Gesundheitsinformationen im Internet: So erkennen Sie seriöse Quellen

Gesundheitsinformationen im Internet: So erkennen Sie seriöse Quellen

58 Prozent der Menschen können nicht einschätzen, ob Gesundheitsquellen im Netz vertrauenswürdig sind. Die Suche nach medizinischen Informationen im Internet gehört für viele zum Alltag – doch zwischen Fachwissen und Fehlinformationen zu unterscheiden, fällt vielen schwer. Eine Expertin erklärt, worauf es ankommt.

Gesundheitsthemen zählen zu den meistgesuchten Inhalten im Netz. Von Ratgeberportalen über Foren bis hin zu Social-Media-Beiträgen kursieren unzählige Informationen zu Symptomen, Diagnosen und Behandlungsmethoden. Das Problem: Die Qualität der Quellen ist extrem unterschiedlich.

„Viele Menschen haben Schwierigkeiten, in dieser Menge an Suchergebnissen Fachwissen von Meinungen oder Werbung zu unterscheiden“, erklärt Alina Gedde, Digitalexpertin bei ERGO. Laut DKV-Report können 58 Prozent der Menschen nicht beurteilen, ob Gesundheitsinformationen im Internet vertrauenswürdig sind.

Das Problem: Fehlende Transparenz und Influencer-Marketing

Besonders problematisch ist die mangelnde Transparenz vieler Websites und Social-Media-Accounts. „Häufig bleibt unklar, welche Qualifikationen die Informationsanbieter haben oder wie sie die Inhalte finanzieren“, so Gedde.

Verschärft wird die Situation durch Influencer-Marketing: Viele junge Menschen orientieren sich bei Gesundheitsfragen an Online-Vorbildern – sogenannten Med-, Fit- und Foodfluencern. Hinter deren Empfehlungen stecken jedoch nicht selten kommerzielle Interessen, die nicht immer transparent gemacht werden.

Checkliste: Woran erkenne ich seriöse Gesundheitsinformationen?

Hochwertige Gesundheitsinformationen lassen sich an mehreren Merkmalen erkennen:

Qualifikation und Transparenz: Seriöse Quellen stammen von medizinischen Fachleuten, die ihre Ausbildung offenlegen. Im Impressum sollte erkennbar sein, wer die Seite betreibt und wie die Finanzierung geregelt ist.

Werbefreiheit: Informationen, die offensiv für bestimmte Produkte oder Verfahren werben, verdienen besondere Vorsicht. Verlässliche Webseiten sind kosten- und barrierefrei zugänglich.

Klare Zielsetzung: Seriöse Anbieter benennen offen, an wen sich ihre Inhalte richten und mit welcher Absicht sie erstellt wurden. Sie weisen deutlich darauf hin, dass ihre Informationen keinen Arztbesuch ersetzen können.

Quellenangaben: „Ernsthafte Autorinnen und Autoren belegen ihre Inhalte mit nachvollziehbaren Quellen und wissenschaftlichen Studien. Fehlen diese oder bleiben die Quellen unklar, ist Misstrauen angebracht“, erklärt Alina Gedde.

Aktualität: Ein klares Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum ist wichtig, da medizinisches Wissen sich stetig weiterentwickelt. Veraltete Informationen können fehlerhaft und risikobehaftet sein.

Realistische Aussagen: Vorsicht ist geboten bei Angeboten, die fast wundersame Heilungen oder schnelle Erfolge versprechen – insbesondere bei direkten Produktverlinkungen.

Gesundheitsinfluencer kritisch hinterfragen

Im Bereich sozialer Medien wächst die Zahl von Influencern, die über Gesundheit, Fitness und Ernährung sprechen. „Während die einen wertvolle und fachlich fundierte Inhalte liefern, fehlt anderen die notwendige Qualifikation“, erklärt Gedde.

Folgende Punkte helfen bei der Einschätzung:

  • Fachliche Qualifikation: Gibt es Hinweise auf medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ausbildungen oder Berufserfahrungen?
  • Transparenz: Legen Influencer Quellen offen und machen finanzielle Interessen kenntlich?
  • Community-Feedback: Eine kritische Auseinandersetzung in den Kommentaren zeigt oft, wie glaubwürdig die Informationen sind.

Im Zweifel: Mehrere Quellen vergleichen

Die ERGO-Expertin rät, Gesundheitsinformationen bewusst zu prüfen, kritisch nachzufragen und Fakten zu checken. Der Vergleich verschiedener Quellen unterstützt die Einordnung von Informationen. „Bei Unsicherheiten empfiehlt sich das persönliche Gespräch mit medizinischem Fachpersonal“, so Gedde.

Weitere Ratgeber zu digitalen Themen finden sich auf der ERGO Ratgeber-Seite.

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