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20+ gecancelte Ubisoft-Spiele: Die komplette Chronik (2010-2026)

Ubisoft hat in den letzten 16 Jahren mindestens 20 große Spiele gecancelt – wahrscheinlich deutlich mehr, wenn man unangekündigte Projekte mitrechnet. Von Rayman 4 über Rainbow Six: Patriots bis hin zum aktuellen Prince of Persia Remake: Die Liste der gestrichenen Projekte ist lang und schmerzhaft. Besonders seit 2022 hat sich die Situation dramatisch verschärft: Allein im Januar 2026 cancellte Ubisoft 6 Spiele auf einen Schlag im Rahmen eines „Major Reset“. Doch die Krise begann nicht erst gestern. Bereits 2014 wurde Rainbow Six: Patriots nach drei Jahren Entwicklung begraben. Prince of Persia: Redemption verschwand in den frühen 2010ern. Splinter Cell wurde für XDefiant geopfert – und XDefiant floppte ein Jahr später. Hier ist die vollständige chronologische Übersicht aller bestätigten Ubisoft-Cancellations der letzten 16 Jahre – mit Namen, Daten und Hintergründen.

2010-2014: Die frühen Cancellations

2010: Assassin’s Creed: Lost Legacy (3DS) – Auf der E3 2010 angekündigt, sollte das Spiel Ezio auf den Nintendo 3DS bringen. Die Story: Ezio deckt die Geschichte von Altaïr und dem Assassinen-Orden auf. Warum gecancelt? Die Ideen wuchsen zu groß für die kleine Handheld-Platform. Ubisoft recycelte die Story-Elemente später in Assassin’s Creed: Revelations (2011) für Konsolen/PC.

Frühe 2010er: Prince of Persia: Redemption – Ein Reboot der klassischen Serie, intern bei Ubisoft Montreal gepitcht um 2010-2011, direkt nach The Forgotten Sands. Ein Pre-Rendered Trailer tauchte 2020 im Internet auf und zeigte spektakuläre Gameplay-Konzepte: 3D-Action wie God of War meets Uncharted, riesige Monster, Time-Rewind-Mechaniken. Die Community war begeistert. Warum gecancelt? Prince of Persia’s Popularität war gesunken, Profit-Margen kleiner (Creator Jordan Mechner hält License), und Assassin’s Creed wurde zum größeren Hit mit ähnlichem Gameplay.

2011: Brothers in Arms: Furious Four – Auf der E3 2011 angekündigt als neues Brothers in Arms-Spiel von Gearbox/Ubisoft. Anders als frühere taktische WW2-Shooter sollte Furious Four deutlich light-hearted sein: Vier Charaktere metzeln sich durch Deutschland auf der Suche nach Hitler. Negative Fan-Reaktion auf den Tonwechsel. Gearbox pivotierte, Ubisoft stieg aus. Das Projekt wurde später zu Battleborn umgewandelt – das ebenfalls floppte.

2011-2014: Rainbow Six: Patriots – Das prominenteste Cancellation der 2010er. Angekündigt November 2011 mit spektakulärem Pre-Rendered Trailer. Story: Team Rainbow kämpft gegen „True Patriots“, eine amerikanische Terrorgruppe in New York City, die Wall Street auf trial stellt. Moralische Entscheidungen, düsterer Ton. Was passierte? März 2012: Creative Director David Sears, Narrative Director Richard Rouse III, Lead Designer Philippe Therien, Animation Director Brent George – alle aus dem Team entfernt. Entwicklung troubled. Mai 2013: GameStop streicht Pre-Orders. E3 2013: Ubisoft bestätigt Entwicklung für PS4/Xbox One. Juni 2014: Offizielle Cancellation. Begründung: Qualität nicht gut genug, new-gen-Konsolen erschwerten Entwicklung, Team wollte „clean slate“. Patriots wurde zu Rainbow Six: Siege umgewandelt, das 2015 released.

2018-2021: Die versteckten Projekte

2019: Sequel zu Prince of Persia 2: The Shadow and the Flame – Ein 2D-Sequel zum 1993er-Klassiker, entwickelt von Ubisoft Montpellier. Gecancelt 2019 laut Creator Jordan Mechner. Keine weiteren Details bekannt. Zeigt: Ubisoft experimentierte mehrfach mit PoP-Revivals, aber keines überlebte.

~2013-2021: Project Pioneer – Ein Sci-Fi-Spiel mit non-violent exploration, Entwicklung startete um 2013. Wurde in Watch Dogs 2 geteased (Easter Egg). Details spärlich, möglicherweise eine frühere Version von Project Ion. Gecancelt irgendwann vor 2021.

~2017-2021: Project Falcon (wurde zu XDefiant) – Hier wird’s interessant: Ubisoft San Francisco arbeitete 2017 an einem neuen Splinter Cell. Nach Monaten Entwicklung „lost interest“ die Führung – sie wollten Games-as-a-Service statt Single-Player. Das Splinter Cell-Projekt wurde umgewandelt in ein Monster-Hunting-Game namens Project Falcon. Falcon wurde später zu XDefiant, einem Free-to-Play Multiplayer-Shooter. XDefiant released 2024, floppte massiv, wurde 2025 nach nur einem Jahr eingestellt. Ubisoft opferte Splinter Cell für XDefiant und verlor beide.

2021: The Story of Rayman / Rayman Forever – Ein Remake des originalen Rayman mit Arbeitstiteln „Rayman: Forever“ und „The Story of Rayman“. Gecancelt 2021 laut einem ehemaligen Ubisoft VFX Artist. Rayman-Fans warten seit Legends (2013) auf ein neues Spiel – 13 Jahre ohne Major Release.

2021: Project Reaper (original Division Battle Royale) – Ein standalone Battle Royale von The Division, entwickelt und gecancelt 2021 due to poor player feedback. Nach dem Shutdown von Hyper Scape wurde die Entwicklung 2022 neu gestartet als „The Division: Heartland“. Heartland wurde ebenfalls später gecancelt (siehe 2025).

~2018-2021: Project Ion – Ein weiteres Sci-Fi-Projekt von Ubisoft Red Storm. Sehr wenig Information verfügbar. Möglicherweise eine frühere Iteration von Project Pioneer. Gecancelt vor 2022.

2022: Die erste große Welle – 4 Spiele weg

Juli 2022: Ghost Recon: Frontline – Free-to-Play Battle Royale im Ghost Recon-Universum, entwickelt von Ubisoft Bucharest. 2021 angekündigt mit sofortiger massiver negativer Community-Reaktion. Fans wollten taktische Shooter wie früher, kein Call of Duty: Warzone-Klon. Closed Beta leakte auf Twitch im frühen 2022. Gameplay wurde als generisch kritisiert. Cancellation Juli 2022.

Juli 2022: Splinter Cell VR – Angekündigt September 2020 für Oculus/Meta VR-Headsets. Entwickelt von Red Storm Entertainment (bekannt für VR-Titel wie Star Trek: Bridge Crew) mit Ubisoft Düsseldorf, Reflections, Mumbai als Co-Developer. Sollte ein „immersive, visceral“ Stealth-Erlebnis werden. Nach zwei Jahren Stille: Cancellation Juli 2022 als Teil von Kostensenkungsmaßnahmen. Splinter Cell-Fans warteten seit Blacklist (2013) auf ein neues Spiel – und bekamen stattdessen ein gecanceltes VR-Projekt.

Juli 2022: Zwei unangekündigte Projekte – Ubisoft bestätigte zwei weitere Cancellations, nannte aber keine Namen.

2023: Weitere 4 Cancellations

Januar 2023: Drei unangekündigte Projekte – Nur sechs Monate nach der ersten Welle folgten drei weitere Cancellations. Begründung: „Worsening macroeconomic conditions“ und Fokus auf „mega-brands and long-lasting titles„. Gleichzeitig floppten Mario + Rabbids: Sparks of Hope und Just Dance 2023, Skull and Bones wurde zum sechsten Mal verzögert.

2023: Project Q (Battle Arena) – 2022 angekündigt als „new kind of session-based cooperative shooter“, ein Team Battle Arena Game. Nach Leaks offiziell bestätigt. Sollte verschiedene Playtests im ersten Halbjahr 2023 bekommen. Gecancelt 2023 laut Developer Update. Ubisoft nannte es einen der „three unannounced games“ von Januar 2023.

2025: The Division Heartland und Star Wars

2025: The Division: Heartland – Free-to-Play survival-action multiplayer shooter, Set in Middle America. Ursprünglich als „Project Reaper“ 2021 gecancelt, 2022 neu gestartet nach Hyper Scape Shutdown. Mehrfach verzögert. Gecancelt 2025 laut Insider-Berichten. Ubisoft hat das Cancellation nie offiziell bestätigt, aber alle Mentions verschwanden von der Roadmap.

Early 2025: Star Wars Outlaws 2 – Laut Tom Henderson wurde eine Sequel zu Star Wars Outlaws sehr früh in der Entwicklung gecancelt. Wahrscheinlich wegen schlechter Sales von Outlaws 1 (2024). Ubisoft hat das nie offiziell bestätigt.

2026: Der „Major Reset“ – 6+ Spiele auf einen Schlag

Januar 2026: Prince of Persia: The Sands of Time Remake – Das schmerzhafteste Cancellation. 2020 angekündigt für Januar 2021, dann immer wieder verzögert: März 2021, fiscal year 2022/23, 2026. Entwicklung wechselte Studios: Ubisoft Pune/Mumbai → Montreal → Toronto als Co-Developer. Visuell mehrfach überarbeitet nach negativem Feedback zum ersten Trailer. Im Januar 2026 gab es noch Gerüchte über baldigen Shadow-Drop. Eine Woche später: Cancellation. Voice Actor Yuri Lowenthal: „The most devastating moment“ seiner Karriere. Begründung: „We weren’t able to reach the level of quality you deserve.“

Januar 2026: Drei unangekündigte neue IPs – Drei komplett neue Franchises, nie öffentlich gezeigt. Ubisoft bestätigte nur, dass es neue IPs waren, keine Sequels.

Januar 2026: Ein Mobile Game – Name unbekannt, wahrscheinlich Free-to-Play.

Januar 2026: Ein weiteres unangekündigtes Projekt – Gerüchte sprechen vom Splinter Cell Remake (angekündigt Dezember 2021), aber unbestätigt. Falls das Remake gecancelt wurde, wäre das der dritte Splinter Cell-Cancellation nach VR und Project Falcon/XDefiant.

2024-2025: Project Maverick (original version) – Extraction-based Far Cry Spin-off, ursprünglich als Multiplayer-Component für Far Cry 7 geplant. Entwicklung reboot Anfang 2025, Ressourcen zu FC7 verschoben. Laut NeoGAF Liste.

2024: Project Pathfinder (original version) – 2022 angekündigt als „new kind of session-based cooperative shooter“. Nach dem Erfolg von Helldivers 2 wurde Entwicklung 2024 rebooted/cancelled. Möglicherweise identisch mit Project Q.

~2024-2025: Project Scarlet (Assassin’s Creed post-Civil War) – Assassin’s Creed-Spiel set in post-American Civil War period. Gecancelt laut NeoGAF-Quelle, weil es „too political for the current climate in the US“ war. Ubisoft bestätigte das nie offiziell.

Die Chronik: 20+ gecancelte Spiele in 16 Jahren

Hier die vollständige Liste in chronologischer Reihenfolge:

1. 2010: Assassin’s Creed: Lost Legacy (3DS)

2. Frühe 2010er: Prince of Persia: Redemption

3. 2011: Brothers in Arms: Furious Four

4. 2011-2014: Rainbow Six: Patriots

5. 2019: Prince of Persia 2: Shadow and Flame Sequel

6. ~2013-2021: Project Pioneer (Sci-Fi non-violent exploration)

7. ~2017-2021: Project Falcon → XDefiant (Splinter Cell wurde geopfert)

8. 2021: The Story of Rayman / Rayman Forever

9. 2021: Project Reaper (Division BR)

10. ~2018-2021: Project Ion

11. Juli 2022: Ghost Recon: Frontline

12. Juli 2022: Splinter Cell VR

13-14. Juli 2022: Zwei unangekündigte Projekte

15-17. Januar 2023: Drei unangekündigte Projekte

18. 2023: Project Q (Battle Arena)

19. 2025: The Division: Heartland

20. Early 2025: Star Wars Outlaws 2

21. Januar 2026: Prince of Persia: The Sands of Time Remake

22-24. Januar 2026: Drei neue IPs

25. Januar 2026: Ein Mobile Game

26. Januar 2026: Ein weiteres unangekündigtes Projekt

27. 2024-2025: Project Maverick (original)

28. 2024: Project Pathfinder (original)

29. ~2024-2025: Project Scarlet (Assassin’s Creed post-Civil War)

Total: Mindestens 29 gecancelte Projekte zwischen 2010-2026

Splinter Cell: Drei Cancellations, kein neues Spiel seit 2013

Splinter Cell verdient besondere Erwähnung, denn kein Franchise zeigt Ubisofts Probleme deutlicher. Seit Blacklist (2013) – vor 13 Jahren – gab es:

– 2017: Neues Splinter Cell gecancelt, wurde zu Project Falcon → XDefiant (floppte 2024/2025)

– 2022: Splinter Cell VR gecancelt

– 2021: Splinter Cell Remake angekündigt, aber seit 4 Jahren kein Update. Director verließ Ubisoft 2022, kehrte erst Dezember 2025 zurück. Status unklar. Falls gecancelt 2026, wäre das Cancellation #3.

Splinter Cell ist praktisch tot. Die Serie, die einst Ubisofts Flagship-Franchise war (9,6 Millionen Verkäufe bis 2004, 32 Millionen bis 2016), existiert nur noch als Referenz in anderen Games.

Was kommt noch? Die unsichere Zukunft

Nach 29 gecancelten Spielen in 16 Jahren ist Vertrauen in Ubisofts Roadmap minimal. Mehr Details zur aktuellen Umstrukturierung findest du in unserem Artikel über Ubisofts Major Reset. Offiziell bestätigte Projekte:

– Assassin’s Creed Shadows (Japan-Setting, 2025 mehrfach verzögert)

– Assassin’s Creed Hexe (Witch Trials, Dark Ages)

– Beyond Good & Evil 2 (seit 2008 angekündigt – 18 Jahre!)

– Splinter Cell Remake (Status unklar)

– March of Giants (neue IP von Amazon erworben)

Aber: 7 weitere Spiele wurden im Januar 2026 verzögert, darunter angeblich Assassin’s Creed: Black Flag Remake. Und bei Ubisofts Track Record könnte jedes dieser Projekte morgen schon gecancelt sein.

Fazit: 16 Jahre Chaos, keine Besserung in Sicht

29 gecancelte Spiele. 16 Jahre Mismanagement. Von Rainbow Six: Patriots (3 Jahre Entwicklung, gecancelt) über Prince of Persia: Redemption bis zum aktuellen Sands of Time Remake (5 Jahre Entwicklung, gecancelt). Ubisoft hat systematisch Projekte angekündigt, Jahre entwickelt und dann begraben. Die Kosten? Hunderte Millionen Dollar, tausende Arbeitsstunden, verlorenes Vertrauen.

Die Gründe sind immer dieselben: „Qualität nicht gut genug“, „macroeconomic conditions“, „neue Konsolen-Generation“, „Fokus auf mega-brands“. Aber die wahren Probleme sind tiefer: Management-Chaos unter CEO Yves Guillemot (seit Jahrzehnten im Amt), Live-Service-Obsession (Splinter Cell wurde für XDefiant geopfert), toxische Arbeitskultur, finanzielle Krise.

Für Fans ist es frustrierend. Prince of Persia-Fans warten seit 2008 (The Forgotten Sands) auf ein gutes PoP – 18 Jahre. Splinter Cell-Fans seit 2013 – 13 Jahre. Beyond Good & Evil-Fans seit 2003 – 23 Jahre. Rayman-Fans seit 2013 (Legends) – 13 Jahre. Wie lange kann man warten, bevor Hoffnung stirbt?

Ubisoft steht am Abgrund. Der „Major Reset“ von Januar 2026 sollte helfen – aber mit 6 Cancellations auf einen Schlag, 2 geschlossenen Studios, hunderten Layoffs wirkt es eher wie Panik als Strategie. Die nächsten 1-2 Jahre entscheiden: Entweder gelingt das Comeback, oder Ubisoft wird übernommen von Tencent, Microsoft oder Sony. Basierend auf den letzten 16 Jahren? Die Chancen stehen nicht gut.

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