Fourteen Years of Flames

Fourteen Years of Flames: Chinesischer Shooter über den vergessenen Kriegsschauplatz

Es gibt Dutzende Shooter über D-Day, Stalingrad und den Pazifikkrieg. Doch über einen der tödlichsten Konflikte des Zweiten Weltkriegs wurde bislang kaum ein Spiel gemacht: den Japanisch-Chinesischen Krieg von 1931 bis 1945, der zwischen 20 und 25 Millionen Menschenleben forderte. Das chinesische Studio Fenghuo will das ändern – mit Fourteen Years of Flames.

Der vergessene Kriegsschauplatz

Am 4. Dezember 2025 tauchte Fourteen Years of Flames überraschend auf Steam auf. Der Reveal-Trailer zeigt einen bodenständigen, story-getriebenen FPS, der den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg aus chinesischer Perspektive erzählt – ein Schauplatz, der in Videospielen praktisch nicht existiert.

Abseits von Grand-Strategy-Titeln wie Hearts of Iron IV gibt es quasi keine Spiele über diesen Konflikt. Westliche Entwickler konzentrieren sich traditionell auf die Schauplätze, an denen amerikanische und britische Truppen kämpften. Die chinesische Perspektive bleibt unsichtbar, obwohl der Konflikt einer der blutigsten des gesamten Krieges war.

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Sieben Charaktere, 16 historische Schlachten

In Fourteen Years of Flames schlüpfen Spieler in die Rollen von sieben verschiedenen Charakteren und durchleben 16 Missionen, die auf realen historischen Ereignissen basieren. Jede Mission versetzt Spieler in eine andere Phase des vierzehn Jahre andauernden Konflikts – von den ersten Kämpfen 1931 in der Mandschurei bis zu den letzten Gefechten 1945.

Die Reise beginnt in den rauen Landschaften Nordostchinas, wo Japan 1931 mit der Invasion der Mandschurei den Grundstein für den späteren Vollkrieg legte. Von dort führt der Weg durch verschiedene Kriegsschauplätze bis nach Nanjing, der alten Hauptstadt, die 1937 Schauplatz eines der dunkelsten Kapitel des Krieges wurde.

Zu den spielbaren historischen Ereignissen gehören bekannte Schlachten wie Huangtuling, Liulaozhuang und die Verteidigung von Huangyadong – Namen, die in China jedem Schulkind bekannt sind, im Westen aber praktisch niemand kennt. Genau diese Lücke will Fenghuo Studio schließen.

Fenghuo Studio verspricht eine 1:1-Nachbildung historischer Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung. Das Entwicklerteam beschreibt das Projekt als Versuch, „die Wahrheit hinter dem Nebel der Geschichte zu enthüllen“ und die Landschaften Chinas während der vierzehn Jahre des Widerstandskriegs zum Leben zu erwecken.

Ein Krieg, der 400 Millionen Menschen betraf

Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg war eine humanitäre Katastrophe gewaltigen Ausmaßes. Über 400 Millionen Menschen waren direkt vom Konflikt betroffen – das entsprach damals etwa einem Viertel der Weltbevölkerung. Die Kämpfe tobten über ein riesiges Gebiet: von den Wäldern und Bergen Nordostchinas über die dicht besiedelten Küstenregionen bis zu den südlichen Tropengebieten Hainans.

Fourteen Years of Flames verspricht, diese geografische und zeitliche Spannweite einzufangen. Jede Mission soll unterschiedliches Terrain und eine eigene Atmosphäre bieten – von eisigen Wintern in der Mandschurei bis zu tropischen Dschungelkämpfen im Süden.

Call of Duty auf Chinesisch?

Der Trailer orientiert sich klar an der bewährten Call-of-Duty-Formel: lineare, geskriptete Missionen mit cinematischen Inszenierungen. Das ist weder überraschend noch schlecht – dieses Konzept funktioniert seit Jahren, und für viele westliche Spieler dürfte gerade die Vertrautheit des Gameplay-Stils den Zugang zu einem unbekannten historischen Kontext erleichtern.

Das chinesische Entwicklerteam ist klein und bittet ausdrücklich um Feedback der Community. In einem Statement auf Steam heißt es: „Wir werden alle Meinungen und Vorschläge mit einer verantwortungsvollen Haltung gegenüber uns selbst, der Geschichte und unseren Vorfahren aufnehmen.“

Kontroverse vorprogrammiert

Die Ankündigung hat bereits jetzt polarisiert. Während einige Spieler das Projekt als „anti-japanische Propaganda“ kritisieren, begrüßen andere endlich eine frische Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg, die nicht aus Hollywood stammt.

Die Entwickler stehen vor einer heiklen Aufgabe: Sie müssen ein spannendes Videospiel erschaffen, ohne die Geschichte zu verharmlosen oder zu instrumentalisieren. Der Japanisch-Chinesische Krieg ist in Ostasien ein äußerst sensibles Thema – auch 80 Jahre nach Kriegsende.

80. Jahrestag des Kriegsendes

Das Timing ist kein Zufall. 2025 jährt sich der Sieg Chinas im Widerstandskrieg gegen Japan zum 80. Mal. Die Entwickler schreiben auf der Steam-Seite: „Wir wünschen uns, dass die Welt in Frieden und Ruhe lebt, dass die Menschen in Wohlstand leben und dass die Zukunft immer Hoffnung birgt.“

Ob Fourteen Years of Flames diesem Anspruch gerecht werden kann, wird sich erst beim Release zeigen. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest – die Steam-Seite listet das Spiel lediglich als „Coming Soon“.

FAQ

Wann erscheint Fourteen Years of Flames?

Ein Release-Datum wurde noch nicht genannt. Die Steam-Seite zeigt „Coming Soon“ an. Der Reveal-Trailer wurde am 4. Dezember 2025 veröffentlicht.

Auf welchen Plattformen erscheint das Spiel?

Bislang ist nur eine PC-Version über Steam bestätigt. Konsolen-Versionen wurden nicht angekündigt.

Was ist der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg?

Der Konflikt begann 1931 mit Japans Invasion der Mandschurei und eskalierte 1937 zum Vollkrieg. Er kostete 20-25 Millionen chinesische Zivil- und Militäropfer und gilt als Teil des Zweiten Weltkriegs.

Wird es eine deutsche Lokalisierung geben?

Derzeit ist unklar, welche Sprachversionen das Spiel unterstützen wird. Die Steam-Community fordert bereits englische, russische und ukrainische Untertitel.

Wer entwickelt Fourteen Years of Flames?

Das chinesische Indie-Studio Fenghuo Studio (烽火工作室) entwickelt und veröffentlicht das Spiel. Es handelt sich um ein kleines Team ohne AAA-Budget.

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