Wer genug von billigen Jump-Scares hat, sollte Whispers in the Fog im Auge behalten. Der Psychological Horror eines italienischen Solo-Entwicklers setzt auf schleichenden Grusel, Atmosphäre und ein ungewöhnliches Navigationssystem. Das Spiel ist ab sofort auf Steam als Wishlist-Item verfügbar.
Verloren im Nebel – ohne Karte, ohne Erinnerung
Die Prämisse klingt klassisch: Man erwacht in einem nebelverhangenen japanischen Wald. Kein Gedächtnis. Nur eine Taschenlampe. Doch Whispers in the Fog nutzt dieses Setup auf interessante Weise: Es gibt keine Karte. Stattdessen navigiert man durch die Umgebung, indem man mysteriösen Flüsterstimmen folgt.
Das Problem: Die Stimmen können helfen – oder in die Irre führen. Entwickler Pasquale Scionti beschreibt das System als bewusst ambivalent. Spieler müssen selbst herausfinden, wann sie den Stimmen trauen können und wann nicht. Ein cleverer Mechanik-Twist, der die Orientierungslosigkeit verstärkt.
Unreal Engine 5 für maximale Atmosphäre
Whispers in the Fog nutzt die Unreal Engine 5 mit dynamischer Beleuchtung und volumetrischem Nebel. Jede Szene ist visuell darauf ausgelegt, Spannung und emotionale Intensität aufzubauen. Das dynamische Wettersystem passt sich an den Standort und die Points of Interest an – mal regnet es leicht, mal tobt ein Sturm, mal legt sich dichter Nebel über verlassene Dörfer.
Licht ist rar. Die Taschenlampe ist oft das einzige, was die Dunkelheit zurückdrängt. Schatten dehnen sich unnatürlich aus, Schattenfiguren huschen mit unmenschlicher Geschwindigkeit durch den Wald. Das Spiel verspricht, dass der Nebel nicht nur visuelles Element ist, sondern ein eigenständiger Charakter.

Sound als Schlüsselelement
Neben der Grafik spielt 3D Spatial Audio eine zentrale Rolle. Die Geräuschkulisse verwischt bewusst die Grenze zwischen Realität und Halluzination. Spieler müssen auf subtile Hinweise achten: Wo kommen die Flüsterstimmen her? Was bedeuten die entfernten Schreie? Welche Geräusche sind real, welche nur im Kopf?
Sound hilft auch beim Finden von Locations: verlassene Dörfer, ein verfluchtes Asylum, Tunnelsysteme, verfallene Hütten und ein nebelverhangener Friedhof. Jeder Ort erzählt seine eigene Geschichte – ohne ein Wort auszusprechen.
Rätsel und fragmentierte Narrative
Die Story wird durch Umgebungs-Storytelling vermittelt. Verstreute Tagebuch-Einträge, persönliche Gegenstände und versteckte Erinnerungen enthüllen nach und nach, wer man ist und warum man hier gelandet ist. Rätsel sind nahtlos in die Umgebung integriert – Objekte, Symbole und Notizen müssen gefunden und richtig interpretiert werden.
Das Spiel unterstützt sowohl First- als auch Third-Person-Perspektive. Gegner werden während der Entwicklung eingeführt, aber Kämpfe sind bewusst limitiert. Keine Schusswaffen – nur Nahkampfwaffen wie Brechstangen, Rohre und Äxte. Die Gegner sind Manifestationen von Angst und Schuld, und oft ist Vermeidung die bessere Strategie als Konfrontation.
Kein Jump-Scare-Feuerwerk
Pasquale Scionti betont ausdrücklich: Whispers in the Fog setzt nicht auf Jump-Scares. Stattdessen baut das Spiel auf schleichende Beklemmung, psychologisches Unbehagen und Momente, die einem noch lange nach dem Spielen im Kopf bleiben.
Diese Philosophie erinnert an Horror-Klassiker, die durch Atmosphäre statt billiger Schockmomente funktionieren. In einer Zeit, in der viele Horror-Spiele auf lautstarke Überraschungseffekte setzen, wirkt dieser Ansatz erfrischend – auch wenn er zweifellos nicht für jeden Geschmack geeignet ist.
Reveal auf der Future Games Show 2025
Der erste Trailer zu Whispers in the Fog wurde im Juni 2025 während der Future Games Show Summer Showcase präsentiert. Das Video zeigt eindrucksvolle Visuals und einen starken atmosphärischen Kern, aber noch wenig konkretes Gameplay. Typisch für einen Reveal-Trailer, aber genug, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Besonders bemerkenswert: Das Spiel wird von einem einzigen Entwickler erstellt. Solo-Projekte dieser Größenordnung sind immer riskant, aber Scionti scheint die technischen und kreativen Fähigkeiten zu haben, um seine Vision umzusetzen.
Release: Noch offen
Ein konkretes Release-Datum gibt es nicht. Die Steam-Seite zeigt lediglich „Coming Soon“ an. Interessierte können das Spiel bereits zur Wishlist hinzufügen und werden dann über den Release informiert. Ob 2026 realistisch ist, bleibt abzuwarten – Solo-Entwicklungen brauchen Zeit, gerade bei dieser visuellen Komplexität.
FAQ
Wann erscheint Whispers in the Fog?
Ein Release-Datum wurde noch nicht genannt. Das Spiel ist auf Steam als Wishlist-Item verfügbar und wird als „Coming Soon“ gelistet.
Auf welchen Plattformen erscheint das Spiel?
Bislang ist nur eine PC-Version über Steam bestätigt. Konsolen-Versionen wurden nicht angekündigt.
Wer entwickelt Whispers in the Fog?
Der italienische Solo-Entwickler Pasquale Scionti arbeitet allein an dem Spiel. Es nutzt die Unreal Engine 5.
Gibt es Jump-Scares?
Nein. Der Entwickler betont ausdrücklich, dass das Spiel auf Atmosphäre, schleichende Beklemmung und psychologischen Horror setzt – nicht auf Jump-Scares.
Kann man sich gegen Gegner verteidigen?
Ja, aber nur mit Nahkampfwaffen wie Brechstangen, Rohren und Äxten. Es gibt keine Schusswaffen. Oft ist Vermeidung die bessere Strategie.

