Der Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft hat die Videospielwelt nachhaltig geprägt. Seit den frühen 1990er Jahren adaptieren Entwickler weltweit die düsteren Visionen des kosmischen Horrors für interaktive Medien. Diese Spiele bieten Spielern die einzigartige Möglichkeit, selbst in die Rolle von Ermittlern zu schlüpfen, die sich verbotener Erkenntnis nähern und dabei ihren Verstand riskieren. Im Gegensatz zu klassischen Horror-Spielen mit Jump-Scares setzen Cthulhu-Spiele auf psychologischen Terror, der langsam unter die Haut geht und noch lange nach dem Spielen nachwirkt.
Was macht Cthulhu-Spiele besonders?
Videospiele basierend auf dem Cthulhu-Mythos zeichnen sich durch mehrere charakteristische Elemente aus, die sie von anderen Horror-Genres unterscheiden:
Psychologischer Horror statt billiger Schocks
Statt auf Jump-Scares zu setzen, bauen diese Spiele eine bedrückende Atmosphäre auf, die den Spieler langsam in den Wahnsinn treibt. Die Bedrohung ist oft unsichtbar, schwer greifbar – das Grauen kommt aus dem Unbekannten, dem Unfassbaren. Es ist nicht das Monster, das hinter der Ecke lauert, sondern die Gewissheit, dass die Realität selbst falsch ist, dass hinter dem Schleier unserer Wahrnehmung Dinge existieren, die wir nicht verstehen sollten.
Wahnsinnsmechaniken: Der Verstand als Ressource
Viele Titel implementieren innovative Systeme, die den geistigen Verfall der Protagonisten simulieren und das Gameplay entsprechend beeinflussen. Je mehr der Protagonist sieht, je tiefer er in die Mysterien eintaucht, desto mehr verliert er seine geistige Stabilität. Das Sanity-System ist nicht nur ein Gesundheitsbalken – es verändert fundamental, wie das Spiel gespielt wird. Halluzinationen, verzerrte Wahrnehmung, falsche Informationen – der Spieler kann seinem eigenen Bildschirm nicht mehr trauen.
Kosmische Bedrohungen jenseits menschlicher Vorstellung
Die Antagonisten sind keine gewöhnlichen Monster, sondern unfassbare Entitäten aus anderen Dimensionen, deren bloße Existenz die menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Cthulhu, Nyarlathotep, Azathoth – diese Wesen sind keine Gegner, die man besiegen kann. Sie sind Naturgewalten, Götter, außerhalb unserer Realität. Ihre Motivationen sind für den Menschen so unverständlich wie unsere Motivationen für eine Ameise. Das ist kosmischer Horror.
Ermittlungsfokus: Detektivarbeit im Angesicht des Wahnsinns
Der Schwerpunkt liegt oft auf detektivischer Arbeit, dem Sammeln von Hinweisen und dem graduellen Enthüllen einer größeren, bedrohlichen Wahrheit. Cthulhu-Spiele sind Puzzle-Boxen des Schreckens. Man muss Tagebücher lesen, Gespräche führen, Verbindungen herstellen. Und mit jedem gelösten Rätsel, mit jeder enthüllten Wahrheit, wünscht man sich, man hätte nicht weitergeforscht.
Die besten Cthulhu-Videospiele nach Kategorien
Direkte Adaptionen des Mythos
Call of Cthulhu: Shadow of the Comet (1993)
Dieses Point-and-Click-Adventure von Infogrames war eines der ersten Spiele, das Lovecrafts Werk direkt adaptierte. Es folgt dem Fotografen John Parker, der in das fiktive Städtchen Illsmouth reist, um einen Kometen zu fotografieren. Was als astronomische Expedition beginnt, entwickelt sich zu einer Konfrontation mit uralten Kulten und kosmischen Schrecken.
Warum es wichtig ist: Shadow of the Comet etablierte viele Konventionen, die später Standard wurden – die Mischung aus Detektivarbeit und übernatürlichem Horror, die langsame Eskalation vom Alltäglichen zum Unfassbaren, die Atmosphäre von Paranoia und drohender Gefahr.
Call of Cthulhu: Prisoner of Ice (1995)
Die Fortsetzung verbesserte die Grafik und das Gameplay erheblich. Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs und kombiniert historische Ereignisse mit mythos-typischen Elementen. Auf einem militärischen Schiff in der Antarktis wird ein Nazi-Experiment mit übernatürlichen Kräften aufgedeckt.
Besonderheit: Die Kombination von Nazi-Mystizismus und Cthulhu-Mythos war für die Zeit innovativ und beeinflusste spätere Werke wie Wolfenstein und Hellboy.
Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (2005)
Entwickelt von Headfirst Productions, gilt dieses Spiel als ambitionierte, wenn auch technisch problematische Umsetzung von Lovecrafts „The Shadow over Innsmouth“. Es führte innovative Mechaniken wie Herzschlag und Sanity-Meter ein, die heute Standard im Horror-Gaming sind.
Highlights:
- Keine HUD-Elemente – vollständige Immersion
- Dynamisches Sanity-System mit echten Konsequenzen
- Die ikonische Flucht-Sequenz durch Innsmouth gilt als Gaming-Klassiker
- Schusswaffen fühlen sich gefährlich und schwer kontrollierbar an
Schwächen: Technische Probleme, Bugs, instabile Performance – das Spiel war ambitionierter als die Technik der Zeit erlaubte.
Call of Cthulhu (2018)
Cyanide Studios moderne Interpretation konzentriert sich auf atmosphärische Ermittlungsarbeit auf der mysteriösen Darkwater Island. Das Spiel betont Entscheidungen und multiple Lösungswege. Der Privatdetektiv Edward Pierce untersucht den Tod einer Familie und stolpert in eine Verschwörung, die weit über einen simplen Mord hinausgeht.
Gameplay-Features:
- RPG-Elemente: Skill-System beeinflusst Dialogoptionen
- Multiple Endings basierend auf Entscheidungen
- Sanity-Mechanik verändert Wahrnehmung
- Stealth-Sequenzen: Manchmal muss man sich verstecken
Kritik: Gemischte Reviews – starke Atmosphäre, aber teils frustrierendes Gameplay und technische Mängel.
The Sinking City (2019)
Frogwares schuf mit diesem Open-World-Detektivspiel eine der umfassendsten Lovecraft-Adaptionen. Spieler erkunden die überflutete Stadt Oakmont, Massachusetts – eine Stadt, die buchstäblich im Meer versinkt, während ihre Bewohner dem Wahnsinn verfallen.
Was es besonders macht:
- Riesige Open World mit echtem Erkundungsgefühl
- Komplexes Ermittlungssystem ohne Quest-Marker
- Moralisch ambivalente Entscheidungen
- Verschiedene Fraktionen mit eigenen Agendas
- Die Stadt selbst ist der Hauptcharakter
Schwächen: Repetitive Kämpfe, technische Probleme bei Launch, komplizierte Publishing-Geschichte.
The Sinking City 2 (2025)
Die mit Spannung erwartete Fortsetzung verspricht eine noch tiefere Erkundung des Cthulhu-Mythos mit verbesserter Grafik und erweiterten Ermittlungsmechaniken. Frogwares hat aus den Fehlern des ersten Teils gelernt und verspricht ein runderes Gesamterlebnis.
Stark vom Mythos inspirierte Spiele
Eternal Darkness: Sanity’s Requiem (2002)
Silicon Knights revolutionierte mit diesem GameCube-Exklusivtitel das Horror-Gaming. Das innovative Sanity-System beeinflusste nicht nur das Gameplay, sondern manipulierte sogar die Benutzeroberfläche, um Spieler zu verunsichern.
Das legendäre Sanity-System:
- Falsche „Ihre Daten wurden gelöscht“-Meldungen
- Lautstärke regelt sich selbst runter
- Bildschirm wird schwarz als wäre TV aus
- Kamera-Winkel werden verrückt
- NPCs schreien den Spieler an, nicht den Charakter
Warum es brillant ist: Das Spiel bricht die vierte Wand und greift den Spieler an, nicht nur den Charakter. Es zeigt, dass Horror im Gaming mehr sein kann als Gameplay-Mechaniken.
Amnesia: The Dark Descent (2010)
Frictional Games schuf mit diesem Survival-Horror-Meisterwerk ein Spiel, das Lovecrafts Philosophie des kosmischen Horrors perfekt einfängt. Die Hilflosigkeit des Protagonisten und die allmähliche Enthüllung einer unmenschlichen Wahrheit sind klassische Mythos-Elemente.
Gameplay-Revolution:
- Keine Verteidigungsmöglichkeit – nur Flucht oder Verstecken
- Sanity sinkt in Dunkelheit, aber Laternen verraten Position
- Das Anschauen von Monstern senkt Sanity
- Physik-basierte Rätsel und Interaktion
Legacy: Amnesia definierte Indie-Horror neu und inspirierte unzählige Nachahmer.
Bloodborne (2015)
From Softwares Action-RPG beginnt als gotischer Horror, entwickelt sich aber zu einer kosmischen Horror-Geschichte, die stark von Lovecraft inspiriert ist. Die Transformation der Spielwelt und die Enthüllung der „Großen Alten“ sind Meisterwerke des Interactive Storytellings.
Die brillante Transformation:
- Beginnt als viktorianische Werwolf-Story
- Langsam enthüllt sich kosmischer Horror
- „Insight“ (Einsicht) als mechanische Umsetzung von verbotenem Wissen
- Je mehr Insight, desto mehr sieht man – und bereut es
Warum es funktioniert: Bloodborne zeigt statt zu erzählen. Die Story ist in Umgebungen, Item-Beschreibungen, Boss-Designs eingewoben. Man erfährt das Grauen allmählich.
Sunless Sea (2015) & Sunless Skies (2019)
Failbetter Games schuf mit diesen narrativen Erkundungsspielen einzigartige Welten voller eldritcher Geheimnisse. Die Spiele kombinieren Ressourcenmanagement mit atmosphärischem Storytelling.
Das Besondere:
- Text-basiert aber unglaublich atmosphärisch
- Perma-Death mit Legacy-System
- Jede Reise ist eine Geschichte
- Bizarr-poetische Sprache
- Victorianer Grotesken trifft kosmischen Horror
Indie-Perlen und Geheimtipps
Conarium (2017)
Zoetrope Interactive adaptierte Lovecrafts „At the Mountains of Madness“ als First-Person-Adventure. Das Spiel besticht durch seine atmosphärische Antarktis-Kulisse und psychologischen Horror. Ein Wissenschaftler erwacht in einer verlassenen Forschungsstation – ohne Erinnerung, was passiert ist.
Stärken: Atmosphäre, Treue zu Lovecrafts Vorlage, schöne Grafik Schwächen: Kurz (3-4 Stunden), lineares Gameplay
The Shore (2021)
Dieses kostenlose Spiel bietet trotz seiner kurzen Spielzeit eine intensive Lovecraft-Erfahrung mit beeindruckenden Visuals und einer dichten Atmosphäre. Ein Solo-Entwickler-Projekt, das zeigt, was mit Leidenschaft möglich ist.
Warum spielen: Es ist kostenlos, visuell beeindruckend und dauert nur 2 Stunden. Perfekte Lovecraft-Einführung.
Call of the Sea (2020)
Out of the Blue entwickelte ein wunderschönes Puzzlespiel, das Lovecrafts Themen in eine sonnige Südsee-Kulisse verlegt und dabei eine überraschend positive Wendung des Mythos präsentiert. Die Protagonistin Norah sucht ihren vermissten Ehemann auf einer tropischen Insel.
Die Überraschung: Das Spiel dekonstruiert Lovecrafts oft xenophobe Perspektive und erzählt eine Geschichte über Akzeptanz und Transformation statt Horror.
Dredge (2023)
Ein Indie-Hit, der Fishing-Simulator mit Lovecraftian Horror kombiniert. Als Fischer auf einem kleinen Boot erkundet man ein Archipel, fängt Fische – und entdeckt, dass etwas Unfassbares unter den Wellen lauert.
Warum es funktioniert: Die Kombination von entspanntem Fischen und schleichendem Grauen. Der Tag-Nacht-Zyklus verwandelt das Spiel von gemütlich zu albtraumhaft.
Still Wakes the Deep (2024)
Von The Chinese Room (Dear Esther, Amnesia: A Machine for Pigs) – ein atmosphärisches Horror-Adventure auf einer schottischen Ölplattform in den 1970er Jahren. Die Bohrung erweckt etwas, das nicht hätte geweckt werden sollen.
Besonderheit: Authentischer schottischer Dialekt, klaustrophobische Umgebung, Body-Horror-Transformation der Crew.
Die Evolution des Cthulhu-Gamings
Die Darstellung des Cthulhu-Mythos in Videospielen hat sich über die Jahrzehnte stark entwickelt:
1990er: Die Point-and-Click-Ära
Frühe Titel konzentrierten sich hauptsächlich auf Point-and-Click-Mechaniken und textbasierte Rätsel. Shadow of the Comet und Prisoner of Ice etablierten das Genre. Technische Limitationen bedeuteten, dass Horror hauptsächlich durch Text, Musik und pixelige Sprites erzeugt wurde – was ironischerweise oft effektiver war, da die Vorstellung des Spielers die Lücken füllte.
2000er: Der 3D-Durchbruch
Mit Dark Corners of the Earth und Eternal Darkness betraten Cthulhu-Spiele die 3D-Welt. Neue Möglichkeiten für Atmosphäre, Kamera-Arbeit und Immersion. Das Sanity-System wurde zum Standard. Die Probleme: Technische Limitationen führten oft zu Enttäuschungen – die Vision überforderte die Hardware.
2010er: Indie-Renaissance und Mainstream-Interesse
Amnesia bewies, dass Indie-Horror profitabel ist. Bloodborne zeigte, dass AAA-Produktionen lovecraftianische Themen erfolgreich integrieren können. The Sinking City versuchte, Open-World und Cthulhu zu verbinden. Diverse kleinere Titel wie Conarium, Call of the Sea und Sunless Sea fanden ihre Nischen.
2020er: Technologische und narrative Reife
Moderne Spiele nutzen fortgeschrittene Technologien, um immersive Erfahrungen zu schaffen, die Lovecrafts Vision des kosmischen Horrors auf neue Weise interpretieren:
Technologische Fortschritte:
- Ray-Tracing für düstere Beleuchtung
- Prozedural generierte Welten (Dredge)
- Verbesserte Physik-Engines für Body-Horror
- Visuelle Darstellung unmöglicher Geometrien
- Virtual Reality (experimentell)
Narrative Innovation:
- Nicht-lineare Erzählstrukturen
- Multiple Enden basierend auf echten moralischen Dilemmata
- Player Agency – Entscheidungen mit echten Konsequenzen
- Dekonstruktion von Lovecrafts problematischen Aspekten (Xenophobie, Rassismus)
- Diverse Protagonisten und Perspektiven
Gameplay-Mechaniken des kosmischen Horrors
Cthulhu-Spiele haben verschiedene innovative Mechaniken entwickelt, um Lovecrafts literarische Konzepte interaktiv umzusetzen:
Sanity-Systeme: Der Verstand als Ressource
Von Eternal Darkness bis Call of Cthulhu simulieren diese Mechaniken den mentalen Verfall:
Wie es funktioniert:
- Sanity sinkt beim Anblick von Monstern, okkulten Ritualen, unmöglichen Dingen
- Niedrige Sanity = Halluzinationen, verzerrte Wahrnehmung, falsche Informationen
- In manchen Spielen: Permanente Konsequenzen (Phobien, Traumata)
- Heilung: Oft begrenzt oder unmöglich
Warum es brilliant ist: Es macht das zentrale Lovecraft-Konzept spielbar – Wissen ist gefährlich.
Wissensmanagement: Je mehr du weißt, desto schlimmer
Viele Spiele strafen Spieler paradoxerweise für das Erlangen von Wissen:
- Bücher lesen = Sanity-Verlust, aber notwendig für Fortschritt
- Optionale Erkenntnisse verschlechtern Ending
- „Insight“ in Bloodborne macht Spiel schwerer
- The Sinking City: Mehr Wahrheit = düsterere Welt
Das Dilemma: Fortschritt erfordert Selbstschädigung. Genial.
Moralische Ambiguität: Keine richtigen Antworten
Entscheidungen haben oft keine eindeutig „richtigen“ Antworten:
- Opfere Unschuldige um Schlimmeres zu verhindern?
- Verbrennte okkultes Wissen oder bewahre es für zukünftige Generationen?
- Schließe Pakte mit kleineren Übeln gegen größere?
Lovecrafts Thema: Menschliche Moral ist bedeutungslos im kosmischen Maßstab.
Hilflosigkeit als Feature
In vielen Cthulhu-Spielen ist der Protagonist schwach:
- Amnesia: Keine Waffen, nur Flucht
- Bloodborne: Waffen helfen gegen Diener, nicht gegen Götter
- Still Wakes the Deep: Normale Mensch vs. kosmische Infektion
Warum das funktioniert: Es verstärkt das Lovecraft-Gefühl der menschlichen Bedeutungslosigkeit.
Zukunft des Cthulhu-Gamings
Mit The Sinking City 2 am Horizont und einem wachsenden Interesse an narrativem Horror sieht die Zukunft des Cthulhu-Gamings vielversprechend aus:
Technologische Möglichkeiten
Virtual Reality:
- Vollständige Immersion in kosmischen Horror
- Sanity-Effekte werden noch intensiver
- Aber: VR Horror ist extrem belastend – Nischenmarkt
Verbesserte KI:
- Dynamisches Storytelling
- NPCs reagieren auf Spieler-Sanity
- Prozedurale Horrormomente
Raytracing und Beleuchtung:
- Düstere, authentische Atmosphäre
- Unmögliche Geometrien visuell darstellen
- Schatten werden zum Gameplay-Element
Narrative Trends
Dekonstruktion von Lovecrafts Problematik:
- Kritische Auseinandersetzung mit Xenophobie
- Diverse Protagonisten
- Horror ohne Rassismus
Genre-Blending:
- Cthulhu + Farming Sim? (Cult of the Lamb-style)
- Cthulhu + Cozy Games? (Dekonstruktion)
- Cthulhu + Management (Worshippers of Cthulhu)
Multiplayer-Potenzial
Koop-Horror:
- Gemeinsam ermitteln, gemeinsam wahnsinnig werden
- Asymmetrische Sanity-Level schaffen Paranoia
- Wer ist noch vertrauenswürdig?
Investigators vs. Cultists:
- Asymmetrisches Multiplayer
- Investigators versuchen Ritual zu stoppen
- Cultists versuchen Great Old One zu beschwören
Streaming und Content Creation
Die Popularität von Streaming hat dazu beigetragen, dass Cthulhu-Spiele ein breiteres Publikum erreichen:
- Dramatische Reaktionen auf kosmischen Horror sind unterhaltsam
- Twist-Wendungen funktionieren perfekt für Streaming
- Community-Theorien und Lore-Diskussionen
Content Creator als Markenbotschafter: Spiele wie Dredge und Still Wakes the Deep verdanken ihren Erfolg teilweise Streamern.
Fazit: Der ewige Einfluss Lovecrafts
Der Cthulhu-Mythos bleibt eine der einflussreichsten Horror-Quellen im Gaming. Von den frühen Adventurespielen der 1990er bis zu modernen AAA-Produktionen haben Entwickler immer neue Wege gefunden, Lovecrafts Vision des kosmischen Horrors zu interpretieren.
Was Cthulhu-Spiele bieten:
Die Kombination aus psychologischem Terror, innovativen Mechaniken und atmosphärischem Storytelling sorgt dafür, dass Cthulhu-Spiele auch in Zukunft Spieler in ihren Bann ziehen werden. Sie bieten etwas, das andere Horror-Genres nicht leisten: Existenziellen Schrecken. Nicht das Monster unterm Bett, sondern die Erkenntnis, dass das Universum kalt, gleichgültig und voller Dinge ist, die wir nicht verstehen sollten.
Die Stärke des Mediums:
Videospiele sind vielleicht das perfekte Medium für Lovecraft. Literatur kann beschreiben, Film kann zeigen – aber nur Games lassen uns erfahren. Das Sanity-System, die Entscheidung zwischen Wissen und Sicherheit, die langsame Realisierung, dass man Teil von etwas Größerem, Schrecklichem ist – das funktioniert nur interaktiv.
Für wen sind diese Spiele?
Für Horror-Gaming-Enthusiasten bieten diese Titel einzigartige Erfahrungen, die weit über konventionelle Schockmomente hinausgehen und stattdessen existenzielle Ängste und die Grenzen menschlicher Erkenntnis erkunden. Sie sind nichts für Spieler, die schnelle Action oder klare Gut-vs-Böse-Narrative suchen. Aber für jene, die bereit sind, sich auf langsame Schrecken, ambivalente Moral und unbequeme Wahrheiten einzulassen, gibt es kaum etwas Befriedigenderes.
Die Zukunft:
Der Cthulhu-Mythos wird Gaming weiter prägen. Die Kombination aus zeitlosem Horror und modernen Gaming-Mechaniken hat noch lange nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft. Was als Nischen-Genre begann, ist längst Mainstream – und das ist gut so. Denn in einer Welt voller Superhelden und Happy Ends brauchen wir Geschichten, die uns daran erinnern, wie klein wir sind.
Ia! Ia! Cthulhu fhtagn!





Unter Indie Perlen habt ihr aber noch zwei gute Spiele und Beispiele vergessen:
– The Excavation of Hobb’s Barrow – Point and Click Adenture und Mischung aus Folk Horror & Lovecraftschen Motiven
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Excavation_of_Hob%27s_Barrow
– The Dreams in the Witch House: Genremix aus Point-and-Click, Survival und Echtzeit wobei das eigentlich direkt vom Mythos inspiriert ist aber kein AA oder AAA – Game ist
https://www.deutschelovecraftgesellschaft.de/article/385-lovecrafter-online-computerspiel-rezension-dreams-in-the-witch-house/
Hallo Ulf,
vielen Dank für den Hinweis, die habe ich tatsächlich übersehen.
Werden bei der nächsten Aktualisierung definitiv berücksichtigt!
Viele Grüße
Mark