Vier Jahre nach der Veröffentlichung des Originals kehrt Metro 2033 zurück – und zwar in einer Form, die das 2010er-Spiel hätte sein sollen, wäre die damalige Hardware leistungsfähig genug gewesen. Metro 2033 Redux ist mehr als ein simples Remaster: 4A Games hat die komplette Engine von Metro: Last Light (2013) übernommen, die Grafik massiv aufgewertet und zahlreiche Gameplay-Verbesserungen integriert. Das Ergebnis ist das definitive Metro-Erlebnis auf PlayStation 4, Xbox One und PC.
Wer das Original verpasst hat, erhält hier eine zweite Chance, eines der atmosphärischsten Endzeit-Szenarien der Gaming-Geschichte zu erleben. Wer 2010 bereits durch die Moskauer Metro gewandert ist, darf sich auf eine technisch und spielerisch deutlich verbesserte Version freuen, die zeigt, was damals aufgrund technischer Limitierungen unmöglich war.
Nach rund 20 Stunden in den dunklen Tunneln der Metro steht fest: Redux ist nicht nur ein Remaster – es ist die Version, die Metro 2033 immer hätte sein sollen. Eine beklemmende, intensive Reise durch eine sterbende Welt, die technisch brillant und spielerisch packend umgesetzt wurde.
Story: Überleben in der Metro
Metro 2033 basiert auf dem gleichnamigen Roman des russischen Autors Dmitry Glukhovsky von 2005. Das Buch war in Russland ein Bestseller und legte den Grundstein für eine erfolgreiche Science-Fiction-Reihe. 4A Games – gegründet von ehemaligen Entwicklern der S.T.A.L.K.E.R.-Serie – adaptierte den Stoff 2010 erstmals als Videospiel.
Das Szenario
Das Jahr ist 2033. Vor zwanzig Jahren verwüstete ein nuklearer Krieg die Erde. Die Oberfläche ist verstrahlt, unbewohnbar, tödlich. Die Überlebenden Moskaus flüchteten in die Moskauer Metro – ein riesiges U-Bahn-System mit hunderten Kilometern Tunnel und dutzenden Stationen. Hier, tief unter der verseuchten Oberfläche, versuchen etwa 40.000 Menschen das Überleben einer Spezies zu sichern, die eigentlich zum Untergang verdammt ist.
Die Metro ist keine Rettung – sie ist ein Gefängnis. Die einzelnen Stationen haben sich zu Mini-Staaten entwickelt, regiert von rivalisierenden Fraktionen:
- Die Rote Linie: Kommunistische Hardliner, militärisch organisiert
- Das Vierte Reich: Faschistische Nationalisten, brutal und rassistisch
- Die Hanse: Kapitalistische Händlerkoalition, neutral aber gierig
- Die Polis: Demokratische Allianz, intellektuell aber machtlos
Zwischen diesen Fraktionen herrschen ständige Spannungen, Kleinkriege, Machtkämpfe. Ressourcen sind knapp – Munition dient als Währung, gefiltertes Wasser ist Luxus, funktionierende Gasmasken sind lebensnotwendig.
Und dann gibt es noch die Dunklen (Dark Ones) – mysteriöse mutierte Wesen, die Menschen telepathisch angreifen und Wahnsinn verbreiten. Niemand weiß, was sie sind, woher sie kommen oder was sie wollen. Aber sie bedrohen das Überleben der Menschheit in der Metro.
Artyom: Der stille Held
Wir spielen Artyom (russisch: Артём), einen 24-jährigen Bewohner der Station Exhibition. Geboren kurz vor dem Krieg, kennt Artyom nichts außer der Metro. Die Oberfläche ist für ihn eine fremde, tödliche Welt.
Als die Dunklen beginnen, Exhibition anzugreifen, wird Artyom vom legendären Ranger Khan auserwählt: Er soll nach Polis – dem Zentrum der Metro – reisen und Hilfe holen. Seine Mission: Die Dunklen stoppen, bevor sie die gesamte Menschheit auslöschen.
Die Reise führt Artyom durch die komplette Metro: Von kommunistischen Militärbasen über faschistische Kontrollpunkte bis zu verlassenen, von Mutanten verseuchten Tunneln. Jede Station erzählt ihre eigene Geschichte – von Überlebenskampf, Verzweiflung, Wahnsinn.
Charakterisierung: Artyom ist ein Silent Protagonist – er spricht nicht (außer in Tagebuch-Einträgen zwischen Kapiteln). Das funktioniert brillant: Man ist Artyom, man hört seine Gedanken nicht, man erlebt seine Reise aus erster Hand. Die Stille verstärkt das Gefühl der Isolation und Einsamkeit.
Moralisches System: Versteckte Wertung
Metro 2033 hat ein verstecktes Moral-System. Während des Spiels sammelt man unsichtbare Moralpunkte durch:
- Erkundung (versteckte Bereiche finden, NPCs zuhören)
- Pazifismus (Gegner verschonen statt töten)
- Hilfsbereitschaft (Bettlern Munition geben, NPCs helfen)
- Mitgefühl (verwundeten Feinden nicht den Gnadenschuss geben)
Das System zeigt sich nicht im HUD – keine Anzeige, keine Benachrichtigung. Man weiß erst am Ende, ob man genug Punkte gesammelt hat für das „gute“ Ending.
Die Endings:
- Standard-Ending: Artyom ruft einen Raketenangriff auf das Nest der Dunklen. Sie werden ausgelöscht. Die Menschheit ist gerettet – durch Genozid.
- „Erleuchtungs“-Ending: Artyom erkennt, dass die Dunklen keine Bedrohung sind – sie versuchen zu kommunizieren. Er stoppt den Angriff. Die Dunklen leben, Verständigung ist möglich.
Problem des Originals: 99% der Spieler bekamen 2010 das schlechte Ending, weil das Moral-System nicht erklärt wurde. Redux verbessert die Signalisierung – subtile visuelle/auditive Hinweise zeigen an, wann man Moralpunkte erhält.
Die Welt: Beklemmend real
Was Metro 2033 auszeichnet, ist die unglaubliche Atmosphäre. Die Metro fühlt sich lebendig an – nicht trotz, sondern wegen der Apokalypse. An Stationen sieht man:
- Familien in provisorischen Unterkünften aus Wellblech und Stoffplanen
- Straßenmusiker, die für Patronen spielen
- Kinder, die in Tunneln Fangen spielen – niemals die Sonne gesehen
- Soldaten, die Checkpoints bewachen, ständig paranoid
- Händler, die Gasmaskenfilter und Munition feilschen
- Alkoholiker, die in Ecken hocken und verfluchen, was aus der Welt wurde
Die russischen Dialoge (mit Untertiteln) sind authentisch, rau, manchmal brutal. Man spürt die Verzweiflung, die Resignation, aber auch den unbeugsamen Willen zu überleben.
Die Oberfläche ist noch eindringlicher: Ruinen von Moskau, verschneite Straßen, verstrahlte Winde, die durch zerstörte Häuser pfeifen. Der Kreml, einst Symbol der Macht, ist eine radioaktive Ruine. Die Basilius-Kathedrale steht noch – leer, tot, ein Mahnmal menschlicher Selbstzerstörung.

Gameplay: Survival-Horror trifft taktischen Shooter
Metro 2033 Redux bietet zwei spielbare Modi, die das Spielerlebnis fundamental verändern:
Spielmodi
Spartan-Modus (Original-Stil):
- Fokus auf Action und Combat
- Mehr Munition verfügbar
- Gegner sind aggressiver, aber leichter zu besiegen
- Schnelleres Tempo, actionlastiger
- Für Spieler, die Metro als Shooter erleben wollen
Survival-Modus (Empfohlen):
- Fokus auf Ressourcen-Management und Stealth
- Munition ist extrem knapp
- Gegner sind tödlicher, halten mehr aus
- Langsameres Tempo, taktischer
- Für Spieler, die Metro als Survival-Horror erleben wollen
Meine Empfehlung: Survival-Modus. Metro ist kein klassischer Shooter – es ist ein Überlebenskampf. Jede Patrone zählt, jeder Kampf ist ein Risiko. Der Modus erzwingt Stealth, Planung, taktisches Vorgehen. Genau so ist Metro gemeint.
Stealth: Im Schatten überleben
Metro belohnt Heimlichkeit über offene Konfrontation. Viele Bereiche lassen sich komplett ohne Kampf durchqueren, wenn man geschickt vorgeht.
Stealth-Mechaniken:
Licht/Schatten-System:
- Artyoms Armbanduhr zeigt einen Sichtbarkeits-Indikator
- Leuchtet er, seid ihr sichtbar für Gegner
- In Dunkelheit bleiben = unsichtbar
- Lampen ausschießen schafft sichere Durchgänge
Wurfmesser:
- Leise Eliminierung von Wachen
- Begrenzt verfügbar (können eingesammelt werden)
- Headshots töten sofort, Bodyshots alarmieren
Geräusch-Management:
- Sprinten macht Lärm → Wachen werden aufmerksam
- Schleichen ist langsam aber leise
- Unterdrückte Waffen (Air Rifle, mit Schalldämpfer modifizierte Kalaschnikow) für leise Kills
KI-Verhalten:
- Wachen patrouillieren in Mustern (lernbar)
- Finden sie Leichen → Alarm
- Hören sie Schüsse → Verstärkung
- Licht aus → suchen nervös, aber fokussiert
Problem des Originals: Stealth war 2010 hakelig – KI zu dumm oder zu hellsichtig, Hitboxen unzuverlässig. Redux fixt das: KI ist konsistent, Stealth funktioniert verlässlich, Systeme sind fair.
Combat: Wenn Stealth scheitert
Kämpfe sind brutal, laut, chaotisch. Metro ist kein Call of Duty – ihr seid kein Supersoldaten, sondern ein hungriger Metro-Bewohner mit provisorischer Ausrüstung.
Waffenvielfalt:
Improvisierte Waffen:
- Bastard-Gewehr: Selbstgebaute Kalaschnikow, unzuverlässig aber verfügbar
- Helsing (Armbrust): Lautlos, Bolzen wiederverwendbar, langsam
- Duplet (Doppelflinte): Devastating auf kurze Distanz, zwei Schuss dann Nachladen
- VSV (Luftdruckgewehr): Muss manuell aufgepumpt werden, leise aber schwach
Militärische Waffen:
- Kalaschnikov AK-47: Zuverlässig, laut, Munition selten
- Preved (Revolver): Sechs Schuss, präzise, seltene Munition
- Tihar (Pneumatisches Gewehr): Selbstgebaute Luftwaffe, endlos Munition (aufpumpbar)
Schwere Waffen:
- RPK (Maschinengewehr): Hohe Feuerrate, frisst Munition
- Abzats (Raketenwerfer): Zerstörerisch, extrem seltene Munition
Modifikationen: Waffen sind modular – Schalldämpfer, erweiterte Magazine, Zielfernrohre. Aber: Jedes Mod erhöht Gewicht und reduziert Mobilität.
Munitions-Ökonomie:
- Standard-Patronen: Selbstgemacht, schmutzig, unzuverlässig – dienen als Währung UND Waffe
- Militärische Patronen: Vorkriegsqualität, teuer, präzise, tödlich – AUCH Währung
Das Dilemma: Militärische Patronen sind die beste Währung. Aber sie sind auch die beste Munition. Verschießt man sie im Kampf oder spart man sie für bessere Ausrüstung? Diese Entscheidung ist konstant präsent und macht jedes Gefecht zur strategischen Frage.
Kämpfe gegen Menschen:
- Deckung ist essentiell (kein Regenerating Health!)
- Headshots töten sofort, Bodyshots brauchen mehrere Treffer
- Feinde nutzen Granaten, flankieren, suppressive fire
- Medkits sind selten – jeder Treffer schmerzt
Kämpfe gegen Mutanten:
- Nosalis: Rattenartige Kreaturen, Schwarmattacken
- Watchmen: Hundeähnliche Bestien, schnell und aggressiv
- Librarians: Gorillaartige Monster, tanken absurden Schaden, können nicht besiegt werden (nur vertrieben durch Augenkontakt und langsames Zurückweichen)
- Demons: Fliegende Monster auf der Oberfläche, greifen aus der Luft an
Redux-Verbesserung: Waffenhandling ist präziser, Rückstoß realistischer, Hitboxen zuverlässig. Kämpfe fühlen sich fair an – Tode sind eigene Fehler, nicht Systemprobleme.
Gasmasken & Survival-Elemente
Auf der Oberfläche (etwa 30% des Spiels) ist eine Gasmaske lebensnotwendig. Ohne sie: Tod in Sekunden.
Gasmasken-Management:
Filter-Wechsel:
- Filter haben begrenzte Lebensdauer (~3-5 Minuten)
- Armbanduhr zeigt verbleibende Zeit
- Neue Filter sind selten – jeder zählt
- Wechsel dauert ~2 Sekunden (verletzlich!)
Masken-Zustand:
- Risse in der Maske durch Kämpfe/Schaden
- Sicht wird verschwommen, Filter-Verbrauch steigt
- Wischen des Glases (Taste drücken) entfernt Blut/Schmutz
- Kompletter Bruch = neuen Gasmaske finden oder sterben
Stress-Faktor: Diese Mechanik ist brillant stressig. Zu sehen, wie die Filter-Zeit runtertickt, während man durch verstrahlte Ruinen schleicht, von Demons gejagt wird, und zu wissen: Noch 90 Sekunden Luft… das erzeugt echte Panik.
Taschenlampe & Ladegerät:
- Taschenlampe hat begrenzte Batterie
- Muss manuell aufgeladen werden (Dynamo-Mechanik, Taste halten)
- In dunklen Tunneln essentiell
- Aber: Licht macht sichtbar für Feinde
Medkits:
- Keine Regeneration – Schaden bleibt bis Heilung
- Medkits selten, teuer
- Heilen dauert ~3 Sekunden (verletzlich!)
Leveldesign: Linear, aber klug
Metro 2033 ist strikt linear – keine Open World, keine Seitenmissionen. Jedes Level ist ein Korridor von A nach B. Das klingt negativ, ist aber genau richtig für Metro.
Warum Linearität funktioniert:
- Narrative Kontrolle: 4A Games kontrolliert das Tempo, die Atmosphäre, die Begegnungen. Jede Station, jeder Tunnel ist handcrafted, perfektioniert.
- Atmosphäre durch Enge: Die Metro ist eng, klaustrophobisch. Linearität verstärkt das Gefühl von Gefangensein.
- Keine Ablenkung: Metro erzählt eine Geschichte. Keine Fetch-Quests, kein Sammel-Spam, kein Open-World-Bloat. Man bleibt fokussiert auf Artyoms Reise.
Aber: Innerhalb der Linearität gibt es Exploration. Versteckte Räume, optionale Pfade, geheime Stashes mit Munition/Ausrüstung. Wer sich Zeit nimmt, findet Ressourcen – und Moralpunkte.
Level-Highlights:
- Riga-Station: Kommunistische Militärbasis, Stealth durch Wachpatrouillen
- Market-Station: Geschäftiges Handelszentrum, atemberaubende Atmo
- Dead City: Ruinen Moskaus, Demon-Angriffe, Sniper-Duelle
- Biblioteka (Bibliothek): Librarians-Konfrontation, Horror pur
- D6 (Finale): Bunker-Infiltration, moralische Entscheidung
Redux-spezifische Verbesserungen
Was macht Redux besser als das Original?
1. Last Light Engine: Das komplette Spiel läuft auf der Engine von Metro: Last Light (2013). Das bedeutet:
- Bessere Beleuchtung (Global Illumination)
- Höhere Texturen-Auflösung
- Verbesserte Charaktermodelle
- Flüssigere Animationen
- Stabile 60 FPS auf PC (30 FPS auf Konsolen)
2. Gameplay-Refinements:
- Waffenhandling präziser
- Stealth verlässlicher
- KI konsistenter
- Hitboxen akkurat
- UI übersichtlicher
3. Ranger-Modus: Hardcore-Option für Masochisten:
- Kein HUD (keine Munitionsanzeige, keine Health-Bar)
- Realistische Schadenswerte (1-2 Treffer = Tod)
- Extrem knappe Ressourcen
- Für Spieler, die Metro als echte Survival-Simulation erleben wollen
4. Chaptersystem: Jederzeit zu jedem Kapitel springen – perfekt für Moralpunkte-Jagd oder Replay ohne kompletten Durchlauf.
Grafik & Atmosphäre: Next-Gen-Schönheit
Redux ist visuell atemberaubend – selbst 2014 Standards gesetzt.
Technische Brillanz
Beleuchtung: Die Lichteffekte sind phänomenal. Taschenlampen werfen realistische Schatten, Muzzle-Flash erleuchtet kurz Tunnel, Gasmasken-Glas reflektiert Umgebung. Die Art, wie Licht durch Staubpartikel bricht, ist fast fotografisch.
Particle-Effects: Staub, Rauch, Schnee, Dampf – alles physikalisch korrekt. Auf der Oberfläche peitscht verstrahlter Schnee horizontal durch Ruinen. In Tunneln kriecht Nebel über Boden. Explosionen werfen Schutt realistisch.
Charaktermodelle: NPCs sind detailliert – Falten, Narben, Dreck. Artyoms Hände (ständig im Sichtfeld) sind texturreich: Schmutz unter Nägeln, Adern sichtbar, Handschuhe abgenutzt.
Umgebungen: Jede Station hat eigene visuelle Identität:
- Rote Linie: Sowjetische Propaganda-Poster, kommunistische Fahnen
- Viertes Reich: Nazi-Symbole, rassistische Graffiti
- Polis: Sauberer, intellektuell, Bücher-Regale
Die Ruinen Moskaus sind eindringlich schön: Zerstörte Stalin-Hochhäuser, eingefrorene Autos, Skelette in U-Bahnen.
Sounddesign: Meisterklasse
Metro 2033’s Audio ist unübertroffen.
Ambient-Sounds: Jede Umgebung klingt anders:
- Metro-Tunnel: Tropfendes Wasser, quietschende Ratten, ferne Schreie
- Stationen: Gemurmel von Menschen, Kindergeschrei, Radio-Propaganda
- Oberfläche: Heulender Wind, knirschender Schnee, Demon-Schreie
Waffen-Audio: Jede Waffe klingt einzigartig:
- Kalaschnikow: Metallisches Rattern
- Tihar: Pneumatisches Zischen
- Duplet: Donner-Knall
Voice-Acting: Die russischen Schauspieler liefern authentische Performances. Dialoge klingen natürlich, emotional, verzweifelt. Die englischen Untertitel sind gut übersetzt (deutsche Synchro existiert, ist aber schwächer).
Stille: Metro versteht die Kraft der Stille. In manchen Tunneln hört man nur: Eigene Schritte. Eigene Atmung in der Gasmaske. Das Echo des Pumpens an der Tihar. Diese Momente sind intensiver als jeder Soundtrack.
Musik: Komponist Alexey Omelchuk schuf einen minimalistischen, atmosphärischen Score. Keine bombastische Orchestermusik – eher subtile, elektronische Soundscapes die Tension aufbauen.
Langzeitmotivation & Replay-Value
Metro 2033 Redux ist nicht endlos wiederholbar wie Open-World-Spiele. Aber es bietet soliden Replay-Value:
Spielzeit:
- Erste Durchgang (Spartan): ~10-12 Stunden
- Survival-Modus: ~12-15 Stunden
- Ranger-Hardcore: ~15-20 Stunden (viele Tode!)
Gründe für Replay:
- Beide Endings sehen: Standard vs. Erleuchtung
- Andere Spielmodi: Spartan → Survival → Ranger
- Sammelobjekte: Versteckte Munition, Tagebücher, Easter Eggs
- Achievements/Trophäen: z.B. „Pacifist“ (Level ohne Kills), „Invisible“ (Level ohne Alarm)
- Moralpunkte-Optimierung: Jeden positiven Moment triggern
Zusätzlich: Redux kommt im Metro Redux Bundle mit Metro: Last Light Redux – zwei Spiele, ein Preis. Last Light ist die Fortsetzung und erzählt Artyoms Geschichte weiter. Zusammen ~40 Stunden Content.
Vergleich zum Original (2010)
Für Veteranen: Lohnt sich Redux?
Was Redux besser macht:
✅ Grafik: Massiv verbessert – höhere Auflösung, bessere Beleuchtung, detailliertere Modelle
✅ Performance: Stabiles 60 FPS (PC), 30 FPS (Konsolen) vs. schwankendes 20-40 FPS (2010)
✅ Stealth: Verlässlich funktionierend vs. hakelig im Original
✅ Waffenhandling: Präzise vs. schwammig
✅ KI: Konsistent vs. zu dumm oder zu allwissend
✅ UI: Klarer, informativer vs. verwirrend
✅ Bugs: Praktisch eliminiert vs. häufige Crashes/Glitches
Was Redux ändert (kontrovers):
⚠️ Waffenvielfalt: Last Light Waffen integriert (mehr Auswahl, aber weniger „improvisiert“)
⚠️ Schwierigkeit: Spartan-Modus ist leichter als Original (Survival ist vergleichbar)
⚠️ Atmosphäre: Manche Fans finden Original „rauer“, „dreckiger“ – Redux ist „zu sauber“
Mein Urteil: Redux ist objektiv besser. Das Original war brilliant trotz Technik-Problemen. Redux ist brilliant ohne Probleme. Nostalgie ist valide, aber Redux ist die Version, die 2010 nicht möglich war.
Empfehlung: Wer das Original besitzt und liebt – Redux im Sale kaufen (~10€). Wer Metro nie gespielt hat – Redux ist Pflicht.
Fazit
Metro 2033 Redux ist ein Meisterwerk des atmosphärischen Storytellings. Selten hat ein Spiel so überzeugend eine apokalyptische Welt erschaffen – nicht durch Zerstörung allein, sondern durch die Menschen, die in ihr überleben. Die Metro lebt, atmet, leidet.
4A Games hat mit Redux bewiesen, dass Remaster mehr sein können als höhere Auflösung und stabilere Framerate. Sie haben das komplette Spiel neu aufgebaut, Gameplay-Probleme behoben, technische Limitierungen eliminiert. Das Ergebnis ist die definitive Version eines bereits exzellenten Spiels.
Für wen ist Metro 2033 Redux?
✅ Survival-Horror-Fans: Beklemmende Atmosphäre, ständige Ressourcenknappheit, echte Bedrohung
✅ Story-Liebhaber: Emotional packende Erzählung basierend auf literarischer Vorlage
✅ Stealth-Spieler: Belohnt Geduld und taktisches Vorgehen
✅ Realismus-Enthusiasten: Keine Superkräfte, kein Regenerating Health, nur Überleben
✅ Grafik-Fetischisten: Visuell atemberaubend, auch 2014-Standards
❌ Nicht für:
- Open-World-Fans (strikt linear)
- Action-Junkies (langsames Tempo, knappe Munition)
- Casual-Shooter-Spieler (hoher Schwierigkeitsgrad)
Die Bewertung: Redux verdient 8.5/10. Es ist kein perfektes Spiel – die Linearität limitiert Replay-Value, manche Kämpfe gegen Mutanten sind frustrierend, die Story endet etwas abrupt. Aber die Stärken überwiegen massiv: Atmosphäre, Immersion, Weltenbau, technische Brillanz.
Vergleich zu anderen Shootern 2014:
- Destiny: Repetitiver Loot-Grind vs. fokussierte Erzählung
- Call of Duty: Advanced Warfare: Bombastische Action vs. taktisches Überleben
- Far Cry 4: Gigantische Open World vs. dichte Linearität
- Wolfenstein: The New Order: Alternative Geschichte, ähnlich linear, ebenfalls brilliant
Metro 2033 Redux steht für sich – kein anderer Shooter 2014 bietet diese Mischung aus Horror, Survival, Storytelling und Immersion.
Empfehlung: Kauft das Metro Redux Bundle (beide Spiele). Für ~25€ bekommt ihr zwei der besten Shooter der letzten Dekade. Dreht das Licht aus, setzt Kopfhörer auf, spielt im Survival-Modus. Taucht ein in die Metro.
Die Apokalypse war nie schöner – und erschreckender.
Bewertung: 8.5/10
Stärken:
✅ Atmosphäre – Die beklemmendste, lebendigste Endzeit-Welt im Gaming
✅ Grafik – Technisch brilliant, selbst 2014 beeindruckend
✅ Sounddesign – Meisterklasse in Audio-Immersion
✅ Survival-Mechaniken – Gasmasken, Munitions-Ökonomie, echte Bedrohung
✅ Stealth – Verlässlich funktionierend, taktisch befriedigend
✅ Story – Emotional packend, moralisch komplex
✅ Weltenbau – Moskauer Metro fühlt sich real an
✅ Moral-System – Subtil integriert, beeinflusst Ende
✅ Zwei Spielmodi – Spartan (Action) vs. Survival (Horror)
✅ Ranger-Modus – Hardcore-Option für Puristen
✅ Preis-Leistung – Im Bundle mit Last Light Redux ein Schnäppchen
Schwächen:
❌ Strikt linear – Keine Exploration, kein Backtracking
❌ Mutanten-Kämpfe – Manche Encounters frustrierend (besonders Librarians)
❌ Kurze Spielzeit – 10-15 Stunden (nicht schlecht, aber nicht lang)
❌ Moral-System intransparent – Schwer zu tracken ohne Guide
❌ Story-Ende abrupt – Cliffhanger für Last Light, aber unsatisfying standalone
❌ KI manchmal dumm – Wachen ignorieren offensichtliche Anomalien
❌ Checkpoint-System – Kein manuelles Speichern, manche Checkpoints ungünstig platziert
❌ Deutsches Voice-Acting – Schwächer als russisches Original
❌ Wenig Charakterentwicklung – Artyom bleibt statisch
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Brauche ich das Original gespielt zu haben?
Nein, absolut nicht. Redux ist ein vollständiger Remaster – es ersetzt das Original. Metro 2033 (2010) ist technisch veraltet und schwerer zu bekommen. Redux ist der beste Einstiegspunkt. Die Story ist eigenständig, kein Vorwissen nötig.
2. Sollte ich Metro 2033 Redux oder Last Light Redux zuerst spielen?
Definitiv Metro 2033 Redux zuerst. Last Light ist die direkte Fortsetzung und setzt die Events von 2033 voraus. Chronologisch: Metro 2033 → Last Light. Beide sind im Redux Bundle enthalten – spielt sie in Reihenfolge für maximale Wirkung.
3. Welcher Spielmodus ist empfehlenswert: Spartan oder Survival?
Für Erstspieler: Survival-Modus. Das ist Metro wie es gemeint ist: Knappe Ressourcen, taktischer Stealth, echte Bedrohung. Spartan ist mehr traditioneller Shooter – funktioniert, aber verwässert die Atmosphäre. Survival erzwingt Immersion.
4. Ist Metro 2033 Redux ein Horror-Spiel?
Ja und Nein. Es ist kein klassischer Horror wie Resident Evil oder Silent Hill mit Jump-Scares und Monstern. Aber die Atmosphäre ist zutiefst beklemmend: Dunkelheit, Isolation, konstante Bedrohung, Ressourcenknappheit. Es ist eher Survival-Horror im Shooter-Gewand. Atmosphärischer Dread statt billigem Schock.
5. Wie schwer ist Metro 2033 Redux?
Mittelschwer bis schwer, abhängig vom Modus:
- Spartan (Normal): Vergleichbar mit Standard-Schwierigkeit moderner Shooter
- Survival (Normal): Deutlich härter – Munition knapp, Gegner tödlich
- Ranger-Hardcore: Brutal. Kein HUD, realistische Schäden, extremste Ressourcenknappheit
Tipp: Startet mit Survival auf Normal. Wenn zu schwer → auf Easy. Wenn zu leicht → Ranger probieren.
6. Muss ich die Bücher von Dmitry Glukhovsky gelesen haben?
Nein. Das Spiel ist eine Adaption, keine 1:1-Umsetzung. Die Grundstory ist identisch, aber 4A Games hat Änderungen vorgenommen (z.B. die Dunklen anders dargestellt). Das Buch bietet mehr Kontext und Tiefe, aber das Spiel funktioniert standalone. Wer Metro liebt, sollte die Bücher lesen – die Trilogie ist exzellent. Aber Pflicht sind sie nicht.
7. Läuft Metro 2033 Redux auf PS4/Xbox One flüssig?
Ja, problemlos. Redux wurde für Next-Gen optimiert und läuft stabil bei 30 FPS auf PS4/Xbox One. Auf PC sind 60+ FPS möglich (abhängig von Hardware). Das Original (2010) hatte massive Performance-Probleme – Redux läuft makellos.
8. Gibt es Multiplayer?
Nein. Metro 2033 Redux ist rein Singleplayer. Keine Koop-Option, kein Versus-Modus. Das Spiel ist als Solo-Erlebnis konzipiert – Atmosphäre und Immersion würden unter Multiplayer leiden. Wer Koop will: Es gibt Gerüchte über zukünftige Metro-Titel mit Koop, aber Redux ist solo.
9. Wie bekomme ich das gute Ende (Erleuchtung)?
Durch versteckte Moralpunkte. Das System ist nicht transparent, aber Grundregeln:
- Erforsche alle optionalen Bereiche, höre NPCs zu
- Töte nicht unnötig – Stealth über Gewalt
- Hilf Bettlern, gib ihnen Munition
- Verschone Gegner wenn möglich
- Ignoriere nicht leidende NPCs
Visuelle/auditive Hinweise: Bildschirm flackert kurz, leiser Glocken-Sound. Das signalisiert Moralpunkte. Sammle genug → gutes Ende. Guides existieren online für exakte Locations.
10. Lohnt sich Metro 2033 Redux 2014 noch?
Absolut, selbst 2014 (und darüber hinaus). Redux ist zeitlos – die Grafik altert langsam dank Kunst-Stil über Fotorealismus. Das Gameplay ist robust, die Story emotional. Selbst in 5-10 Jahren wird Redux atmosphärisch beeindrucken. Im Sale für 5-10€ ist es ein Pflicht-Kauf für jeden, der narrative Shooter oder Survival-Horror schätzt.
Technische Informationen
Entwickler: 4A Games
Publisher: Deep Silver
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC (Windows), Linux, macOS
Release-Datum: 26. August 2014 (weltweit)
Engine: 4A Engine (Metro: Last Light-Version)
Genre: Ego-Shooter, Survival-Horror, Stealth
Spieleranzahl: Einzelspieler
USK/PEGI: USK 18 / PEGI 18 (extreme Gewalt, starke Sprache)
Ungefähre Spieldauer:
- Spartan-Modus: ~10-12 Stunden
- Survival-Modus: ~12-15 Stunden
- Ranger-Hardcore: ~15-20 Stunden
- Mit Sammelobjekten: ~20-25 Stunden
Sprachen: Russisch (Original, empfohlen), Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch (Vollvertonung + Untertitel)
Preis zum Launch: 19,99€ (Einzeln), 24,99€ (Metro Redux Bundle mit Last Light Redux)
Besonderheit: Redux Bundle enthält beide Metro-Spiele remastered
Getestet auf PlayStation 4 (Retail-Version, Metro Redux Bundle).
Stand: 26. August 2014



