Eine Ära geht zu Ende: Sony Interactive Entertainment hat Entwickler darüber informiert, dass die Begriffe PlayStation Network und PSN bis September 2026 vollständig aus dem Verkehr gezogen werden. Der Online-Dienst selbst bleibt bestehen, erhält aber einen neuen Namen.
Die Nachricht stammt aus einer internen E-Mail an Spieleentwickler, die das Portal Insider Gaming veröffentlichte. Darin heißt es wörtlich: „Sony Interactive Entertainment hat die strategische Entscheidung getroffen, die Begriffe PlayStation Network und PSN auf unserer gesamten Plattform auslaufen zu lassen.“ Als Begründung nennt Sony, dass der bisherige Name die inzwischen gewachsene Bandbreite digitaler Dienste nicht mehr angemessen abbilde.
Rein kosmetische Änderung
Für Spieler ändert sich an der Funktionalität nichts. Sony betont in der E-Mail ausdrücklich, dass es sich um „rein optische Änderungen“ handele, die keine technischen Auswirkungen haben werden. Sämtliche Funktionen bleiben erhalten: Freundeslisten, Multiplayer-Modi, Trophäen, die Spielebibliothek und der PlayStation Store funktionieren wie gewohnt. Auch bestehende Konten sind von der Umbenennung nicht betroffen.
Entwickler und Publisher müssen allerdings ihre Marketing-Materialien anpassen. Ab September 2026 dürfen die Begriffe PlayStation Network und PSN nicht mehr auf Spieleverpackungen, Displays, Bannern oder in Social-Media-Kampagnen verwendet werden. Sony wird im Herbst 2026 aktualisierte Markenrichtlinien und eine überarbeitete Technical Requirements Checklist (TRC) bereitstellen.
Fast 20 Jahre PlayStation Network
Das PlayStation Network startete am 11. November 2006 gemeinsam mit der PlayStation 3 in Nordamerika. Was damals als einfache Online-Infrastruktur für Mehrspielerpartien und digitale Downloads begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem umfassenden digitalen Ökosystem. Firmware-Updates, ein kostenloses Online-Angebot im Gegensatz zur Xbox, der PlayStation Store und das Trophäensystem machten das PSN zu einem festen Bestandteil des PlayStation-Erlebnisses.
Heute nutzen laut Sony-Angaben rund 118 Millionen aktive Konten das Netzwerk. Der Dienst umfasst längst nicht mehr nur Konsolenspiele: PlayStation Plus mit seinen drei Abo-Stufen, Cloud-Streaming, der PC-Launcher und mobile Apps gehören ebenso dazu wie die Integration in PlayStation VR2 und den PlayStation Portal.
Neuer Name noch unbekannt
Welche Bezeichnung an die Stelle von PlayStation Network tritt, hat Sony noch nicht verraten. Ein Blick ins Deutsche Patent- und Markenamt liefert allerdings einen möglichen Hinweis: Die internationale Marke „PlayStation Family“ wurde im Herbst 2025 beantragt und am 12. März 2026 eingetragen. Ob dieser Name tatsächlich zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten.
Auf Reddit spekulieren Nutzer bereits über mögliche Alternativen. Namen wie „Sony Core“, „PlayStation Hub“ oder schlicht „PlayStation“ werden diskutiert. Das Entfernen des Wortes „Network“ aus dem Namen würde jedenfalls zur aktuellen Strategie passen: In einer Zeit, in der praktisch jede PlayStation-Funktion eine Internetverbindung voraussetzt, wirkt die explizite Betonung eines Netzwerks tatsächlich etwas aus der Zeit gefallen.
Erste Änderungen bereits sichtbar
Aufmerksame Spieler haben bemerkt, dass Sony die Umbenennung bereits schrittweise vorbereitet. In den Netzwerkeinstellungen der PS5 wird mittlerweile nur noch „PlayStation“ angezeigt statt „PlayStation Network“. Auch die Status-Seite für Server-Probleme verzichtet inzwischen auf das PSN-Branding. Diese Anpassungen erfolgten im Rahmen der jüngsten Firmware-Updates.
Sony selbst hat sich öffentlich noch nicht zu dem Rebranding geäußert. Eine offizielle Ankündigung dürfte im Laufe des Jahres folgen, spätestens wenn die neuen Markenrichtlinien für Entwickler veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt das PlayStation Network zumindest dem Namen nach noch bestehen.




