Von Pistolen über Schrotflinten bis zu exotischen Spezialwaffen – jede Waffe fühlt sich anders an und beeinflusst die taktischen Optionen. Explosive Waffen spielen eine zentrale Rolle und spiegeln die Obsession von Mister Torgue perfekt wider. Nach fast jedem besiegten Gegner gibt es Loot, genau wie im Videospiel. Diese konstante Belohnung motiviert ungemein und fängt das Videospiel-Gefühl exzellent ein.

Kampagnen-Modus: Verzweigte Narrative

Mehr als Arena-Gemetzel

Anders als viele Arena-Kampfspiele bietet Borderlands einen durchdachten Kampagnen-Modus mit verzweigter Handlung. Spielerentscheidungen haben tatsächliche Konsequenzen. Gewonnene Szenarien führen zu anderen Entwicklungen als Niederlagen. Dies sorgt für echten Wiederspielwert und macht jede Kampagne einzigartig.

Die vom Hersteller beworbenen 186 verschiedenen Enden sind zwar Marketing-Übertreibung, aber ausreichend Variationen existieren definitiv, um mehrere Durchläufe zu rechtfertigen. Die Verzweigungen sind substantiell genug, dass sich verschiedene Kampagnen-Durchläufe tatsächlich unterschiedlich anfühlen.

Charakterentwicklung wie im Videospiel

Zwischen den Kämpfen entwickeln Spieler ihre Vault Hunter weiter: Aufleveln, Skill Trees ausbauen, bei Verkaufsautomaten neue Ausrüstung kaufen. Dieses Progressionssystem fühlt sich authentisch nach Borderlands an und motiviert erheblich. Die Skill Trees bieten genug Tiefe, um verschiedene Builds zu ermöglichen, ohne überkomplex zu werden.

Jeder Vault Hunter spielt sich fundamental unterschiedlich. Die asymmetrischen Fähigkeiten sind gut ausbalanciert und bieten verschiedene Spielstile – vom tanky Nahkämpfer bis zum präzisen Fernkampf-Spezialisten. Diese Vielfalt erhöht den Wiederspielwert zusätzlich.

Komponenten: Umfangreich, aber mit Schwächen

Material-Fülle der Kickstarter-Version

Monster Fight Club hat bei der True Badass Pledge Version nicht gespart:

Grundspiel:

  • 45+ Miniaturen (6 Vault Hunter, 39+ Gegner) – reichlich Material
  • 80+ doppelseitige Hex-Tiles für abwechslungsreiche Arenen
  • 400+ Karten für Waffen, Fähigkeiten und Events
  • Skill Tree Tableaus für jeden Vault Hunter
  • Loot-Beutel für das taktile Loot-Erlebnis (nettes Detail)

Kickstarter-Exklusiva:

  • Alle Stretch Goals der Kampagne (zusätzliche Inhalte und Verbesserungen)
  • Skags at the Gates Expansion (neue Kampagnen, Gegner und Szenarien)
  • Ravenous Wattle Gobbler (spezieller Boss-Gegner)

Die Menge an Material ist beeindruckend und geht deutlich über die Retail-Version hinaus. Besonders die Hex-Tiles ermöglichen durch ihre doppelseitige Gestaltung enorme Arenenvielfalt. Die Stretch Goals fügen zusätzliche Waffen, Events und spielerische Variationen hinzu, die den Wiederspielwert erheblich steigern.

Miniaturqualität: Die Enttäuschung

Die Miniaturqualität stellt jedoch eine substanzielle Schwäche dar. Es handelt sich um weiches Plastik mit wenig Details. Gesichtszüge verschwimmen oft, und für Miniaturenbemal-Enthusiasten sind dies definitiv keine Sammlerstücke.

Für den reinen Spielzweck reichen die Figuren aus – man erkennt, welche Figur was darstellt. Allerdings hätte man hier bei einem Spiel dieser Preisklasse mehr Sorgfalt erwarten dürfen. Die Kompromisse rechtfertigt der Spielpreis nur teilweise – hier wurde offensichtlich gespart, um die Komponentenmenge zu maximieren.

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Kickstarter-Erweiterungen: Mehr Pandora-Chaos

Skags at the Gates Expansion

Die im True Badass Pledge enthaltene Skags at the Gates Expansion erweitert das Grundspiel substantiell. Neue Kampagnen-Szenarien, zusätzliche Gegnertypen (insbesondere die namensgebenden Skags in verschiedenen Varianten) und weitere Loot-Karten sorgen für erheblich mehr Variabilität. Die Erweiterung integriert sich nahtlos ins Grundspiel und fühlt sich nicht wie aufgesetzter Content an.

Die neuen Szenarien erhöhen die Wiederspielbarkeit erheblich und bieten auch für erfahrene Spieler frische Herausforderungen. Besonders die Skag-Horden erzeugen interessante taktische Situationen, die sich von den Standard-Psycho-Kämpfen unterscheiden.

Ravenous Wattle Gobbler: Der Thanksgiving-Boss

Der Ravenous Wattle Gobbler ist ein spezieller Boss-Gegner, der eine willkommene Abwechslung zu den Standard-Encounters bietet. Dieser absurde, überdimensionierte Truthahn (Borderlands-Fans kennen ihn aus dem Videospiel) bringt eigene Mechaniken mit und stellt eine echte Herausforderung dar.

Die Einbindung solcher spezieller Boss-Gegner zeigt, dass Monster Fight Club die Borderlands-Lore ernst nimmt und nicht nur generische Gegner produziert. Der Wattle Gobbler ist sowohl mechanisch interessant als auch thematisch perfekt absurd – genau so, wie Borderlands sein sollte.

Stretch Goals: Zusätzliche Vielfalt

Die freigeschalteten Stretch Goals der Kickstarter-Kampagne fügen weitere Waffen, Ausrüstungsgegenstände, Events und kleine Regelerweiterungen hinzu. Jedes einzelne Stretch Goal mag klein erscheinen, aber in Summe erhöhen sie die Variabilität des Loot-Pools erheblich. Dies ist besonders wichtig für die Langzeitmotivation – mehr unterschiedliche Waffen bedeuten mehr Gründe für weitere Durchläufe.

Kickstarter vs. Retail: Lohnt sich der Unterschied?

Was die Kickstarter-Version bietet:

  • Skags at the Gates Expansion (sonst separat zu kaufen)
  • Ravenous Wattle Gobbler Boss
  • Alle Stretch Goals (exklusive Inhalte)
  • Erheblich größerer Loot-Pool
  • Mehr Kampagnen-Variabilität

Retail-Version:

  • Nur Grundspiel
  • Erweiterungen müssen separat erworben werden
  • Keine Stretch Goals
  • Kleinerer Umfang

Für Kickstarter-Backer war das True Badass Pledge ein ausgezeichnetes Paket. Die Retail-Version bietet das Kern-Erlebnis, aber deutlich weniger Inhalt. Wer heute das Spiel kaufen möchte, muss Erweiterungen separat erwerben – was den Gesamtpreis in die Höhe treibt.

Borderlands-Atmosphäre: Treffer und Fehlschüsse

Was perfekt funktioniert

Das Spiel trifft den typischen Borderlands-Ton exzellent. Absurde Wortspiele, übertriebene Waffennamen und Mister Torgues charakteristische Explosions-Obsession durchziehen das gesamte Spiel. Die Karten sind voller Humor, und Videospiel-Kenner werden ständig schmunzeln. „EXPLOSIONS!!!“ prangt gefühlt auf jeder zweiten Karte.

Das Loot-System fängt das Videospiel-Gefühl perfekt ein. Nach nahezu jedem besiegten Gegner gibt es Belohnungen – Waffen, Geld, Gesundheit. Diese konstante positive Verstärkung motiviert enorm und ist eines der größten Assets des Spiels.

Verbesserungspotenzial beim visuellen Design

Das visuelle Design der Spielbretter wirkt leider manchmal etwas steril. Während die Mechaniken stimmen, fehlt den Arenen oft die charakteristische Borderlands-Ästhetik mit ihrem Comic-Shading-Look. Kaputte Fahrzeuge, Explosionsspuren oder chaotischere Umgebungsdetails hätten der Atmosphäre gutgetan.

Die Karten hingegen treffen den Borderlands-Look deutlich besser. Hier stimmt die Grafik und vermittelt das richtige Gefühl.

Spielerlebnis: Gruppenstärke, Solo-Schwäche

Kooperatives Glanzstück (2-4 Spieler)

Arena of Badassery glänzt als kooperatives Gruppenerlebnis. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Vault Hunter-Klassen macht richtig Spaß. Kombinierte Angriffe und koordinierte Positionierung werden mechanisch belohnt, und gemeinsam gegen Horden von Gegnern zu kämpfen ist befriedigend.

Die Gruppendynamik funktioniert hervorragend. Verschiedene Charakterklassen ergänzen sich, und die Abstimmung darüber, wer welche Würfel wie nutzt, erzeugt interessante Diskussionen ohne in Analysis Paralysis zu verfallen. Die Spieldauer von 60-90 Minuten ist angenehm – lang genug für ein substanzielles Erlebnis, kurz genug um nicht zu erschöpfen.

Solo-Modus: Die Achillesferse

Der Solo-Modus jedoch enttäuscht erheblich. Die Kontrolle über vier Vault Hunter gleichzeitig ist verwirrend und mindert das Spielerlebnis massiv. Die Verwaltung mehrerer Charaktere mit ihren jeweiligen Fähigkeiten, Ausrüstungen und Würfeln überfordert und verlangsamt das Spiel drastisch.

Für primär solo-spielende Brettspieler existieren deutlich bessere Optionen. Arena of Badassery ist eindeutig für Gruppen konzipiert und funktioniert solo nur bedingt.

Vergleich mit anderen Videospiel-Adaptionen

Positionierung im Genre

Im direkten Vergleich zu anderen Videospiel-Brettspielen wie Doom: The Board Game oder XCOM: The Board Game positioniert sich Arena of Badassery im soliden Mittelfeld. Es übertrifft diese beim Humor und der Loot-Progression, kann aber bei der taktischen Tiefe nicht ganz mithalten.

Was Borderlands besonders macht: Der konstante Loot-Faktor. Fast jeder eliminierte Gegner bringt irgendetwas. Dieses Belohnungs-Feedback ist deutlich stärker als bei vergleichbaren Titeln und motiviert ungemein. Hier zeigt sich, dass Monster Fight Club verstanden hat, was Borderlands im Kern ausmacht.

Alleinstellungsmerkmale

Die verzweigte Kampagnen-Narrative ist deutlich besser implementiert als bei vielen Konkurrenten. Während andere Spiele oft lineare Kampagnen bieten, erzeugt Arena of Badassery durch die Verzweigungen echte Wiederspielbarkeit. Jeder Durchlauf fühlt sich anders an, nicht nur wegen verschiedener Charaktere, sondern wegen unterschiedlicher Story-Entwicklungen.

Zielgruppe: Für wen lohnt sich der Kauf?

Ideal für:

  • Borderlands-Fans, die den Humor und die Atmosphäre lieben
  • Gelegenheitsspieler, die kooperative Erfahrungen schätzen
  • Spielgruppen mit 2-4 festen Spielern
  • Fans von Loot-basierten Progressionssystemen
  • Spieler, die verzweigte Narratives schätzen

Weniger geeignet für:

  • Solo-Spieler auf der Suche nach Einzelspieler-Erlebnissen
  • Taktik-Puristen, die komplexe Strategiespiele bevorzugen
  • Miniatur-Enthusiasten mit hohen Qualitätsansprüchen
  • Spieler ohne Affinität zum Borderlands-Universum
  • Gruppen, die kompakte Spieldauern unter 60 Minuten bevorzugen

Preis-Leistungs-Verhältnis: Kickstarter vs. Retail

Kickstarter True Badass Pledge

Die getestete Kickstarter-Version mit Grundspiel, allen Stretch Goals und der Erweiterung Skags at the Gates (dazu hatte ich noch den Ravenous Wattle Gobbler) bot für Backer ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Menge an Inhalt rechtfertigte den Pledge-Preis vollständig. Mit allen Erweiterungen und exklusiven Inhalten erhält man ein monumentales Paket, das für Dutzende Spielstunden Unterhaltung bietet.

Besonders für Borderlands-Fans, die regelmäßig in Gruppen spielen, war das True Badass Pledge eine lohnende Investition. Die Stretch Goals allein fügen so viel Variabilität hinzu, dass sich jeder Kampagnen-Durchlauf frisch anfühlt.

Retail-Version und Nachkauf

Die Retail-Version des Grundspiels kostet 80-100 Euro und bietet das Kern-Erlebnis. Allerdings müssen Erweiterungen wie Skags at the Gates separat erworben werden, was den Gesamtpreis schnell in die Höhe treibt. Die Kickstarter-exklusiven Stretch Goals sind auf dem Zweitmarkt schwer oder gar nicht erhältlich.

Für heutige Käufer stellt sich die Frage: Reicht das Grundspiel? Ja, für das erste Kennenlernen definitiv. Wer aber langfristig Freude haben möchte, sollte in die Skags at the Gates Expansion investieren – die zusätzliche Variabilität lohnt sich.

Langzeitmotivation

Die Langzeitmotivation hängt stark von der Gruppendynamik ab. Mit der richtigen Spielgruppe und den Kickstarter-Erweiterungen bietet Arena of Badassery Dutzende Stunden Unterhaltung. Die verzweigten Kampagnen motivieren zu mehreren Durchläufen, und die verschiedenen Vault Hunter wollen alle ausprobiert werden.

Ohne feste Spielgruppe jedoch verliert das Spiel schnell seinen Reiz. Die kooperative Natur ist fundamental für das Erlebnis – sporadische Spielrunden mit wechselnden Mitspielern funktionieren weniger gut, da Kampagnen-Kontinuität verloren geht.

Regeln und Zugänglichkeit

Lernkurve

Die Regeln sind umfangreicher als zunächst angenommen. Gelegenheitsspieler benötigen eine gründliche Einführung, und die erste Partie verläuft erfahrungsgemäß stockend. Nach zwei bis drei Partien jedoch sitzt der Ablauf, und das Spiel entwickelt einen flüssigen Rhythmus.

Das Regelbuch ist solide strukturiert, könnte aber bei bestimmten Edge Cases präziser sein. Einige Situationen erfordern Online-FAQ-Konsultationen.

Spielfluss

Nach Überwindung der initialen Lernkurve entwickelt sich ein befriedigender Spielfluss. Die Rundenstruktur ist klar, und Downtime zwischen Spielerzügen hält sich in Grenzen. Die kooperative Natur ermutigt zu ständiger Beteiligung, auch wenn man nicht am Zug ist.

Stärken und Schwächen im Überblick

Stärken:

✅ Authentische Borderlands-Atmosphäre und Humor
✅ Cleveres [Re]Action-Würfelsystem mit taktischer Tiefe
✅ Verzweigte Kampagnen-Narrative mit echten Konsequenzen
✅ Motivierende Charakterentwicklung und Loot-System
✅ Starke kooperative Spielerfahrung für Gruppen
✅ Umfangreiche Komponentenmenge (besonders Kickstarter-Version)
✅ Hoher Wiederspielwert durch Verzweigungen und Erweiterungen
✅ Asymmetrische Vault Hunter mit unterschiedlichen Spielstilen
✅ Kickstarter-Version: Exzellentes Gesamtpaket mit allen Erweiterungen
✅ Skags at the Gates und Wattle Gobbler fügen substantiellen Content hinzu

Schwächen:

❌ Enttäuschende Miniaturqualität (weiches Plastik, wenig Details)
❌ Solo-Spielmodus wenig empfehlenswert
❌ Teils steriles Brettdesign
❌ Regelkomplexität für Gelegenheitsspieler abschreckend
❌ Hoher Preis (80-100 Euro Grundspiel, Erweiterungen extra)
❌ Langzeitmotivation stark gruppenabhängig
❌ Spieldauer manchmal länger als angegeben
❌ Kickstarter True Badass Pledge nicht mehr erhältlich (Retail mit weniger Inhalt)

Fazit: Explosive Unterhaltung mit Kompromissen

Borderlands: Mister Torgue’s Arena of Badassery überrascht positiv. Das [Re]Action System funktioniert besser als erwartet, der Humor sitzt perfekt und das Loot-System motiviert ungemein. Die verzweigten Kampagnen bieten echten Wiederspielwert, und das kooperative Spielerlebnis in Gruppen überzeugt.

Die Schwächen bei der Miniaturqualität und dem Solo-Modus sind allerdings substanziell. Wer primär alleine spielt oder hohe Ansprüche an Miniaturen hat, sollte Abstand nehmen. Für Borderlands-Fans mit einer festen Spielgruppe jedoch bietet Arena of Badassery 60-90 Minuten pure Pandora-Unterhaltung.

Zur getesteten Kickstarter-Version: Die True Badass Pledge mit Grundspiel, allen Stretch Goals, Skags at the Gates und Ravenous Wattle Gobbler bot ein exzellentes Gesamtpaket. Die zusätzlichen Inhalte erhöhen Wiederspielwert und Variabilität erheblich. Retail-Käufer erhalten ein solides Grundspiel, sollten aber für Langzeitmotivation in Erweiterungen investieren.

Das Spiel trifft den Kern dessen, was Borderlands ausmacht: Chaos, Humor, Loot und Explosionen. Monster Fight Club hat verstanden, dass es nicht darum geht, die Videospiele 1:1 zu adaptieren, sondern das Gefühl zu transportieren. Das gelingt größtenteils.

Empfehlung: Ein solides Brettspiel für alle, die Borderlands lieben und gerne kooperativ spielen. Die Kickstarter-Version ist ein umfangreiches Paket für Fans, die Retail-Version ein guter Einstieg mit der Option zur späteren Erweiterung. Wer das Chaos der Videospiele schätzt und über kleinere Produktionsschwächen hinwegsehen kann, bekommt hier ein unterhaltsames Tabletop-Erlebnis. Solo-Spieler sollten jedoch andere Optionen in Betracht ziehen.

Und hey – EXPLOSIONEN!!!


Bewertung & Allgemeine Informationen

Bewertung: 7,0/10

Allgemeine Informationen:

Titel: Borderlands: Mister Torgue’s Arena of Badassery
Verlag: Monster Fight Club
Spieleranzahl: 1-4 Spieler (optimal: 2-4)
Spieldauer: 60-90 Minuten
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Genre: Kooperatives Arena-Kampfspiel mit Loot-Progression
Preis: Kickstarter True Badass Pledge (nicht mehr erhältlich), Retail ca. 80-100 Euro (nur Grundspiel)
Videospiel-Vorlage: Borderlands-Reihe von Gearbox Software

Hinweis: Dieser Test basiert auf der Kickstarter True Badass Pledge Version mit erweiterten Inhalten. Die Retail-Version kann abweichen.


Technische Details

Spielmaterial (Kickstarter True Badass Pledge):

  • 45+ Miniaturen (6 Vault Hunter, 39+ Gegner)
  • 80+ doppelseitige Hex-Tiles
  • 400+ Karten (Waffen, Fähigkeiten, Events)
  • Skill Tree Tableaus für jeden Vault Hunter
  • Loot-Beutel
  • Farbkodierte Würfel
  • Diverse Marker und Token
  • Alle Kickstarter Stretch Goals
  • Skags at the Gates Expansion (zusätzliche Kampagnen, Gegner, Karten)
  • Ravenous Wattle Gobbler (spezieller Boss-Gegner)

Hinweis: Retail-Version enthält nur das Grundspiel ohne Stretch Goals und ohne Erweiterungen.

Spielmodi:

  • Kooperativ (1-4 Spieler)
  • Kampagnen-Modus mit verzweigter Handlung
  • Einzelszenarien

Spielbare Vault Hunter:

  • 6 verschiedene Charaktere mit asymmetrischen Fähigkeiten
  • Individuelle Skill Trees
  • Unterschiedliche Spielstile (Nahkampf, Fernkampf, Support)

Mechaniken:

  • [Re]Action Würfelsystem (farbkodierte Aktionswürfel)
  • Loot-Sammlung nach Kämpfen
  • Charakterprogression und Skill Trees
  • Modularer Hex-basierter Spielplan
  • Verzweigte Kampagnen-Narrative
  • Kooperatives Teamplay

Gegnertypen:

  • Psychos
  • Skags
  • Verschiedene Pandora-Bewohner
  • Boss-Gegner

Getestete Kickstarter-Inhalte:

  • Mr. Torgue’s Arena of Badassery (Grundspiel)
  • Alle Kickstarter Stretch Goals
  • Skags at the Gates Expansion
  • Ravenous Wattle Gobbler Boss

Weitere Erweiterungen:

  • Modulare Struktur für zukünftige Erweiterungen
  • Retail-Version: Erweiterungen müssen separat erworben werden

Verfügbarkeit:

  • Kickstarter True Badass Pledge: Nicht mehr erhältlich
  • Retail-Version: Im Fachhandel und online erhältlich
  • Erweiterungen: Separat im Handel verfügbar

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