Seit März 2023 ist es offiziell: Regisseur Ryan Coogler arbeitet an einem Reboot von Akte X für Disney. Seitdem blieb es lange still – Coogler war mit Sinners beschäftigt, dem Vampirhorrorfilm mit Michael B. Jordan, der weltweit über 350 Millionen Dollar einspielte. Nun gibt es endlich ein konkretes Update: In einem Interview mit dem Hollywood Reporter bestätigt Coogler, dass er aktuell intensiv am Drehbuch arbeitet. „Ich bin mittendrin. Heute ist ein guter Tag“, sagte er – und ergänzte nüchtern: „Es gab auch viele Tage, die nicht so gut waren.“
Persönliches Projekt mit großem Druck
Dass Coogler das Projekt persönlich ernst nimmt, ist keine PR-Phrase. Akte X war für ihn als Kind etwas Besonderes – eine Serie, die er regelmäßig mit seiner Mutter geschaut hat. „Wie Rocky für mich und meinen Vater war, ist Akte X das Ding zwischen mir und meiner Mutter“, sagte er bereits Ende 2025 auf einer Filmvorführung von Sinners. Seiner Mutter hat er erste Entwürfe zum Lesen gegeben – ihre Reaktion beschreibt er als „aufgedreht“.
Entsprechend groß ist das Bewusstsein für die Erwartungshaltung der Fangemeinde. „Es gibt viele wirklich kluge Menschen, die ich nicht enttäuschen will“, gab Coogler in einem Podcast-Auftritt zu. Der Druck beflügelt ihn aber offensichtlich eher, als dass er lähmt.
Monster-of-the-Week und Verschwörung: Das klassische Format bleibt
Wer befürchtet hat, Coogler könnte Akte X in etwas Unwiedererkennbares verwandeln, darf aufatmen. Im Happy-Sad-Confused-Podcast von Josh Horowitz stellte er klar: „Es wäre kein Akte X, wenn wir nicht beides machen würden. Wir planen sowohl Monster-of-the-Week-Episoden als auch eine übergreifende Verschwörungshandlung.“ Die Doppelstruktur, die die Serie in den Neunzigern zu einem Phänomen machte, bleibt also erhalten.
Für Rat beim Einstieg ins Serienformat wandte Coogler sich an niemand Geringeren als Vince Gilligan – der Schöpfer von Breaking Bad und Better Call Saul begann seine Karriere als Autor bei Akte X und kennt das Universum aus erster Hand. Gilligan gab Coogler nach eigener Aussage wertvolle Ratschläge darüber, wie man Fernsehen macht.
Besetzung: Anderson als Möglichkeit, Deadwyler im Gespräch
Ob Gillian Anderson als Dana Scully und David Duchovny als Fox Mulder zurückkehren werden, lässt Coogler offen – aber er lässt eine Tür offen. „Ich bin ein großer Fan von ihr, ein großer Fan von David. Mehr kann ich nicht sagen“, sagte er im Interview. Anderson selbst hatte zuletzt in einem CBR-Gespräch angedeutet, dass sie unter Cooglers Regie durchaus bereit wäre, Scully wieder zu spielen: „Vielleicht in ein paar Jahren, wenn Ryan Coogler Akte X auf die Beine stellt, würde ich unter seiner Führung wieder in Scully schlüpfen.“
Gerüchten zufolge soll Danielle Deadwyler – bekannt aus Till und The Last of Us – als eine der beiden Hauptermittlerinnen im Gespräch sein. Coogler hat das weder bestätigt noch dementiert. Fest steht laut Serienschöpfer Chris Carter aus früheren Interviews, dass das neue Akte X eine diversere Besetzung erhalten soll.
Was kommt danach?
Das Akte-X-Reboot ist Cooglers unmittelbares nächstes Projekt. Danach folgt laut aktuellem Stand Black Panther 3, das für Frühjahr 2028 eingeplant ist. Einen konkreten Starttermin für die Serie gibt es noch nicht; Berichten zufolge soll die Produktion 2026 beginnen. Das Projekt läuft unter dem Dach von Cooglers Produktionsfirma Proximity Media, die 2021 einen Deal mit Disney abgeschlossen hatte.
Akte X lief von 1993 bis 2002 auf Fox und umfasste neun Staffeln (202 Episoden) sowie zwei Kinofilme. 2016 und 2018 folgten Staffel 10 (6 Episoden) und 11 (10 Episoden) als kurze Revivals. Cooglers Version wäre damit die zweite Neuauflage der Serie – und die erste unter einem neuen kreativen Hauptverantwortlichen.





