XGIMI MemoMind

XGIMI MemoMind: Projektor-Hersteller steigt in KI-Brillen-Markt ein

Der Projektor-Hersteller XGIMI wagt sich auf die CES 2026 in neues Terrain: Mit MemoMind stellt das Unternehmen seine erste KI-Brillen-Serie vor. Die Modelle Memo One und Memo Air Display kombinieren modulares Design mit KI-Funktionen wie Übersetzungen, Notizen und kontextabhängigen Hinweisen. Die Memo One kostet rund 599 US-Dollar, das leichtere Air Display-Modell wiegt nur 28,9 Gramm. Vorbestellungen starten in Kürze.

XGIMI ist bisher vor allem für seine Projektoren bekannt. Mit MemoMind verlässt das Unternehmen erstmals sein Kerngeschäft und steigt in den wachsenden Markt für KI-Wearables ein. Die strategische Entwicklung nutzt bestehende Kompetenzen in Optik, Design und Leichtbau.

Modulares Design mit acht Fassungen und fünf Bügeln

Ein zentrales Merkmal der MemoMind-Brillen ist der modulare Aufbau. Nutzer können aus acht verschiedenen Fassungsformen und fünf austauschbaren Bügelvarianten wählen. Zusätzlich werden Korrektionsgläser unterstützt, sodass die KI-Brille auch für Brillenträger als Alltagsbrille taugt.

Diese Anpassungsfähigkeit unterscheidet MemoMind von vielen KI-Brillen am Markt, die oft in nur einer oder zwei Designvarianten erhältlich sind. Der Fokus auf Individualisierung soll die Akzeptanz als Alltagsgegenstand erhöhen.

Drei Produktlinien für unterschiedliche Bedürfnisse

Zum Marktstart umfasst das MemoMind-Portfolio zwei verfügbare Modelle plus ein drittes in Entwicklung:

Memo One: Das vollausgestattete Modell

Das umfangreichste Modell der Serie kombiniert Lautsprecher mit einem beidäugigen Display (binokulares Display). Die Brille ermöglicht sowohl visuelle als auch akustische KI-Interaktionen.

Features:

  • Beidäugiges Display
  • Integrierte Lautsprecher
  • Vollumfängliche KI-Funktionen
  • Preis: ca. 599 US-Dollar

Memo Air Display: Leicht und unauffällig

Das Memo Air Display setzt auf ein monokulares Display (einäugig) und richtet sich an Nutzer, die nur grundlegende Informationen einblenden möchten.

Features:

  • Monokulares Display
  • Nur 28,9 Gramm Gewicht
  • Klassisches Brillen-Erscheinungsbild
  • Akkulaufzeit: Ein ganzer Tag
  • Mit Ladeetui: Bis zu eine Woche Nutzung

Mit 28,9 Gramm gehört das Air Display zu den leichtesten KI-Brillen am Markt – ein entscheidender Faktor für den Tragekomfort im Alltag.

Drittes Modell: Noch klassischer

Ein drittes Modell, das sich optisch noch stärker an herkömmlichen Brillen orientieren soll, befindet sich in Entwicklung und wird zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. Details zu diesem Modell gibt es noch nicht.

KI-Funktionen: Hybrid-System mit mehreren LLMs

MemoMind nutzt ein hybrides Betriebssystem, das mehrere große Sprachmodelle (Large Language Models) kombiniert:

  • OpenAI (vermutlich GPT-4 oder GPT-4.5)
  • Microsoft Azure AI
  • Qwen (chinesisches LLM von Alibaba)

Das System wählt je nach Anwendungsfall das passende Modell aus. Zu den vorgesehenen Funktionen zählen:

  • Echtzeit-Übersetzungen: Gespräche live übersetzen
  • Zusammenfassungen: Lange Texte komprimieren
  • Notizen: Sprachnotizen und Memos
  • Erinnerungen: Kontextabhängige Reminder
  • Kontexthinweise: Situationsbezogene Informationen

Die Interaktionen sind auf kurze, situationsbezogene Einblendungen ausgelegt – kein dauerhaftes Display-Overlay, sondern nur bei Bedarf.

Air-Display-Technologie mit optischer Expertise

Die optische Darstellung basiert auf sogenannten Air-Displays, die Informationen transparent ins Sichtfeld einblenden. Das Display passt sich an Umgebungslicht und Kopfbewegungen an, um die Lesbarkeit zu optimieren.

XGIMI nutzt dabei seine mehr als zehnjährige Erfahrung in optischer Entwicklung aus dem Projektor-Geschäft. Die Kompetenz in Linsen, Lichtsteuerung und Bildprojektion wird auf die Miniaturisierung für Brillen übertragen.

Warum Brillen als Formfaktor?

Apollo Zhong, Gründer von XGIMI und leitender Investor von MemoMind, erklärt die Entscheidung: „Brillen sind ein etablierter Alltagsgegenstand und erfordern keine neuen Nutzungsgewohnheiten. Aus unserer Sicht ist das ein geeigneter Formfaktor, um KI-Funktionen unaufdringlich verfügbar zu machen.“

Dieser Ansatz unterscheidet sich von anderen KI-Wearables wie dem Humane AI Pin (separates Gerät zum Anstecken) oder den Meta Ray-Ban Stories (Kamera-Brille ohne Display). MemoMind setzt auf die Vertrautheit einer normalen Brille.

Verfügbarkeit und Preis

CES 2026 Präsentation:

  • Pepcom (Paris Las Vegas): 5. Januar 2026
  • Venetian Expo, Stand Galileo 1005: 5. bis 9. Januar 2026

Marktstart:

  • Vorbestellungen starten in Kürze
  • Memo One: ca. 599 US-Dollar
  • Memo Air Display: Preis noch nicht bekannt (vermutlich günstiger)
  • Drittes Modell: Zeitpunkt und Preis noch offen

Einordnung: XGIMI im KI-Wearables-Markt

Der Einstieg von XGIMI in KI-Brillen ist bemerkenswert. Der Markt wird bisher von Tech-Giganten wie Meta (Ray-Ban Stories), Google (Glass Enterprise) und Startups wie Brilliant Labs (Frame) dominiert.

XGIMIs Vorteile:

  • ✅ Optische Expertise aus Projektor-Entwicklung
  • ✅ Erfahrung mit Leichtbau und Design
  • ✅ Modulares Konzept mit Individualisierung
  • ✅ 28,9 Gramm beim Air Display = sehr leicht

Herausforderungen:

  • ⚠️ Keine etablierte Marke im Wearables-Bereich
  • ⚠️ Starke Konkurrenz (Meta, Google)
  • ⚠️ 599$ ist Premium-Preis für neue Marke
  • ⚠️ KI-Brillen-Markt noch jung und unsicher

Der Preis von 599 Dollar positioniert die Memo One im Premium-Segment – vergleichbar mit Meta Ray-Ban Stories (299)plusPremium−Features,abergu¨nstigeralsgescheiterteProduktewieGoogleGlass(1.500) plus Premium-Features, aber günstiger als gescheiterte Produkte wie Google Glass (1.500 ).

Fazit: Spannender Newcomer mit Potenzial

XGIMI MemoMind zeigt einen durchdachten Ansatz für KI-Brillen: modulares Design, geringes Gewicht und Fokus auf Alltagstauglichkeit. Die optische Expertise aus dem Projektor-Geschäft könnte ein Vorteil gegenüber reinen Software-Firmen sein.

Ob MemoMind sich gegen Meta, Google und andere durchsetzen kann, hängt von der Ausführungsqualität, der KI-Performance und der Akzeptanz ab. Der Markt für KI-Wearables ist noch jung – es gibt Raum für innovative Ansätze.

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