Epic Games

Epic Games entlässt über 1000 Mitarbeiter: Tim Sweeney nennt Marktlage „extrem“

Epic Games streicht mehr als 1000 Stellen. In einer Mitteilung an die Belegschaft erklärte Firmenchef Tim Sweeney, das Unternehmen gebe derzeit deutlich mehr aus als es einnehme. Die Entlassungen betreffen rund 20 Prozent aller Beschäftigten. Nach dem Stellenabbau verbleiben knapp über 4000 Mitarbeiter bei dem Unternehmen hinter Fortnite und der Unreal Engine. Mit den Kündigungen und weiteren Einsparungen bei Marketing und externen Verträgen will Epic mehr als 500 Millionen US-Dollar einsparen.

Fortnite wird weniger gespielt

Als Hauptgrund für die Maßnahmen nennt Sweeney einen Rückgang der Spieleraktivität bei Fortnite. Das Battle-Royale-Spiel ist nach wie vor eines der erfolgreichsten Spiele weltweit, generiert aber weniger Umsatz als zuvor. Laut Sweeney habe Epic es nicht geschafft, „konstante Fortnite-Magie“ zu liefern.

Marktforschungsdaten bestätigen den Trend. Nach Angaben des Analysten Mat Piscatella von Circana ist die monatliche Spielzeit von Fortnite auf der PlayStation innerhalb eines Jahres von 21 auf 16 Stunden gesunken. Bei Xbox-Spielern fiel sie von 19 auf 15 Stunden. Weniger Spielzeit bedeutet weniger Gelegenheiten, Ingame-Käufe zu tätigen.

Zweite Entlassungswelle in drei Jahren

Für Epic ist es bereits die zweite große Kündigungsrunde in kurzer Zeit. Im September 2023 hatte das Unternehmen 830 Mitarbeiter entlassen, damals 16 Prozent der Belegschaft. Auch diese Freistellungen begründete Sweeney mit zu hohen Ausgaben bei zu geringen Einnahmen. Dass nun erneut ein Fünftel der Belegschaft gehen muss, zeigt, wie angespannt die Lage beim Fortnite-Entwickler offenbar ist.

Erst vor zwei Wochen hatte Epic Games die Preise für V-Bucks, die Ingame-Währung in Fortnite, erhöht. Als Begründung nannte das Unternehmen stark gestiegene Betriebskosten.

Sweeney: Extremste Marktbedingungen seit den 90ern

In seiner Mitteilung an die Mitarbeiter zeichnet Sweeney ein düsteres Bild der gesamten Branche. Die aktuellen Marktbedingungen seien „die extremsten“, die Epic seit den frühen Tagen erlebt habe, als das Studio mit dem Umstieg von 2D- auf 3D-Spiele kämpfte. Als Beispiel nennt er die Entwicklung des ersten Unreal im Jahr 1998.

Die Videospielbranche insgesamt stehe unter Druck, so Sweeney weiter. Das Wachstum sei langsamer, die Ausgabebereitschaft der Spieler geringer, und die aktuelle Konsolengeneration verkaufe sich schlechter als die vorherige. Zudem konkurrierten Spiele zunehmend mit anderen Unterhaltungsformen um die Zeit der Nutzer. Mit künstlicher Intelligenz hätten die Entlassungen jedoch nichts zu tun, betonte der Epic-Chef.

Abfindungen und Weiterzahlung der Krankenversicherung

Die gekündigten Mitarbeiter erhalten Abfindungen. Wer gehen muss, bekommt sein Grundgehalt mindestens vier Monate weiter ausgezahlt, bei längerer Betriebszugehörigkeit entsprechend länger. In den USA übernimmt Epic Games zudem für sechs Monate weiterhin die Beiträge zur Krankenversicherung. Bei einer Vollversammlung am Donnerstag will Sweeney Details zu den Zukunftsplänen des Unternehmens besprechen.

Die Nachricht reiht sich ein in eine Serie von Entlassungen in der Spielebranche. Seit 2023 haben zahlreiche große Publisher und Entwickler Stellen abgebaut, darunter Microsoft, Sony, Electronic Arts und Ubisoft. Die Gründe ähneln sich: Zu hohe Kosten während der Pandemie-Boomjahre treffen nun auf einen normalisierten Markt mit sinkenden Wachstumsraten.

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