Nach Jahren der Stille gibt es endlich konkrete Einblicke in BioShock 4: Ein umfangreicher Leak enthüllt erstmals Details zum Setting, möglichen Charakteren und der mysteriösen Stadt, in der das Spiel angesiedelt sein soll.
Leak zeigt Antarktis-Setting und Casino-Location
Das Gaming-Portal MP1st hat exklusive Details und Assets zu BioShock 4 erhalten, die den bisher umfassendsten Blick auf das lang erwartete Spiel gewähren. Die Informationen bestätigen frühere Gerüchte über ein Setting in einer antarktischen Stadt namens Borealis in den 1960er Jahren. Zu den enthüllten Locations gehört ein großes Casino, das als zentraler Schauplatz dienen soll – möglicherweise sogar für eine große Set-Piece-Schlacht. Glücksspiel war schon immer Teil der BioShock-DNA (erinnert euch an die Spielautomaten in Rapture), doch diesmal scheint es eine deutlich größere Rolle zu spielen. Zusätzlich wird ein Distrikt oder eine Location namens „Solaria“ (oder „Solaris“) erwähnt. Die dort lebenden „Solarians“ könnten entweder die herrschende Elite, eine feindliche Fraktion oder einfache Bürger sein – Details dazu fehlen noch.
Neue Feinde und Rückkehr von ADAM
Besonders spannend für Fans der Serie: Es gibt Hinweise auf einen neuen Feindtyp namens „Flushers“. Diese könnten die Rolle der ikonischen Splicer aus Rapture übernehmen – wahnsinnige Bürger, die durch Substanzmissbrauch zu gefährlichen Gegnern wurden. Passend dazu soll auch ADAM zurückkehren, jene Substanz aus den ersten beiden Spielen, die übermenschliche Fähigkeiten verleiht, aber bei übermäßigem Gebrauch zur Sucht und zum Wahnsinn führt. Wer die Mechanik auffrischen möchte, findet in unserem BioShock: The Collection-Test einen umfassenden Rückblick auf die Trilogie.
Erster Blick auf Protagonist und Antagonist
Die geleakten Assets zeigen eine auffällige goldene Statue einer männlichen Figur in einer Atlas-ähnlichen Pose – mit erhobenen Armen, die zusammen mit zwei weiteren identischen Statuen eine massive Globus-Struktur tragen. Die detaillierte Ausarbeitung der Gesichtszüge deutet darauf hin, dass es sich um den zentralen Antagonisten handelt. Das würde zur Tradition der Serie passen: Sowohl Andrew Ryan in BioShock als auch Zachary Comstock in BioShock Infinite wurden in ihren Städten wie Götter verehrt. Selbst Sofia Lamb in BioShock 2 folgte diesem Muster. Als möglicher Protagonist wurde in den Assets eine männliche Figur in einem eleganten grauen Anzug mit Krawatte entdeckt – ein Look, der stark an Booker DeWitt erinnert und perfekt zur Mid-Century-Ästhetik der Serie passt.
Entwicklungshölle: Studio-Umbau und Verzögerungen
Die Entwicklung von BioShock 4 verläuft alles andere als reibungslos. Das Spiel befindet sich seit 2018 bei Cloud Chamber in Entwicklung, doch bis heute gibt es keinen einzigen offiziellen Trailer. Im August 2025 berichtete Bloomberg, dass das Spiel eine interne Prüfung bei Publisher 2K nicht bestanden hat. Die Folgen waren drastisch:
- Kelley Gilmore, ehemalige Studio-Leiterin und Firaxis-Veteranin, wurde vom Projekt entfernt
- Hogarth de la Plante, Creative Director und BioShock-Veteran, wechselte in eine Publishing-Rolle
- Das Narrativ wird grundlegend überarbeitet
- Entlassungen trafen Teile des Teams
Take-Two verspricht: „Das Spiel wird erscheinen“
Trotz aller Probleme zeigt sich Take-Two optimistisch. CEO Strauss Zelnick versicherte, dass BioShock 4 „ohne Frage“ erscheinen wird. In einer Investorenkonferenz im November 2025 erklärte Präsident Karl Slatoff: „Das Spiel ist auf einem großartigen Weg, um die Erwartungen der Konsumenten zu übertreffen. Das nächste BioShock wird die Franchise auf das nächste Level heben.“ Ein Release vor 2027 gilt jedoch als unwahrscheinlich – manche Berichte sprechen sogar von 2028 oder später.
Alternative für Fans: Ken Levines „Judas“
Wer nicht so lange warten möchte, sollte Judas im Auge behalten. Das neue Projekt von BioShock-Schöpfer Ken Levine bei Ghost Story Games ist im Grunde ein spiritueller Nachfolger – und scheint deutlich näher am Release zu sein als BioShock 4. Auch andere Immersive Sims können die Wartezeit verkürzen: Arkane Lyons Prey bietet eine ähnliche Atmosphäre in einer Raumstation, während Dishonored und Deathloop das Genre mit ihrem ganz eigenen Stil bedienen.
Was wir über BioShock 4 wissen
- Entwickler: Cloud Chamber (2K-Studio)
- Publisher: 2K Games / Take-Two Interactive
- Engine: Unreal Engine 5
- Setting: Antarktische Stadt „Borealis“, 1960er Jahre
- Codename: „Parkside“
- Release: Frühestens 2027, wahrscheinlicher 2028+
- Plattformen: Noch nicht bestätigt (PC, PS5, Xbox Series X|S erwartet)
Nach über einem Jahrzehnt ohne neues BioShock bleibt die Hoffnung, dass Cloud Chamber trotz aller Turbulenzen ein würdiges Sequel abliefert. Die geleakten Details deuten zumindest darauf hin, dass die DNA der Serie – eine zum Scheitern verurteilte Utopie, ein charismatischer Tyrann und ein unfreiwilliger Held – erhalten bleibt.

