Nur sechs Monate nach dem viel beachteten Launch stellt OpenAI seine KI-Videoplattform Sora ein. Die Ankündigung erfolgte am 24. März 2026 über die sozialen Medien und kam für viele Nutzer überraschend. Die App, die API und die Webseite Sora.com werden komplett geschlossen. Damit endet ein ambitioniertes Experiment, das OpenAI als Vorreiter im Bereich KI-generierter Videos positionieren sollte, jedoch von Kontroversen, Urheberrechtsproblemen und sinkenden Nutzerzahlen begleitet wurde.
Vom Hype zum Absturz
Als Sora im September 2025 startete, schien der Erfolg vorprogrammiert. Die App erreichte innerhalb von fünf Tagen eine Million Downloads und kletterte an die Spitze der App-Store-Charts. Im November verzeichnete die Plattform ihren Höhepunkt mit rund 3,3 Millionen Downloads. Doch der Hype verpuffte schnell: Bis Februar 2026 waren die monatlichen Downloads auf 1,1 Millionen eingebrochen, ein Rückgang um mehr als 60 Prozent. Die Einnahmen aus In-App-Käufen beliefen sich laut Analysten auf gerade einmal 2,1 Millionen US-Dollar. Angesichts der enormen Rechenkosten, die KI-Videogenerierung verschlingt, war das Geschäftsmodell offenbar nicht tragfähig.
Disney-Deal platzt spektakulär
Die vielleicht größte Überraschung betrifft den im Dezember 2025 angekündigten Deal mit Disney. Der Medienkonzern wollte eine Milliarde US-Dollar in OpenAI investieren und über 200 Charaktere aus dem Disney-, Marvel-, Pixar- und Star-Wars-Universum für die Nutzung in Sora lizenzieren. Fans hätten damit offiziell Videos mit ihren Lieblingscharakteren erstellen können. Doch mit der Einstellung von Sora ist der Deal geplatzt, noch bevor Geld geflossen ist. Disney erklärte in einem Statement, man respektiere OpenAIs Entscheidung und werde weiterhin nach Wegen suchen, neue Technologien verantwortungsvoll zu nutzen.
Videospielcharaktere im Deepfake-Chaos
Während der offizielle Disney-Deal noch in Verhandlung war, nahmen die Nutzer die Sache selbst in die Hand. Die Plattform wurde regelrecht geflutet mit KI-generierten Videos, die bekannte Videospielcharaktere in absurden Situationen zeigten. Mario rauchte Joints, Pikachu flüsterte ASMR-Videos, und Naruto bestellte Krabbenburger im Bikini Bottom. Was als Spaß begann, war rechtlich hochproblematisch: Nintendo, The Pokémon Company und andere Rechteinhaber hätten theoretisch klagen können. Einige Nutzer spekulierten sogar, dass die Videos bewusst erstellt wurden, um OpenAI in rechtliche Schwierigkeiten zu bringen.
Deepfakes von Verstorbenen sorgen für Empörung
Noch problematischer waren die Deepfakes realer Personen. Obwohl OpenAI eigentlich verhindert wollte, dass Videos von Prominenten ohne deren Zustimmung erstellt werden, ließen sich die Schutzmaßnahmen leicht umgehen. KI-generierte Videos des verstorbenen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. und des Schauspielers Robin Williams verbreiteten sich auf der Plattform. Die Töchter beider Männer wandten sich öffentlich an die






