AVerMedia Live Gamer Extreme 3 - GC551G2

AVerMedia Live Gamer Extreme 3 (GC551G2) im Test – VRR-Support für die neue Streaming-Generation

Mit der Live Gamer Extreme 3 (GC551G2) bringt AVerMedia eine neue Generation auf den Markt, die den Ansprüchen moderner Streamer und Content Creator gerecht werden soll. Die zentrale Neuerung: VRR-Support – Variable Refresh Rate, die für ein noch flüssigeres Bild sorgt. Die Karte setzt auf USB 3.2 (Gen 1) und funktioniert via Plug & Play sogar treiberlos. Nach über 300 Stunden im Einsatz ziehe ich Bilanz.

Lieferumfang: Auf das Wesentliche reduziert

Der Kartoninhalt ist überschaubar: Neben der Capture Card selbst liegen das USB-C-auf-USB-A-Kabel sowie ein HDMI-2.0-Kabel bei. Dazu der obligatorische Quick Start Guide, den erfahrungsgemäß niemand liest. Mehr braucht es aber auch nicht – die GC551G2 ist auf Effizienz getrimmt.

Eine Besonderheit verdient Erwähnung: Die beiden 3,5-mm-Klinke-Ports. Via Line-In und Line-Out lässt sich ein Audiosignal einschleusen oder abgreifen. Je nach Streaming-Setup ist dieses Feature essentiell, etwa wenn ein externes Mischpult ins Spiel kommt.

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Technische Eckdaten

Das Signal wird über zwei HDMI-Ports durchgeschliffen. In HDR werden folgende Auflösungen unterstützt:

  • 2160p60 (4K)
  • 1440p120
  • 1080p240

Mit VRR aktiviert ist man auf 1440p120 bzw. 1080p120 beschränkt – eine Einschränkung, die in der Praxis aber kaum stört, da die meisten Konsolen ohnehin maximal 120 Hz ausgeben.

Das Aufnahmeformat MPEG4 unterstützt sowohl H.264 als auch H.265. Welches Format sinnvoll ist, hängt vom eigenen Setup und der verfügbaren Rechenleistung ab. H.265 liefert bessere Qualität bei gleicher Dateigröße, ist aber rechenintensiver.

Verarbeitung: Leicht und zweckmäßig

Die GC551G2 folgt dem aktuellen AVerMedia-Design: komplett in Schwarz, komplett aus Kunststoff. Das klingt weniger hochwertig als es ist – die Verarbeitung ist solide, nichts knarzt oder wackelt. Mit 85 Gramm ist die Karte ein Leichtgewicht, das dank vier Gummifüßen auf der Unterseite nicht verrutscht.

Die Status-LED auf der Oberseite ist wichtiger als man denkt. Sie zeigt an, ob eine Quelle erkannt wird und ob Probleme vorliegen – bei der Fehlersuche unverzichtbar.

AVerMedia Live Gamer Extreme 3 - GC551G2 (5)

Einrichtung: Fast zu einfach

Da die Live Gamer Extreme 3 als UVC-Gerät funktioniert, ist sie unter Windows 10 und 11 sofort einsatzbereit. Einfach an einen USB-3-Port anschließen, fertig. Unter „Sound“ taucht ein neues Mikrofon auf, das in der Streaming-Software eingebunden werden muss.

Vor dem Produktiveinsatz empfehle ich dringend, über AVerMedia Assist Central nach Firmware-Updates zu suchen. Das kann spätere Probleme vermeiden.

Wichtig: USB 2.0 funktioniert nicht! Blinkt die LED rot, hängt die Karte am falschen Port. Auch bei Kabeln sollte man nicht sparen – billige Alternativen können Probleme verursachen.

OBS Studio: Schnell konfiguriert

OBS Studio und andere Streaming-Programme erkennen die GC551G2 problemlos. In meinem Setup habe ich sie als zusätzliches Mikrofon in den Audio-Einstellungen hinterlegt und auf „Monitor Only“ gestellt, da sämtliches Audio über den Desktop geroutet wird.

Als Video-Quelle hinzugefügt und konfiguriert, kann es losgehen. Filter für das Bild waren bei mir nie nötig, wobei das vom jeweiligen Setup abhängt.

Die beworbene extrem niedrige Latenz bestätigt sich in der Praxis. Mit bloßem Auge konnte ich keine Verzögerung ausmachen – ich konnte sogar im Vorschaufenster der Streaming-Software spielen, ohne Probleme zu bemerken.

AVerMedia Live Gamer Extreme 3 - GC551G2 - OBS

Im Dauereinsatz: Verlässlich, aber manchmal zickig

Nach rund 300 Stunden Betrieb und Live-Sessions von acht Stunden und mehr kann ich bestätigen: Die Karte arbeitet verlässlich. Sie wird schnell warm, aber die Temperatur bleibt konstant. Eine aktive Kühlung gibt es nicht, weshalb auch keine Lüftungsschlitze vorhanden sind.

Allerdings zeigt sich die GC551G2 bei bestimmten Szenarien zickig. Wechselt man im laufenden Betrieb die HDMI-Quelle – etwa vom iPad Mini auf das iPad Pro – erkennt die Karte zwar eine Quelle, aber das Bild bleibt schwarz. Kein Fehler, keine Meldung, einfach nichts. Ein Neustart oder Umstecken des HDMI-Kabels schafft Abhilfe.

Bei Konsolen wie Nintendo Switch oder Xbox Series X traten solche Probleme nie auf. Es scheint primär mobile Quellen zu betreffen.

Intel-Empfehlung: Nicht nur Marketing

AVerMedia empfiehlt dringend den Einsatz eines Intel-Chipsatzes. Das ist keine leere Phrase: Stichprobentests mit einem AMD-System zeigten sporadische Audio-Desync-Probleme, die völlig unvorhersehbar auftraten und dann wieder verschwanden.

Wer auf AMD setzt, sollte die Karte vor dem Kauf unbedingt testen. Mit Intel-Systemen lief alles reibungslos.

 

AVerMedia Live Gamer Extreme 3 - GC551G2 - RECentral

Software: RECentral und Assist Central

Die hauseigene Software RECentral ist optional, aber nützlich für tiefergehende Einstellungen. Da Updates mittlerweile über Assist Central verteilt werden, braucht man RECentral im Alltag selten.

Positiv: AVerMedia versorgt seine Produkte regelmäßig mit Firmware-Updates und Bugfixes. Das unterscheidet die Marke von vielen günstigeren Alternativen, bei denen nach dem Kauf Funkstille herrscht.

 

AVerMedia Live Gamer Extreme 3 - GC551G2

Fazit

Die AVerMedia Live Gamer Extreme 3 richtet sich an Streamer und Content Creator, die zukunftssicher aufgestellt sein wollen. VRR-Support, 4K60 HDR Pass-Through und Audio-Durchschleifen sind Features, die nicht jede Capture Card bietet.

Muss man seine aktuelle Karte ablösen? Nicht unbedingt. Wer mit seiner Lösung zufrieden ist und kein VRR benötigt, kann getrost warten. Die „dringende Empfehlung“ für Intel-Chipsätze schränkt die Zielgruppe zusätzlich ein.

Für Neueinsteiger oder alle, die auf Next-Gen-Konsolen mit VRR streamen wollen, ist die GC551G2 jedoch eine exzellente Wahl. Die Plug-&-Play-Funktionalität macht den Einstieg kinderleicht, die Langzeitstabilität überzeugt, und AVerMedia steht für kontinuierlichen Support.


Bewertung: 8.3/10

Stärken:

  • VRR-Support (erste AVerMedia-Karte)
  • 4K60 HDR Pass-Through
  • 1440p120 / 1080p240 möglich
  • Plug & Play (treiberlos, UVC)
  • Extrem niedrige Latenz
  • Line-In/Line-Out für Audio
  • Regelmäßige Firmware-Updates
  • Solide Verarbeitung
  • Kompakt und leicht (85g)

Schwächen:

  • Intel-Chipsatz dringend empfohlen
  • Zickt bei mobilen Quellen (iPad/iPhone)
  • Kein USB 2.0 Support
  • Nur Kunststoffgehäuse
  • VRR auf 1440p120 beschränkt

Technische Daten:

  • Hersteller: AVerMedia
  • Modell: Live Gamer Extreme 3 (GC551G2)
  • Preis: ca. 170-180 Euro
  • Schnittstelle: USB 3.2 Gen 1 (Type-C auf Type-A)
  • Video-Eingang: HDMI 2.0
  • Video-Ausgang: HDMI 2.0 (Pass-Through)
  • Max. Pass-Through: 4K60 HDR / 1440p120 / 1080p240
  • Max. Aufnahme: 4K30 / 1080p60
  • VRR-Support: Ja (1440p120 / 1080p120)
  • Aufnahmeformat: MPEG4 (H.264 / H.265)
  • Audio: 3,5mm Line-In + Line-Out
  • Gewicht: 85g
  • Kompatibilität: Windows 10/11, macOS, PS5, Xbox Series X|S, Switch

 

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