Es gibt eine gewisse Ermüdung, wenn es um 2D-Mario-Spiele geht. Die New Super Mario Bros.-Serie hat diese Formel über vier Spiele und mehr als ein Jahrzehnt hinweg so gründlich ausgeschlachtet, dass selbst eingefleischte Fans irgendwann nur noch müde mit den Schultern zuckten. Wieder die gleichen Welten – Gras, Wüste, Eis, Lava. Wieder die gleichen Power-Ups. Wieder diese „Bah-Bah“-Hintergrundchöre. Es fühlte sich nicht schlecht an, nur eben… bekannt. Zu bekannt.
Super Mario Bros. Wonder bricht mit dieser Ermüdung auf eine Art und Weise, die man Nintendo nach all den Jahren kaum noch zugetraut hätte. Das hier ist kein weiterer aufgewärmter New Super Mario Bros.-Titel mit leicht angepasster Grafik. Das ist ein Spiel, das von der ersten Minute an signalisiert: Wir haben verstanden. Es ist Zeit für etwas Neues. Und dieses Neue manifestiert sich in Form der Wonder-Effekte – surreale, oft psychedelische Momente, in denen die Spielregeln sich verbiegen, die Realität sich verwandelt und man sich fragt, ob jemand bei Nintendo EPD vielleicht einen besonders intensiven Abend hatte.
Ich habe alle Welten durchgespielt, alle Wundersamen gesammelt, mit verschiedenen Charakteren experimentiert und versucht, jede versteckte Herausforderung zu knacken. Manchmal habe ich mich als Elefant durch Wände gestampft, manchmal wurden Piranha-Pflanzen zu singenden Chören, manchmal verwandelte sich das gesamte Level in eine abstrahierte Bleistiftskizze. Super Mario Bros. Wonder überrascht konstant, und das ist in einer Serie, die man seit Jahrzehnten kennt, keine kleine Leistung.

Die Wonder-Effekte: Wenn Mario psychedelisch wird
Die Wonder-Effekte sind das Herzstück von Super Mario Bros. Wonder, und sie definieren das Spielerlebnis auf eine Weise, die man nicht unterschätzen kann. In jedem Level gibt es eine Wonder-Blume – greift man sie, passiert etwas Unerwartetes. Manchmal dramatisch, manchmal subtil, aber immer überraschend.
Ein Level verwandelt Mario in eine Horde von Marios, die sich wie ein Schwarm Vögel bewegen. Man steuert nicht mehr einen einzelnen Klempner, sondern eine Masse, die gemeinsam springt, gemeinsam Münzen sammelt, gemeinsam stirbt. Ein anderes Level lässt Röhren lebendig werden – sie wachsen, bewegen sich, kriechen wie Würmer über den Bildschirm. Man springt auf ihnen, während sie sich unter den Füßen verformen. In wieder einem anderen Level verwandeln sich alle Feinde in Münzen, die aber weiterhin ihre Bewegungsmuster beibehalten – plötzlich muss man Münzen ausweichen, die einen töten können.
Die Genialität liegt in der Unvorhersehbarkeit. Man kann nicht antizipieren, was die nächste Wonder-Blume auslöst. Ein Level spielt plötzlich in Zeitlupe, während dramatische Musik anschwillt. Ein anderes kippt die Perspektive und man läuft plötzlich an der Decke. Ein weiteres verwandelt den Hintergrund in eine pulsierende, atmende Masse aus Farben und Formen, die an alte Screensaver erinnert, aber gleichzeitig hypnotisch schön aussieht.
Diese Effekte sind nicht nur kosmetisch. Sie verändern das Gameplay fundamental für ihre Dauer. Das Schwarm-Level erfordert völlig andere Denkweisen – man muss die Masse als Ganzes navigieren, nicht als Individuum. Das Röhren-Level fordert ständige Anpassung, weil die Plattformen sich bewegen. Die Zeitlupe-Momente erlauben präzisere Sprünge, aber auch Feinde bewegen sich langsamer, was ihre Muster verändert.
Manche Wonder-Effekte dauern nur Sekunden, andere transformieren das gesamte Level für mehrere Minuten. Am Ende jedes Wonder-Effekts gibt es einen Wundersamen – das primäre Sammelobjekt des Spiels. Man braucht Wundersamen, um in neue Bereiche vorzustoßen, ähnlich wie Power Stars in Super Mario 64 oder Shine Sprites in Super Mario Sunshine. Das motiviert dazu, jeden Wonder-Effekt zu erleben, jeden zu meistern.
Das Blumenkönigreich: Eine frische Welt
Super Mario Bros. Wonder spielt nicht im Pilzkönigreich. Stattdessen besuchen Mario und Co. das Blumenkönigreich – eine separate Welt mit eigener Ästhetik, eigenen Bewohnern, eigener Logik. Das mag wie ein kosmetischer Unterschied klingen, aber es erlaubt Nintendo, sich von etablierten Erwartungen zu lösen.
Das Blumenkönigreich fühlt sich anders an. Die Welten folgen nicht dem starren Gras-Wüste-Eis-Schema. Es gibt eine Pilzwelt, aber sie ist nicht die erste. Es gibt eine Wüste, aber sie verhält sich nicht wie erwartet. Es gibt Wasser-Level, aber sie spielen sich flüssiger als früher. Die Ästhetik ist farbenfroher, verspielter, organischer. Pflanzen wachsen aus dem Boden, Blumen öffnen und schließen sich, die Umgebung wirkt lebendig auf eine Weise, die in New Super Mario Bros. nie erreicht wurde.
Die Welten sind nicht linear strukturiert. Man sieht eine Übersichtskarte ähnlich wie in Super Mario World – verschiedene Pfade, geheime Abzweigungen, optionale Herausforderungen. Manche Level sind Hauptroute, andere sind Seitenpfade. Es gibt Badge-Challenges, die spezielle Fähigkeiten freischalten. Es gibt versteckte Ausgänge, die zu geheimen Leveln führen. Die Karte fühlt sich wie ein Spielplatz an, nicht wie eine Checkliste.
Die Charaktere des Blumenkönigreichs sind charmant und merkwürdig. Es gibt sprechende Blumen – nicht Power-Ups, sondern NPCs, die kommentieren, was man tut. Sie machen Witze, geben Tipps, erzählen schlechte Wortspiele. Manche Spieler finden sie nervig (es gibt eine Option, sie stummzuschalten), aber ich fand sie charmant. Sie geben der Welt Persönlichkeit, lassen sie bewohnt statt leer fühlen.
Der Antagonist ist Bowser, aber er hat sich mit einer magischen Krone vereint und ist nun… anders. Größer, mächtiger, bedrohlicher. Die Story ist minimalistisch – Bowser klaut Krone, verwandelt sich, Mario muss ihn stoppen – aber sie reicht. Das Blumenkönigreich als Setting trägt das Spiel auch ohne komplexe Erzählung.
Power-Ups: Elefanten, Bohrer und Blasen
Die Power-Ups sind eine Mischung aus Bekanntem und radikal Neuem. Die klassischen sind da – Feuer-Blume, Super-Pilz. Aber die neuen stehlen die Show.
Das Elefant-Power-Up ist das Markenzeichen von Wonder. Mario (oder wer auch immer) verwandelt sich in einen Elefanten – klein, aber definitiv elefantoid. Der Rüssel fungiert als Waffe und Werkzeug. Man kann Wasser aufsaugen und sprühen, Gegner wegstoßen, Blöcke zertrümmern, die sonst unzerstörbar wären. Der Elefant hat Gewicht – man spürt die Masse in den Bewegungen. Sprünge sind schwerfälliger, aber mächtiger. Das Power-Up verändert, wie man Level angeht. Plötzlich sind vorher versperrte Bereiche zugänglich, weil man Wände durchbrechen kann.
Das Bohrer-Power-Up lässt Mario (oder wen auch immer) sich in den Boden bohren und von unten durch Levels navigieren. Man gräbt sich durch Erde, taucht plötzlich unter Feinden auf, findet versteckte Bereiche unter der Oberfläche. Das fühlt sich revolutionär an für 2D-Mario – plötzlich gibt es eine vertikale Dimension, die vorher nicht existierte. Manche Level sind speziell für den Bohrer designed, mit Untergrund-Labyrinthen und Herausforderungen, die nur durch Graben lösbar sind.
Das Blasen-Power-Up lässt Mario Blasen erzeugen, die Feinde einfangen und als Plattformen dienen. Man kann Blasen stapeln, Treppen bauen, Feinde einschließen und sie dann als Sprungbretter nutzen. Es ist ein kreatives, vielseitiges Power-Up, das taktisches Denken belohnt. Manche Spieler ignorieren es, weil es nicht so direkt mächtig wie Feuer ist, aber in den richtigen Händen ist es unglaublich nützlich.
Es gibt auch das Super-Crown-Power-Up – exklusiv für bestimmte Charaktere (Toad, Toadette, Yoshi, Nabbit). Es verwandelt sie in mächtigere Versionen mit zusätzlichen Fähigkeiten. Das ist interessant für Spieler, die unterschiedliche Charaktere bevorzugen, und fügt eine weitere Variationsschicht hinzu.
Die Power-Ups fühlen sich durchdachter an als in früheren 2D-Marios. Sie sind nicht nur Damage-Buffs, sondern Werkzeuge, die Level-Design beeinflussen. Das Spiel ist um sie herum gebaut, nicht umgekehrt.
Charakterauswahl: Mehr als nur Mario
Super Mario Bros. Wonder bietet die größte Charakterauswahl eines 2D-Mario-Spiels. Man kann spielen als: Mario, Luigi, Peach, Daisy, Toad (blau), Toadette, Yoshi (rot, gelb, hellblau), Nabbit. Das sind zwölf spielbare Charaktere, jeder mit leichten Unterschieden.
Mario und Luigi sind die Standardwahl – balanciert, vielseitig, keine besonderen Vor- oder Nachteile. Peach und Daisy spielen identisch zu ihnen, aber mit anderen Animationen und Voice-Lines. Toad und Toadette sind etwas schneller beim Rennen, aber haben identische Physik sonst.
Yoshi und Nabbit sind die interessanten Ausreißer. Sie nehmen keinen Schaden von Feinden – berührt man einen Gegner, verliert man keine Gesundheit. Stattdessen verliert man nur durch Fallen in Löcher oder Lava. Das macht sie ideal für jüngere oder weniger erfahrene Spieler. Gleichzeitig sind sie limitiert – sie können keine Power-Ups nutzen (außer dem exklusiven Super Crown). Das ist ein cleverer Balancing-Akt: Leichter zu spielen, aber weniger vielseitig.
Die Charakterauswahl ist nicht nur kosmetisch. Verschiedene Charaktere haben leicht unterschiedliche Animationen, Voice-Acting, Siegesposen. Peach hat eine schwebende Luftaufhängung wie in Super Mario Bros. 2, die länger hält als Marios. Yoshi hat seinen charakteristischen Flatter-Sprung. Die Unterschiede sind subtil, aber spürbar für Spieler, die tief eintauchen.
Online kann man andere Spieler sehen, die gleichzeitig dasselbe Level spielen – nicht als direkte Ko-op, sondern als Geister. Man sieht ihre Charakterwahl, ihre Bewegungen, ihre Fehler. Man kann sie wiederbeleben, wenn sie sterben, und sie können dasselbe für einen tun. Es ist eine clevere Form von asynchronem Multiplayer, die Gemeinschaftsgefühl schafft ohne Chaos des direkten Koop.
Level-Design: Kreativität auf jedem Schritt
Das Level-Design ist wo Super Mario Bros. Wonder wirklich glänzt. Jedes Level fühlt sich einzigartig an, nicht nur visuell, sondern mechanisch. Es gibt keine generischen Füller-Level, keine Designs, die man schon hundertmal gesehen hat.
Ein Level spielt sich komplett in Silhouette – man sieht nur schwarze Formen vor farbigem Hintergrund. Navigation basiert auf Schatten und Umrissen. Ein anderes Level hat keine feste Gravitation – man wechselt zwischen Decke und Boden durch Sprünge. Ein weiteres Level scrollt nicht horizontal, sondern in alle Richtungen, je nachdem wo man sich bewegt.
Die Wonder-Effekte integrieren sich nahtlos in dieses Design. Manche Level sind gebaut um ihren Wonder-Effekt – die Transformation ist nicht Bonus, sondern Kern. Andere nutzen Wonder-Effekte als Überraschung, die das Level komplett umkrempelt. Die Balance zwischen Erwartung und Subversion ist perfekt getroffen.
Es gibt auch klassischere Level für Spieler, die traditionelles Mario-Gameplay wollen. Nicht jedes Level ist radikal experimentell. Aber selbst die traditionelleren Level haben Twists – ein Gimmick, ein visueller Trick, eine unerwartete Wendung. Nintendo hat verstanden, dass Variation der Schlüssel ist.
Die Schwierigkeit steigt organisch. Frühe Level sind zugänglich für Anfänger, späte Level fordern auch Veteranen. Es gibt optionale Herausforderungs-Level, die extrem schwierig sind – Präzisionssprünge, komplexe Timing-Sequenzen, Geduld-Tests. Diese Level sind nicht verpflichtend, aber für Spieler, die Herausforderung suchen, sind sie da.
Versteckte Ausgänge und geheime Wege belohnen Exploration. Manche Level haben zwei Ausgänge – den offensichtlichen und den versteckten. Der versteckte führt oft zu Bonus-Level oder Abkürzungen auf der Karte. Das ermutigt, Level mehrfach zu spielen, jeden Winkel zu erkunden.
Das Badge-System: Fähigkeiten nach Wahl
Ein neues Feature ist das Badge-System. Badges sind Fähigkeiten, die man ausrüsten kann – nur eine zur gleichen Zeit, aber frei wählbar. Manche Badges geben passive Boni: Höhere Sprünge, längere Invincibility nach Schaden, automatische Münzen-Magnet. Andere geben aktive Fähigkeiten: Wandsprung, Fallschirm, Zeitlupe in der Luft.
Badges schaltet man frei durch Badge-Challenge-Level – spezielle Levels, die eine bestimmte Fähigkeit testen. Man muss das Badge nutzen, um das Level zu schaffen. Das ist cleveres Tutorial-Design: Man lernt die Fähigkeit durch erzwungenen Einsatz, ohne dass es sich wie Tutorial anfühlt.
Das Badge-System fügt eine Metaspiel-Ebene hinzu. Verschiedene Level profitieren von verschiedenen Badges. Ein Level mit vielen Wänden? Wall-Jump-Badge. Ein Level mit präzisen Luftmanövern? Fallschirm-Badge. Man experimentiert, findet Favoriten, passt sich an.
Manche Badges sind fast essential für bestimmte Herausforderungen. Andere sind Spaß-Optionen, die das Spiel verändern ohne es einfacher zu machen. Es gibt ein Badge, das Mario tanzen lässt wenn man bestimmte Knöpfe drückt – komplett nutzlos, aber unterhaltsam. Das ist Nintendos Verspieltheit in Reinform.
Multiplayer: Chaos und Kooperation
Super Mario Bros. Wonder unterstützt bis zu vier Spieler lokal. Man kann auch online spielen, sieht aber nur Geister anderer Spieler, nicht direkte Koop-Partner. Das lokale Koop ist wo das Spiel am chaotischsten wird.
Vier Spieler gleichzeitig auf dem Bildschirm ist herrliches Chaos. Man springt aufeinander, wirft sich versehentlich in Löcher, klaut sich Power-Ups. Es ist frustrierend und lustig in gleichem Maße. Das Spiel ist nicht gebaut für vier Spieler – es ist designed für Solo oder vielleicht Duo. Mit vier wird es Mayhem.
Interessanterweise macht das Spaß. Das Chaos ist Teil des Charmes. Man lacht über Fehler statt sich zu ärgern. Das Spiel ist verzeihend genug, dass Tod nicht hart bestraft. Man respawnt schnell, verliert keine großen Fortschritte.
Das Online-Ghost-System ist cleverer für ernsthafte Spieler. Man sieht andere, wird nicht behindert, kann aber kooperieren durch Wiederbeleben. Es fühlt sich gemeinschaftlich an ohne Frustration des direkten Koop. Das ist eine kluge Design-Entscheidung.
Grafik und Sound: Lebendige Kunstwerke
Visuell ist Super Mario Bros. Wonder ein Sprung vorwärts für 2D-Mario. Die Charaktermodelle sind detaillierter, die Animationen flüssiger, die Hintergründe lebendiger. Alles bewegt sich – Blätter im Wind, Wolken am Himmel, Wasser, das fließt und reflektiert.
Die Farbpalette ist gesättigt ohne überladen zu wirken. Es gibt Momente, wo die Farben explodieren – Wonder-Effekte besonders – aber es fühlt sich nie chaotisch an. Nintendo versteht Balance zwischen „visuell beeindruckend“ und „lesbar während Gameplay“.
Die Animationen verdienen besondere Erwähnung. Mario (und alle anderen Charaktere) bewegen sich mit einer Flüssigkeit, die in früheren 2D-Marios fehlte. Sprünge haben Gewicht, Landungen haben Impact, Bewegungen haben Persönlichkeit. Peach läuft anders als Mario, Yoshi bewegt sich anders als Toad. Es sind Details, aber Details, die das Spiel lebendig machen.
Der Soundtrack ist überraschend vielfältig. Koji Kondo ist zurück (teilweise), aber es gibt auch neue Komponisten. Die Musik reicht von klassischem Mario-Orchestral bis zu Jazz, Funk, sogar ein wenig Elektronik. Manche Tracks sind eingängig, andere atmosphärisch. Die sprechenden Blumen singen gelegentlich mit – ein bizarrer, aber charmanter Touch.
Es gibt weniger dieser nervigen „Bah-Bah“-Chöre aus New Super Mario Bros. Das allein ist ein Segen. Stattdessen gibt es abwechslungsreichere Vocals, die sich ins Arrangement einfügen statt zu dominieren.
Was fehlt?
Super Mario Bros. Wonder ist exzellent, aber nicht perfekt. Die größte Schwäche ist die Länge – oder besser gesagt, das Gefühl, dass es zu schnell vorbei ist. Man kann das Spiel in 8-12 Stunden durchspielen, abhängig von Skill. Für 100% Completion dauert es länger, aber verglichen mit umfangreicheren Spielen fühlt es sich kompakt an.
Das ist kein inhärentes Problem – Qualität über Quantität – aber nach all der Kreativität will man mehr. Mehr Welten, mehr Wonder-Effekte, mehr experimentelle Level. Das Spiel endet genau dann, wenn man sich warmgelaufen hat.
Die Schwierigkeit ist auch etwas ungleichmäßig. Die Hauptstory ist zugänglich, fast zu einfach für Veteranen. Die optionalen Herausforderungen sind hart, manchmal frustrierend hart. Es gibt wenig Mittelweg. Spieler, die moderate Herausforderung wollen – nicht zu leicht, nicht zu hart – könnten sich zwischen Extremen fühlen.
Manche Power-Ups sind untergenutzt. Das Blasen-Power-Up ist brilliant, aber manche Level ignorieren es komplett. Das Bohrer-Power-Up ist revolutionär, aber nur wenige Level sind um es gebaut. Man wünscht sich mehr Levels, die diese Fähigkeiten voll ausschöpfen.
Die Story ist minimal. Das ist für Mario normal, aber nach all der Kreativität im Gameplay wünscht man sich etwas mehr Narrative. Das Blumenkönigreich ist charmant, aber unterdevelopped. Wer sind diese Charaktere? Was ist ihre Geschichte? Nintendo gibt Andeutungen, aber keine Antworten.
Vergleiche: Wo steht Wonder in der Mario-Historie?
Super Mario Bros. Wonder fühlt sich wie eine Rückkehr zu Super Mario World an – nicht im direkten Gameplay, sondern im Geist. Super Mario World war das letzte 2D-Mario, das sich wirklich innovativ anfühlte, das Risiken einging, das überraschte. Wonder hat denselben Geist.
Verglichen mit New Super Mario Bros.-Spielen ist Wonder in jeder Hinsicht überlegen. Es ist kreativer, vielfältiger, lebendiger. NSMB fühlte sich wie Formel an, Wonder fühlt sich wie Kunst an. Das ist keine Übertreibung – das Spiel atmet Kreativität.
Verglichen mit 3D-Marios wie Super Mario Odyssey ist Wonder natürlich limitierter – 2D hat inhärente Grenzen. Aber innerhalb dieser Grenzen maximiert Wonder alles. Es ist das beste 2D-Mario seit Super Mario World, vielleicht sogar besser, abhängig von Präferenzen.
Für Spieler, die klassisches Mario wollen, könnte Wonder zu experimentell sein. Für Spieler, die Innovation wollen, ist Wonder genau richtig. Es ist ein Spiel, das die Serie vorwärts bewegt statt nur zu wiederholen.
Fazit
Super Mario Bros. Wonder ist das beste 2D-Mario-Spiel seit Jahrzehnten. Es nimmt eine Formel, die sich festgefahren anfühlte, und haucht ihr neues Leben ein durch schiere Kreativität. Die Wonder-Effekte sind nicht nur Gimmick – sie sind fundamentaler Teil dessen, was das Spiel besonders macht. Jedes Level überrascht, jedes Power-Up bietet neue Möglichkeiten, jede Welt fühlt sich frisch an.
Das Spiel ist nicht ohne Schwächen. Es ist zu kurz, die Schwierigkeit ist ungleichmäßig, die Story ist minimal. Aber diese Schwächen verblassen gegen die Stärken. Nintendo hat bewiesen, dass 2D-Mario noch relevant sein kann, noch innovativ sein kann, noch Spieler überraschen kann.
Bewertung: 9.3/10
Super Mario Bros. Wonder ist essentiell für jeden Switch-Besitzer. Es ist ein Spiel, das Freude versprüht, das konstant überrascht, das zeigt, dass Nintendo immer noch versteht, was Spaß bedeutet. Es ist nicht perfekt, aber es ist verdammt nahe dran. Und nach all den Jahren voller uninspirierter New Super Mario Bros.-Spiele ist das eine Erleichterung.
Das ist nicht nur ein gutes Mario-Spiel. Das ist ein Statement: 2D-Platformer sind nicht tot. Sie brauchen nur Kreativität, Mut und eine Prise Wahnsinn. Super Mario Bros. Wonder hat alle drei in Überfluss.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Ist Super Mario Bros. Wonder für Anfänger geeignet?
Absolut. Das Spiel bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade durch Charakterwahl. Yoshi und Nabbit sind praktisch unverwundbar für Feinde, perfekt für Kinder oder unerfahrene Spieler. Gleichzeitig bietet das Spiel genug Herausforderung für Veteranen durch optionale schwere Level. Die Balance ist gut getroffen.
2. Brauche ich Online-Zugang?
Nein, das Spiel ist komplett offline spielbar. Die Online-Features (Ghost-Spieler sehen, wiederbeleben) sind nett, aber nicht essentiell. Lokaler Multiplayer funktioniert ohne Internet. Man verpasst nichts Wichtiges ohne Online-Verbindung.
3. Wie lange dauert das Spiel?
Die Hauptstory dauert etwa 8-12 Stunden, abhängig von Skill und wie viel man erkundet. Für 100% Completion (alle Wundersamen, alle versteckten Ausgänge, alle Badges) dauert es 15-20 Stunden. Das ist kürzer als manche erwarten, aber die Qualität rechtfertigt die Länge.
4. Welches ist das beste Power-Up?
Das kommt auf den Spielstil an. Der Elefant ist am vielseitigsten – gut für Kampf und Exploration. Der Bohrer öffnet versteckte Bereiche, die sonst unzugänglich sind. Die Feuer-Blume ist klassisch zuverlässig. Die Blasen sind kreativ, aber erfordern Übung. Experimentiere und finde deine Favoriten.
5. Ist das Spiel zu leicht?
Die Hauptstory ist zugänglich, ja. Aber das ist beabsichtigt – Nintendo will, dass alle Spieler das Ende erreichen können. Die wirkliche Herausforderung liegt in optionalen Levels, versteckten Ausgängen und 100% Completion. Es gibt genug Schwierigkeit für Spieler, die sie suchen, aber sie ist nicht erzwungen.
6. Funktioniert lokaler Koop gut?
Mit zwei Spielern: Ja, sehr gut. Mit drei oder vier: Es wird chaotisch. Der Bildschirm ist voll, Spieler behindern sich gegenseitig, Power-Ups werden geklaut. Das kann Spaß machen mit der richtigen Gruppe, aber für ernsthafte Spieler ist Solo oder Duo besser. Das Online-Ghost-System ist cleverer designed für mehrere Spieler.
7. Gibt es DLC geplant?
Zum Launch gibt es keine Ankündigung für DLC. Nintendo könnte später neue Welten oder Herausforderungen hinzufügen, aber das ist reine Spekulation. Das Basis-Spiel ist komplett – man kauft ein fertiges Produkt, nicht ein Vehikel für zukünftige Käufe.
8. Kann ich meine Lieblings-Charakter spielen?
Wahrscheinlich. Das Spiel bietet zwölf spielbare Charaktere: Mario, Luigi, Peach, Daisy, Toad, Toadette, drei Yoshi-Farben, Nabbit. Die meisten populären Mario-Charaktere sind vertreten. Einzige große Abwesenheit: Rosalina, die manche Fans vermissen werden.
9. Ist die Switch-Hardware limitierend?
Nicht spürbar. Das Spiel läuft flüssig bei 60 FPS, sieht brilliant aus, hat keine technischen Probleme. Die Switch ist mehr als fähig für 2D-Platformer. Ladezeiten sind minimal, Performance ist makellos. Technisch ist das Spiel solide.
10. Sollte ich das Spiel kaufen, wenn ich New Super Mario Bros. langweilig fand?
Ja! Super Mario Bros. Wonder ist das Gegenteil von NSMB-Monotonie. Es ist kreativ, überraschend, abwechslungsreich. Wenn NSMB dich gelangweilt hat, ist Wonder genau das, was du brauchst. Es beweist, dass 2D-Mario nicht langweilig sein muss. Gib der Serie eine zweite Chance mit diesem Spiel.
Technische Informationen
Entwickler: Nintendo EPD
Publisher: Nintendo
Plattform: Nintendo Switch
Release-Datum: 20. Oktober 2023
Genre: Jump’n’Run, Platformer, Multiplayer
Spieleranzahl: 1-4 (lokal), Online-Geister
USK/PEGI: USK 6 / PEGI 3 (Keine Gewalt, familienfreundlich)
Ungefähre Spieldauer:
- Hauptstory: ~8-12 Stunden
- 100% Completion: ~15-20 Stunden
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, weitere
Preis zum Start: 59,99€
Speicherplatz: Ca. 4,9 GB
Performance: 60 FPS konstant, keine technischen Probleme
Getestet auf Nintendo Switch OLED.
Stand: 20. Oktober 2023



