Microsoft plant offenbar weitere Änderungen am Xbox Game Pass. Laut The Verge-Insider Tom Warren befindet sich das Unternehmen in einer „frühen Phase der Prüfung“, wie das Game Pass-Abo erweitert werden könnte. Im Raum stehen: Bündelung mit Drittanbieter-Diensten und möglicherweise sogar eine Verschmelzung von Game Pass Ultimate mit dem alten Xbox Live Gold. Nach der Preiserhöhung im Oktober 2025 sucht Microsoft offenbar nach Wegen, das Abo attraktiver zu gestalten – oder profitabler.
Was plant Microsoft konkret?
Konkret heißt es laut Warren: Microsoft prüft Möglichkeiten, Drittanbieter-Dienste mit Game Pass-Abonnements zu bündeln. Was das bedeuten könnte: Spotify, Netflix oder andere Streaming-Dienste als Bundle mit Game Pass Ultimate. Ähnlich wie Amazon Prime, das neben Versand auch Video- und Musik-Streaming bietet. Die Idee: Mehr Wert für Abonnenten, gleichzeitig höherer Preis gerechtfertigt.
Noch interessanter: Microsoft erwägt laut Warrens Quellen, Game Pass Ultimate möglicherweise mit Xbox Live Gold zu verschmelzen. Das würde bedeuten: Ein einheitliches Abo, das alle Vorteile kombiniert. Aktuell gibt es Game Pass in mehreren Stufen: Game Pass Standard für Konsole, Game Pass PC für PC-Spieler, Game Pass Ultimate mit Cloud Gaming und Day-One-Releases. Xbox Live Gold existiert parallel als reines Online-Multiplayer-Abo. Eine Vereinfachung wäre nachvollziehbar – aber auch teuer für Nutzer, die bisher nur Gold hatten.
Wichtig: Microsoft befindet sich in einer „frühen Phase der Prüfung“. Das bedeutet: Nichts ist beschlossen. Diese Pläne könnten umgesetzt werden, verschoben werden oder komplett verworfen werden. Microsoft testet vermutlich verschiedene Modelle intern, bevor eine Entscheidung fällt.
Kostenloses Xbox Cloud Gaming kommt – aber keine neue Game Pass-Stufe
Warren bestätigte zudem: Das geplante kostenlose, werbefinanzierte Xbox Cloud Gaming wird keine neue Game Pass-Stufe. Es ist ein separater Service, der es Spielern erlauben soll, ausgewählte Titel kostenlos über die Cloud zu streamen – finanziert durch Werbung. Tests mit Xbox Insiders sollen 2026 starten, ein breiterer Rollout später folgen. Das Ziel: Neue Nutzer für Xbox gewinnen, die kein Game Pass-Abo abschließen wollen.
Dieser Schritt macht Sinn: Cloud Gaming ist Microsofts Zukunftsstrategie. Je mehr Menschen es nutzen, desto besser. Ein werbefinanziertes Modell senkt die Einstiegshürde. Aber: Welche Spiele kostenlos verfügbar sein werden, ist unklar. Vermutlich ältere Titel oder Free-to-Play-Games, nicht die neuesten Blockbuster.
Kontext: Die Preiserhöhung im Oktober 2025
Diese Pläne kommen nicht aus dem Nichts. Im Oktober 2025 erhöhte Microsoft die Preise für Game Pass Ultimate deutlich. Die Reaktion der Community: gemischt bis negativ. Viele Abonnenten fühlten sich vor den Kopf gestoßen, besonders da der Preis bereits 2024 angehoben wurde. Microsoft begründete die Erhöhung mit steigenden Entwicklungskosten und dem Wert der angebotenen Spiele.
Jetzt, nur wenige Monate später, plant Microsoft offenbar schon die nächste Änderung. Das könnte zwei Dinge bedeuten: Entweder Microsoft will nach der Preiserhöhung mehr Wert bieten, um die Community zu besänftigen. Oder Microsoft sucht nach Wegen, noch mehr Umsatz pro Abonnent zu generieren – etwa durch teurere Bundles mit Drittanbieter-Diensten.
Die aktuelle Game Pass-Struktur (2026)
Aktuell gibt es folgende Game Pass-Optionen: Game Pass Standard für Konsole bietet Zugang zur Spiele-Bibliothek, aber keine Day-One-Releases. Game Pass PC für PC-Spieler mit Day-One-Releases und EA Play. Game Pass Ultimate mit allem: Konsole, PC, Cloud Gaming, Day-One-Releases, EA Play, Ubisoft+ Classics, Fortnite Crew. Xbox Live Gold existiert parallel für reines Online-Multiplayer.
Diese Struktur ist komplex. Für Neukunden ist schwer verständlich, welches Abo das richtige ist. Eine Vereinfachung – etwa durch Verschmelzung von Ultimate und Gold – könnte das System übersichtlicher machen. Aber sie könnte auch bedeuten: Spieler, die bisher nur Gold hatten, müssen auf das teurere Ultimate upgraden.
Drittanbieter-Bündelung: Was könnte kommen?
Die Idee, Drittanbieter-Dienste mit Game Pass zu bündeln, ist nicht neu. Amazon macht es mit Prime vor: Ein Abo, das Versand, Video, Musik und mehr kombiniert. Apple bietet Apple One: Ein Bundle aus Music, TV+, Arcade und iCloud. Microsoft könnte ähnlich vorgehen.
Mögliche Partner für Game Pass-Bundles: Spotify für Musik-Streaming. Netflix oder Disney+ für Video-Streaming. Microsoft 365 für Produktivitäts-Software (Office, OneDrive). Xbox Live Gold (wie erwähnt). Möglicherweise sogar Hardware-Rabatte oder Upgrade-Optionen für Xbox-Konsolen.
Das Problem: Solche Bundles sind teurer. Wenn Game Pass Ultimate aktuell 17,99 Euro kostet und Microsoft Spotify (9,99 Euro) hinzufügt, könnte das Bundle 25-30 Euro kosten. Für Nutzer, die bereits Spotify haben, wäre das redundant. Für andere könnte es attraktiv sein. Die Frage ist: Wird es optionale Bundles geben, oder wird Ultimate zwangsweise teurer durch zusätzliche Dienste?
Warum macht Microsoft das?
Microsoft hat ein Problem: Game Pass wächst nicht mehr so schnell wie erhofft. Die Anzahl der Abonnenten stagniert bei rund 25-30 Millionen. Phil Spencer gab 2023 zu, dass Game Pass nicht mehr stark wächst. Das bedeutet: Microsoft muss mehr Umsatz pro Abonnent generieren, um profitabel zu bleiben.
Die Strategien dafür: Preiserhöhungen (bereits umgesetzt im Oktober 2025). Bundles mit Drittanbieter-Diensten (höherer Preis, mehr Wert). Werbefinanzierte Modelle (neue Nutzer gewinnen ohne Abo). Vereinfachung der Abo-Struktur (mehr Nutzer auf die teureren Stufen bringen).
Gleichzeitig steht Microsoft unter Druck: Die Übernahme von Activision Blizzard King kostete 69 Milliarden Dollar. Diese Investition muss sich rentieren. Call of Duty im Game Pass ist ein großer Coup – aber es kostet Microsoft Milliarden an entgangenen Verkäufen. Game Pass muss profitabler werden, sonst wird das Geschäftsmodell nicht aufgehen.
Was sagt die Community?
Die Reaktionen auf Warrens Bericht sind gemischt. Viele Nutzer befürchten weitere Preiserhöhungen. „Erst erhöhen sie den Preis, jetzt wollen sie noch mehr Services reinpacken und wieder erhöhen“, kommentierte ein User auf Reddit. Andere sehen es positiv: „Wenn ich Spotify oder Netflix als Bundle bekomme, könnte sich das lohnen.“
Die größte Sorge: Dass Microsoft Game Pass Ultimate noch teurer macht, ohne echten Mehrwert zu bieten. Wenn Drittanbieter-Dienste zwangsweise hinzugefügt werden, zahlen Nutzer für Services, die sie vielleicht gar nicht wollen. Optional wäre besser – aber Microsoft könnte auch argumentieren: „Wer den Mehrwert nicht will, bleibt bei Standard oder PC.“
Ein weiterer Kritikpunkt: Die ständigen Änderungen am Game Pass-System. 2024 wurde die Struktur umgebaut, 2025 die Preise erhöht, jetzt 2026 schon wieder neue Pläne. Für Abonnenten ist das frustrierend – sie wollen Stabilität, nicht ständige Experimente.
Fazit: Frühe Pläne, aber Richtung ist klar
Microsoft ist in einer „frühen Phase der Prüfung“ – das heißt, nichts ist fix. Aber die Richtung ist erkennbar: Game Pass soll erweitert werden, entweder durch Drittanbieter-Bundles oder durch Verschmelzung mit Xbox Live Gold. Das Ziel: Mehr Umsatz pro Abonnent, bessere Profitabilität, attraktivere Pakete für Neukunden.
Für Spieler bedeutet das: Abwarten und Tee trinken. Diese Pläne könnten Realität werden, oder Microsoft verwirft sie. Wenn sie umgesetzt werden, hängt viel davon ab, wie Microsoft sie kommuniziert und umsetzt. Optionale Bundles? Gut. Zwangsbündelung mit Preiserhöhung? Schlecht. Vereinfachung der Abo-Struktur? Gut. Verteuerung für bisherige Gold-Nutzer? Schlecht.
Klar ist: Microsoft experimentiert weiter mit Game Pass. Das Geschäftsmodell ist noch nicht ausgereift. Die nächsten Monate werden zeigen, welche Richtung Microsoft einschlägt – und ob die Community mitgeht.




