Während Bungie das Ende von Destiny 2 verkündet, verdichten sich gleichzeitig die Hinweise auf eine tiefe Krise beim Studio. Laut einem Bericht von Bloomberg-Reporter Jason Schreier befindet sich Destiny 3 nicht in Entwicklung — und ein Anschlussprojekt für den Großteil des Destiny-2-Teams existiert schlicht nicht. Massive Entlassungen gelten als wahrscheinlich.
Interne Pitches für Destiny 3 soll es laut Forbes bereits mehrfach gegeben haben. Sony, seit 2022 Eigentümer von Bungie, habe das Projekt jedoch nie freigegeben. Der Grund: Der Konzern ist nicht bereit, die nötigen Mittel bereitzustellen, um gleichzeitig Marathon zu stemmen und einen neuen Destiny-Teil zu entwickeln. Seit der Übernahme für 3,6 Milliarden US-Dollar hat Sony den internen Wert des Studios bereits nach unten korrigiert — ein Zeichen dafür, wie stark die Erwartungen verfehlt wurden.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch Marathon, Bungies im März 2026 gestarteter Extraction-Shooter, hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die gleichzeitigen Spielerzahlen bewegen sich im niedrigen fünfstelligen Bereich — deutlich unter dem, was sich Sony erhofft hatte. Die verbliebenen Destiny-2-Entwickler sollen nun vorrangig zur Schadensbegrenzung bei Marathon abgestellt werden. Wer dort keine Verwendung findet, hat laut Schreier schlicht kein neues Projekt, auf das er wechseln könnte.
Genaue Entlassungszahlen sind nicht bekannt. Bei aktuell rund 800 Mitarbeitern bei Bungie könnte es sich jedoch um einen erheblichen Teil der Belegschaft handeln. Sony hat sich bislang nicht öffentlich zu den Berichten geäußert.
Für Destiny-Fans bedeutet das: Ein Nachfolger ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht. Ideen aus dem Destiny-Universum liegen zwar intern vor, müssten aber erst grünes Licht von Sony erhalten. Das Live-Service-Modell, auf dem Bungie jahrelang aufgebaut hat, steht mit dem Ende von Destiny 2 und den Schwierigkeiten von Marathon vor einem Scherbenhaufen — mit unklaren Folgen für die Zukunft des gesamten Studios.


