Tiny Tinas Wonderlands für Xbox Series XS

Tiny Tina’s Wonderlands im Test: Fantasy-Chaos mit Borderlands-DNA

Tiny Tina’s Wonderlands wurde lange im Vorfeld gehyped und erweitert das Borderlands-Universum um einen weiteren Looter-Shooter mit massiven RPG-Elementen. Als eigenständiger Nachfolger des beliebten Borderlands 2-DLC „Tiny Tina’s Sturm auf die Drachenfestung“ katapultiert uns Gearbox Software in eine völlig durchgeknallte Fantasy-Welt, die von niemand geringerem als der explosionsverrückten Tiny Tina höchstpersönlich moderiert wird. Im Vordergrund steht die Story rund um Tina und ihre Rollenspielgruppe, wobei das Game auch nach Beenden der Main-Quests sowie Nebenmissionen noch Sammelbares beherbergt. Außerdem gilt es dann, die perfekte Ausrüstung zusammenzustellen, indem sogenannte Chaos-Runs abgeschlossen und gemeistert werden.

Story: Am Spieltisch mit Tiny Tina

Die Prämisse von Tiny Tina’s Wonderlands ist ebenso simpel wie genial: Wir sind Teil einer Rollenspielrunde, die von Tiny Tina als chaotische Spielleiterin moderiert wird. Gemeinsam mit den NPCs Valentine und Frette schlüpfen wir in die Rolle eines neuen Gruppenmitglieds und begeben uns auf die Reise, um den Dragon Lord zu besiegen. Was zunächst wie ein klassisches Fantasy-Abenteuer klingt, entwickelt sich zu einer herrlich absurden Achterbahnfahrt durch Tinas unberechenbare Vorstellungskraft.

Die Spieler bekommen wirklich das Gefühl, ein Teil der Rollenspielgruppe zu sein. Genau da setzt der Looter-Shooter auch an. Wir schlüpfen als „Player“ in die Rolle eines neuen Mitglieds der Gruppe und begeben uns auf die Reise. Tina improvisiert munter vor sich hin, ändert spontan die Regeln und lässt plötzlich Haie vom Himmel regnen, wenn ihr danach ist. Diese Meta-Ebene sorgt für unzählige komische Momente und macht das Spiel zu einem einzigartigen Erlebnis im Borderlands-Universum.

Die Story lebt primär von ihren lustigen Wendungen und der absolut genialen Synchronisierung der Sprecher. Selten habe ich während eines Shooters so viel gelacht und jedem Dialog hundert Prozent Beachtung geschenkt. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Spielerfahrung in der Originalvertonung am besten funktioniert, um keine Wortwitze zu verpassen und das Spiel direkt im Original zu genießen. Die englische Synchronisation ist phänomenal und trägt enorm zur Atmosphäre bei.

Im Laufe des Gameplays kommt man an Quests vorbei, die lustiger nicht sein könnten. Dabei hat Gearbox Gags eingebaut, die man teils erst beim zweiten Nachdenken versteht oder erkennt. Die Anspielungen reichen von diversen Kindersendungen über Star Wars bis hin zu den klassischen Borderlands-Titeln. Auch Claptrap fehlt nicht und kommt mit mehreren Questlines daher, die für Fans der Serie ein absolutes Highlight sind.

Tiny Tinas Wonderlands für Xbox Series XS

Grafik: Bekannter Cell-Shading-Look in Fantasy-Gewand

Zur Grafik lässt sich eigentlich nur sagen: Entweder man mag sie oder eben nicht. Der charakteristische Cell-Shading-Stil der Borderlands-Reihe ist auch in Wonderlands präsent und wird hier in ein Fantasy-Setting übertragen. Grundsätzlich schaut die Spielwelt sehr cool aus und ist beim Questen auch entsprechend abwechslungsreich. Von verträumten Wäldern über dunkle Höhlen bis hin zu schillernden Schlössern bietet das Spiel eine bunte Palette an Umgebungen.

Die verschiedenen Gebiete sind liebevoll gestaltet und bieten eine Menge Details zu entdecken. Magische Effekte, leuchtende Rüstungen und überdrehte Waffen sorgen für ein visuell ansprechendes Gesamtbild. Allerdings sehen die NPCs und Einwohner leider alle sehr ähnlich aus, was etwas schade ist. Bei den Monstern existieren dagegen viele unterschiedliche Modelle, sodass man im Endgame immer mal wieder etwas Neues sieht.

Nach dem Freischalten der Chaos-Runs, den Grind-Sessions im Endgame, landen wir allerdings immer wieder in identischen Abschnitten, und nur die Feinde variieren. Das kann auf Dauer etwas monoton werden, besonders für Spieler die hunderte Stunden investieren wollen.

Sound: Perfekte Vertonung und stimmungsvolle Musik

Die Soundkulisse von Tiny Tina’s Wonderlands ist ohne Zweifel einer der stärksten Aspekte des Spiels. Die Musikuntermalung passt perfekt zum Fantasy-Setting und wechselt geschickt zwischen epischen Orchesterklängen und humorvollen Einlagen. Besonders während intensiver Kämpfe sorgt der Soundtrack für die richtige Atmosphäre.

Was den Titel aber wirklich herausstechen lässt, ist die außergewöhnliche Sprachausgabe. Die englischen Synchronsprecher liefern eine Meisterleistung ab. Tina wird dabei von Ashly Burch gesprochen, die der Figur eine einzigartige Energie verleiht. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit, die durch die Sprecher perfekt transportiert wird. Die Dialoge sind witzig geschrieben, clever inszeniert und laden zum mehrmaligen Durchspielen ein, um jedes Detail mitzubekommen.

Auch die Soundeffekte im Kampf sind gelungen. Waffen klingen satt und unterscheidbar, Zaubersprüche haben passende magische Effekte und die Monster geben charakteristische Geräusche von sich. Das alles trägt zu einem immersiven Spielerlebnis bei, das den Spieler vollständig in Tinas verrückte Fantasiewelt eintauchen lässt.

Tiny Tinas Wonderlands für Xbox Series XS

Gameplay: Vertrautes Gunplay trifft auf Fantasy-RPG

Das Herzstück von Tiny Tina’s Wonderlands ist das Gameplay, das die bewährte Borderlands-Formel mit Fantasy-Elementen kombiniert. Die Action geht in guter alter Borderlands-Manier vonstatten. Nach Wahl der Klasse und dem Erstellen eines Charakters geht es in der First-Person-Perspektive so richtig ab. Das Gunplay fühlt sich vertraut an für alle, die schon Borderlands-Titel gespielt haben – satt, präzise und befriedigend.

Klassen und Charakteranpassung

Eine der größten Neuerungen ist das Klassensystem. Spieler können aus sechs verschiedenen Klassen wählen: Stabbomancer, Brr-Zerker, Clawbringer, Graveborn, Spellshot und Spore Warden. Jede Klasse hat einzigartige Fähigkeiten und Spielstile. Das Besondere: Nach einer Weile schaltet man eine zweite Klasse frei und kann diese mit der ersten kombinieren, was zu unzähligen Build-Möglichkeiten führt.

Die Klassen sowie Klassenkombinationen spielen sich so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Ein Brr-Zerker mit Nahkampffokus spielt sich völlig anders als ein Spellshot, der auf Magie setzt. Diese Vielfalt lädt zum Experimentieren ein und sorgt für hohen Wiederspielwert. Man sollte sich demnach genau durchlesen, was man spielen möchte, und dann sein perfektes Setup zusammenbauen.

Magie statt nur Granaten

Anders als in Borderlands gibt es in Wonderlands keine Granaten, sondern Zaubersprüche. Diese ersetzen die klassischen Wurfgeschosse und fügen sich nahtlos ins Fantasy-Setting ein. Von Feuerbällen über Eisblitze bis hin zu nekromantischen Beschwörungen ist alles dabei. Die Zauber haben oft spektakuläre Effekte und sind genauso wichtig für erfolgreiche Builds wie die richtigen Waffen.

Zusätzlich zu Schusswaffen und Zaubern können Spieler auch Nahkampfwaffen führen – Schwerter, Äxte und Hämmer, die richtig Schaden anrichten können. Diese Waffenvielfalt kombiniert mit den Klassenfähigkeiten macht jeden Kampf dynamisch und unterhaltsam.

Die Overworld

Von Gebiet zu Gebiet bewegen wir uns auf der „Overworld“, einer Tabletop-ähnlichen Übersichtskarte, wo einige Questgeber warten und uns etwas zu erzählen haben. Diese Top-Down-Perspektive ist eine charmante Hommage an Pen-and-Paper-Rollenspiele. Hier finden wir auch Schreine für permanente Buffs und einige zunächst nicht zugängliche Abschnitte. Die Overworld bietet auch zufällige Begegnungen und kleinere Rätsel, die für Abwechslung sorgen.

Während die Overworld anfangs frisch und interessant wirkt, nutzt sich das Konzept im Laufe der Zeit etwas ab. Man läuft mehrfach über dieselben Wege, und die zufälligen Begegnungen werden schnell zur Routine. Dennoch ist es eine nette Abwechslung zum klassischen Fast-Travel-System anderer Shooter.

Kämpfe und Gegnervielfalt

Die Kämpfe selbst sind chaotisch, bunt und actionreich. Dabei kann es mitunter auch schonmal unübersichtlich werden, besonders wenn mehrere Spieler gleichzeitig ihre Fähigkeiten und Zauber einsetzen. Effekte fliegen über den Bildschirm, Zahlen poppen auf und Monster kommen aus allen Richtungen. Für manche mag das überwältigend sein, für Borderlands-Veteranen ist es genau das, was sie lieben.

Die Gegnervielfalt ist solide. Von kleinen Goblins über massive Skelettkrieger bis hin zu riesigen Drachen gibt es einiges zu bekämpfen. Jeder Gegnertyp hat seine eigenen Angriffsmuster, und es gibt sowohl normale Feinde als auch besondere Named Enemies mit einzigartigen Drops. Bosskämpfe sind spektakulär inszeniert und bieten echte Herausforderungen, besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden.

Tiny Tinas Wonderlands für Xbox Series XS

Sammelaspekte: Überschaubar, aber vorhanden

Tiny Tina’s Wonderlands bietet neben überschaubarem Backtracking insgesamt nur wenig Sammelbares im Vergleich zu manch anderen Open-World-Titeln. Spieler dürfen Schriftrollen, Papierseiten, Murmeln und zwanzigseitige Würfel suchen, aber das hat man tatsächlich recht schnell erledigt. Auch die Schreine der Overworld, die beispielsweise Loot-Luck oder kritische Trefferchance erhöhen, sind sehr schnell freigeschaltet.

Dennoch wandert man immer wieder durch einzelne Gebiete, um jeden Winkel erkundet und jeden Dungeon abgeschlossen zu haben. Einzelne Encounter lassen sich natürlich wiederholen, aber das ist für den Abschluss der Hauptgeschichte nicht wirklich nötig. Viele Spieler werden lange vor Beenden des Spiels auf Max-Level 40 sein, und auf der normalen Map muss man nicht aktiv Loot sammeln, wenn man nicht möchte.

Für Completionists gibt es trotzdem genug zu tun: Alle Nebenquests absolvieren, sämtliche Sammelobjekte finden, jeden Shrine entdecken und alle versteckten Bereiche erkunden. Das verlängert die Spielzeit merklich, auch wenn die Belohnungen nicht immer gleichwertig mit dem Aufwand sind.

Story-Umfang: Kurz und knackig

Eine Schwäche, die viele Spieler ansprechen, ist der Umfang der Kampagne. Obschon Tiny Tina’s Wonderlands insgesamt sehr gut gefallen hat, ist die Story viel zu schnell zu Ende. Selbst inklusive aller Nebenquests ist das Game schneller durchgespielt als erwartet. Wer sich nur auf die Hauptstory konzentriert, ist in etwa 12 bis 15 Stunden durch. Mit Nebenquests kommt man auf 20 bis 25 Stunden.

Für einen vollpreisigen Looter-Shooter ist das eher am unteren Ende angesiedelt. Die Story hätte für den Geschmack vieler Spieler deutlich länger sein dürfen, besonders weil die Erzählung und Charaktere so stark sind. Wer also kein großes Gefallen am Endgame-Grind durch Dungeons hat, könnte etwas enttäuscht sein.

Allerdings wird mit Ende des Spiels der Grundstein für theoretisch unendlich viele DLCs gelegt. Zum Launch waren bereits vier DLCs im Season Pass angekündigt, die das Spiel um neue Inhalte erweitern. Diese „Mirrors of Mystery“ bringen neue Dungeons, Bosse und Herausforderungen, auch wenn die ersten DLCs von der Community eher gemischt aufgenommen wurden.

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Endgame: Der harte Grind beginnt

Der harte Grind fängt nach Beenden der Story erst so richtig an. Spieler werden in eine Mechanik eingeführt – um nicht zu spoilern, gehe ich darauf nicht weiter ein – die es ermöglicht, diverse Encounters zu spielen und so das Loot zu verbessern sowie immer stärkere Feinde freizuschalten, um noch mehr und besseres Loot zu erhalten.

Diese Chaos-Runs sind repetitive Dungeon-Durchläufe mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Man kämpft sich durch mehrere Arenen, besiegt Wellen von Gegnern und am Ende wartet ein Boss. Je höher das Chaos-Level, desto schwieriger die Feinde und desto besser der Loot. Es gibt insgesamt viele Chaos-Stufen zu meistern, was theoretisch hunderte Stunden Spielzeit bedeuten kann.

Das Endgame ist extrem wiederholend. Man stürzt sich immer wieder und wieder in die Dungeons, um eine Chance auf gutes Loot und möglichst perfekte Rolls zu haben. Für Loot-Enthusiasten ist das ein Traum, für Story-fokussierte Spieler eher weniger reizvoll. Die Frage ist: Macht es Spaß, zum hundertsten Mal denselben Dungeon zu laufen? Die Antwort hängt stark davon ab, wie sehr man das Kern-Gameplay genießt.

Multiplayer: Crossplay mit Problemen

Worauf viele Spieler sich im Vorfeld am meisten gefreut hatten, war der Online-Multiplayer. Tiny Tina’s Wonderlands war das erste Borderlands-Spiel mit vollständigem Crossplay zwischen allen Plattformen von Anfang an – PlayStation, Xbox und PC sollten ohne Einschränkung zusammenspielen können. Das klang auf dem Papier fantastisch.

Leider hat sich Gearbox in seinem aktuellen Titel etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt. Crossplay ist zwar technisch verfügbar, aber bis heute hatten viele Spieler massive Probleme. Beim Crossplay zwischen Xbox Series X und PC-Spielern trat teils so starkes Ruckeln auf, dass es kaum möglich war, halbwegs ohne Lags in einem Social-Spot herumzulaufen, geschweige denn gegen Monster zu kämpfen. Selbst beim Handeln hat es teils so geruckelt, dass man zunächst die eigene Hardware im Verdacht hatte, zu heiß zu werden.

Ein zweites Problem war an den Shift-Dienst geknüpft, Gearbox‘ Online-Plattform für ihre Spiele. War man online verfügbar, hat sich der Dienst immer wieder neu verbunden und bei jedem Vorgang für Ruckeln im Spiel gesorgt. Das unterbrach den Spielfluss massiv und war extrem frustrierend.

Innerhalb der Konsolen-Familie hat Multiplayer einigermaßen geklappt, aber auch nicht perfekt. Splitscreen funktionierte auf PS5 und Xbox Series X/S mit bis zu vier Spielern, auf Last-Gen-Konsolen mit zwei Spielern. Hier muss der Entwickler nachbessern, damit der Spielspaß im Multiplayer endlich aufleben kann. Es ist schade, dass ein so gut designtes Koop-Spiel durch technische Probleme ausgebremst wird.

Loot-System: Die Jagd nach perfekten Rolls

Das Herzstück jedes Looter-Shooters ist natürlich das Loot selbst. Tiny Tina’s Wonderlands übernimmt das bewährte Borderlands-System mit verschiedenen Seltenheitsstufen von weiß über grün, blau, lila bis zu orange und dark orange. Jede Waffe ist prozedural generiert und hat unterschiedliche Stats, Perks und Werte.

Die Loot-Jagd macht grundsätzlich Spaß. Das Gefühl, eine legendäre Waffe zu finden, ist nach wie vor befriedigend. Allerdings ist das System nicht perfekt. Viele legendäre Waffen fühlen sich nicht wirklich besonders an, und oft sind gut gerollte lila Waffen effektiver als schlechte legendäre. Das nimmt etwas die Magie aus dem Finden seltener Items.

Die „Loot-Luck“-Stat, die man durch Sammelobjekte erhöht, beeinflusst die Drop-Chancen. Das motiviert dazu, die Overworld gründlich zu erkunden. Außerdem gibt es spezielle Würfel, die man nach jeder Dungeon-Run werfen kann, um den finalen Loot zu beeinflussen. Diese kleinen Mechaniken verleihen dem System zusätzliche Tiefe.

Performance und technische Aspekte

Auf technischer Ebene läuft Tiny Tina’s Wonderlands größtenteils solide. Auf aktuellen Konsolen wie PS5 und Xbox Series X erreicht das Spiel konstante 60 FPS im Performance-Modus oder 4K mit 30 FPS im Qualitätsmodus. Auf Last-Gen-Konsolen muss man mit niedrigeren Auflösungen und gelegentlichen Frame-Drops rechnen, besonders in hektischen Kämpfen.

Die Ladezeiten sind auf Next-Gen-Konsolen dank SSD angenehm kurz. Fast Travel geht flott vonstatten, und der Wechsel zwischen Overworld und normalen Levels erfolgt ohne lange Wartezeiten. Auf PC läuft das Spiel mit entsprechender Hardware ebenfalls sehr gut, allerdings berichten einige Nutzer von Shader-Kompilierungsproblemen beim Start.

Bugs sind zum Glück selten. Gelegentlich bleiben Gegner in der Geometrie stecken oder Quests triggern nicht richtig, aber nichts Spielbrechendes. Gearbox hat nach Launch mehrere Patches veröffentlicht, die viele der anfänglichen Probleme behoben haben.

Wiederspielwert: Für Build-Bastler ideal

Der Wiederspielwert von Tiny Tina’s Wonderlands ist hoch, allerdings primär für eine bestimmte Spielergruppe. Wer gerne verschiedene Builds ausprobiert, unterschiedliche Klassenkombinationen testet und perfektes Loot farmt, wird hunderte Stunden Spaß haben. Die Vielfalt an Klassen, Fähigkeiten und Ausrüstung lädt zum Experimentieren ein.

Für Story-fokussierte Spieler sieht es anders aus. Die Hauptgeschichte ist beim zweiten Durchlauf nicht anders, und die Dialoge verlieren nach dem ersten Mal etwas von ihrem Charme, auch wenn sie nach wie vor lustig sind. Es gibt keinen New Game Plus-Modus im klassischen Sinne, aber man kann mit verschiedenen Charakteren neu starten.

Die DLCs verlängern die Spielzeit, wobei die „Mirrors of Mystery“ eher kleine Häppchen als vollwertige Story-Erweiterungen sind. Jeder DLC fügt einen neuen Dungeon mit Boss hinzu, was für ein paar Stunden Unterhaltung sorgt. Für Season Pass-Besitzer ist das okay, aber einzeln gekauft könnten sie als zu teuer empfunden werden.

Fazit: Chaotischer Spaß mit kleinen Schwächen

Tiny Tina’s Wonderlands ist ein super lustiges und spaßiges Spiel, bei dem man sich schon auf mögliche zukünftige Inhalte freuen kann. Die Story ist genial und ebenso gut gesprochen. Die Charaktere sind liebenswert, die Dialoge brillant geschrieben und die Präsentation top. Gearbox beweist einmal mehr, dass sie wissen, wie man einen charismatischen Looter-Shooter erschafft.

Der Looter-Shooter bietet einen angenehmen Umfang, wobei man sich besonders bei der Story zum Release schon mehr gewünscht hätte. Für ein Vollpreisspiel ist die Kampagne zu kurz, auch wenn die Qualität stimmt. Das Endgame ist extrem repetitiv und wird nicht jeden Spieler ansprechen. Wer Grinden nicht mag, wird nach der Story schnell aufhören.

Die größte Stärke liegt im Gameplay und der Atmosphäre. Die Mischung aus Shooter und Fantasy-RPG funktioniert hervorragend. Die Klassenkombinationen bieten unglaubliche Tiefe und Vielfalt. Jeder Build fühlt sich anders an, und es macht Spaß, das perfekte Setup zu finden.

Eine wirkliche Schwäche ist der Shift-Dienst, der nicht stabil läuft und vor allem Crossplay zum Launch nahezu unmöglich gemacht hat. Innerhalb der Konsolen-Familie hat es einigermaßen geklappt, aber auch nicht perfekt. Hier muss der Entwickler nachbessern, damit der Spielspaß im Multiplayer endlich aufleben kann. Es ist bedauerlich, dass technische Probleme ein ansonsten so gelungenes Koop-Erlebnis trüben.

Für Fans der Borderlands-Reihe ist Tiny Tina’s Wonderlands eine klare Empfehlung. Das Fantasy-Setting ist eine willkommene Abwechslung, und der Humor trifft ins Schwarze. Wer noch nie ein Borderlands gespielt hat, findet hier einen guten Einstieg ohne Vorkenntnisse. Die Meta-Erzählebene mit Tina als Spielleiterin macht den Titel zu einem einzigartigen Erlebnis im Genre.

Wertung: 8,0/10 – Gut

Stärken:

  • Geniale Story mit brillanten Dialogen
  • Hervorragende englische Synchronisation
  • Vielfältige Klassenkombinationen und Build-Optionen
  • Bewährtes Borderlands-Gunplay trifft Fantasy-Setting
  • Charmante Overworld als Hommage an Pen-and-Paper
  • Humor der perfekt ins Schwarze trifft
  • Hoher Wiederspielwert für Loot-Jäger
  • Gelungene Charakteranpassung

Schwächen:

  • Kampagne zu kurz für ein Vollpreisspiel
  • Repetitives Endgame
  • Crossplay zum Launch mit massiven Problemen
  • Shift-Dienst instabil
  • NPCs und Bewohner sehen ähnlich aus
  • Wenig Sammelbares außerhalb des Loots
  • DLCs eher kleine Häppchen als vollwertige Erweiterungen

Technische Daten

Titel: Tiny Tina’s Wonderlands
Genre: Looter-Shooter, Action-RPG
Entwickler: Gearbox Software
Publisher: 2K Games
Release: 25. März 2022 (PS5, PS4, Xbox Series X/S, Xbox One, PC via Epic Games Store), 23.Juni 2022 (Steam)
Spieler: 1-4 (Koop online und lokal)
USK: Ab 16 Jahren
PEGI: 16
Plattformen: PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X/S, Xbox One, Microsoft Windows (Epic/Steam)
Engine: Unreal Engine 4
Spielzeit: Ca. 12-15 Stunden (Hauptstory), 20-25 Stunden (mit Nebenquests), 50+ Stunden (Endgame)
Crossplay: Ja, vollständig plattformübergreifend
Splitscreen: Ja (4 Spieler auf PS5/Xbox Series X/S, 2 Spieler auf PS4/Xbox One)
Season Pass: 4 DLCs (Mirrors of Mystery)
Max Level: 40 (zum Launch)

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