Ein Jahr nach dem Ende von Metro 2033 kehren wir zurück in die Moskauer Metro. Metro: Last Light erschien ursprünglich 2013 und gilt als technisch wie spielerisch überlegener Nachfolger. Mit Metro: Last Light Redux erhalten PlayStation 4, Xbox One und PC-Spieler nun die definitive Version – visuell aufpoliert, technisch optimiert und mit allen DLCs ausgestattet.
4A Games hatte beim ersten Metro bewiesen, dass sie Atmosphäre schaffen können wie kaum ein anderes Studio. Mit Last Light zeigen sie, dass sie auch Gameplay verfeinern können. Die Fortsetzung behält die beklemmende Endzeit-Stimmung bei, verbessert aber nahezu jeden spielmechanischen Aspekt: präziseres Gunplay, flüssigeres Stealth, klareres Storytelling, sympathischere Charaktere.
Nach rund 15 Stunden in den Tunneln und auf der verstrahlten Oberfläche steht fest: Last Light Redux ist nicht nur das bessere Metro – es ist einer der besten Shooter der aktuellen Generation. Wer Metro 2033 Redux geliebt hat, wird Last Light vergöttern. Wer den Vorgänger verpasst hat, sollte dringend beide spielen – idealerweise im Metro Redux Bundle, das beide Spiele zum Schnäppchenpreis vereint.
Story: Das letzte Licht der Menschheit
Achtung: Spoiler für Metro 2033!
Last Light setzt direkt nach dem „schlechten“ Ende von Metro 2033 an – Artyom hat den Raketenangriff auf das Nest der Dunklen befohlen. Die mysteriösen Wesen wurden praktisch ausgelöscht. Nur ein einziger Dunkler überlebte: Ein junges Kind, versteckt irgendwo in den Ruinen Moskaus.
Ein Jahr später: Die Metro am Abgrund
Die Metro ist instabiler denn je. Die Fraktionen stehen kurz vor einem totalen Krieg:
- Das Vierte Reich (Faschisten) rüstet massiv auf
- Die Rote Linie (Kommunisten) antwortet mit Gegenmobilisierung
- Die Hanse (Händlerkoalition) versucht verzweifelt, neutral zu bleiben
- Die Polis (Demokraten) wird zwischen allen Fronten zerrieben
Die Ranger – Elitetruppe der Polis, zu der Artyom nun gehört – erhalten einen heiklen Auftrag: Den letzten überlebenden Dunklen finden und eliminieren, bevor das Vierte Reich ihn als biologische Waffe einsetzen kann.
Artyom: Vom stillen Beobachter zum Handelnden
Anders als im Vorgänger ist Artyom in Last Light aktiver Protagonist. Er spricht zwar weiterhin nicht während des Gameplays (Silent Protagonist-Prinzip), aber die Zwischensequenzen zeigen ihn als handelnden Charakter mit eigener Agenda. Die Tagebuch-Einträge zwischen Kapiteln kehren zurück, diesmal mit mehr emotionaler Tiefe.
Charakter-Entwicklung: Artyom plagt sich mit Schuldgefühlen wegen des Genozids an den Dunklen. Als er das Kind findet, erkennt er: Die Dunklen waren keine Bedrohung – sie versuchten zu kommunizieren. Seine Mission ändert sich von „Eliminieren“ zu „Beschützen“.
Pavel: Freund oder Feind?
Die größte narrative Stärke von Last Light ist Pavel – ein kommunistischer Soldat, dem Artyom zu Beginn das Leben rettet. Pavel begleitet Artyom mehrere Kapitel lang, und es entwickelt sich eine echte Kameradschaft. Die Dialoge zwischen beiden sind authentisch, humorvoll, menschlich.
Der Twist: Pavel ist Red-Line-Agent mit eigenem Auftrag. Als ihre Loyalitäten kollidieren, wird aus Freundschaft Rivalität. Pavel ist kein eindimensionaler Bösewicht – er ist ein Mensch mit eigenen Überzeugungen, der tut, was er für richtig hält. Diese Nuancierung macht ihn zum besten Antagonisten der Serie.
Anna: Mehr als Love Interest
Anna – Tochter von Ranger-Kommandant Miller – wird Artyoms Partnerin auf mehreren Missionen. Sie ist tough, kompetent, sarkastisch. Die Beziehung zwischen ihr und Artyom entwickelt sich organisch – keine aufgezwungene Romance, sondern gegenseitiger Respekt, der langsam zu mehr wird.
Kritikpunkt: In manchen Szenen wird Anna zum Damsel in Distress degradiert. Das widerspricht ihrer sonst starken Charakterisierung und fühlt sich wie Rückschritt an.
Khan & Miller: Rückkehr bekannter Gesichter
- Khan (der mystische Ranger aus 2033) kehrt zurück als spiritueller Mentor. Seine philosophischen Monologe über die Dunklen geben der Story Tiefe.
- Miller (Annas Vater, Ranger-Kommandant) ist pragmatisch, zynisch, aber loyal. Seine Beziehung zu Artyom wandelt sich von Misstrauen zu väterlicher Anerkennung.
Die zwei Endings
Wie der Vorgänger bietet Last Light zwei Endings basierend auf dem versteckten Moral-System:
„Schlechtes“ Ending (Standard):
Artyom opfert sich, um den D6-Bunker (Ranger-Basis) gegen kommunistische Invasion zu verteidigen. Er stirbt als Held, aber die Metro versinkt weiter in Gewalt.
„Gutes“ Ending (Erleuchtung):
Artyom realisiert, dass Krieg sinnlos ist. Mit Hilfe des Dunklen-Kindes stoppt er die Kämpfe. Die Fraktionen einigen sich auf Waffenstillstand. Hoffnung bleibt.
Redux-Verbesserung: Das Moral-System ist viel klarer kommuniziert als in 2033. Visuelle/auditive Hinweise sind deutlicher, Moralpunkte-Trigger logischer platziert.
Die Welt: Noch lebendiger
Last Light erweitert das Metro-Universum erheblich:
- Venice-Station: Unterirdischer See mit improvisierten Booten, Fischerei, Schwarzmarkt-Handel
- Theater-Station: Kulturzentrum mit Varieté-Show, Prostituierten, Alkohol-Bars
- Frontlinie: Kriegsgebiet zwischen Kommunisten und Faschisten, Schützengräben in Tunneln
- D6-Bunker: Geheime Militärbasis mit Vorkriegs-Technologie, Arsenalen, Geheimnissen
Die Stationen fühlen sich lebendiger an als in 2033. Mehr NPCs, mehr Dialoge, mehr Interaktionen. Man kann Gitarrenspielern lauschen, Theaterstücken zusehen, Betrunkene streiten hören. Die Metro atmet.

Gameplay: Evolution statt Revolution
Last Light übernimmt die Grundmechaniken von Metro 2033 Redux, verfeinert sie aber in allen Aspekten.
Spielmodi (Redux-Feature)
Wie Metro 2033 Redux bietet auch Last Light Redux zwei Modi:
Spartan-Modus (Last Light Original-Stil):
- Mehr Munition als 2033, aber weniger als typische Shooter
- Ausgewogeneres Action/Stealth-Verhältnis
- Zugänglicher für Mainstream-Spieler
- Empfohlen für: Erstspieler, Action-Fans
Survival-Modus (2033-Stil angepasst):
- Knappe Ressourcen, höherer Schwierigkeitsgrad
- Stealth wird stärker belohnt
- Gasmaskenfilter seltener
- Empfohlen für: Metro-Veteranen, Hardcore-Fans
Ranger-Hardcore (Unlockable):
- Kein HUD, realistische Schäden
- Extrem knappe Ressourcen
- Für Masochisten
Meine Empfehlung: Spartan für Last Light ist hervorragend ausbalanciert. Survival macht es nicht besser, nur schwerer. Last Light wurde für Spartan designed – spielt es so.
Stealth: Deutlich verbessert
Das Stealth-System ist massiv verbessert gegenüber 2033:
Neue Mechaniken:
Wischbares HUD:
- Artyoms Armbanduhr zeigt Sichtbarkeit (hell = sichtbar, dunkel = versteckt)
- Gasmasken-Kondensation wischbar (realistischer als 2033)
- Mehr visuelle Feedback-Systeme
Verbesserte KI:
- Wachen reagieren konsistenter
- Alarm-Systeme logischer
- Patrol-Muster lernbar
- Leichen-Entdeckung führt zu sinnvoller Suche (nicht sofortigem Alarm)
Werkzeuge:
- Wurfmesser: Präziser als in 2033, Kopfschuss = instant kill
- Licht-Shooting: Lampen ausschießen schafft Schatten-Korridore
- Luftgewehr (verbessert): Kann jetzt modifiziert werden (Schalldämpfer, erweiterte Magazine)
- Rauchgranaten: Temporäre Deckung, Wachen verwirren
Nicht-letaler Ansatz: Last Light belohnt Pazifismus stärker. Komplett stealth-basierte Durchgänge ohne Kills sind möglich und geben Moralpunkte. Das war in 2033 frustrierend – hier funktioniert es.
Beispiel-Encounter:
Kommunistische Militärbasis, 12 Wachen, 3 Scharfschützen. Man kann:
- Alle eliminieren (laut, Munition-intensiv)
- Stealth-Kills durchführen (leise, riskant)
- Komplett umgehen (schwierig, aber möglich)
- Mix aus allem (realistisch)
Last Light gibt Freiheit, ohne zu überfordern.
Combat: Gunplay wie aus dem Lehrbuch
Das Waffenhandling ist deutlich präziser als in 2033:
Waffen-Arsenal:
Improvisierte Waffen:
- Ashot (Flinte): Selbstgebaut, Schrotpatronen, verheerend auf kurze Distanz
- Hellbreath (Flammenwerfer): Provisorisch, Insekten/Mutanten-Killer
- Duplet (Doppelflinte): Klassiker aus 2033, weiterhin tödlich
Militärische Waffen:
- AK-74M (Kalaschnikov): Zuverlässig, modifizierbar, Standardwaffe
- VSV (Sniper-Variant): Präzise, gedämpft, ideal für Stealth-Scharfschützen
- Uboyneg (Gatling-Shotgun): Automatische Schrotflinte, Munitions-Fresser
- RPK (Maschinengewehr): Suppressive Fire, schwer, effektiv
Spezialwaffen:
- Medved (Revolver): .44 Magnum, ein Schuss = ein Kill
- Abzats (RPG): Raketenwerfer, selten, zerstörerisch
- Preved (Luftdruck-Revolver): Endlose Munition (aufpumpbar), schwach aber leise
Modifikations-System: Waffen sind modular anpassbar:
- Laser-Sights, Nachtsichtgeräte, Schalldämpfer
- Erweiterte Magazine, Zielfernrohre
- Jede Mod ändert Handling (Gewicht, Mobilität, Lautstärke)
Munitions-Ökonomie bleibt: Militärische Patronen sind immer noch Währung. Das Dilemma (verschießen oder sparen?) ist präsent, aber weniger brutal als in 2033.
Kämpfe:
Gegen Menschen:
- Deckungssystem funktioniert flüssig
- Feinde flankieren intelligent
- Headshots töten sofort, Bodyshots brauchen mehrere Treffer
- Granaten-Würfe vorausgeplant (Gegner kochen Granaten!)
Gegen Mutanten:
- Watchmen (Hunde): Schnell, Rudeltaktik
- Nosalis (Ratten): Schwärme aus Tunneln
- Demons (Flugtiere): Auf Oberfläche, Luftangriffe
- Shrimp (Garnelen-Monster): Neu! Wasserbewohner, erschreckend
- Bear (Mutanten-Bär): Boss-Encounter, extremer Schaden
Neue Gegner-Typen:
- Spiderbug: Klettern an Wänden/Decken, spucken Gift
- Lurker: Camouflage-Fähigkeit, praktisch unsichtbar
Gasmasken & Survival (verfeinert)
Die Gasmasken-Mechanik bleibt, ist aber benutzerfreundlicher:
Verbesserungen:
- Filter-Zeitanzeige präziser
- Wechsel-Animation schneller (~1 Sekunde vs. 2 in 2033)
- Ersatzmasken häufiger verfügbar
- Risse heilen schneller (Duct-Tape!)
Neue Features:
- Night-Vision-Gasmasken: Nachtsicht in Dunkelheit, verbrauchen Filter schneller
- Reinforced Masks: Höherer Schutz, schwerer
Balance:
Gasmasken sind weiterhin essentiell, aber nicht mehr konstanter Stressfaktor. Man hat mehr Kontrolle, weniger Panik. Das ist gut – 2033’s Filter-Stress war manchmal zu viel.
Leveldesign: Linearer Fokus mit Highlights
Last Light ist strikt linear wie der Vorgänger. Keine Open World, keine Sidequest. Das ist bewusste Design-Entscheidung und funktioniert.
Level-Highlights:
1. Reich-Station (Intro): Kommunistische Verhörszene. Atmosphärisch, spannungsgeladen. Führt Stealth-Tutorial ein.
2. Pavel’s Train: Zugreise durch Frontlinie. Pavel-Charakterisierung. QTE-Sequenz (divisiv).
3. Venice-Station: Unterirdischer See, Bootfahrt, Schwarzmarkt. Atemberaubend schön, moralisch komplex (Prostituierte befreien = Moralpunkt).
4. Theater-Station: Varieté-Show, Bar-Schlägerei, Chase-Sequenz. Beste NPC-Dichte der Serie.
5. Dead City 2 (Oberfläche): Ruinen Moskaus, Demon-Angriffe, Red-Star-Boss-Kampf. Visuell spektakulär.
6. Swamp-Station: Überflutete Metro, Shrimp-Invasion. Horror-Atmosphäre auf Maximum.
7. Dark Star (Finale): D6-Verteidigung, Kommunisten-Sturm. Intensive Gefechte, emotionaler Höhepunkt.
Kritik: Einige Level sind zu actionlastig. Last Light verliert zeitweise den Survival-Horror-Charakter zugunsten von Bombast. Das funktioniert (weil das Gunplay exzellent ist), aber 2033-Fans könnten die Beklemmung vermissen.
DLC-Integration
Redux integriert alle DLCs nahtlos:
Story-DLCs:
Faction Pack:
- Spielbare Missionen aus Perspektive verschiedener Fraktionen
- Heavy Squad: Reich-Soldaten-Mission, schwere Waffen
- Sniper Team: Polis-Scharfschützen, Präzisions-Gameplay
- Kshatriya: Red-Line-Spezialeinheit, Infiltration
Developer Pack:
- Spider Lair: Stealth-Horror, Arachnophobie-Alptraum
- Pavel’s Mission: Pavel’s Perspektive auf Events aus Hauptspiel
- Khan’s Mission: Philosophische Erkundung
Chronicles Pack:
- Anna: Annas Backstory, vor Artyom-Events
- Frontline: Kriegsgebiet zwischen Fraktionen
Tower Pack:
- Sniper Challenge: Verteidigungs-Mission, Endless-Waves
Ranger Mode:
- Hardcore-Difficulty als DLC (Redux macht es Unlock)
Wertung: Die DLCs erweitern das Spiel um 5-7 Stunden. Faction Pack ist stark, Developer Pack kreativ, Chronicles Pack durchwachsen. Insgesamt: Solider Bonus-Content.
Grafik & Atmosphäre: Next-Gen-Pracht
Last Light war 2013 eines der schönsten Spiele überhaupt. Redux pusht es nochmals:
Technische Brillanz
Engine: 4A Engine (optimierte Version). Unterstützt:
- Global Illumination: Licht reflektiert realistisch
- PhysX-Particles: Staub, Rauch, Funken physikalisch korrekt
- Tessellation: Oberflächen detaillierter
- Dynamic Weather: Verstrahlte Schneestürme, Regen
Vergleich zu 2033 Redux: Last Light läuft auf derselben Engine-Version, sieht aber besser aus weil:
- Neueres Asset-Design (2013 vs. 2010)
- Mehr Farben (2033 war grau-braun-dominant, Last Light nutzt Kontraste)
- Bessere Charaktermodelle (Gesichtsanimationen, Emotionen)
Performance:
- PC: 60+ FPS auf High-End-Hardware
- PS4/Xbox One: Stabile 30 FPS (wie 2033 Redux)
- Ladezeiten: Minimal dank SSD-Optimierung
Licht & Schatten: Meisterklasse
Last Light lebt von seiner Beleuchtung:
- Taschenlampen: Werfen realistische, dynamische Schatten
- Gasmasken-Reflexionen: Spiegeln Umgebung (feuereffekte in Glas sichtbar)
- Muzzle-Flash: Erleuchtet Tunnel für Millisekunden
- Aurora Borealis: Nordlichter über Moskau-Ruinen (wunderschön)
Beispiel-Szene:
Venice-Station – Gaslaternen reflektieren auf Wasser, Schatten tanzen an Wänden, NPCs werfen realistische Silhouetten. Könnte Screenshot aus AAA-2024-Spiel sein.
Sounddesign: Noch besser
Metro 2033 hatte exzellentes Audio. Last Light übertrifft es:
Ambient:
- Jede Station klingt einzigartig (Theater = Applaus/Musik, Venice = Wasserplätschern/Rufe)
- Entfernte Schüsse, Schreie, Explosionen schaffen konstante Tension
- Stille in Tunneln bedrohlicher (man hört eigenen Herzschlag in Gasmaske!)
Waffen: Jede Waffe klingt kraftvoll, distinkt:
- Kalaschnikow: Metallisches Rattern
- Medved-Revolver: Donner-Knall
- Flammenwerfer: Ohrenbetäubendes Brüllen
Voice-Acting: Russische Schauspieler liefern Top-Performance. Pavel’s Dialoge sind brilliant synchronisiert. Anna’s Sarkasmus kommt rüber. Khan’s mystische Monologe geben Gänsehaut.
Deutsche Synchro: Besser als in 2033, aber immer noch schwächer als Original. Empfehlung: Russisch mit Untertiteln.
Musik: Komponist Alexey Omelchuk kreiert subtile, atmosphärische Scores. Nicht bombastisch, sondern dienend. Musik unterstreicht Emotionen, drängt sich nie auf.
Vergleich: Last Light vs. 2033
Für Veteranen die Frage: Ist Last Light besser?
Was Last Light besser macht:
✅ Gunplay: Präziser, befriedigender, mehr Waffen
✅ Stealth: Verlässlicher, fairer, mehr Optionen
✅ Charaktere: Sympathischer, nuancierter (Pavel, Anna)
✅ Story-Klarheit: Einfacher zu folgen, weniger philosophisch-vage
✅ Grafik: Schöner, farbiger, lebendiger
✅ Performance: Stabiler (war schon 2013 optimierter)
✅ Moral-System: Klarer kommuniziert, besser trackbar
✅ Abwechslung: Mehr Gameplay-Variationen (Bootfahrten, Fahrzeuge)
Was 2033 besser macht:
✅ Atmosphäre: Beklemmender, isolierter, horror-lastiger
✅ Survival-Feeling: Härter, verzweifelter (Filter-Stress)
✅ Philosophische Tiefe: Story nachdenklicher, weniger Action-fokussiert
✅ Pacing: Langsameres Tempo verstärkt Immersion
✅ Überraschung: 2033 war neu, revolutionär – Last Light ist Evolution
✅ Librarians: Kein Last-Light-Feind erreicht deren Ikonizität
Mein Urteil:
Last Light ist objektiv das bessere Spiel – polierter, spielerisch stärker, zugänglicher. 2033 hat subjektiv mehr Charakter – rauer, riskanter, unvergesslicher.
Analogie:
2033 = Alien (Horror-Meisterwerk)
Last Light = Aliens (Action-Perfektionierung)
Beide brilliant, andere Ziele. Spielt beide.
Langzeitmotivation & Replay-Value
Spielzeit:
- Hauptstory (Spartan): ~10-12 Stunden
- Mit DLCs: ~15-18 Stunden
- 100% (alle Moral-Punkte, Easter Eggs): ~20-25 Stunden
Wiederspielwert:
Gründe für Replay:
- Beide Endings sehen (Standard vs. Erleuchtung)
- Verschiedene Modi (Spartan → Survival → Ranger)
- Pazifist-Run (0 Kills)
- Stealth-Meister (Kein Alarm)
- Alle Tagebuch-Seiten/Moral-Punkte sammeln
- DLC-Missionen durchspielen
- Waffen-Experimentierung (verschiedene Loadouts)
Achievements/Trophäen:
- „Invisible“ – Level ohne Alarm
- „Merciful“ – Verschone Gegner
- „Redemption“ – Gutes Ending erreichen
- „Gunslinger“ – Alle Waffen-Modifikationen freischalten
Metro Redux Bundle: Last Light + 2033 Redux = ~40 Stunden Content für ~25€. Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Schwächen & Kritikpunkte
Trotz 8.7/10 ist Last Light nicht perfekt:
1. QTE-Sequenzen: Einige Szenen erzwingen Quick-Time-Events (Knopf-Mashing, Timing-Presses). Das bricht Immersion und fühlt sich wie Call of Duty-Influenz an. Beispiel: Demon-Kampf, Schlägereien.
2. Bossfights: Red Star (riesiger Shrimp-Mutant) ist frustrierend. Zu viel HP, zu wenig Munition, unklare Schwachstellen-Mechanik. Der einzige Boss, und er nervt.
3. Actionlastigkeit: Manche Kapitel sind zu viel Shooter, zu wenig Survival-Horror. Die D6-Verteidigung ist 30 Minuten Dauerfeuer – passt nicht zum Rest.
4. Anna’s Rolle: In 3-4 Szenen wird Anna zum hilflosen Opfer (Gefangennahme, Rettung nötig). Das widerspricht ihrer Badass-Charakterisierung.
5. Pavel-Unterforderung: Pavel verschwindet nach Kapitel 7 weitgehend. Seine Rivalität wird nicht vollständig ausgespielt. Verschenktes Potenzial.
6. Linearität: Wie 2033: Null Exploration, kein Backtracking, kein optionaler Content außer DLCs. Wer Open World will, ist falsch.
7. Kurze Spielzeit: 10-12 Stunden Hauptstory ist nicht viel. Modern-Warfare-kurz. Mehr wäre besser gewesen.
Fazit
Metro: Last Light Redux ist einer der besten Shooter der Generation. 4A Games hat mit dem Vorgänger bewiesen, dass sie Atmosphäre schaffen können – mit Last Light beweisen sie, dass sie komplette Pakete abliefern können. Das Spiel verbessert nahezu jeden Aspekt von Metro 2033 erheblich: Gunplay ist präziser, Stealth funktioniert verlässlich, Charaktere sind sympathischer, Story ist klarer.
Die Moskauer Metro fühlt sich lebendiger an als im Vorgänger. Stationen sind bevölkerter, NPCs interaktiver, die Welt atmender. Man glaubt, dass Menschen hier überleben – nicht nur existieren. Von Venice-Station (unterirdischer See) über Theater-Station (Varieté-Show) bis zur Frontlinie (Kriegsgebiet) – jede Location erzählt ihre eigene Geschichte.
Technisch ist Redux eine Augenweide. Die 4A Engine liefert auch 2014 beeindruckende Grafik: Global Illumination lässt Licht realistisch brechen, Particle-Effekte sind phänomenal, Charaktermodelle detailliert. Auf PlayStation 4 stabile 30 FPS, auf PC 60+ FPS möglich. Das Sounddesign ist Meisterklasse – russische Voice-Actors, orchestraler Score, atmosphärische Ambient-Sounds.
Spielerisch bietet Last Light Freiheit innerhalb linearer Struktur. Stealth oder Action? Beide funktionieren. Pazifismus oder Gewalt? Moral-System reagiert. Spartan-Modus (ausgewogen) oder Survival-Modus (hardcore)? Wählbar. Ranger-Hardcore für Puristen existiert. Die DLCs (+5-7h) erweitern das Paket sinnvoll.
Die Schwächen sind vorhanden: QTE-Sequenzen nerven, Bossfight frustriert, Actionlastigkeit verwässert Horror-Aspekt, Spielzeit könnte länger sein. Aber diese Mängel wiegen gering gegen die schiere Qualität des Gesamtpakets.
Vergleich zu anderen Shootern 2014:
- Destiny: Repetitiver Loot-Grind vs. fokussierte Erzählung ✅
- Call of Duty: Advanced Warfare: Bombast vs. Atmosphäre ✅
- Far Cry 4: Gigantische Open World vs. lineares Storytelling ✅
- Wolfenstein: The New Order: Alternative Geschichte, ähnlich stark ≈
Last Light steht auf Augenhöhe mit den besten Shootern 2014.
Die Bewertung: 8.7/10
Last Light verdient eine leicht höhere Wertung als Metro 2033 Redux (8.5/10) weil es in fast allen messbaren Aspekten überlegen ist. Es ist das bessere Spiel – polierter, zugänglicher, spielerisch stärker. Die 8.7/10 reflektieren: Exzellenz mit merkbaren Macken.
Warum keine 9.0 oder höher?
Die Schwächen (QTE, frustrierender Boss, zu viel Action, kurze Spielzeit) sind deutlicher spürbar als die technischen Verbesserungen. Last Light ist Evolution, keine Revolution. Es verfeinert 2033, verliert aber etwas von dessen Horror-Seele. Die kleine Steigerung (+0.2) würdigt die Verbesserungen, ohne die Kompromisse zu ignorieren.
Für wen ist Last Light Redux?
✅ Metro 2033-Fans: Absolute Pflicht, direkte Fortsetzung
✅ Shooter-Liebhaber: Bestes Gunplay im Genre
✅ Stealth-Enthusiasten: Verlässliche, befriedigende Mechaniken
✅ Story-Spieler: Emotional packende Erzählung
✅ Atmosphäre-Junkies: Dichteste Endzeit-Welt im Gaming
✅ Grafik-Fetischisten: Technisch brilliant
❌ Nicht für:
- Open-World-Fans (strikt linear)
- Casual-Spieler (anspruchsvoll trotz Spartan-Modus)
- Horror-Puristen (weniger gruselig als 2033)
Kaufempfehlung:
Holt das Metro Redux Bundle (beide Spiele, ~25€). Spielt 2033 Redux zuerst (Story-Kontinuität!), dann Last Light. Zusammen ergeben sie ~40 Stunden der besten postapokalyptischen Gaming-Erfahrung überhaupt.
Last Light Redux ist nicht nur ein exzellenter Shooter – es ist eine überzeugende Umsetzung dessen, was Metro sein sollte.
Bewertung: 8.7/10
Stärken:
✅ Gunplay – Präzisestes Waffenhandling der Serie, befriedigend
✅ Stealth – Verlässlich funktionierend, fair, taktisch
✅ Pavel – Bester Antagonist der Serie, nuanciert
✅ Anna – Starke weibliche Charaktere (meistens)
✅ Grafik – Technisch brilliant, zeitlos schön
✅ Sounddesign – Meisterklasse in allen Aspekten
✅ Atmosphäre – Lebendige Metro, dichte Welt
✅ Moral-System – Klarer kommuniziert als 2033
✅ DLC-Integration – Alle Inhalte inkludiert, sinnvolle Erweiterungen
✅ Performance – Stabil auf allen Plattformen
✅ Modifikationen – Waffen anpassbar, taktische Tiefe
✅ Zwei Spielmodi – Spartan vs. Survival, beide funktionieren
Schwächen:
❌ QTE-Sequenzen – Brechen Immersion, unnötig
❌ Red Star Boss – Frustrierend, schlecht designed
❌ Zu actionlastig – Verliert manchmal Survival-Horror-Charakter
❌ Anna als Damsel – Manchmal schwache Charakterisierung
❌ Pavel unterfordert – Verschwindet zu früh
❌ Kurze Spielzeit – 10-12h ist wenig
❌ Strikt linear – Null Exploration
❌ Weniger Horror – Nicht so beklemmend wie 2033
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Muss ich Metro 2033 gespielt haben?
Ja, dringend empfohlen. Last Light ist direkte Fortsetzung. Die Story setzt 2033’s Ende voraus, Charaktere (Khan, Miller) kehren zurück, Ereignisse werden referenziert. Technisch funktioniert Last Light standalone (Intro fasst 2033 zusammen), aber emotional verliert man 50% ohne Vorgänger. Spielt 2033 Redux zuerst – es lohnt sich.
2. Welcher Modus: Spartan oder Survival?
Für Last Light: Spartan. Das Spiel wurde für diesen Modus designed. Survival macht es nicht besser, nur künstlich schwerer. 2033 funktionierte gut im Survival – Last Light ist ausgewogener im Spartan. Ausnahme: Metro-Veteranen, die maximale Challenge wollen → Survival + Ranger-Hardcore.
3. Ist Last Light besser als Metro 2033?
Objektiv: Ja. Spielmechanisch überlegen in fast jedem Aspekt (Gunplay, Stealth, Performance). Subjektiv: Kommt drauf an. 2033 ist atmosphärischer, horror-lastiger, philosophischer. Last Light ist actionreicher, zugänglicher, polierter. Beide sind brilliant – unterschiedliche Stärken. Analogie: Alien (2033) vs. Aliens (Last Light).
4. Lohnt sich das Metro Redux Bundle?
Absolut, 100%. Zwei vollständige Spiele, technisch optimiert, mit allen DLCs für ~25€. Das ist unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. ~40 Stunden Content, beide exzellent. Wenn ihr nur ein Shooter-Bundle 2014 kauft: Dieses.
5. Wie bekomme ich das gute Ende?
Sammle Moralpunkte durch:
- Erkundung: Versteckte Bereiche, NPC-Dialoge anhören
- Pazifismus: Gegner verschonen statt töten (besonders Menschen)
- Hilfe: Gefangene befreien, Bettlern Munition geben
- Gewaltlosigkeit: Keine unnötigen Kills, Stealth bevorzugen
Visuelle Hinweise: Bildschirm flackert kurz weiß, leiser Glocken-Sound. Redux macht es viel klarer als 2033 – ihr wisst, wann ihr Punkte sammelt.
6. Sind die DLCs gut?
Gemischt, aber lohnenswert.
Gut:
- Faction Pack (verschiedene Perspektiven)
- Developer Pack (kreative Szenarien)
- Pavel/Khan-Missionen (Charakter-Tiefe)
Durchwachsen:
- Chronicles Pack (Anna’s Story okay, Frontline repetitiv)
- Tower Pack (Arcade-Feeling, passt nicht zur Serie)
Insgesamt: +5-7h Content, in Redux kostenlos inkludiert. Spielt sie nach Hauptstory.
7. Wie schwer ist Last Light Redux?
Mittelschwer bis schwer, abhängig vom Modus:
- Spartan (Normal): Vergleichbar mit modernen Shootern, fair
- Survival (Normal): Härter als Spartan, aber machbar
- Ranger-Hardcore: Brutal. Kein HUD, 1-2 Treffer = Tod
Tipp: Startet Spartan auf Normal. Fühlt sich’s zu leicht an → erhöht Schwierigkeit. Zu schwer → senkt. Last Light ist ausgewogen designed.
8. Läuft Last Light Redux stabil auf Konsolen?
Ja, makellos. Redux wurde für PS4/Xbox One optimiert und läuft konstant bei 30 FPS. Keine Abstürze (in meinem 15h-Playthrough: null Crashes), schnelle Ladezeiten, keine Texture-Pop-Ins. Auf PC 60+ FPS möglich bei entsprechender Hardware.
9. Russisch oder Deutsch spielen?
Russisch mit Untertiteln (wenn ihr Untertitel toleriert). Die russischen Voice-Actors liefern deutlich authentischere Performances. Pavel’s Sarkasmus, Anna’s Emotionen, Khan’s Mystik – alles kommt besser rüber.
Deutsche Synchro: Solide, aber flacher. Akzeptabel wenn ihr Untertitel hasst.
10. Welches Metro ist das beste?
Hängt von Prioritäten ab:
- Beste Atmosphäre: Metro 2033 Redux
- Bestes Gameplay: Metro Last Light Redux
- Beste Story: Metro 2033 Redux (philosophischer)
- Best Overall: Metro Last Light Redux (polierter)
Technische Informationen
Entwickler: 4A Games
Publisher: Deep Silver
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC (Windows), Linux, macOS
Release-Datum: 26. August 2014 (Redux), 14. Mai 2013 (Original)
Engine: 4A Engine (Last Light-Version)
Genre: Ego-Shooter, Survival-Horror, Stealth
Spieleranzahl: Einzelspieler
USK/PEGI: USK 18 / PEGI 18 (extreme Gewalt, starke Sprache, sexuelle Inhalte)
Ungefähre Spieldauer:
- Hauptstory (Spartan): ~10-12 Stunden
- Mit DLCs: ~15-18 Stunden
- 100% Completion: ~20-25 Stunden
Sprachen: Russisch (Original, empfohlen), Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch (Vollvertonung + Untertitel)
Preis zum Launch: 19,99€ (Einzeln), 24,99€ (Metro Redux Bundle mit Metro 2033 Redux)
Besonderheit: Redux Bundle enthält beide Metro-Spiele + alle DLCs
Getestet auf PlayStation 4 (Retail-Version, Metro Redux Bundle).
Stand: 26. August 2014

