Drei Jahre später: Die Diät hat gewirkt
Als die PlayStation 5 im November 2020 erschien, war sie in vielerlei Hinsicht beeindruckend. Die blitzschnelle SSD, der revolutionäre DualSense-Controller, die pure Rechenleistung. Aber eines war sie definitiv nicht: kompakt. Mit ihren gewaltigen Ausmaßen und dem markanten Design polarisierte Sonys neue Konsole von Anfang an. Drei Jahre später liefert Sony nun die Antwort auf alle, die sich eine schlankere Alternative wünschten: die PlayStation 5 Slim.
Nach einer Woche mit der neuen Konsolenrevision kann ich sagen: Sony hat seine Hausaufgaben gemacht. Die PS5 Slim ist nicht nur deutlich handlicher, sondern bringt auch einige sinnvolle Verbesserungen mit. Ob sich der Umstieg lohnt oder Neueinsteiger zugreifen sollten, klärt dieser Test.
Design: Endlich wohnzimmertauglich
Der offensichtlichste Unterschied liegt in den Abmessungen. Sony spricht von 30 Prozent weniger Volumen, und das spürt man sofort. Die PS5 Slim mit Laufwerk misst 36 mal 10 mal 22 Zentimeter und wiegt 3,2 Kilogramm. Zum Vergleich: Das Originalmodell brachte es auf 39 mal 10 mal 26 Zentimeter bei 4,5 Kilogramm. Die Digital Edition fällt mit 36 mal 8 mal 22 Zentimetern und 2,6 Kilogramm noch kompakter aus.
In der Praxis bedeutet das: Die PS5 Slim passt endlich in normale TV-Möbel. Wo das Original oft nur stehend Platz fand oder aus Regalen herausragte, fügt sich die neue Version dezenter ins Wohnzimmer ein. Das zweigeteilte Design mit abnehmbaren Seitenteilen bleibt erhalten, wirkt aber durch die geringere Höhe weniger wuchtig.
Sony hat die Farbgebung leicht angepasst. Die weißen Elemente sind nun matter, die schwarzen Bereiche etwas ausgeprägter. Insgesamt wirkt die Konsole erwachsener und zurückhaltender als das futuristische Original. Das dürfte vielen gefallen, die das ursprüngliche Design als zu extravagant empfanden.
Das modulare Laufwerkskonzept
Die größte Neuerung betrifft das Laufwerk. Bei der PS5 Slim existiert nur noch ein Grundgehäuse, das wahlweise mit oder ohne Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk ausgeliefert wird. Das Laufwerk lässt sich über eine Abdeckung an der Seite anschließen und ist erstmals separat für 119,99 Euro erhältlich.
Für Käufer der Digital Edition bedeutet das mehr Flexibilität: Wer sich zunächst für die günstigere Variante ohne Laufwerk entscheidet, kann später nachrüsten. Allerdings relativiert sich der Preisvorteil dann: Die Digital Edition kostet 449 Euro, das Laufwerk weitere 120 Euro. In Summe zahlt man also 569 Euro, während die Disc-Version direkt für 549 Euro zu haben ist. Wer von Anfang an physische Medien nutzen möchte, greift besser zur Komplettversion.
Das Laufwerk selbst funktioniert einwandfrei. Die Verbindung zur Konsole erfolgt über einen proprietären Anschluss, der fest sitzt und sich nicht versehentlich löst. Die Montage dauert etwa eine Minute und erfordert kein Werkzeug. Im Betrieb arbeitet das Laufwerk ähnlich laut wie beim Original: Beim Einlesen von Discs hört man es deutlich, während des Spielens bleibt es still.

Der fehlende Standfuß
Eine kontroverse Entscheidung: Sony liefert die PS5 Slim ohne Standfuß aus. Im Karton finden sich lediglich zwei kleine Kunststofffüße für die horizontale Aufstellung. Wer die Konsole vertikal betreiben möchte, muss den Standfuß separat für etwa 30 Euro erwerben.
Das ist ärgerlich, denn beim Originalmodell gehörte der vielseitige Standfuß zum Lieferumfang. Sony argumentiert vermutlich, dass viele Nutzer die Konsole ohnehin liegend betreiben. Trotzdem fühlt sich der fehlende Standfuß wie eine versteckte Preiserhöhung an. Wer vertikal aufstellen möchte und das Laufwerk nachrüstet, zahlt im schlimmsten Fall 599 Euro für eine Ausstattung, die beim Original für 499 Euro inklusive war.
Technische Daten: Keine Überraschungen
Im Inneren bleibt alles beim Alten. Die PS5 Slim nutzt denselben AMD-Chip mit Zen-2-CPU und RDNA-2-GPU wie das Original. Die acht Kerne takten weiterhin mit bis zu 3,5 GHz, die Grafikeinheit liefert 10,28 TFLOPS. Der Arbeitsspeicher beträgt 16 GB GDDR6, Ray Tracing wird hardwarebeschleunigt unterstützt.
Eine willkommene Verbesserung: Die SSD wächst von 825 GB auf 1 TB. Das klingt nach wenig, macht aber einen spürbaren Unterschied. Nach Abzug des Betriebssystems stehen nun etwa 842 GB zur Verfügung statt zuvor rund 667 GB. Bei Spielegrößen von 50 bis 100 GB bedeutet das zwei bis drei zusätzliche Installationen. Der M.2-Erweiterungsslot für zusätzliche SSDs bleibt erhalten und ist nun auch offiziell freigegeben.
An der Anschlussausstattung hat Sony geschraubt. Die Front bietet nun zwei USB-C-Ports statt der bisherigen Kombination aus USB-A und USB-C. Das erleichtert den Anschluss moderner Peripherie, könnte aber Besitzer älterer Headsets oder Ladestationen vor Probleme stellen. Hinten finden sich weiterhin zwei USB-A-Anschlüsse, sodass Kompatibilität gewährleistet bleibt.
Kühlung und Lautstärke
Trotz des kleineren Gehäuses arbeitet die PS5 Slim nicht lauter als das Original. Sony hat das Kühlsystem überarbeitet und setzt auf einen optimierten Lüfter sowie veränderte Heatpipes. In meinen Tests blieb die Konsole selbst bei anspruchsvollen Titeln wie Spider-Man 2 angenehm leise.
Der Stromverbrauch soll laut Sony um etwa drei bis vier Prozent gesunken sein. In der Praxis dürfte das kaum ins Gewicht fallen, zeigt aber, dass die Ingenieure das kompaktere Design nicht auf Kosten der Effizienz erkauft haben.
Software und Features: Identisch zum Original
Die PS5 Slim läuft mit derselben Systemsoftware wie das Originalmodell. Alle Features, von den Activity Cards über die PlayStation Plus Collection bis hin zur Abwärtskompatibilität zu PS4-Spielen, funktionieren identisch. Der DualSense-Controller mit seinem haptischen Feedback und den adaptiven Triggern gehört weiterhin zum Lieferumfang.
Für Umsteiger vom Original gibt es keine Eingewöhnungszeit: Die Benutzeroberfläche ist dieselbe, Spielstände lassen sich über PlayStation Plus Cloud-Speicher oder USB übertragen, digitale Käufe sind an das PSN-Konto gebunden und sofort verfügbar.
Für wen lohnt sich die PS5 Slim?
Die Frage, ob sich ein Umstieg lohnt, lässt sich relativ klar beantworten: Für Besitzer der Original-PS5 gibt es keinen zwingenden Grund zum Wechsel. Die Leistung ist identisch, die größere SSD lässt sich auch im alten Modell nachrüsten, und das kompaktere Design allein rechtfertigt keine Neuanschaffung.
Anders sieht es für Neueinsteiger aus. Wer jetzt in das PlayStation-Ökosystem einsteigt, bekommt mit der PS5 Slim das bessere Gesamtpaket: mehr Speicherplatz ab Werk, ein wohnzimmertauglicheres Design und die Option, das Laufwerk bei Bedarf nachzurüsten. Die Spielebibliothek ist nach drei Jahren ausgereift, von Demon’s Souls über God of War Ragnarök bis zum brandneuen Spider-Man 2 fehlt es an nichts.
Auch für Käufer, die bisher wegen der Größe gezögert haben, könnte die Slim-Version der entscheidende Anstoß sein. Die Konsole fügt sich nun deutlich besser in bestehende Möbel ein und wirkt weniger wie ein Fremdkörper im Wohnzimmer.
Preisliche Einordnung
Die Preise entsprechen dem aktuellen Niveau der Originalmodelle: 549 Euro für die Disc-Version, 449 Euro für die Digital Edition. Das ist fair, allerdings muss man den fehlenden Standfuß einkalkulieren. Wer vertikal aufstellen möchte, landet bei effektiv 579 bzw. 479 Euro.
Im Vergleich zur Xbox Series X (499 Euro) ist die PS5 Slim teurer, bietet aber auch das umfangreichere Exklusivportfolio. Die Xbox Series S für 299 Euro spielt preislich in einer anderen Liga, ist aber auch deutlich leistungsschwächer.
Fazit: Evolution statt Revolution
Die PlayStation 5 Slim ist genau das, was der Name verspricht: eine schlankere Version der bekannten Konsole. Sony hat die Schwächen des Originals adressiert, ohne dessen Stärken zu opfern. Das kompaktere Gehäuse, die größere SSD und das modulare Laufwerkskonzept sind sinnvolle Verbesserungen.
Für Neueinsteiger ist die PS5 Slim die klare Empfehlung. Die Konsole bietet den vollen Funktionsumfang in einem alltagstauglicheren Format. Besitzer der Original-PS5 können hingegen beruhigt bei ihrem Gerät bleiben. Die Unterschiede sind zu marginal für einen Wechsel.
Der fehlende Standfuß hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Es wirkt, als würde Sony bei den Zubehörkosten holen, was man beim Konsolenpreis nicht erhöhen wollte. Das schmälert den ansonsten positiven Eindruck einer gelungenen Konsolenrevision.
Wertung
9/10
Pro und Contra
Pro
- 30 Prozent kompakteres Design passt in normale Möbel
- 1 TB SSD bietet mehr Speicherplatz ab Werk
- Modulares Laufwerk ermöglicht spätere Nachrüstung
- Gleiche Leistung wie das Original
- Leiser und effizienter Betrieb
- USB-C-Anschlüsse an der Front
Contra
- Kein Standfuß im Lieferumfang enthalten
- Separates Laufwerk relativiert Preisvorteil der Digital Edition
- Keine Leistungssteigerung gegenüber dem Original
- Für Bestandskunden kein lohnender Umstieg
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kostet die PlayStation 5 Slim?
Die PS5 Slim mit Disc-Laufwerk kostet 549 Euro. Die Digital Edition ohne Laufwerk ist für 449 Euro erhältlich. Der separate Standfuß kostet etwa 30 Euro, das nachrüstbare Laufwerk 119,99 Euro.
Ist die PS5 Slim leistungsstärker als das Original?
Nein, die interne Hardware ist identisch. CPU, GPU und RAM entsprechen exakt dem Originalmodell. Lediglich die SSD wurde von 825 GB auf 1 TB vergrößert.
Kann ich das Laufwerk nachträglich kaufen?
Ja, das Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk ist separat für 119,99 Euro erhältlich und lässt sich an jede PS5 Slim anschließen. Am Originalmodell funktioniert es jedoch nicht.
Warum ist kein Standfuß dabei?
Sony liefert die PS5 Slim nur mit kleinen Kunststofffüßen für die horizontale Aufstellung aus. Der vertikale Standfuß muss separat erworben werden. Eine offizielle Begründung hat Sony nicht genannt.
Lohnt sich der Umstieg von der Original-PS5?
In den meisten Fällen nicht. Die Leistung ist identisch, und die größere SSD lässt sich auch im Originalmodell nachrüsten. Nur wer dringend ein kompakteres Design benötigt, sollte über einen Wechsel nachdenken.
Wie viel Speicherplatz hat die PS5 Slim?
Die PS5 Slim verfügt über eine 1-TB-SSD. Nach Abzug des Betriebssystems stehen etwa 842 GB für Spiele und Apps zur Verfügung.
Funktionieren meine PS4-Spiele auf der PS5 Slim?
Ja, die PS5 Slim ist vollständig abwärtskompatibel zu PS4-Spielen. Auch alle PS5-Spiele und Zubehörteile funktionieren wie gewohnt.
Ist die PS5 Slim leiser als das Original?
Sony hat das Kühlsystem optimiert. In der Praxis arbeitet die PS5 Slim mindestens genauso leise wie das Original, tendenziell sogar etwas ruhiger.



