EU schafft 150-Euro-Zollfreigrenze ab Temu und AliExpress werden teurer

EU schafft 150-Euro-Zollfreigrenze ab – günstige Gaming-Peripherie aus Fernost wird teurer

Wer regelmäßig günstige Gaming-Zubehör – Controller, Headsets, Kabel, Kühlpads oder Mäuse – bei Plattformen wie TemuAliExpress oder Shein bestellt, muss sich ab Sommer auf höhere Kosten einstellen. Der EU-Rat hat am 11. Februar 2026 endgültig die Abschaffung der bisherigen Zollfreigrenze für Kleinsendungen unter 150 Euro beschlossen. Ab dem 1. Juli 2026 wird auf jedes Paket aus einem Nicht-EU-Land eine Pauschalgebühr von 3 Euro fällig – pro Warenkategorie.

Was sich konkret ändert

Bisher konnten Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Diese Regelung, ursprünglich zur Entlastung der Zollbehörden gedacht, entwickelte sich angesichts milliardenschwerer Paketströme aus Fernost zu einem massiven Wettbewerbsvorteil für asiatische Online-Marktplätze. Laut EU-Kommission trafen 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU ein – 91 Prozent davon aus China.

Ab Juli 2026 gilt: Drei Euro Pauschalzoll pro Sendung und Warenkategorie. Wer also einen Controller und ein Headset gemeinsam bestellt, zahlt den Betrag potenziell doppelt. Die Abgabe kann mehrfach anfallen, wenn ein Paket unterschiedliche Kategorien enthält. Zusätzlich erwägt die EU-Kommission eine weitere Pauschalabgabe von bis zu zwei Euro pro Bestellung. Die neue Regelung ist als Übergangslösung bis 2028 konzipiert. Dann tritt eine vollständige Zollreform in Kraft: Eine zentrale EU-Zolldatenplattform ersetzt die Pauschalen durch reguläre Zollsätze – ab dem ersten Euro Warenwert, unabhängig vom Bestellvolumen.

Warum die EU handelt

Hintergrund der Reform ist nicht nur der Wettbewerbsnachteil für europäische Händler. Die EU-Kommission schätzt, dass bei rund 65 Prozent der betroffenen Pakete bewusst ein zu niedriger Warenwert angegeben wird, um die Freigrenze zu umgehen. Hinzu kommen Produktsicherheitsbedenken: Kontrollen hätten gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Kleinsendungen aus China nicht den EU-Sicherheitsstandards entspricht – darunter auch Elektronik und Spielzeug.

Allein Shein und Temu verschicken laut Handelsverband Deutschland täglich rund 400.000 Pakete an deutsche Kunden. Der gemeinsame Umsatz der beiden Plattformen in Deutschland lag 2024 zwischen 2,7 und 3,3 Milliarden Euro – Tendenz steigend.

Was das für Gamer bedeutet

Für die Gaming-Community ist die Änderung spürbar: Günstige No-Name-Controller, Budget-Headsets, mechanische Tastaturen, Mauspads, Ladekabel oder Konsolenständer aus Fernost zählen zu den beliebtesten Bestellkategorien auf Temu und AliExpress. Wer bisher für 8 Euro ein Gaming-Headset orderte, zahlt künftig mindestens 11 Euro – ohne dass das Produkt selbst teurer wird. Bei Kleinstpreisen relativiert sich der Aufpreis kaum; bei Bestellungen nahe der 150-Euro-Grenze bleibt er zumindest überschaubar.

Ob die Plattformen die Mehrkosten an Käufer weitergeben oder selbst absorbieren, ist noch offen. Theoretisch könnten Hersteller oder Importeure die Abgabe übernehmen. Klar ist aber: Die Ära des quasi zollfreien Shoppings aus Fernost läuft aus.

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