Sony arbeitet offenbar an einem echten PlayStation-Handheld – und diesmal nicht nur an einem Streaming-Gerät. Laut mehreren Leaks entwickelt das Unternehmen unter dem Codenamen „Project Canis“ eine native Handheld-Konsole, die PS4-, PS5- und künftige PS6-Spiele direkt auf dem Gerät abspielen kann. Der Release ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant.
Kein Portal 2.0 – diesmal echte Hardware
Das PlayStation Portal von 2023 war ein Streaming-Gerät. Man brauchte eine PS5 zu Hause und eine stabile Internetverbindung. Project Canis verfolgt einen anderen Ansatz: Das Gerät soll Spiele nativ abspielen, ohne auf eine externe Konsole oder Cloud angewiesen zu sein.
Damit wäre Canis der erste echte PlayStation-Handheld seit der PS Vita, die 2011 erschien und 2019 offiziell eingestellt wurde. Der PSP-Nachfolger war technisch beeindruckend, scheiterte aber an mangelndem Software-Support und Sonys halbherziger Strategie. Mit Canis will Sony offenbar einen Neustart wagen – und diesmal richtig.
Specs: AMD Zen 6 und RDNA 5
Die geleakten Spezifikationen stammen hauptsächlich von Tech-Leaker Moore’s Law Is Dead, der angeblich Zugang zu internen Dokumenten hat. Project Canis soll folgende Hardware bieten:
Der Prozessor besteht aus sechs CPU-Kernen: vier Zen 6c-Kerne für Gaming und zwei Zen 6 Low-Power-Kerne für das Betriebssystem. Die GPU basiert auf AMDs RDNA 5-Architektur mit 16 Compute Units. Im Handheld-Modus taktet die GPU mit 1,2 GHz, im Docked-Modus mit 1,65 GHz.
Das Gerät soll 16 bis 24 GB LPDDR5X-8533-RAM bieten (bis zu 48 GB technisch möglich), mit einem 192-Bit-Speicherbus. Als Massenspeicher sind ein M.2-SSD-Slot und ein MicroSD-Slot geplant. Die Fertigungstechnik ist TSMC N3 (3 Nanometer).
Performance: Bis zu 75 Prozent einer PS5
Im Docked-Modus soll Canis etwa 55 bis 75 Prozent der Rasterisierungsleistung einer PlayStation 5 erreichen. Bei Ray-Tracing könnte das Gerät dank RDNA 5 sogar das 1,3- bis 2,6-fache der PS5 schaffen.
Klingt paradox? RDNA 5 bringt pro Compute Unit 40 bis 50 Prozent mehr Leistung als RDNA 3.5, bei Ray-Tracing sind die Gewinne noch größer. Durch Upscaling-Technologien wie FSR 4 (AMDs Pendant zu Nvidias DLSS) könnten viele Spiele trotz geringerer nativer Auflösung PS5-Qualität erreichen.
Docking-Funktion wie bei der Switch
Project Canis soll über USB-C an einen Fernseher angeschlossen werden können. Im gedockten Modus erhöht sich der GPU-Takt deutlich, was höhere Auflösungen und Bildraten ermöglicht. Gerüchte sprechen von 1080p nativ im Handheld-Modus und bis zu 1440p gedockt.
Das erinnert stark an die Nintendo Switch – und genau das ist auch Sonys Ziel. Der japanische Konzern hat beobachtet, wie erfolgreich Nintendos Hybrid-Konzept ist, und will mit Canis eine Premium-Alternative bieten.
PS5 Low Power Mode als Vorbereitung
Sony hat kürzlich einen „Power Saver Mode“ für die PS5 eingeführt, offiziell zur Energieeinsparung. Doch Entwickler berichten, dass Sony massiv darauf drängt, diesen Modus zu unterstützen – und zwar mit Rückwirkung bis SDK-Version 1.0.
Moore’s Law Is Dead erklärt, Sony habe sogar die PS5 Pro-Unterstützung weniger aggressiv vorangetrieben. Das deutet darauf hin, dass der Low Power Mode primär für Canis gedacht ist. Entwickler sollen ihre Spiele bereits jetzt für schwächere Hardware optimieren, damit beim Launch des Handhelds eine große Bibliothek kompatibler Titel existiert.
In internen Dokumenten steht angeblich, dass „neue Betriebsmodi in Zukunft unterstützt werden“ und Spiele „in Umgebungen mit unterschiedlichen CPU-Konfigurationen laufen“ müssen. Sony bereitet Entwickler darauf vor, dass Games auf nur acht CPU-Threads lauffähig sein sollten.
Abwärtskompatibilität mit PS4 und PS5
Project Canis soll PS4- und PS5-Spiele nativ abspielen können – ohne Streaming, ohne Cloud. Viele PS5-Titel werden allerdings Patches benötigen, um auf dem Handheld optimal zu laufen. Der Low Power Mode dient genau diesem Zweck.
Ob auch PS1-, PS2- oder PS3-Spiele unterstützt werden, ist unklar. Einige Gerüchte sprechen von Emulation älterer PlayStation-Generationen, aber dazu gibt es keine verlässlichen Quellen.
Release und Preis
Laut Moore’s Law Is Dead ist die Fertigung für Mitte 2027 geplant, mit einem Launch im Herbst 2027 oder Anfang 2028. Das würde zeitlich mit der PlayStation 6 zusammenfallen – oder kurz danach. Sony plant offenbar eine Doppelstrategie: Eine stationäre PS6 (Codename „Orion“) und den Handheld Canis als portable Alternative.
Der Preis ist spekulativ, aber Analysten rechnen mit 399 bis 499 US-Dollar. Das wäre kompetitiv zur Nintendo Switch 2 und zu PC-Handhelds wie dem Steam Deck. Sony muss aufpassen: Zu teuer, und das Gerät wird zum Nischenprodukt. Zu billig, und die Margen leiden unter der RAM-Krise.
Konkurrenz: Switch 2 und Steam Deck
Die Nintendo Switch 2 erscheint wahrscheinlich 2026, also ein Jahr vor Canis. Valve arbeitet am Steam Deck 2, das für 2028 erwartet wird. Sony positioniert sich damit direkt zwischen beiden – und setzt auf überlegene Hardware.
Die geleakten Specs deuten darauf hin, dass Canis im Handheld-Modus etwa dreimal so schnell sein könnte wie die Switch 2. Im Vergleich zum aktuellen Steam Deck wäre Canis dank RDNA 5 und moderner CPU-Architektur ebenfalls deutlich leistungsstärker.
Der Vorteil gegenüber dem Steam Deck: Sony entwickelt eine geschlossene Plattform. Entwickler können Spiele speziell für Canis optimieren, statt Tausende PC-Konfigurationen zu berücksichtigen. Das sollte zu besserer Performance bei gleicher Hardware führen.
PSSR 2.0 als Geheimwaffe
Ein häufiger Kritikpunkt an Handhelds: Sie bremsen die Entwicklung von Spielen aus. Die Xbox Series S wird oft dafür kritisiert, dass Entwickler Kompromisse eingehen müssen, um beide Xbox-Konsolen zu bedienen.
Sony setzt auf PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR) 2.0 – eine KI-gestützte Upscaling-Technologie. Spiele könnten auf dem Handheld in niedrigerer Auflösung laufen und per KI hochskaliert werden. Das würde es Entwicklern ermöglichen, ein einziges Spiel für PS6 und Canis zu erstellen, ohne große Kompromisse.
PSSR 2.0 soll 2026 für die PS5 Pro eingeführt werden, mit Multi-Frame Super Resolution, die GPU-Zeit und Speicherverbrauch reduziert. Bis 2027/2028 dürfte die Technologie ausgereift genug sein, um Canis zu einem ernsthaften Gaming-Gerät zu machen.
Sonys Handheld-Historie: Höhen und Tiefen
Sony hat mit Handhelds eine wechselvolle Geschichte. Die PSP (2004) war ein Erfolg – über 80 Millionen verkaufte Einheiten weltweit. Sie bot beeindruckende Grafik für damalige Verhältnisse und eine starke Spielebibliothek.
Die PS Vita (2011) war technisch noch besser, scheiterte aber an mehreren Faktoren: teure proprietäre Speicherkarten, mangelnder Software-Support, fehlende Analog-Trigger. Sony gab der Vita nie eine echte Chance, obwohl die Hardware hervorragend war.
Das PlayStation Portal (2023) war ein Streaming-Gerät, kein eigenständiger Handheld. Es verkaufte sich überraschend gut, zeigte aber auch die Grenzen: Ohne stabile Internetverbindung ist es nutzlos.
Mit Canis könnte Sony endlich das liefern, was viele Fans seit Jahren fordern: Einen echten PSP-Nachfolger mit moderner Hardware und vollständiger PlayStation-Integration.
Keine offizielle Bestätigung
Wichtig: Sony hat Project Canis weder bestätigt noch dementiert. Alle Informationen stammen aus Leaks und Gerüchten. Moore’s Law Is Dead gilt als relativ zuverlässige Quelle für Hardware-Leaks, aber Pläne können sich ändern.
Die RAM-Preiskrise könnte den Launch verzögern oder das Gerät verteuern. Ebenso könnte Sony entscheiden, dass der Handheld-Markt zu riskant ist – gerade nach den Erfahrungen mit der Vita.
Andererseits: Der Handheld-Markt boomt. Die Switch hat gezeigt, dass Portabilität ein Kaufargument ist. Der Steam Deck hat bewiesen, dass Gamer bereit sind, für Premium-Handhelds zu zahlen. Wenn Sony ein Gerät liefert, das God of War, Spider-Man und Horizon unterwegs spielbar macht – mit voller PS5-Qualität gedockt – könnte das ein Hit werden.
FAQ
Was ist Project Canis?
Project Canis ist der Codename für einen PlayStation-Handheld, der Spiele nativ abspielen soll – ohne Streaming. Release ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant.
Welche Spiele kann Canis abspielen?
Laut Leaks soll Canis PS4- und PS5-Spiele nativ abspielen können. Viele Titel werden aber Patches benötigen. Unterstützung für ältere PlayStation-Generationen ist unklar.
Wie stark ist Project Canis im Vergleich zur PS5?
Im Docked-Modus etwa 55-75% der Rasterisierungsleistung einer PS5. Bei Ray-Tracing könnte Canis dank RDNA 5 sogar stärker sein.
Hat Canis eine Docking-Funktion?
Ja, über USB-C soll das Gerät an einen Fernseher angeschlossen werden können. Die GPU taktet dann höher für bessere Performance.
Wann erscheint Project Canis und was kostet es?
Release ist für Herbst 2027 oder Anfang 2028 geplant. Der Preis wird auf 399-499 US-Dollar geschätzt. Nichts davon ist offiziell bestätigt.





