hazelight studios

Hazelight Studios: „Unser nächstes Spiel wird besser als Split Fiction“ – Josef Fares verspricht Großes

Josef Fares kennt keine falsche Bescheidenheit. Der Creative Director von Hazelight Studios, bekannt für seine unverblümte Art und legendäre Auftritte wie „Fuck the Oscars“ bei den Game Awards, hat in einem aktuellen Interview eine klare Ansage gemacht: Das nächste Spiel seines Studios wird besser als Split Fiction. Nicht „hoffentlich besser“ oder „könnte besser werden“ – sondern definitiv besser. Und die Entwicklung hat bereits begonnen.

Split Fiction erschien am 6. März 2025 und wurde sofort zum Kritiker- und Publikumsliebling. Mit Metacritic-Scores zwischen 90 und 93 Punkten je nach Plattform ist es das bestbewertete Spiel des Jahres und Hazelights bisher größter kritischer Erfolg. Vier Millionen verkaufte Exemplare beim Launch, überwältigend positive Reviews auf Steam mit 96 Prozent Zustimmung, mehrere Nominierungen bei den Game Awards, DICE Awards und Golden Joysticks. Das Spiel setzte sogar mehrere Guinness-Weltrekorde für Koop-Verkäufe. Ein monumentaler Erfolg für ein Studio mit gerade mal achtzig Mitarbeitern.

Und trotzdem sagt Fares im Interview mit The Game Business: „Ich kann mit Gewissheit sagen, dass unser nächstes Spiel besser ist als Split Fiction.“ Die Begründung liegt in der Kultur, die Hazelight seit der Gründung aufgebaut hat. „Ich fühle mich extrem zuversichtlich in Bezug auf alles, was wir tun. Dieses Wort ‚Druck‘ kenne ich gar nicht.“ Das klingt nach Arroganz, aber bei Hazelights Track Record ist es schwer zu widersprechen.

Die Entwicklung läuft bereits

Während andere Studios nach einem erfolgreichen Launch erst mal feiern und Urlaub nehmen würden, hat Hazelight bereits seit etwa einem Monat mit der Arbeit am nächsten Projekt begonnen. Fares bestätigte im „Friends Per Second“-Podcast, dass das Team schon mitten in der frühen Entwicklung steckt. „Bei Hazelight arbeiten wir nicht länger als drei oder vier Jahre an Spielen“, erklärte er. „Drei oder vier Jahre sind nicht mehr so weit weg, dann werden wir mehr darüber reden.“ Ein Release ist also frühestens für 2027 oder 2028 zu erwarten.

Details zum nächsten Spiel gibt es naturgemäß noch keine. Fares hält sich bedeckt, aber ein Detail hat er verraten: Wie jedes Hazelight-Spiel wird auch das nächste ein zentrales Thema haben. A Way Out drehte sich um Vertrauen, It Takes Two um Zusammenarbeit, Split Fiction um Freundschaft. „Es gibt definitiv ein Wort für das nächste Spiel auch“, sagte Fares gegenüber Variety. „Aber wenn ich es sage, verrate ich vielleicht etwas. Wenn wir das nächste Mal sprechen, hoffentlich in drei bis vier Jahren, werde ich es euch genau sagen.“

Die Hazelight-Philosophie: „Fuck Shit Up“

Der Grund für Fares‘ Selbstbewusstsein liegt in der Studio-Kultur. Hazelight arbeitet nach einer Philosophie, die Fares selbst als „Fuck shit up mentality“ beschreibt – mit dem entscheidenden Zusatz „ohne es zu versauen“. Die Idee: Entwickler sollen Dinge kaputt machen, experimentieren, Risiken eingehen, etablierte Konventionen über Bord werfen. Grenzen existieren hauptsächlich im Kopf, und sobald man aufhört, auf diese inneren Limits zu hören, passieren die wirklich guten Dinge.

„Die Leute setzen sich selbst viele Limits, und das kommt hauptsächlich aus ihrem Kopf“, erklärt Fares. „Sobald man aufhört, darauf zu hören, passieren die richtig guten Dinge.“ Das Ziel ist, den „kreativen Monster“ in jedem Entwickler zu wecken – eine Aufgabe, die leichter gesagt als getan ist. Fares‘ Methode: Entwickler freundlich aber bestimmt aus ihrer Komfortzone drängen. „Nicht das“, „das wurde schon gemacht“, „lass es uns anders versuchen“ – bis sie selbst in diese Mentalität kommen, wo sie sagen „okay, es gibt keine Limits“.

Diese Herangehensweise erklärt, warum Hazelight-Spiele so anders sind als alles andere auf dem Markt. Split Fiction springt zwischen Science-Fiction und Fantasy hin und her, lässt Spieler Drachen zähmen und dann als Cyber-Ninjas kämpfen, kombiniert Plattforming mit Stealth mit Puzzles mit Humor. It Takes Two hatte einen Level, wo man als Toy-Puppen durch ein Haus navigiert, dann plötzlich auf einer Kissenschlacht-Burg kämpft, dann in einem Schneeglobe steckt. A Way Out war ein Prison-Break-Spiel, das mitten im Spiel zum Actionfilm wurde.

EA hat nichts zu sagen – und das ist gut so

Ein oft übersehener Aspekt von Hazelights Erfolg ist die Beziehung zu Publisher Electronic Arts. Fares stellte im Podcast klar: „Die Leute verstehen das nicht – EA ist ein Supporter. Wir pitchen ihnen keine Spiele. Wir sagen ‚Wir machen das‘, und das war’s. Sie haben null, und ich meine null Mitsprache bei dem, was wir als Nächstes machen.“

Diese Unabhängigkeit ist ungewöhnlich für ein Studio, das von einem der größten Publisher der Welt finanziert wird. Aber Fares war von Anfang an klar: „Ich habe ihnen sehr deutlich gemacht, dass sie nicht in das eingreifen können, was wir tun. Mit dem gesagt, muss ich sagen, sie sind ein guter Partner. Mit uns. Sie respektieren uns. Sie respektieren, was wir tun. Wir sind mittlerweile eines ihrer erfolgreichsten Studios geworden.“

Die Zahlen geben ihm Recht. It Takes Two verkaufte über 20 Millionen Kopien und gewann 2021 den Game of the Year Award. Split Fiction erreichte in der ersten Woche zwei Millionen Verkäufe und wird vermutlich noch weit mehr erreichen. A Way Out, das Debüt des Studios, war bereits mit mehreren Millionen verkauften Exemplaren profitabel. Hazelight ist für EA das, was Respawn Entertainment ist – ein Studio, das man einfach machen lässt, weil die Ergebnisse für sich sprechen.

Der Maßstab wird immer höher

Die Herausforderung für Hazelight ist, dass jedes Spiel den Maßstab höher legt. A Way Out war beeindruckend für ein Debüt, aber noch etwas rau an den Kanten. It Takes Two war ein Quantensprung – poliert, kreativ, emotional packend, und verdiente seinen Game of the Year Award vollständig. Split Fiction musste an diesem Meisterwerk gemessen werden und hat die Erwartungen tatsächlich erfüllt oder sogar übertroffen, je nachdem wen man fragt.

Das nächste Spiel wird an Split Fiction gemessen werden. Der kritische Konsens ist, dass Split Fiction gameplay-technisch brilliert, aber narrative Schwächen hat – die Geschichte ist etwas holprig, die Charaktere brauchen Zeit, um zu wachsen, und die thematische Kohärenz leidet manchmal unter der Fülle an Ideen. Wenn Fares sagt, das nächste Spiel wird besser, meint er vermutlich: besseres Balancing zwischen kreativer Explosion und narrativer Kohärenz.

Fares selbst deutete im Podcast an, dass die positive Resonanz zu Split Fiction das Team in eine besonders gute Stimmung versetzt hat. „Split Fiction ist zweifellos das bestbewertete Spiel, das wir je gemacht haben. Jeder im Team ist super happy und in super guter Laune. Das hat unser Vertrauen gestärkt und den Glauben, dass wir es viel besser machen können.“

Was können wir erwarten?

Spekulationen über das nächste Hazelight-Spiel sind müßig, da buchstäblich nichts bekannt ist außer dass es existiert und in Entwicklung ist. Aber basierend auf Fares‘ Aussagen und Hazelights Historie können wir ein paar Vermutungen wagen.

Es wird wieder ein Koop-Spiel sein – das ist Hazelights DNA. Fares hat zwar angedeutet, dass ein Solo-Spiel nicht komplett ausgeschlossen ist, aber alle bisherigen Titel waren exklusiv für zwei Spieler designed. Der „Friend’s Pass“, der es ermöglicht, dass nur ein Spieler das Spiel kaufen muss und ein Freund kostenlos mitspielt, wird vermutlich zurückkehren. Crossplay über alle Plattformen ist ebenfalls wahrscheinlich Standard.

Thematisch wird es wieder etwas Unerwartetes sein. A Way Out war ein Crime-Thriller, It Takes Two eine Beziehungsgeschichte, Split Fiction eine Meta-Story über Kreativität und KI. Das „Wort“ für das nächste Spiel wird ein anderer Aspekt menschlicher Beziehungen oder Erfahrungen sein – Fares‘ Andeutung, dass er es nicht verraten kann ohne zu spoilern, lässt vermuten, dass das Thema eng mit der Story-Prämisse verknüpft ist.

Gameplay-technisch können wir erwarten, dass Hazelight wieder die Grenzen sprengt. Split Fiction hatte zwölf komplett separate „Side Stories“ – Mini-Levels mit eigenen Mechaniken, die nichts mit der Hauptgeschichte zu tun hatten. Diese Experimente zeigen, dass das Studio nicht mehr nur ein großes Spiel macht, sondern praktisch ein Dutzend kleine Spiele in einem verpackt. Das nächste Projekt könnte diese Philosophie noch weiter treiben.

Fazit: Warten auf 2027

Josef Fares‘ Selbstbewusstsein ist entweder erfrischend oder arrogant, je nach Perspektive. Aber bei Hazelights Erfolgsbilanz ist schwer zu argumentieren, dass es unbegründet ist. Split Fiction ist objektiv eines der besten Spiele des Jahres 2025, und wenn Fares sagt das nächste wird besser, gibt es keinen Grund ihm nicht zu glauben.

Die nächsten drei bis vier Jahre werden zeigen, ob Hazelight seinen eigenen hohen Standard erneut übertreffen kann. Bis dahin bleibt uns nur, Split Fiction zu genießen und gespannt zu warten. Und wenn die Vergangenheit ein Indikator ist, wird das Warten sich lohnen.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.