Fünf Jahre nach der ursprünglichen Ankündigung gibt es ein neues Update zum Star Wars: Knights of the Old Republic Remake – und es besteht aus exakt elf Wörtern. Tim Willits, Chief Creative Officer bei Saber Interactive, sagte gegenüber IGN: „Ja, es ist noch in Entwicklung. Das ist alles was ich sagen kann.“ Mehr Details? Fehlanzeige. Kein Release-Fenster, keine Screenshots, keine Gameplay-Einblicke.
Von Aspyr zu Saber zu Mad Head Games?
Das KOTOR Remake wurde im September 2021 bei einem PlayStation Showcase mit einem kurzen cinematic Teaser angekündigt. Ursprünglich sollte Aspyr – bekannt für Ports und Remaster der KOTOR-Spiele auf Mobile und Switch – die Entwicklung übernehmen. Doch für ein komplettes Remake mit moderner Grafik und Gameplay fehlte dem Studio die Erfahrung. Im August 2022 wechselte die Entwicklung zu Saber Interactive, das damals zur Embracer Group gehörte.
Ein Bloomberg-Bericht von 2022 deutete auf massive Probleme bei Aspyr hin – angeblich war ein vertikaler Slice katastrophal ausgefallen. Seitdem herrscht weitgehend Radio Silence. Ende 2025 berichtete Journalist Stephen Totilo dass die Entwicklung möglicherweise erneut gewechselt habe: zu Mad Head Games, dem Studio hinter dem kommenden Hellraiser: Revival. Diese Information kam durch eine Gerichtsaussage von Douglas Reilly, Vice President of Lucasfilm Games, ans Licht – im Rahmen einer Klage gegen Aspyr wegen fehlender DLCs für den KOTOR-2-Port.
KOTOR 2 Remake als „Projekt Juliet“ geplant
In derselben Aussage bestätigte Reilly dass Lucasfilm Games und Aspyr über ein vollständiges Remake von Knights of the Old Republic 2 diskutiert hatten. Das Projekt mit Codename „Juliet“ sollte ein komplettes Remake mit moderner Grafik und modernem Gameplay werden, die originale Story und Charaktere jedoch beibehalten – vermutlich inklusive der legendären fehlenden Inhalte die in der gehetzten Entwicklung 2004 unter Obsidian Entertainment wegfielen. Doch solange das erste Remake nicht näher an der Veröffentlichung ist, dürfte Juliet auf Eis liegen.
Fate of the Old Republic als „Spiritual Successor“
Während das offizielle KOTOR Remake in der Entwicklungshölle feststeckt, wurde bei den Game Awards 2025 Star Wars: Fate of the Old Republic angekündigt – ein „Spiritual Successor“ zu den klassischen KOTOR-Spielen unter der Leitung von Casey Hudson. Hudson war Game Director des originalen KOTOR bei BioWare sowie der Mass Effect-Trilogie und gründete das neue Studio Arcanaut Studios. Das Spiel soll laut Hudson vor 2030 erscheinen, was die ironische Frage aufwirft: Wird Fate of the Old Republic vor dem KOTOR Remake veröffentlicht?
Eine der am schlechtesten gemanagten Remakes
Das KOTOR Remake ist mittlerweile zum Paradebeispiel für problematisches Projekt-Management geworden. In fünf Jahren gab es nur den ursprünglichen Teaser-Trailer und eine Handvoll geleakter Konzeptzeichnungen. Statt konkreter Fortschritte erhalten Fans jährliche „Ja, wir arbeiten noch daran“-Statements von wechselnden Executives.
Die ursprünglichen Knights of the Old Republic-Spiele von BioWare und Obsidian Entertainment gelten als Meisterwerke des RPG-Genres und gehören zu den besten Star Wars-Spielen aller Zeiten – neben modernen Titeln wie Star Wars Jedi: Survivor und Star Wars Jedi: Fallen Order. KOTOR 1 (2003) revolutionierte Story-Telling in Videospielen mit einem der größten Plot Twists der Gaming-Geschichte. KOTOR 2 (2004) dekonstruierte die Star Wars-Mythologie auf philosophische Weise – wurde aber durch einen gehetzten Entwicklungszyklus nie vollständig fertiggestellt.
Ein Remake dieser Klassiker sollte ein sicherer Erfolg sein. Doch die chaotische Entwicklung – drei Studios in fünf Jahren, keine greifbaren Fortschritte, kein Gameplay gezeigt – hat das Vertrauen der Fans erschüttert. Selbst wenn das Spiel irgendwann erscheint, stehen die Erwartungen astronomisch hoch. Nach fünf Jahren Wartezeit und dem Schatten der BioWare-Originale muss das Remake außergewöhnlich sein um zu überzeugen.
Bis dahin bleibt KOTOR Remake ein Phantom – technisch in Entwicklung, praktisch unsichtbar.




