Die Assassin’s Creed-Reihe von Ubisoft hat sich seit 2007 zu einem der ambitioniertesten Gaming-Franchises entwickelt, das Spieler durch über 2.400 Jahre Weltgeschichte führt. Von den antiken Schlachtfeldern Griechenlands bis zu den dampfenden Straßen des viktorianischen Londons erzählt jedes Spiel eine einzigartige Geschichte im ewigen Konflikt zwischen Assassinen und Templern. Doch in welcher chronologischen Reihenfolge spielen die Ereignisse tatsächlich? Und was ist die beste Spielreihenfolge für Neulinge und Veteranen?
Dieser umfassende Guide erklärt die komplette Assassin’s Creed Timeline von Odyssey bis Syndicate, hilft bei der Entscheidung zwischen chronologischer und Release-Reihenfolge, und beleuchtet die Verbindungen zwischen den historischen Epochen und der modernen Rahmenhandlung.
Die Grundlagen der Assassin’s Creed Chronologie
Bevor wir in die Details der Timeline eintauchen, ist es wichtig zu verstehen, dass die meisten Assassin’s Creed Spiele eine duale Erzählstruktur verwenden. Jedes Spiel kombiniert eine historische Handlungslinie mit einer modernen Rahmenhandlung, in der Charaktere mithilfe der Animus-Technologie die Erinnerungen ihrer Vorfahren durchleben.
Diese einzigartige Erzählweise macht die Chronologie komplex, aber auch faszinierend. Während die Spiele in unterschiedlichen Reihenfolgen veröffentlicht wurden, folgt die historische Handlung einer klaren chronologischen Linie durch die Jahrhunderte. Die moderne Handlung hingegen entwickelt sich parallel zur Veröffentlichungsreihenfolge und baut kontinuierlich aufeinander auf.
Der Animus ist mehr als nur ein narratives Werkzeug. Er erklärt, warum Spieler durch verschiedene Zeitepochen springen können, und verbindet die scheinbar zusammenhanglosen historischen Ereignisse zu einer kohärenten Gesamterzählung über den jahrtausendealten Konflikt zwischen Freiheit und Kontrolle.
Die chronologische Reihenfolge der Assassin’s Creed Hauptspiele
Assassin’s Creed Odyssey (431-422 v. Chr.) – Der Ursprung
Den chronologischen Anfang macht Assassin’s Creed Odyssey, das im antiken Griechenland während des Peloponnesischen Krieges spielt. Als Kassandra (die kanonische Protagonistin) oder Alexios kämpfen Spieler gegen den Kult des Kosmos – eine Organisation, die als Vorläufer der Templer betrachtet werden kann.
Das Spiel ist besonders bedeutsam, da es die Ursprünge des jahrhundertealten Konflikts zwischen den beiden Fraktionen aufzeigt. Die griechische Antike bietet dabei eine atemberaubende Kulisse mit historisch akkuraten Darstellungen von Athen, Sparta, Delphi und anderen legendären Orten. Philosophen wie Sokrates, Perikles und Herodot treten als Nebencharaktere auf und verleihen dem Spiel historische Tiefe.
Odyssey geht zeitlich am weitesten zurück und zeigt eine Welt, in der die Assassinen-Bruderschaft noch nicht existiert. Stattdessen kämpfen einzelne Helden gegen proto-templerische Organisationen. Die Isu – auch bekannt als „Jene, die vor uns kamen“ – spielen eine zentrale Rolle und ihre Artefakte und Technologien sind überall in der griechischen Welt verstreut.
Assassin’s Creed Origins (49-44 v. Chr.) – Die Geburt der Bruderschaft
Assassin’s Creed Origins führt uns ins ptolemäische Ägypten und erzählt die Entstehungsgeschichte der Assassinen-Bruderschaft. Die Protagonisten Bayek von Siwa und Aya gründen die „Verborgenen“ als Reaktion auf die Machenschaften des „Ordens der Ältesten“ – den direkten Vorläufern der Templer.
Das Spiel spielt während der Endphase der Ptolemäer-Dynastie und dem Aufstieg des Römischen Reiches. Historische Figuren wie Kleopatra VII, Julius Caesar und Ptolemaios XIII spielen zentrale Rollen in der Handlung. Die Ermordung Caesars im Jahr 44 v. Chr. ist ein Schlüsselmoment, der die weitere Entwicklung der Bruderschaft beeinflusst.
Origins ist der Wendepunkt, an dem aus verstreuten Widerstandskämpfern eine organisierte Bewegung wird. Bayek und Aya etablieren die Tenets und Rituale, die die Assassinen für die nächsten Jahrtausende definieren werden. Der ikonische Sprung des Glaubens, das Verstecken in der Menge, der Assassinen-Ring – all diese Elemente haben ihren Ursprung in diesem Spiel.
Die ägyptische Setting ist visuell beeindruckend, von den Pyramiden von Gizeh über Alexandria bis zum Nil-Delta. Das Spiel nutzt die historische Epoche des kulturellen und politischen Wandels, um zu zeigen, wie aus persönlicher Tragödie eine weltweite Bewegung entstehen kann.
Assassin’s Creed Mirage (861 n. Chr.) – Das goldene Zeitalter Bagdads
Im Abbasiden-Kalifat des 9. Jahrhunderts folgt Assassin’s Creed Mirage dem jungen Basim Ibn Ishaq auf seinem Weg vom Straßendieb zum vollwertigen Assassinen. Das Spiel nutzt das goldene Zeitalter Bagdads als Kulisse – eine Zeit wissenschaftlicher und kultureller Blüte in der islamischen Welt.
Bagdad war zu dieser Zeit das intellektuelle Zentrum der Welt. Das Haus der Weisheit, die prächtigen Moscheen und die lebendigen Basare werden mit beeindruckender historischer Genauigkeit dargestellt. Mirage konzentriert sich auf das klassische Assassin-Gameplay: Stealth, Parkour und präzise Attentate in einer dicht bevölkerten urbanen Umgebung.
Das Spiel dient als direktes Prequel zu Valhalla und erklärt Basims Hintergrundgeschichte, was es zu einem wichtigen Puzzleteil der modernen AC-Trilogie macht. Spieler, die Valhalla bereits gespielt haben, werden viele narrative Verbindungen und Enthüllungen entdecken, die Basims spätere Handlungen in Kontext setzen.
Die Verborgenen haben sich zu dieser Zeit bereits über den Nahen Osten und darüber hinaus ausgebreitet. In Bagdad existiert eine etablierte Bruderschaft mit Hierarchien, Traditionen und einer klaren Mission. Basims Geschichte zeigt die menschliche Seite dieser Organisation – die Zweifel, Opfer und moralischen Dilemmata, die mit dem Leben eines Assassinen einhergehen.
Assassin’s Creed Valhalla (872-878 n. Chr.) – Wikinger erobern England
Die Wikingerzeit steht im Mittelpunkt von Assassin’s Creed Valhalla. Als Eivor Varinsdottir (oder Varinsson) führen Spieler einen Wikingerclan bei der Invasion Englands während der Zeit der „Großen Heidnischen Armee“. Das Spiel behandelt die Entstehung des englischen Königreichs und den kulturellen Wandel von heidnischen zu christlichen Werten.
Valhalla ist zeitlich nur wenige Jahre nach Mirage angesiedelt, spielt aber in einer völlig anderen Welt. Während Bagdad ein Zentrum der Zivilisation war, ist England ein zerbrochenes Land aus rivalisierenden angelsächsischen Königreichen, die gegen die wikingischen Invasoren kämpfen. Eivor navigiert diese komplexe politische Landschaft, schmiedet Allianzen und erobert Territorien.
Die Verbindung zu den Assassinen ist in Valhalla indirekter. Eivor ist kein Mitglied der Bruderschaft, arbeitet aber mit den Verborgenen zusammen, die in England gegen den Orden der Ältesten kämpfen. Diese Perspektive von außen bietet einen frischen Blick auf die Organisation und ihre Methoden.
Valhalla ist besonders wichtig für die moderne Handlung der Serie und beantwortet viele Fragen, die in den vorherigen Spielen aufgeworfen wurden. Die Enthüllungen über Eivors wahre Natur, die Isu-Technologie und die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart machen das Spiel zu einem Eckpfeiler der AC-Mythologie.
Historisch zeigt Valhalla die Verschmelzung nordischer und angelsächsischer Kulturen. Historische Figuren wie Alfred der Große, Ivar der Knochenlose und andere spielen wichtige Rollen. Die Darstellung der wikingischen Religion, ihrer Götter und Mythen verleiht dem Spiel eine einzigartige spirituelle Dimension.
Assassin’s Creed (1191 n. Chr.) – Der Klassiker, der alles begann
Das ursprüngliche Assassin’s Creed aus dem Jahr 2007 spielt während des Dritten Kreuzzugs im Heiligen Land. Altaïr Ibn-La’Ahad, einer der ikonischsten Charaktere der Serie, entdeckt wichtige Geheimnisse über die Ersten Völker und etabliert viele der Traditionen, die die Assassinen-Bruderschaft bis heute prägen.
Obwohl es das erste veröffentlichte Spiel war, steht es chronologisch in der Mitte der Timeline und dient als Brücke zwischen den antiken Ursprüngen und den späteren Entwicklungen. Altaïr startet als arroganter, hochrangiger Assassine, der durch einen schweren Fehler degradiert wird. Seine Reise zurück zu Ehren und sein Aufstieg zum Mentor formen die Bruderschaft fundamental.
Das Spiel führt in die Kernmechaniken der Serie ein: Social Stealth, die drei Säulen des Assassinen-Verhaltens (stay your blade from the flesh of an innocent, hide in plain sight, never compromise the Brotherhood) und die Bedeutung der Ersten Zivilisation. Masyaf, die Festung der Assassinen, wird zur ikonischen Heimatbasis.
Die historische Kulisse des Dritten Kreuzzugs zeigt den Konflikt zwischen Christen und Muslimen, aber Assassin’s Creed subvertiert erwartbare Narrative. Beide Seiten haben noble und korrupte Mitglieder. Die wahren Feinde sind Extremismus und die Templer, die den Krieg für ihre eigenen Zwecke manipulieren. Diese moralische Komplexität wird zum Markenzeichen der Serie.
Altaïrs Entdeckungen über die Edensplitter und die Isu-Zivilisation legen den Grundstein für die gesamte kosmologische Mythologie der Serie. Seine Forschungen und Schriften werden über Jahrhunderte bewahrt und inspirieren zukünftige Generationen von Assassinen.
Die Ezio-Trilogie (1476-1512 n. Chr.) – Renaissance-Meisterwerk
Die drei Spiele um Ezio Auditore da Firenze – Assassin’s Creed II (1476-1499), Brotherhood (1500-1507) und Revelations (1511-1512) – gelten als Höhepunkt der Serie und erzählen eine zusammenhängende Geschichte über drei Jahrzehnte.
Assassin’s Creed II zeigt Ezios Entwicklung vom sorglosen jungen Adligen in Florenz zum Meister-Assassinen vor der Kulisse der italienischen Renaissance. Der Mord an seiner Familie durch die Templer setzt ihn auf einen Pfad der Rache, der sich zu einer größeren Mission entwickelt. Florenz, Venedig, die Toskana und andere italienische Regionen werden in beeindruckender historischer Genauigkeit dargestellt.
Die Renaissance war eine Zeit des kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwungs. Leonardo da Vinci wird zu Ezios engem Freund und Waffenmeister, der ihm innovative Gadgets und Waffen erschafft. Die Medici, die Borgia, Niccolò Machiavelli – historische Figuren verfl echten sich mit der fiktiven Assassinen-Templer-Handlung zu einem reichen Teppich aus Geschichte und Fantasy.
Brotherhood verlagert die Handlung nach Rom, wo Ezio die Assassinen-Bruderschaft wiederaufbaut und gegen die Borgia-Familie kämpft. Rodrigo Borgia (Papst Alexander VI) und sein Sohn Cesare sind die Hauptantagonisten. Das Spiel führt das beliebte Rekrutierungssystem ein, das es Spielern ermöglicht, neue Assassinen auszubilden und in Missionen zu schicken.
Rom ist grandios dargestellt, vom Kolosseum über den Vatikan bis zur Engelsburg. Die Besetzung durch die Borgia hat die Stadt verdorben, und Ezio muss Borgia-Türme zerstören, um Bezirke zu befreien. Der Aufbau einer ganzen Bruderschaft aus dem Nichts gibt dem Spiel eine strategische Dimension, die über persönliche Vendetta hinausgeht.
Revelations schließt sowohl Ezios als auch Altaïrs Geschichte ab und spielt im osmanischen Konstantinopel (Istanbul). Das Spiel verbindet geschickt die beiden ikonischen Assassinen-Charaktere über Jahrhunderte hinweg. Ezio sucht Altaïrs Vermächtnis und entdeckt Geheimnisse, die sein Verständnis der Bruderschaft und der Ersten Zivilisation vertiefen.
Konstantinopel im frühen 16. Jahrhundert war eine Stadt im Übergang – kürzlich von den Osmanen erobert, eine Schmelztiegel-Metropole zwischen Ost und West. Die Assassinen und Templer kämpfen im Schatten um Kontrolle, während das Osmanische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht steht. Prinz Suleiman, der spätere Suleiman der Prächtige, spielt eine wichtige Rolle.
Revelations fügt Turm-Defense-Mechaniken hinzu (die allerdings kontrovers aufgenommen wurden) und erweitert die Bomben-Crafting-Systeme. Ezios Geschichte endet würdevoll – ein alter Mann, der Frieden mit seinem Leben und seinen Taten findet, während er die Fackel an die nächste Generation weiterreicht.
Die Ezio-Trilogie wird oft als narrativer Höhepunkt der Serie betrachtet. Über drei Spiele entwickelt sich Ezio von einem heißblütigen Rächer zu einem weisen Mentor. Seine Charakterentwicklung ist beispiellos in der Gaming-Geschichte – wir sehen ihn buchstäblich vom Teenager bis zum alten Mann wachsen.
Assassin’s Creed IV: Black Flag (1715-1722 n. Chr.) – Piraten der Karibik
Assassin’s Creed IV: Black Flag entführt Spieler ins goldene Zeitalter der Piraterie. Edward Kenway, Großvater von Connor aus AC III, erlebt Abenteuer in der Karibik zwischen spanischen Kolonien, Piraten und den ewigen Machenschaften von Assassinen und Templern.
Das Spiel ist bekannt für sein revolutionäres Seefahrts-Gameplay. Die Jackdaw, Edwards Schiff, wird zum zweiten Protagonisten. Schiffskämpfe, Seekarawanen überfallen, unbekannte Inseln erkunden – Black Flag verwandelt die Karibik in einen riesigen Spielplatz voller Geheimnisse und Schätze.
Edward beginnt als egoistischer Freibeuter, dem Geld und Ruhm wichtiger sind als Ideale. Seine Transformation zum wahren Assassinen ist das Herzstück der Story. Historische Piraten wie Blackbeard (Edward Teach), Charles Vane, Anne Bonny und Mary Read sind unvergessliche Charaktere, die Edwards Reise prägen.
Die Karibik des frühen 18. Jahrhunderts war ein Ort der Freiheit und Anarchie. Die Piratenrepublik Nassau repräsentiert den Traum von einer Gesellschaft ohne Könige oder Herren – ein Konzept, das den Assassinen-Idealen nahe kommt. Aber dieser Traum ist fragil, bedroht von den Kolonialmächten und inneren Konflikten.
Black Flag balanciert meisterhaft zwischen historischer Authentizität und romantisierter Piraten-Fantasy. Die See-Shanties, die Edwards Crew beim Segeln singt, sind zu Kult-Elementen geworden. Das Spiel zeigt die Brutalität der Piraterie, aber auch die Kameradschaft und den Freiheitsdrang, die diese Männer und Frauen antrieben.
Assassin’s Creed Rogue (1752-1761) – Die andere Seite der Medaille
Assassin’s Creed Rogue erzählt die Geschichte von Shay Patrick Cormac, einem Assassinen, der zu den Templern überwechselt. Das Spiel spielt während des Siebenjährigen Krieges im Nordatlantik und bietet eine einzigartige Perspektive auf den Konflikt.
Rogue ist einzigartig, weil es die Assassinen als Antagonisten zeigt. Shay wird durch eine Katastrophe desillusioniert, die durch die rücksichtslose Jagd der Assassinen nach Isu-Artefakten verursacht wurde. Seine Überzeugung, dass die Templer Ordnung und Stabilität bringen, während die Assassinen Chaos säen, stellt die moralische Dichotomie der Serie in Frage.
Das Spiel spielt im kolonialen Nordamerika – New York, die Appalachen, die eisigen Gewässer des Nordatlantiks. Die Schiffsmechaniken von Black Flag kehren zurück, ergänzt durch Eisberg-Navigation und arktisches Wetter. Historische Ereignisse wie das Erdbeben von Lissabon 1755 spielen wichtige Rollen.
Rogue dient als Bridge zwischen Black Flag und Assassin’s Creed III, beantwortet Fragen über die Kenway-Familie und zeigt, wie die Templer-Präsenz in Amerika wuchs. Shays Handlungen haben direkte Konsequenzen für die Ereignisse in AC III und Unity.
Die Kontroverse um Shays Charakter spaltet die Community. Manche sehen ihn als Verräter, andere als tragische Figur, die für das kämpft, woran er glaubt. Diese moralische Ambiguität macht Rogue zu einem der interessantesten Einträge der Serie.
Assassin’s Creed III (1754-1783) – Amerikanische Revolution
Assassin’s Creed III folgt Ratonhnhaké:ton (Connor) während der amerikanischen Revolution. Connor ist halb Mohawk, halb Englisch – ein Außenseiter in beiden Welten. Seine Geschichte ist die eines Mannes, der zwischen Kulturen gefangen ist und für ein Ideal kämpft, das ihn letztlich enttäuscht.
Das Spiel zeigt wichtige historische Ereignisse wie die Boston Tea Party, die Schlachten von Lexington und Concord, Bunker Hill und die Belagerung von Yorktown aus der Sicht der Assassinen. Historische Figuren wie George Washington, Benjamin Franklin, Samuel Adams und Charles Lee werden zu Spielfiguren in einem größeren Konflikt.
Die amerikanische Grenze ist wunderschön dargestellt – dichte Wälder, schneebedeckte Berge, koloniale Städte. Connor bewegt sich durch die Wildnis mit der Anmut und Geschicklichkeit seiner Mohawk-Erziehung, nutzt Bäume zum Parkour wie europäische Assassinen Gebäude nutzen.
Die moderne Handlung erreicht in AC III ihren Höhepunkt. Desmond Miles‘ Reise, die im ersten Spiel begann, findet hier ihre Auflösung. Die Enthüllungen über die Isu, Minerva, Juno und die bevorstehende Apokalypse bringen die moderne und historische Handlung zusammen.
AC III ist ambitioniert aber gespalten in der Rezeption. Manche lieben Connors ernste, schwermütige Charakterisierung. Andere finden ihn zu düster im Vergleich zu Ezios Charisma. Das Spiel kämpft mit Pacing-Problemen und einem langen Tutorial, bietet aber auch einige der epischsten Momente der Serie.
Die Marinekriegsführung, die in AC III eingeführt wurde, war so beliebt, dass sie Black Flag inspir ierte. Connors Schiff, die Aquila, ermöglicht Seeschlachten, die das Gameplay massiv erweitern.
Assassin’s Creed Unity (1789-1794) – Französische Revolution
Assassin’s Creed Unity spielt während der Französischen Revolution und folgt Arno Dorian durch das turbulente Paris. Das Spiel zeigt den Sturm auf die Bastille, die Terrorherrschaft und den Aufstieg Napoleons aus einer intimen, persönlichen Perspektive.
Paris ist in Unity atemberaubend detailliert – die größte und dichteste Stadt, die Ubisoft je erschaffen hat. Von Notre-Dame über die Tuilerien bis zum Versailles ist die französische Hauptstadt lebendig und authentisch. Die Crowds sind riesig, was das Social Stealth auf ein neues Level hebt.
Arno ist ein charmanter, leichtlebiger Charakter, der durch Tragödie in die Welt der Assassinen gezogen wird. Seine Liebesgeschichte mit Élise de la Serre, einer Templerin, ist das emotionale Herzstück des Spiels. Ihre Beziehung zeigt, dass die Grenzen zwischen Assassinen und Templern nicht immer klar sind.
Unity führte Koop-Missionen ein, die es vier Spielern ermöglichten, zusammen Heists und Story-Missionen zu spielen. Das Customization-System ist das tiefste der Serie – hunderte Waffen, Outfits und Upgrades erlauben einzigartige Builds.
Der Launch von Unity war berüchtigt wegen technischer Probleme. Bugs, Framerate-Einbrüche und Glitches plagten das Spiel. Ubisoft entschuldigte sich und patched das Spiel extensiv, aber der Schaden am Ruf war angerichtet. Heute, nach Jahren von Patches, ist Unity technisch solide und wird oft als unterschätzter Klassiker wiederentdeckt.
Die Französische Revolution ist perfekte Kulisse für Assassin’s Creed. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit spiegeln die Assassinen-Philosophie. Aber die Terrorherrschaft zeigt auch, wie noble Ideale in Fanatismus umschlagen können – eine Warnung, die für beide Seiten des Konflikts gilt.
Assassin’s Creed Syndicate (1868) – Industrielles London
Den chronologischen Abschluss der Hauptserie bildet Assassin’s Creed Syndicate, das im viktorianischen London der Industriellen Revolution spielt. Die Zwillinge Jacob und Evie Frye kämpfen gegen die Templer-Kontrolle über die britische Hauptstadt.
London 1868 ist eine Stadt im Wandel. Die industrielle Revolution hat Wohlstand gebracht, aber auch Ausbeutung und Armut. Kinderarbeit, Slums und die Schere zwischen Arm und Reich sind allgegenwärtig. Die Templer kontrollieren die Stadt durch Banden, Fabriken und politischen Einfluss.
Jacob und Evie haben unterschiedliche Ansätze. Jacob ist impulsiv und direkt, gründet die Rooks-Gang und kämpft Straßenschlacht für Straßenschlacht um London. Evie ist methodisch und fokussiert auf die traditionelle Assassinen-Mission: Isu-Artefakte finden und die Templer im Schatten bekämpfen. Das Spiel wechselt zwischen beiden Perspektiven.
Syndicate führt das Seilwerfer-Gadget ein, das die Fortbewegung in Londons breiten Straßen ermöglicht. Der Kampf wurde komplett überarbeitet mit einem Batman-artigen Schlagabtausch-System. Kutschen-Verfolgungsjagden und der Kampf auf Zügen modernisieren das Gameplay.
Historische Figuren wie Charles Darwin, Charles Dickens, Alexander Graham Bell, Karl Marx und Florence Nightingale spielen Rollen. Das Whitechapel-DLC lässt Spieler sogar Jack the Ripper jagen. Die historische Authentizität ist beeindruckend, von der Architektur bis zu sozialen Verhältnissen.
Syndicate war kommerziell erfolgreich, markierte aber das Ende einer Ära. Nach Jahren jährlicher Releases machte Ubisoft eine Pause, um die Serie neu zu erfinden. Das Ergebnis war die Origins-Odyssey-Valhalla-Trilogie mit komplett überarbeitetem Gameplay.
Assassin’s Creed Shadows (1579-1582) – Das feudale Japan
Das für 2025 angekündigte Assassin’s Creed Shadows wird die lang ersehnte Japan-Setting bieten. Das Spiel spielt während der Azuchi-Momoyama-Zeit und zeigt Oda Nobunagas Vereinigung Japans. Mit Naoe (einer Shinobi) und Yasuke (einem historisch belegten afrikanischen Samurai) bietet es zwei unterschiedliche Spielstile.
Die Sengoku-Periode war eine Zeit des Bürgerkriegs und der politischen Umbrüche. Warlords kämpften um Kontrolle, während traditionelle Machtstrukturen zusammenbrachen. Die Einführung von Feuerwaffen durch europäische Händler veränderte die Kriegsführung fundamental. In diesem Chaos operieren die Assassinen im Schatten.
Shadows verspricht, klassisches Assassin-Gameplay (Naoe) mit offenem Kampf (Yasuke) zu kombinieren. Zwei spielbare Charaktere mit fundamental unterschiedlichen Fähigkeiten sollten frische strategische Optionen bieten. Die japanische Architektur, Kultur und Geschichte sind seit Jahren das meistgewünschte Setting der Fans.
Die optimale Spielreihenfolge für Assassin’s Creed
Die Frage nach der „richtigen“ Spielreihenfolge spaltet die Community. Chronologisch, nach Release-Datum oder thematisch gruppiert? Jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile.
Für Neueinsteiger: Release-Reihenfolge
Neue Spieler sollten mit der ursprünglichen Veröffentlichungsreihenfolge beginnen. Assassin’s Creed (2007), Assassin’s Creed II (2009), Brotherhood (2010), Revelations (2011), Assassin’s Creed III (2012), Black Flag (2013), Rogue (2014), Unity (2014), Syndicate (2015), Origins (2017), Odyssey (2018), Valhalla (2020), Mirage (2023).
Diese Reihenfolge stellt sicher, dass die moderne Handlung um Desmond Miles verständlich bleibt und Gameplay-Verbesserungen natürlich aufeinander aufbauen. Jedes Spiel erweitert und verfeinert die Mechaniken des Vorgängers. Zurück zu älteren Spielen zu gehen kann frustrierend sein, wenn man an moderne Quality-of-Life-Features gewöhnt ist.
Die moderne Handlung macht in Release-Reihenfolge am meisten Sinn. Desmond Miles‘ Arc von AC1 bis AC3 ist kohärent. Die Post-Desmond-Ära (Black Flag bis Syndicate) experimentiert mit verschiedenen Ansätzen. Die Layla-Hassan-Arc (Origins bis Valhalla) baut systematisch auf.
Der Nachteil: Man beginnt mit den technisch veralteten Spielen. AC1 ist 2007-Janky. Die Steuerung ist klunky, das Gameplay repetitiv, die Mission Design eintönig. Aber es legt das Fundament für alles, was folgt. Die Ezio-Trilogie verbessert massiv über AC1 und gilt als Höhepunkt der klassischen Formel.
Für Lore-Enthusiasten: Chronologische Reihenfolge
Spieler, die sich für die historische Chronologie interessieren, können mit der modernen Trilogie beginnen. Odyssey (431 v. Chr.), Origins (49 v. Chr.), Mirage (861), Valhalla (872), Assassin’s Creed (1191), die Ezio-Trilogie (1476-1512), Black Flag (1715), Rogue (1752), AC III (1754), Unity (1789), Syndicate (1868).
Dieser Ansatz zeigt die historische Entwicklung der Bruderschaft chronologisch. Man sieht, wie aus proto-assassinischen Widerstandskämpfern (Odyssey) eine organisierte Bruderschaft (Origins) wird, die über Jahrhunderte wächst und sich entwickelt. Die philosophischen und taktischen Prinzipien der Assassinen kristallisieren sich über die Spiele hinweg heraus.
Der Vorteil: Man versteht besser, wie Traditionen entstehen. Wenn Ezio einen Sprung des Glaubens macht, weiß man, dass Bayek dieses Ritual begründet hat. Wenn Altaïr von den Ersten spricht, haben Spieler bereits Odysseys Isu-Mythologie erlebt. Historische Referenzen und Artefakte aus früheren Epochen haben mehr Bedeutung.
Der massive Nachteil: Die moderne Handlung ergibt keinen Sinn. Man springt wild zwischen verschiedenen Protagonisten (Layla in Odyssey/Origins/Valhalla, Desmond in AC1 und Ezio-Trilogie, generische Abstergo-Mitarbeiter in Black Flag). Narrative Fäden werden angerissen und fallen gelassen. Enthüllungen in späteren Spielen verlieren Impact, wenn man ihre Setup-Spiele noch nicht gespielt hat.
Für Story-Fokussierte: Thematische Gruppierung
Eine dritte Möglichkeit ist die Gruppierung nach thematischen Epochen oder narrativen Arcs. Antike (Odyssey, Origins), Mittelalter (Mirage, Valhalla, AC I), Renaissance (Ezio-Trilogie), Age of Sail (Black Flag, Rogue), Revolutionsära (AC III, Unity), Industriezeitalter (Syndicate).
Dieser Ansatz erlaubt es, ähnliche historische Perioden oder thematische Elemente zusammen zu erleben. Die Antike-Spiele (Odyssey und Origins) teilen ähnliche Mythologie und RPG-Mechaniken. Die Renaissance-Spiele fließen natürlich ineinander. Die Age-of-Sail-Spiele haben identische Schiffsmechaniken.
Man kann auch nach Protagonisten-Familienlinien spielen. Die Kenway-Saga: Bl ack Flag (Edward), Rogue und AC III (Haytham und Connor). Die moderne Trilogie: Origins, Odyssey, Valhalla (alle mit Layla Hassan). Die Desmond-Ära: AC I, Ezio-Trilogie, AC III.
Hybrid-Ansatz: Das Beste aus beiden Welten
Viele erfahrene Spieler empfehlen einen Hybrid-Ansatz. Beginne mit der Ezio-Trilogie (AC II, Brotherhood, Revelations). Diese Spiele sind technisch noch spielbar, haben fantastisches Storytelling und führen umfassend in die Serie ein. Ezio ist der perfekte Einstiegs-Protagonist – charismatisch, gut entwickelt, mit einer kompletten Character-Arc.
Danach spiele AC III und Black Flag für Desmond Miles‘ Abschluss und Edward Kenways Geschichte. Dann spring zurück zu AC I, um Altaïrs Geschichte zu erleben (die in Revelations referenziert wird). Spiele Origins als Neuanfang der Serie mit modernem Gameplay, gefolgt von Odyssey und Valhalla.
Unity, Syndicate und Rogue können je nach Interesse eingefügt werden. Sie sind weniger essentiell für die Haupt-Narrative aber bieten großartige historische Settings. Mirage ist ideal nach Valhalla, da es Basims Backstory erklärt.
Die moderne Handlung: Das verbindende Element
Obwohl die historischen Abschnitte im Vordergrund stehen, verbindet die moderne Handlung alle Spiele miteinander. Von Desmond Miles über Abstergo Industries bis hin zu Layla Hassan entwickelt sich eine kontinuierliche Erzählung, die die Bedeutung der historischen Ereignisse für die Gegenwart erklärt.
Die Desmond Miles-Ära (AC I – AC III)
Desmond Miles ist ein Barkeeper, der von Abstergo Industries entführt wird. Abstergo ist die moderne Front der Templer und zwingt Desmond, die Erinnerungen seiner Vorfahren zu durchleben, um Isu-Artefakte zu finden. Desmond entkommt mit Hilfe von Lucy Stillman und schließt sich den modernen Assassinen an.
Durch die Spiele trainiert Desmond mit dem „Bleeding Effect“ – Fähigkeiten seiner Vorfahren übertragen sich auf ihn. Er wird von einem durchschnittlichen Typen zu einem kompetenten Kämpfer. Die moderne Handlung baut Spannung auf mit der drohenden Apokalypse 2012 (basierend auf dem Maya-Kalender).
AC III kulminiert in Desmonds Opfer, um die Welt zu retten. Seine Wahl zwischen zwei schlechten Optionen – die Welt brennen lassen oder Juno (eine Isu) befreien – zeigt die moralische Komplexität der Serie. Desmonds Tod schockierte Fans, endete aber seine Arc definitiv.
Die Abstergo-Ära (Black Flag – Syndicate)
Nach Desmonds Tod experimentiert Ubisoft mit der modernen Handlung. In Black Flag spielt man einen namenlosen Abstergo Entertainment-Mitarbeiter, der historische Memories für Videospiele aufzeichnet. Es ist meta und selbstironisch – ein Angestellter bei einem Videospiel-Unternehmen, das Assassin’s Creed-ähnliche Spiele macht.
Unity und Syndicate reduzieren die moderne Handlung auf Minimum. Kurze Cutscenes und Codex-Einträge halten die Welt am Leben, aber es gibt keinen spielbaren Protagonisten. Viele Fans waren frustriert, andere froh, dass der Fokus auf der Geschichte liegt.
Diese Ära zeigt Abstergo als mega-corporation mit Entertainment, Pharma und Tech-Abteilungen. Die Templer sind nicht mehr geheime Verschwörer, sondern ein globales Konglomerat. Die Assassinen kämpfen verzweifelt im Untergrund.
Die Layla Hassan-Ära (Origins – Valhalla)
Mit Origins führt Ubisoft Layla Hassan ein, eine Abstergo-Wissenschaftlerin, die zu den Assassinen überwechselt. Laylas persönliche Reise über drei Spiele entwickelt sich parallel zu ihren historischen Erkundungen. Sie wird zunehmend obsessiv, beeinflusst von Isu-Technologie, und ihre Entscheidungen werden fragwürdiger.
Valhalla beendet Laylas Arc mit großen Enthüllungen über die Isu, die Natur der Realität und die Zukunft der Serie. Ohne zu spoilern: Es ist ehrgeizig, kontrovers und setzt neue Richtungen für kommende Spiele.
Die moderne Handlung bleibt gespalten in der Rezeption. Manche wollen mehr davon, andere wünschen reinen historischen Focus. Ubisoft balanciert zwischen beiden Lagern.
Besonderheiten der Assassin’s Creed Timeline
Historische Genauigkeit und Bildungswert
Ubisoft investiert erhebliche Ressourcen in historische Forschung. Jedes Spiel wird von Historikern beraten und bietet oft separate „Discovery Modi“ für reine Bildungszwecke ohne Kampf. Diese Aufmerksamkeit für Details macht die Spiele zu wertvollen Werkzeugen für historische Bildung.
Assassin’s Creed hat Menschen für Geschichte begeistert, die nie ein Geschichtsbuch öffnen würden. Die Spiele machen vergangene Epochen lebendig und zugänglich. Man läuft nicht einfach durch Museumsausstellungen – man erlebt die Geschichte als Teilnehmer.
Die Discovery Tours in Origins, Odyssey und Valhalla sind vollständige guided Tours durch historische Settings ohne Gewalt. Erzähler erklären Architektur, Gesellschaft, Religion und Alltagsleben. Lehrer nutzen diese Modi im Unterricht. Das ist Gaming als Bildungsmedium auf höchstem Niveau.
Natürlich sind die Spiele keine Geschichtsbücher. Assassin’s Creed nimmt Freiheiten mit Chronologien, dramatisiert Ereignisse und erfindet Charaktere. Der Disclaimer „This game was created by a multicultural team of various beliefs“ am Start jedes Spiels erinnert daran, dass es historische Fiktion ist.
Kulturelle Sensibilität und Darstellung
Die Serie hat sich kontinuierlich bemüht, verschiedene Kulturen respektvoll und authentisch darzustellen. Von griechischer Mythologie über islamische Goldene Zeit bis hin zu indianischen Traditionen zeigt Assassin’s Creed kulturelle Vielfalt mit beachtlicher Sorgfalt.
Ubisoft arbeitet mit kulturellen Beratern zusammen. Für AC III beratene Mohawk-Sprecher und Historiker. Für Origins ägyptische Archäologen und Linguisten. Die Entwickler reisen zu historischen Orten, fotografieren Architekturen, studieren Artefakte in Museen.
Das ist nicht immer perfekt. Manche Darstellungen werden kritisiert für Stereotypen oder Vereinfachungen. Die Debatte um Yasuke in Shadows – einen historischen afrikanischen Samurai als Protagonisten – zeigt, wie kontrovers historische Repräsentation sein kann. Aber das Commitment zu Diversität und Authentizität ist lobenswert.
Die Spiele zeigen, dass Geschichte multikulturell ist. Die Renaissance war nicht nur italienisch – arabische und byzantinische Einflüsse waren zentral. Das Osmanische Reich war ein Schmelztiegel der Kulturen. Die amerikanische Grenze war Heimat für dutzende indianische Nationen mit eigenen Kulturen. Diese Komplexität zu zeigen ist wichtig.
Die Isu-Mythologie: Fiktion trifft Geschichte
Die Ersten Zivilisation (Isu) ist die Science-Fiction-Foundation von Assassin’s Creed. Diese hochentwickelte prähistorische Zivilisation erschuf die Menschheit als Arbeitskraft, verlor aber einen Krieg gegen ihre Schöpfung. Eine Sonnen-Katastrophe löschte die Isu aus, aber ihre Technologie (Edenapfel, Splitter, Tempel) überlebte.
Diese Mythologie erklärt historische Rätsel. Warum existieren ähnliche Mythen über „Götter“ in allen Kulturen? Isu wurden als Götter verehrt. Warum haben bestimmte historische Figuren unmögliche Dinge erreicht? Isu-Artefakte gaben ihnen übermenschliche Fähigkeiten. Es ist eine verschwörungstheoretische Reinterpretation der Geschichte.
Die Isu-Story wird über alle Spiele entwickelt. Odyssey taucht am tiefsten ein – Kassandra trifft Isu in simulierten Realitäten. Valhalla enthüllt massive Wahrheiten über Odin, die nordischen Götter und Reinkarnation. Die Isu-Narrative ist komplex, oft verwirrend, aber faszinierend für Lore-Fans.
Kritiker argumentieren, die Isu-Story lenkt von den historischen Narrativen ab. Die esoterischen Isu-Tempel und Science-Fiction-Elemente brechen die historische Immersion. Fans genießen die Mystery und die Verbindung zwischen den Zeitaltern. Es ist polarisierend aber unverzichtbar für die Serie-Identität.
Die Zukunft der Assassin’s Creed Timeline
Mit über einem Dutzend Hauptspielen und zahlreichen Spin-offs ist Assassin’s Creed eine der langlebigsten Franchises. Aber wohin geht die Serie?
Infinity: Die nächste Evolution
Ubisoft hat Assassin’s Creed Infinity angekündigt – eine Live-Service-Plattform, die mehrere historische Perioden unter einem Hub verbindet. Details sind spärlich, aber es scheint, als würde die Serie von einzelnen Releases zu einer kontinuierlichen Plattform übergehen.
Infinity könnte es ermöglichen, zwischen verschiedenen Zeitepochen nahtlos zu wechseln. Die Community spekuliert über Settings wie Azteken-Reich, chinesische Dynastien, mesopotamische Zivilisationen, das antike Rom oder die russische Revolution. Die Möglichkeiten sind endlos.
Kommende Settings und Spekulationen
Fans fordern seit Jahren bestimmte historische Perioden. Das Römische Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung. Das Mittelalter mit Rittern und Burgen. Die Mongolische Invasion. Das Spanish Empire. Die Chinesische Mauer-Ära. Ägypten hat bereits Origins, Japan bekommt Shadows – aber die Geschichte ist voll unerzählter Geschichten.
Das Mexica (Azteken)-Reich zur Zeit der spanischen Eroberung wäre perfekt. Der Konflikt zwischen Tenochtitlan und Cortés, die kulturellen Zusammenprall, die Zerstörung einer Zivilisation. Die vertikale Stadt-Architektur wäre ideal für Parkour.
Das antike Rom während der Kaiserzeit (Odyssey und Origins decken nur Ränder ab) hat massives Potential. Das Kolosseum, der Senat, die Prätorianergarde, die Grausamkeit und Pracht des Reiches.
Fazit: Eine Reise durch die Weltgeschichte
Die Assassin’s Creed Chronologie bietet eine beispiellose Reise durch die Weltgeschichte, die Unterhaltung mit Bildung verbindet. Ob man sich für die chronologische Reihenfolge, die Release-Timeline oder thematische Gruppierungen entscheidet – jeder Ansatz bietet seine eigenen Vorteile und eine einzigartige Perspektive auf diese ambitionierte Serie.
Die Serie beweist, dass Videospiele mehr sein können als nur Unterhaltung. Sie können als Fenster in die Vergangenheit dienen, komplexe historische Ereignisse zugänglich machen und dabei packende Geschichten erzählen, die Spieler über Jahre hinweg fesseln. Von den sonnenbeschienenen Inseln Griechenlands bis zu den nebligen Straßen Londons, von antiken Tempeln bis zu industriellen Fabriken – Assassin’s Creed macht Geschichte spielbar.
Mit über einem Dutzend Hauptspielen und einer Timeline, die sich über 2.400 Jahre erstreckt, bleibt Assassin’s Creed eine der ambitioniertesten Gaming-Serien aller Zeiten. Die sorgfältige Balance zwischen historischer Authentizität und fesselnder Fiktion, zwischen Bildungswert und Unterhaltung, zwischen globaler Mythologie und persönlichen Geschichten macht jedes Spiel zu einer Lektion in Geschichte, die man nie vergessen wird.
Die Wahl der Spielreihenfolge bleibt letztlich persönliche Präferenz. Chronologie-Puristen erleben die historische Evolution der Bruderschaft. Release-Order-Anhänger erfahren die Games so, wie sie konzipiert wurden. Thematische Spieler können Epochen nach Interesse wählen. Alle Wege führen durch eine der reichsten und detailliertesten fiktiven Universen im Gaming.
Die Reise durch Assassin’s Creeds Timeline ist mehr als eine Gaming-Erfahrung. Es ist eine historische Odyssee, die zeigt, dass die Vergangenheit nie tot ist – sie lebt in unseren Geschichten, unseren Kämpfen und unseren ewigen Fragen nach Freiheit, Ordnung und der menschlichen Natur.
Häufige Fragen zur Assassin’s Creed Chronologie
In welcher Reihenfolge sollte ich Assassin’s Creed spielen?
Für Neulinge wird die Release-Reihenfolge empfohlen, beginnend mit Assassin’s Creed II (oder AC I für Puristen). Diese Reihenfolge stellt sicher, dass die moderne Handlung Sinn ergibt und Gameplay-Mechaniken natürlich aufbauen. Die chronologische Reihenfolge (Odyssey → Origins → … → Syndicate) funktioniert für die historische Story, macht aber die moderne Handlung unverständlich.
Welches Assassin’s Creed spielt am frühesten?
Assassin’s Creed Odyssey (431-422 v. Chr.) im antiken Griechenland ist chronologisch das früheste Spiel. Es zeigt die proto-assassinischen Ursprünge, lange bevor die Bruderschaft existierte.
Welches Assassin’s Creed ist das neueste chronologisch?
Assassin’s Creed Syndicate (1868) im viktorianischen London ist chronologisch das späteste Hauptspiel. Das kommende Shadows (1579-1582) spielt zwischen AC I und Black Flag.
Muss ich alle Spiele spielen, um die Story zu verstehen?
Nein. Jedes AC-Spiel erzählt eine eigenständige historische Geschichte. Die moderne Handlung ist verbunden, aber die Spiele erklären wichtige Hintergründe. Die Ezio-Trilogie und die Origins-Odyssey-Valhalla-Trilogie sind jedoch am besten komplett gespielt.
Was ist die beste Assassin’s Creed-Trilogie?
Die Ezio-Trilogie (AC II, Brotherhood, Revelations) gilt weithin als Höhepunkt der Serie mit hervorragendem Storytelling und Charakterentwicklung. Die moderne Trilogie (Origins, Odyssey, Valhalla) bietet das ausgefeilteste Gameplay und die größten Welten.
Welche Assassin’s Creed Spiele kann man überspringen?
Unity und Rogue sind am ehesten optional für die Haupt-Narrative. Liberation, die Chronicles-Spiele und andere Spin-offs sind Nebenstories. Aber jedes Spiel hat seine Fans und einzigartige Settings.
Wie lange dauert es, alle Assassin’s Creed Spiele zu spielen?
Die Hauptstories aller AC-Spiele zusammen benötigen etwa 250-300 Stunden. Mit Side-Content, Collectibles und 100%-Completion kann es leicht 1.000+ Stunden dauern. Die moderne Trilogie (Origins/Odyssey/Valhalla) ist besonders umfangreich mit je 50-80 Stunden pro Spiel.
Verbessern sich die Spiele über die Zeit?
Technisch ja – neuere Spiele haben bessere Grafik und ausgereiftere Mechaniken. Narrativ ist es subjektiv – viele bevorzugen die fokussierte Story der Ezio-Ära über die Open-World-RPGs der modernen Ära. Gameplay-Präferenzen spalten zwischen klassischem Stealth-Action und modernem Action-RPG.
Weiterführende Links
Interne Artikel:
- Assassin’s Creed Odyssey Test – Griechenlands antike Welt erkunden
- Assassin’s Creed Origins Test – Die Geburt der Bruderschaft in Ägypten
- Assassin’s Creed Valhalla Test – Wikinger-Invasion Englands
- Assassin’s Creed Mirage Test – Bagdads goldenes Zeitalter
- Was ist ein Remaster? – Ezio Collection und andere Neuauflagen
Externe Ressourcen:
- Assassin’s Creed Wiki – Umfassende Lore-Datenbank
- Ubisoft Assassin’s Creed – Offizielle Website


