Als Dishonored 2012 erschien, war es eine Offenbarung für Stealth-Fans. Nun bringt Bethesda das Meisterwerk von Arkane Studios als Definitive Edition auf die PlayStation 4 und Xbox One – rechtzeitig, um Spieler auf das kommende Dishonored 2 einzustimmen. Mit verbesserter Grafik, allen DLCs und einem der beeindruckendsten Voice Casts der Gaming-Geschichte ist das Komplettpaket geschnürt. Aber lohnt sich der Wiedereinstieg nach Dunwall?
Das Komplettpaket: Alles inklusive
Die Definitive Edition enthält nicht nur das preisgekrönte Hauptspiel, sondern auch sämtliche jemals veröffentlichten DLCs:
Dunwall City Trials: Zehn Herausforderungen, die eure Fähigkeiten mit Waffen und Kräften auf die Probe stellen. Von Zeitrennen über Puzzle-Levels bis hin zu Score-Jagden ist alles dabei.
The Knife of Dunwall: Die erste Story-Erweiterung lässt euch in die Rolle von Daud schlüpfen – dem Assassinen, der die Kaiserin ermordet hat. Auf der Suche nach Erlösung erlebt ihr Dunwall aus einer völlig neuen Perspektive.
The Brigmore Witches: Die Fortsetzung von Dauds Geschichte führt euch gegen die titelgebenden Hexen und bietet einen packenden Abschluss seiner Redemption-Arc.
Void Walker’s Arsenal: Bonus-Knochenamulette und Ausrüstungspakete, die ursprünglich als Vorbesteller-Boni erhältlich waren.
Hollywood trifft Gaming: Der Star-Cast
Was Dishonored besonders auszeichnet, ist sein außergewöhnlicher Voice Cast. Bethesda hat keine Kosten gescheut und einige der größten Namen Hollywoods verpflichtet:
Susan Sarandon (Oscar-Gewinnerin für „Dead Man Walking“, bekannt aus „Thelma & Louise“) spricht Granny Rags – eine mysteriöse, wahnsinnige alte Frau, die in den Straßen Dunwalls haust. Sarandon verleiht der Figur eine unheimliche, fast hypnotische Qualität.
Carrie Fisher – ja, Prinzessin Leia höchstpersönlich! – ist als Propagandasprecherin des Regimes zu hören. Ihre Stimme hallt durch die Lautsprecher Dunwalls und erinnert ständig an die Unterdrückung.
Brad Dourif (Grima Wormtongue aus „Der Herr der Ringe“, Chucky aus der gleichnamigen Horrorreihe, Oscar-nominiert für „Einer flog über das Kuckucksnest“) spricht den Erfinder Piero – den genialen, aber sozial unbeholfenen Schöpfer von Corvos ikonischer Maske.
Lena Headey (Cersei Lannister aus „Game of Thrones“) verleiht Callista Curnow ihre Stimme – Emilys Gouvernante und wichtige Verbündete.
John Slattery (Roger Sterling aus „Mad Men“) spricht Admiral Havelock, den Anführer der Loyalisten.
Michael Madsen (Mr. Blonde aus „Reservoir Dogs“, Budd aus „Kill Bill“) gibt dem Assassinen Daud seine raue, von Reue geprägte Stimme – besonders in den DLCs kommt seine Performance voll zur Geltung.
Chloë Grace Moretz (Hit-Girl aus „Kick-Ass“, „Let Me In“) spricht die junge Lady Emily – die entführte Tochter der Kaiserin, für die Corvo alles riskiert.
Billy Lush („Generation Kill“, „The Black Donnellys“) haucht dem Outsider Leben ein – jener mysteriösen Entität, die Corvo seine übernatürlichen Kräfte verleiht.
Diese Riege an Talenten sorgt dafür, dass sich Dishonored wie ein interaktiver Film anfühlt. Jeder Dialog, jede Zwischensequenz profitiert von der Erfahrung und dem Können dieser Schauspieler.

Technische Verbesserungen
Die Definitive Edition läuft auf PS4 und Xbox One nativ in 1080p-Auflösung – ein deutlicher Sprung gegenüber den 720p der Last-Gen-Versionen. Die Texturen wurden überarbeitet und erscheinen schärfer, die Licht- und Schatteneffekte profitieren von der zusätzlichen Hardware-Power.
Allerdings muss man ehrlich sein: Arkane hat sich für eine stabile Framerate von 30 FPS entschieden, statt auf 60 FPS zu gehen. Das ist etwas enttäuschend, da das Original bereits 2012 auf PC problemlos höhere Framerates erreichte. Die Performance ist dafür rockstabil, und Screen-Tearing, das die Last-Gen-Versionen plagte, wurde deutlich reduziert.
Das Spiel selbst: Zeitlos gut
Wer Dishonored noch nicht kennt: Ihr spielt Corvo Attano, den entehrten Leibwächter der Kaiserin. Nach ihrer Ermordung werdet ihr fälschlich beschuldigt und müsst euren Namen reinwaschen – mit Schwert, Pistole und übernatürlichen Kräften, die euch der mysteriöse Outsider verleiht.
Das Geniale an Dishonored ist die Freiheit: Jede Mission kann auf dutzende Arten gelöst werden. Schleicht ihr durch die Schatten? Teleportiert ihr von Dach zu Dach? Metzelt ihr euch durch Wachen? Oder schafft ihr es, das gesamte Spiel ohne einen einzigen Mord zu absolvieren? Eure Entscheidungen beeinflussen die Welt – mehr Gewalt bedeutet mehr Ratten, mehr Seuche, ein dunkleres Dunwall.
Dauds Geschichte: Die unterschätzten DLCs
Besonders hervorzuheben sind „The Knife of Dunwall“ und „The Brigmore Witches“. Als Daud erlebt ihr Dishonored aus der Perspektive des Antagonisten – und entdeckt, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Dauds eigene Fähigkeiten, darunter eine modifizierte Blink-Teleportation die Zeit pausiert, und die Möglichkeit, seine Assassinen-Gehilfen zu rufen, sorgen für frisches Gameplay.
Michael Madsens raue, von Reue durchsetzte Darbietung macht Daud zu einer der faszinierendsten Figuren der Serie. Diese DLCs sind keine Lückenfüller – sie sind essentiell für das Verständnis der Dishonored-Welt.
Fazit
Die Dishonored Definitive Edition ist das ultimative Paket für alle, die Arkanes Meisterwerk erleben wollen. Die technischen Verbesserungen sind solide, wenn auch nicht revolutionär. Der wahre Wert liegt im Komplettpaket: Das Hauptspiel plus alle DLCs bieten 30-40 Stunden erstklassigen Stealth-Content.
Der Hollywood-Voice-Cast ist nach wie vor einer der beeindruckendsten in der Gaming-Geschichte. Susan Sarandon, Carrie Fisher, Brad Dourif, Lena Headey – diese Namen findet man selten auf einem Spielecover, und ihre Performances heben Dishonored auf ein anderes Level.
Für Neueinsteiger ist die Definitive Edition ein absolutes Muss – günstiger und vollständiger kann man Dunwall nicht betreten. Für Veteranen der Last-Gen-Versionen lohnt sich der Wiedereinstieg vor allem wegen der DLCs und der verbesserten Optik. Als Vorbereitung auf Dishonored 2 gibt es keine bessere Möglichkeit.
Willkommen zurück in Dunwall.
Bewertung: 9/10
Stärken:
- Alle DLCs inklusive
- The Knife of Dunwall und The Brigmore Witches exzellent
- Hollywood-Star-Cast einzigartig
- Susan Sarandon als Granny Rags unvergesslich
- Carrie Fisher, Brad Dourif, Lena Headey großartig
- Michael Madsen als Daud perfekt besetzt
- Chloë Grace Moretz als Emily überzeugend
- Native 1080p-Auflösung
- Verbesserte Texturen
- Stabilere Performance als Last-Gen
- Dunwall City Trials für Highscore-Jäger
- Void Walker’s Arsenal als Bonus
- 30-40 Stunden Content
- Zeitloses Gameplay-Design
- Multiple Lösungswege
- Gewaltfrei spielbar
- Drei verschiedene Enden
- Perfekte Vorbereitung auf Dishonored 2
Schwächen:
- Nur 30 FPS statt 60 FPS
- Kein dramatischer Grafik-Sprung
- Screen-Tearing nicht vollständig eliminiert
- FXAA verwischt Details
- Ladezeiten weiterhin vorhanden
- Für PS3/360-Veteranen wenig Neues
- Preis könnte für Upgrade zu hoch sein
Technische Daten:
- Entwickler: Arkane Studios
- Publisher: Bethesda Softworks
- Genre: Stealth-Action / Immersive Sim
- Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC
- Release: 25. August 2015
- Auflösung: 1080p nativ
- Framerate: 30 FPS (stabil)
- Enthaltene DLCs: Dunwall City Trials, The Knife of Dunwall, The Brigmore Witches, Void Walker’s Arsenal
- Spielzeit: 30-40 Stunden (komplett)
- Voice Cast: Susan Sarandon, Carrie Fisher, Brad Dourif, Lena Headey, John Slattery, Michael Madsen, Chloë Grace Moretz, Billy Lush
- Altersfreigabe: USK 18


