call of duty cold war

Call of Duty: Black Ops Cold War im Test – Spionage-Thriller im geteilten Berlin

Nach dem Erfolg von Modern Warfare im vergangenen Jahr war die Erwartungshaltung an Call of Duty: Black Ops Cold War entsprechend hoch. Treyarch und Raven Software hatten die nicht ganz einfache Aufgabe, nach Infinity Wards gelungenem Reboot wieder zu überzeugen. Mit Black Ops Cold War kehrt die Serie nun in die 1980er Jahre zurück und entführt uns mitten hinein in die Spannungen des Kalten Krieges. Pünktlich zum 13. November 2020 haben wir uns durch Kampagne, Multiplayer und den beliebten Zombies-Modus gekämpft. Kann Cold War an die Erfolge der Black Ops-Reihe anknüpfen?

Story: Perseus und die nukleare Bedrohung

Die Handlung von Black Ops Cold War ist im Jahr 1981 angesiedelt, auf dem Höhepunkt der Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Wir schlüpfen in die Rolle von „Bell“, einem CIA-Agenten mit mysteriöser Vergangenheit, der zusammen mit dem erfahrenen Veteranen Russell Adler eine sowjetische Verschwörung aufdecken muss. Im Mittelpunkt steht Perseus, ein legendärer sowjetischer Spion, der angeblich nukleares Material gestohlen hat und damit die Weltordnung bedroht.

Was die etwa 6-8 Stunden andauernde Kampagne besonders auszeichnet, ist die geschickte Verflechtung realer historischer Ereignisse mit der fiktiven Handlung. Die Entwickler haben sich die Mühe gemacht, echte Persönlichkeiten wie Ronald Reagan oder Michail Gorbatschow glaubwürdig in ihre Story zu integrieren. Man spürt förmlich die paranoide Atmosphäre dieser Zeit – niemand weiß, wem er trauen kann, und die Welt steht permanent am Rande eines nuklearen Konflikts.

Berlin, Vietnam und Amsterdam

Besonders hervorzuheben ist die Mission „Brick in the Wall“, die uns durch das geteilte Berlin der 1980er Jahre führt. Hier wird die beklemmende Atmosphäre der geteilten Stadt spürbar eingefangen, während wir Undercover-Aufträge erfüllen müssen. Andere Missionen führen uns von den verschneiten Landschaften der Ukraine über die Dschungel Vietnams bis in die neonbeleuchteten Straßen von Amsterdam. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Kampagne nie langweilig wird.

Neben den klassischen Shooter-Passagen gibt es auch Abschnitte, in denen wir echte Geheimdienstarbeit leisten müssen. Codes entschlüsseln, Zeugen verhören und Hinweise sammeln – diese Elemente lockern das Gameplay angenehm auf. Die Geschichte nimmt mehrere überraschende Wendungen und führt zu einem Ende, das je nach Spielerentscheidungen unterschiedlich ausfallen kann.

Grafik: Authentische 80er-Jahre-Atmosphäre

Optisch bewegt sich Cold War auf einem hohen, wenn auch nicht bahnbrechenden Niveau. Die überarbeitete Engine zeigt ihre Stärken besonders bei Lichteffekten und Partikeldarstellungen. Explosionen wirken wuchtig und realistisch, während die verschiedenen Schauplätze mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind.

Das große Plus von Cold War liegt in der authentischen Darstellung der 1980er Jahre. Die Entwickler haben enormen Aufwand betrieben, um das Lebensgefühl dieser Dekade einzufangen. Von der typischen Architektur über die charakteristischen Fahrzeuge bis hin zur Mode der Zeit – alles wirkt stimmig und glaubwürdig. Die Neonfarben und der typische 80er-Jahre-Look sorgen für eine unverwechselbare Atmosphäre.

Technisch läuft das Spiel auf den aktuellen Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X/S mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und unterstützt Ray-Tracing-Effekte. Besonders Spiegelungen und die Beleuchtung profitieren davon erheblich. Auf den älteren Konsolen macht Cold War ebenfalls eine ordentliche Figur, auch wenn hier und da kleinere Abstriche bei Auflösung und Effekten gemacht werden müssen.

Sound: Synthesizer-Klänge und Reagan-Reden

Audiovisuell ist Cold War ein echtes Fest für die Ohren. Der Soundtrack greift geschickt die musikalischen Strömungen der 1980er Jahre auf, ohne dabei ins Klischeehafte abzudriften. Während actionreicher Sequenzen untermalen orchestrale Klänge das Geschehen, in ruhigeren Momenten sorgen die charakteristischen Synthesizer-Sounds der Dekade für die richtige Stimmung.

Besonders gelungen sind die historischen Einspielungen zwischen den Missionen. Original-Radiomitschnitte, Nachrichtensendungen und sogar authentische Reagan-Reden wurden geschickt eingebaut und sorgen für zusätzliche Glaubwürdigkeit. Man fühlt sich wirklich in die Zeit zurückversetzt.

Die deutsche Synchronisation bewegt sich auf gutem Niveau, auch wenn die englische Originalfassung aufgrund der internationalen Besetzung authentischer wirkt. Die Waffengeräusche sind kraftvoll und differenziert – jede Waffe besitzt ihren eigenen, unverwechselbaren Klang.

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Kampagne: Geheimdienstarbeit statt nur Ballern

Das Gameplay der Einzelspieler-Kampagne folgt den bewährten Call of Duty-Konventionen, bringt aber durchaus einige interessante Neuerungen mit sich. Die Steuerung ist gewohnt präzise und responsiv, das Waffenhandling fühlt sich vertraut an. Neu ist jedoch die Möglichkeit, unseren Charakter zu einem gewissen Grad anzupassen und verschiedene Ausrüstungsoptionen zu wählen.

Besonders reizvoll sind die optionalen Nebenmissionen, die durch das Sammeln von Beweisen und das Lösen von Rätseln freigeschaltet werden. Diese Missionen bieten oft mehr taktische Freiheiten und belohnen kreative Lösungsansätze. Man kann beispielsweise wählen, ob man einen Stützpunkt frontal angreift oder sich heimlich durchschleicht.

Multiplayer: Acht Maps und Combined Arms

Der Multiplayer-Bereich ist traditionell das Herzstück für viele Call of Duty-Fans. Cold War startet mit acht Maps, was im Vergleich zu früheren Teilen der Serie eher mager ist, aber durch regelmäßige kostenlose Updates erweitert werden soll. Die verfügbaren Karten sind durchweg gelungen und bieten verschiedene Spielstile – von engen, taktischen Gefechten bis hin zu weitläufigen Schlachtfeldern.

Die bekannten Modi wie Team Deathmatch, Domination und Search & Destroy sind natürlich wieder dabei. Neu hinzugekommen ist „VIP Escort“, ein Modus der taktisches Teamplay belohnt und für spannende Matches sorgt. Ebenfalls neu sind die „Combined Arms“-Modi mit bis zu 40 Spielern, die größere Schlachten ermöglichen.

Das Waffenbalancing fühlt sich ausgewogener an als zum Launch von Modern Warfare 2019. Das überarbeitete Scorestreak-System ist ebenfalls ein Pluspunkt: Statt nur für Eliminierungen gibt es jetzt auch Punkte für Teamplay-Aktionen wie das Erobern von Zielen oder das Wiederbeleben von Teammitgliedern.

Zombies: Die Maschine und Dark Aether

Der ikonische Zombies-Modus kehrt mit der Map „Die Maschine“ zurück. Die grundlegende Spielmechanik bleibt unverändert: Überleben gegen immer stärkere Zombie-Wellen, Waffen upgraden und dabei die Geheimnisse der Map entdecken. Die Atmosphäre in der verlassenen Anlage in Polen ist dicht und bedrohlich.

Eine willkommene Neuerung ist das permanente Fortschrittssystem. Man verliert nicht mehr alle Upgrades beim Scheitern einer Runde, sondern kann verschiedene Fähigkeiten dauerhaft freischalten. Das macht den Modus zugänglicher für Gelegenheitsspieler, ohne die Hardcore-Fans zu vergraulen.

Die Zombies-Story fügt sich nahtlos in die Kampagnen-Handlung ein und erweitert die Mythologie um die mysteriöse „Dark Aether“-Dimension.

Warzone-Integration

Cold War ist eng mit dem kostenlosen Battle Royale-Modus Warzone verzahnt. Waffen und Fortschritte lassen sich zwischen beiden Spielen teilen, was für Langzeitmotivation sorgt. Der Battle Pass bringt regelmäßig frische Inhalte ins Spiel, wobei alles auch ohne zusätzliche Käufe freigeschaltet werden kann – wenn man bereit ist, Zeit zu investieren.

Technik: 130 GB Speicherbedarf

Auf aktueller Hardware läuft Cold War größtenteils flüssig. Die Ladezeiten sind dank SSD-Unterstützung erfreulich kurz, besonders auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Allerdings gab es zum Launch einige Stabilitätsprobleme, insbesondere auf dem PC. Gelegentliche Abstürze beim Wechsel zwischen den Spielmodi trübten das Erlebnis.

Mit über 130 GB Speicherbedarf (alle Modi installiert) ist Cold War ein echter Festplatten-Fresser. Immerhin lassen sich einzelne Modi separat deinstallieren, um Platz zu sparen.

Fazit

Call of Duty: Black Ops Cold War ist ein solider, wenn auch nicht revolutionärer Eintrag in die traditionsreiche Shooter-Serie. Die Rückkehr ins Setting der 1980er Jahre ist thematisch gelungen und bietet eine willkommene Abwechslung zu den modernen Kriegsschauplätzen der letzten Jahre. Die authentische Darstellung der Zeit und die geschickte Verknüpfung historischer Ereignisse mit der fiktiven Handlung schaffen eine dichte, glaubwürdige Atmosphäre.

Die Kampagne überzeugt durch Abwechslung und interessante Charaktere, ist mit 6-8 Stunden allerdings etwas kurz geraten. Der Multiplayer bietet das gewohnt hohe Call of Duty-Niveau mit einigen gelungenen Neuerungen, leidet aber unter der geringen Anzahl von Maps zum Launch. Der Zombies-Modus wird Fans begeistern und ist durch das neue Fortschrittssystem auch für Einsteiger zugänglicher geworden.

Cold War macht vieles richtig, ohne dabei große Risiken einzugehen. Es ist ein Call of Duty, wie man es erwartet – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die nostalgische 80er-Jahre-Atmosphäre und die spannende Kampagne machen es zu einem empfehlenswerten Kauf für Fans der Serie.


Bewertung: 8/10

Stärken:

  • Authentische 80er-Jahre-Atmosphäre
  • Geschickte Verknüpfung realer Geschichte mit Fiktion
  • Ronald Reagan und andere historische Persönlichkeiten integriert
  • Mission „Brick in the Wall“ im geteilten Berlin herausragend
  • Abwechslungsreiche Schauplätze (Ukraine, Vietnam, Amsterdam)
  • Geheimdienstarbeit: Codes knacken, Zeugen verhören
  • Optionale Nebenmissionen mit taktischer Freiheit
  • Multiple Enden je nach Spielerentscheidungen
  • Ray-Tracing auf Next-Gen-Konsolen
  • Bis zu 120 FPS auf PS5 und Xbox Series X/S
  • Synthesizer-Soundtrack der 80er Jahre
  • Authentische Reagan-Reden als Einspielungen
  • Neuer Modus „VIP Escort“
  • Combined Arms mit bis zu 40 Spielern
  • Überarbeitetes Scorestreak-System belohnt Teamplay
  • Zombies-Map „Die Maschine“ atmosphärisch
  • Permanentes Fortschrittssystem in Zombies
  • Warzone-Integration für Langzeitmotivation
  • Einzelne Modi separat deinstallierbar

Schwächen:

  • Kampagne mit 6-8 Stunden etwas kurz
  • Nur acht Multiplayer-Maps zum Launch
  • 130 GB Speicherbedarf
  • Stabilitätsprobleme zum Launch (besonders PC)
  • Gelegentliche Abstürze beim Moduswechsel
  • Verzögert nachladende Texturen
  • Gesichtsanimationen manchmal steif
  • Deutsche Synchro nicht so authentisch wie Original
  • Keine großen Innovationen
  • Übernatürliche Zombies-Elemente passen nicht ganz zum Rest

Technische Daten:

  • Entwickler: Treyarch, Raven Software
  • Publisher: Activision
  • Genre: Ego-Shooter
  • Plattformen: PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X/S, Xbox One, PC
  • Release: 13. November 2020
  • Setting: 1981, Kalter Krieg
  • Kampagnen-Spielzeit: 6-8 Stunden
  • Spielmodi: Singleplayer, Multiplayer, Zombies
  • Multiplayer-Maps: 8 (zum Launch)
  • Zombies-Map: Die Maschine
  • Combined Arms: bis zu 40 Spieler
  • Speicherbedarf: ca. 130 GB
  • Altersfreigabe: USK 18

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