Rainbow Six Siege

Rainbow Six Siege im Test: Taktischer Multiplayer-Shooter für Teamplayer

Rainbow Six Siege ist ein Traum für Teamplayer, bietet jedoch wenig für Solisten. Der am 1. Dezember 2015 erschienene taktische Multiplayer-Shooter von Ubisoft setzt kompromisslos auf Zusammenarbeit, strategisches Vorgehen und präzise Kommunikation. Wer erwartet, als Einzelkämpfer glänzen zu können, wird schnell eines Besseren belehrt. Was genau euch in diesem hardcore-fokussierten Shooter erwartet, erfahrt ihr in unserem Test.

Der neueste Rainbow Six-Ableger ist quasi ein reines Multiplayer-Spiel. Die Zeiten der Story-Kampagnen, die frühere Serienteile wie Vegas oder Vegas 2 prägten, sind vorbei. Stattdessen konzentriert sich Siege ausschließlich auf intensiven 5v5-Multiplayer, bei dem jede Sekunde zählt und jeder Fehler tödlich sein kann. Ihr wählt eine Spezialeinheit und deren Operator aus, plant eure Strategie und macht Jagd auf Terroristen oder verteidigt wichtige Ziele gegen feindliche Teams.

YouTube player

Tutorial und Operator-System

Am Anfang startet ihr mit einem Tutorial, in welchem ihr die Grundlagen kennenlernt. Insgesamt gibt es elf Situations-Missionen, die als eine Art erweiterte Tutorial-Kampagne fungieren. Hier erlernt ihr, wie ihr Wände zerstört, durch welche Oberflächen ihr schießen könnt, wie Spezialfähigkeiten sinnvoll genutzt werden und welche taktischen Ansätze funktionieren.

Es empfiehlt sich unbedingt, diese Situations abzuschließen, da ihr dadurch viele Renown-Punkte gewinnt, um Operator freizuschalten. Natürlich könnt ihr auch sofort mit dem Multiplayer anfangen, jedoch habt ihr dann nur die Recruit-Operator zur Verfügung – generische Einheiten ohne Spezialfähigkeiten, die deutlich schwächer sind als die spezialisierten Operator.

Die fünf Spezialeinheiten

Insgesamt gibt es zum Launch fünf Spezialeinheiten: SAS (Großbritannien), FBI SWAT (USA), GIGN (Frankreich), Spetsnaz (Russland) und GSG 9 (Deutschland). Jede dieser Einheiten besteht aus vier Operatoren – zwei Angreifer und zwei Verteidiger.

Jeder Operator hat eigene Spezialfähigkeiten, wie zum Beispiel einen Vorschlaghammer mit dem ihr Wände einschlagen könnt, EMP-Granaten, Störsender, Sprengladungen und viele mehr. Diese Vielfalt an Fähigkeiten ist das Herzstück von Siege. Jeder Operator füllt eine spezifische Rolle im Team.

Das Freischaltsystem

Leider dauert es sehr lange, bis ihr alle Operator gekauft habt. Der erste Operator einer Spezialeinheit kostet 500 Renown-Punkte. Kauft ihr jedoch von derselben Spezialeinheit den nächsten Operator, kostet dieser schon 1.000 Renown. Der dritte kostet 1.500 und der vierte sogar 2.000 Punkte. Obendrauf kommen auch noch Verbesserungen der Waffen und Modifikationen.

Bei insgesamt 20 Operatoren zum Launch müsst ihr also sehr viel spielen, bevor ihr euch das leisten könnt. Das ist eine bewusste Design-Entscheidung, die auf ein Pay-to-Progress-Modell hinausläuft.

Gameplay: Counter-Strike trifft Rainbow Six

Gespielt wird immer fünf Terroristen gegen fünf Spezialisten der Anti-Terror-Einheiten. Die Ziele sind es, Geiseln zu beschützen oder zu retten, Bomben zu entschärfen, Giftgasbehälter zu zerstören und klassisches Team Deathmatch. Leider läuft es meistens auf ein Team Deathmatch hinaus, da eine Runde nur drei bis vier Minuten lang ist und ein Team schon eliminiert wurde, bevor die Bombe entschärft oder eine Geisel befreit wurde.

Wer gerne alleine Rambo spielt und einfach reinläuft und losschießt, wird garantiert als Erster sterben. Rainbow Six Siege ist auf Teamplay ausgelegt, und das ist auch zwingend notwendig.

Generell gilt, dass die Verteidiger immer leicht im Vorteil sind. Sie müssen den Bombenspot oder den Raum, wo sich die Geisel befindet, verbarrikadieren und gut schützen, und abwarten bis der Gegner sich herantastet.

Als Angreifer wird das Ganze schon komplizierter. Ihr müsst euch von Dächern abseilen, neue Wege freisprengen und taktisch vorgehen.

Terroristenjagd

Es gibt auch den Spielmodus Terroristenjagd, in dem ihr alleine oder mit vier Mitspielern gegen KI-Gegner kämpft. Hier gibt es dieselben Spielmodi wie im Multiplayer. Dieser Modus ist ideal zum Üben oder für Spieler, die den Stress des kompetitiven PvP nicht mögen.

Grafik und Präsentation

Rainbow Six Siege sieht ansprechend aus, jedoch solltet ihr keine Grafikbombe erwarten. Hier steht eindeutig Spielbarkeit vor Grafikpracht. Jedoch ist das Kampfgeschehen perfekt inszeniert und kann sich durchaus sehen lassen.

Das ist eine bewusste Entscheidung. Siege muss auf verschiedenen Hardware-Konfigurationen laufen und 60+ FPS erreichen für kompetitives Gameplay. Visuelle Klarheit ist wichtiger als grafischer Bombast.

Sound: Der wichtigste Sinn

Der Sound ist eine Wucht. Explosionen und Waffensounds sind nahezu perfekt eingefangen worden. Hier glaubt man wirklich, mittendrin zu sein.

Aber Sound ist mehr als Atmosphäre – er ist essentiell für Gameplay. Footsteps verraten Positionen. Ihr hört, auf welchem Material jemand läuft. Verbarrikadieren macht Lärm. Ein gutes Headset ist praktisch Pflicht. Sound-Whoring (Spieler über Audio lokalisieren) ist eine fundamentale Skill.

YouTube player

Das Destruction-System

Ein fundamentales Element, das Siege von anderen Shootern unterscheidet, ist das Destruction-System. Fast jede Oberfläche ist zerstörbar. Holzwände können durchgeschossen werden. Weiche Wände können mit Breaching-Ladungen oder Granaten zerstört werden.

Das schafft unglaublich dynamisches Gameplay. Keine Runde ist wie die andere, weil die Map sich verändert. Neue Sightlines entstehen, alte Routen werden blockiert. Ein Verteidiger, der sich sicher fühlt, kann plötzlich eine Wand hinter sich explodieren sehen.

Langzeitmotivation und Community

Das Ranked-System bietet kompetitives Gameplay mit Elo-Rating. Spieler werden in Ranks eingeteilt von Copper bis Diamond. Ranked-Matches sind ernster, kommunikativer und taktischer als Casual.

Ubisoft hat angekündigt, Siege langfristig zu supporten. Geplant sind regelmäßige Updates mit neuen Operatoren, Maps und Balance-Changes. Der Season Pass verspricht früheren Zugang zu kommenden Operatoren und exklusive Boni. Ob sich dieses Live-Service-Modell langfristig bewährt, wird die Zukunft zeigen.

Die Siege-Community befindet sich noch im Aufbau. Es gibt fantastische Teamplayer, aber auch erste Anzeichen von Toxizität und Griefing. Newcomer haben es schwer. Die Lernkurve ist brutal, und nicht alle erfahrenen Spieler zeigen Geduld mit Anfängern. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Community entwickelt.

Fazit: Vielversprechender Start mit Potenzial

Rainbow Six Siege ist nicht für jeden. Es ist hardcore, kompromisslos, frustrierend für Anfänger und erfordert die Bereitschaft, viel Zeit zu investieren. Die Toxizität in der jungen Community kann abschreckend sein. Der Grind zum Freischalten aller Operator ist enorm. Technische Probleme zum Launch wie Matchmaking-Fehler und Server-Disconnects trüben das Erlebnis.

Aber für die richtige Zielgruppe – kompetitive Spieler, die Teamwork lieben, Herausforderungen suchen und bereit sind, sich einzuarbeiten – zeigt Siege enormes Potenzial. Die taktische Tiefe ist beeindruckend. Das Destruction-System ist revolutionär. Das Operator-System bietet Vielfalt, die bei weiteren Updates nur wachsen wird.

Wenn ihr Counter-Strike-artiges Gunplay mit Rainbow Six-Taktik kombinieren wollt, ist Siege der richtige Ansatz. Wenn ihr ein langfristiges kompetitives Spiel sucht, könnte Siege sich über die kommenden Monate und Jahre zu einem der besten Multiplayer-Shooter entwickeln – vorausgesetzt, Ubisoft hält seine Versprechen bezüglich Support und Updates.

Für Solisten, Casual-Spieler oder Story-Fokussierte ist Siege keine Empfehlung. Aber für Teamplayer und kompetitive Shooter-Fans ist es ein vielversprechender, wenn auch rauer Start in eine hoffentlich lange Zukunft.

Wertung: 8,0/10 – Gut

Ein exzellentes taktisches Fundament mit kleineren Launch-Problemen, das sein volles Potenzial erst mit zukünftigen Updates entfalten wird.


Pro & Contra

Pro:

  • Taktische Tiefe und strategisches Gameplay
  • Innovatives Destruction-System verändert jede Runde
  • Einzigartige Operator mit distinkten Fähigkeiten
  • Excellentes Sound-Design ist gameplay-essentiell
  • Hohe Skill-Ceiling belohnt Übung
  • Vielversprechende Content-Roadmap

Contra:

  • Brutale Lernkurve für Anfänger
  • Enormer Grind zum Freischalten aller Operator
  • Erste Anzeichen von Toxizität in der Community
  • Keine Singleplayer-Kampagne
  • Technische Probleme zum Launch (Matchmaking, Server)
  • Solo-Queue kann frustrierend sein
  • Zukunft hängt von Ubisoft-Support ab

Häufige Fragen zu Rainbow Six Siege

Ist Rainbow Six Siege für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Die Lernkurve ist extrem steil. Neue Spieler werden in den ersten Stunden regelmäßig sterben, ohne zu verstehen warum. Das Situations-Tutorial hilft bei den Grundlagen, aber echtes Map-Knowledge und Operator-Verständnis kommen nur durch Spielerfahrung.

Brauche ich Freunde, um Siege zu genießen?
Nicht zwingend, aber stark empfohlen. Mit einem koordinierten Squad ist Siege deutlich besser und macht mehr Spaß. Solo-Queue mit zufälligen Teammates ist möglich, aber oft frustrierend, besonders wenn die Kommunikation fehlt.

Wie lange dauert es, alle Operator freizuschalten?
Sehr lange. Ohne Echtgeld-Investition müsst ihr mit hunderten Spielstunden rechnen, um alle 20 Launch-Operatoren freizuschalten. Das gestaffelte Preis-System wird progressiv teurer. Der Season Pass verkürzt diese Zeit erheblich.

Lohnt sich der Kauf zum Launch?
Das hängt von euren Erwartungen ab. Wenn ihr taktische Multiplayer-Shooter liebt, Teamplay schätzt und bereit seid, technische Anfangsprobleme zu akzeptieren, ja. Wenn ihr eine fertige Singleplayer-Kampagne erwartet oder primär solo spielen wollt, wartet lieber ab, wie sich das Spiel entwickelt.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.