Stormind Games verspricht mit Remothered: Tormented Fathers psychologischen Horror im klassischen Survival-Horror-Gewand. Ein altes Herrenhaus, dubiose Bewohner, eine hilflose Protagonistin – alles Zutaten, die seit Jahrzehnten funktionieren. Die Frage ist: Reicht das heute noch? Und kann ein kleines italienisches Studio mit den großen Namen des Genres mithalten?

Story: Verschwundenes Mädchen, düstere Geheimnisse
Rosemary Reed ist Psychologin und sucht nach einem verschwundenen Mädchen namens Celeste. Ihre Ermittlungen führen sie zum abgelegenen Herrenhaus der Familie Felton. Dort trifft sie zunächst auf Gloria, die wortkarge Haushälterin, die von Rosemarys Besuch wenig begeistert ist. Schließlich gelangt Rosemary dennoch ins Anwesen und begegnet Dr. Felton, dem Adoptivvater des verschwundenen Mädchens.
Rosemary gibt sich als Ärztin aus, doch Dr. Felton durchschaut die Lüge schnell. Die anfängliche Gastfreundschaft endet abrupt. Was folgt, ist ein Albtraum: Dr. Felton entpuppt sich als weit weniger gebrechlich und weit weniger bei Verstand, als es zunächst schien. Rosemary ist im Herrenhaus gefangen. Sie muss entkommen – aber nicht, ohne das Geheimnis um Celeste zu lüften.
Die Story ist ausladend und entfaltet sich langsam. Details erschließen sich nur durch das Finden bestimmter Gegenstände und das Ausführen bestimmter Aktionen. Die Erzählung ist düster, verstörend und durchaus interessant – wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.

Gameplay: Verstecken, rennen, überleben
Remothered: Tormented Fathers ist ein Survival-Horror-Spiel aus der Third-Person-Perspektive. Rosemary ist unbewaffnet. Es gibt keine Schusswaffen, keine Nahkampfwaffen, keine Möglichkeit, sich dauerhaft zu wehren. Die einzige Option: weglaufen, verstecken, überleben.
Überall im Herrenhaus verstreut finden sich kleine Messer. Diese können einmalig eingesetzt werden, um einem Angreifer in einem QuickTime-Event zu entkommen – besiegen kann man ihn damit nicht. Zusätzlich gibt es zerbrechliche Objekte, die geworfen werden können, um Gegner abzulenken und in eine andere Richtung zu lenken.
Dr. Felton jagt Rosemary durch sein Herrenhaus. Später kommen weitere Gefahren hinzu. Die Mechanik ist simpel: schleichen, verstecken, hoffen, dass man nicht entdeckt wird. Verstecke wie Kleiderschränke sind überlebenswichtig – man sollte sich ihre Standorte gut einprägen.
Der Sound spielt eine zentrale Rolle. Die Verfolger machen Geräusche, reden mit sich selbst oder mit Rosemary. So kann man erahnen, wo sie sich befinden. Gleichzeitig locken die eigenen Geräusche die Gegner an. Gehen, schleichen oder rennen – jede Entscheidung hat Konsequenzen. Das sorgt für konstante Anspannung.

Atmosphäre: Beklemmend, aber eintönig
Die Atmosphäre ist beklemmend. Man hört den Widersacher aus der Ferne oder Nähe, kommt nie zur Ruhe. Das Herrenhaus ist durchgehend düster, jede Ecke könnte Gefahr bergen. Der Sound unterstützt das Spielgeschehen exzellent, die Musik passt perfekt. Die englische Sprachausgabe ist solide, deutsche Untertitel sind vorhanden.
Aber: Das gesamte Spiel findet im Herrenhaus statt. Keine Ortswechsel, keine Abwechslung. Das Setting wird mit der Zeit eintönig. Die grafische Qualität ist Durchschnitt – vieles verschwindet im Schatten, was ansehnlich ist, aber auch bequem. Technisch ist das Spiel solide, aber nicht beeindruckend.

Länge und Wiederspielwert
Die Spielzeit liegt bei etwa sechs bis acht Stunden, je nachdem, wie viel man erkundet und wie oft man stirbt. Es gibt Geheimnisse zu entdecken, aber der Wiederspielwert ist begrenzt. Wer die Story einmal kennt, hat wenig Grund, zurückzukehren.

Fazit: Solide, aber nichts Neues
Remothered: Tormented Fathers ist ein solides Survival-Horror-Spiel, das die Mechaniken des Genres beherrscht. Die Atmosphäre ist beklemmend, die Story ausladend, das Sounddesign exzellent. Für Fans von klassischem Survival-Horror – denkt an Clock Tower oder Haunting Ground – ist das eine klare Empfehlung.
Aber das Spiel bringt nichts Neues. Die Klischees sind allgegenwärtig, die Mechaniken bekannt, die grafische Qualität Mittelmaß. Das ständige Weglaufen und Verstecken kann ermüdend werden. Wer damit leben kann und eine düstere, verstörende Geschichte erleben möchte, bekommt hier ein gutes Horrorspiel. Wer mehr Abwechslung oder Innovation erwartet, wird enttäuscht.
Remothered: Tormented Fathers macht das, was es tut, gut – aber es tut nichts, was nicht schon hundertmal gemacht wurde.
Wertung: 7,0 / 10 – Gut
| Entwickler | Stormind Games |
| Publisher | Darril Arts, Stormind Games |
| Genre | Survival-Horror |
| Plattformen | PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch |
| Release | 30. Januar 2018 (PC), 25. Juli 2018 (Konsolen) |
| USK | Ab 16 Jahren |
| Preis (2018) | ca. 30 € |
Pro
- Beklemmende Atmosphäre
- Exzellentes Sounddesign
- Ausladende, düstere Story
- Versteck-Mechanik funktioniert
- Konstante Anspannung
- Faire Spielzeit (6-8 Stunden)
Contra
- Grafisch nur Durchschnitt
- Eintöniges Setting (nur Herrenhaus)
- Keine Innovation im Genre
- Ständiges Weglaufen kann ermüdend werden
- Wenig Wiederspielwert
- Klischeehafte Prämisse
FAQ
Ist Remothered: Tormented Fathers sehr gruselig?
Ja, die Atmosphäre ist beklemmend und konstant angespannt. Das Sounddesign verstärkt die Horror-Stimmung deutlich. Wer Jumpsares und psychologischen Horror mag, ist hier richtig.
Wie lange dauert Remothered: Tormented Fathers?
Die Spielzeit liegt bei etwa sechs bis acht Stunden, abhängig davon, wie viel man erkundet und wie oft man stirbt.
Kann man sich in Remothered wehren?
Nein, die Protagonistin ist unbewaffnet. Man findet zwar kleine Messer, die aber nur einmalig in QuickTime-Events verwendet werden können, um einem Angreifer zu entkommen. Kämpfen ist nicht möglich.
Braucht man Vorkenntnisse für Remothered: Tormented Fathers?
Nein, das Spiel ist eigenständig und benötigt keine Vorkenntnisse.
Ist Remothered auf Deutsch spielbar?
Die Sprachausgabe ist Englisch, deutsche Untertitel sind vorhanden. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht.

