Als Ubisoft Ende Januar 2026 seinen umfassenden Konzernumbau ankündigte, blieben viele Details zunächst vage. Bekannt war, dass sechs Spiele eingestellt, sieben weitere verschoben und zwei Studios geschlossen wurden. Nur ein Titel wurde damals namentlich bestätigt: das bereits mehrfach verschobene Remake von Prince of Persia: The Sands of Time, über dessen Ende wir bereits berichtet hatten. Nun hat Insider Tom Henderson von Insider Gaming die vollständige Liste der sechs gestrichenen Projekte enthüllt.
Die sechs eingestellten Projekte
Prince of Persia: The Sands of Time Remake war der einzige öffentlich angekündigte Titel auf der Liste. 2020 vorgestellt, seither mehrfach verschoben und zuletzt für das erste Quartal 2026 angekündigt, wurde das Projekt vollständig eingestellt. Der Schöpfer der Original-Serie, Jordan Mechner, zeigte sich nach der Ankündigung öffentlich bestürzt.
Project Ether befand sich laut Henderson seit 2019 in Entwicklung, wurde zwischenzeitlich eingestellt und unter einem neuen Konzept neu gestartet. Das überarbeitete Projekt war bei Ubisoft Halifax in Arbeit, fiel jedoch nun ebenfalls der Streichliste zum Opfer. Teile der Entwicklungsarbeit sollen in ein weiteres, noch unbekanntes Projekt eingeflossen sein.
Project Pathfinder, zuvor unter dem Namen Project U bekannt, war ein kooperativer Shooter, über den bislang kaum öffentliche Details existierten. Auch dieser Titel wurde ersatzlos gestrichen.
Project Crest soll ein Extraction-Shooter im Setting des Zweiten Weltkriegs gewesen sein. Weitere Details sind nicht bekannt.
Assassin’s Creed Singularity war ein geplantes Mobile-Spiel aus dem Assassin’s-Creed-Universum, das sich laut Henderson seit mehreren Jahren in der Entwicklung befand und auch für den PC erscheinen sollte. Mit der Umstrukturierung wurde das Projekt gestoppt, bevor es je offiziell angekündigt wurde.
Assassin’s Creed Rebellion ist der einzige Titel auf der Liste, der bereits veröffentlicht war. Ubisoft stellt jedoch den weiteren aktiven Support für den Mobile-Titel ein.
Assassin’s Creed Black Flag Remake überlebt
Trotz der umfangreichen Streichungen gibt es eine ausdrücklich positive Nachricht: Das viel diskutierte Remake von Assassin’s Creed 4: Black Flag, intern oft als Project Resynced bezeichnet, soll die Umstrukturierungswelle überlebt haben. Laut Henderson soll der Titel weiterhin veröffentlicht werden, wurde allerdings aus dem laufenden Geschäftsjahr herausgeschoben. Erste Hinweise auf eine baldige Enthüllung verdichten sich, nachdem kürzlich auf Amazon Listungen für ein entsprechendes Artbook aufgetaucht sind. Eine offizielle Vorstellung im April 2026 gilt in Insiderkreisen als möglich.
Unabhängig von den offiziellen sechs Streichungen wurde laut Henderson zudem ein Multiplayer-Spiel aus dem Assassin’s-Creed-Universum eingestellt, das jedoch nicht in der offiziellen Zählung des Publishers auftaucht.
Einordnung
Die nun bekannten Namen vervollständigen das Bild des Ubisoft-Kahlschlags vom Januar 2026. Bemerkenswert ist die Bandbreite der gestrichenen Projekte: von einem langjährig entwickelten Einzelspieler-Remake über Multiplayer-Shooter bis zu mehreren Assassin’s-Creed-Ablegern auf verschiedenen Plattformen. Wie wir in unserer Chronik der gecancelten Ubisoft-Spiele gezeigt haben, ist das keineswegs ein neues Phänomen. Allerdings markiert der aktuelle Umfang einen neuen Höhepunkt: Allein seit 2018 hat Ubisoft über 20 Projekte eingestellt.
Die finanziellen Auswirkungen der Umstrukturierung hatten wir bereits in unserem Artikel zu den Q3-Ergebnissen 2025/26 eingeordnet. CFO Frederick Duguet hatte einen Verlust von über einer Milliarde Euro für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Die neue operative Struktur mit fünf eigenständigen Creative Houses soll ab April 2026 greifen, eine aktualisierte Unternehmensplanung wird für Mai 2026 erwartet.



