Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass Gearbox Software mit Borderlands 2 einen der besten Loot-Shooter aller Zeiten ablieferte. Der charismatische Bösewicht Handsome Jack, vier neue unvergessliche Vault Hunter, Millionen von Waffen und der unverwechselbare Comic-Look machten das Spiel zu einem Riesenerfolg. Doch während Fans
bereits auf Borderlands 3 hoffen, hat 2K Games etwas anderes geplant: Borderlands: The Pre-Sequel, entwickelt von 2K Australia in Zusammenarbeit mit Gearbox, erzählt die Geschichte zwischen dem ersten und zweiten Teil – und zeigt uns, wie aus dem sympathischen Jack der Monster wurde, das wir in Borderlands 2 so sehr hassten.
Das klingt zunächst nach einer spannenden Prämisse. Wer wollte nicht schon immer wissen, wie Handsome Jack zu dem wurde, was er ist? Wie kam er an seine charakteristische Maske? Warum hasst er Vault Hunter so sehr? Und welche Rolle spielte die mysteriöse Helios-Station, die in Borderlands 2 drohend über Pandora schwebte? All diese Fragen verspricht The Pre-Sequel zu beantworten. Doch kann ein Spiel, das hauptsächlich von einem kleineren australischen Studio entwickelt wurde, an die Qualität von Borderlands 2 heranreichen? Und warum erscheint es ausgerechnet nur für Last-Gen-Konsolen, während PlayStation 4 und Xbox One bereits auf dem Markt sind?
Wir haben die letzten Wochen auf Elpis, Pandoras Mond, verbracht, sind in Low Gravity gehüpft, haben mit Laser-Waffen experimentiert und Gegner eingefroren. Die Antwort auf die Frage „Ist The Pre-Sequel ein würdiger Borderlands-Titel?“ ist dabei differenzierter ausgefallen als erwartet.
Die Geschichte des Schurken – Athena erzählt
Die Rahmenhandlung von The Pre-Sequel setzt direkt nach den Ereignissen von Borderlands 2 an. Athena, eine ehemalige Atlas-Attentäterin, die wir bereits aus dem DLC „The Secret Armory of General Knoxx“ des ersten Borderlands kennen, wurde von Brick und Mordecai gefangen genommen und nach Sanctuary gebracht. Dort sitzt sie gefesselt vor Lilith, die von ihr wissen will, wie Handsome Jack zu dem Monster wurde, das er war – und welche Rolle Athena dabei spielte.
Was folgt, ist eine lange Rückblende, in der Athena die Ereignisse auf Elpis erzählt. Die Geschichte beginnt damit, dass ein noch relativ harmloser Jack – damals noch ohne den Titel „Handsome“ – vier Söldner anheuert, um die Helios-Raumstation zurückzuerobern, die von Colonel Zarpedon und ihrer „Lost Legion“ erobert wurde. Zarpedon, die antagonistische Anführerin der verräterischen Dahl-Soldaten, will den neu entdeckten Vault auf Elpis öffnen und damit… tja, genau das wird lange Zeit nicht richtig klar. Die Motivation der Antagonistin ist eine der größten Schwächen des Spiels – sie bleibt die meiste Zeit über mysteriös und wirkt am Ende eher wie eine Notwendigkeit als wie eine interessante Gegenspielerin.
Doch The Pre-Sequel dreht sich ohnehin nicht um Zarpedon, sondern um Jack. Und hier liegt die große Stärke der Story: Wir erleben mit, wie ein idealistischer, wenn auch etwas arroganter Hyperion-Programmierer nach und nach seine Menschlichkeit verliert. Jack beginnt als jemand, der wirklich glaubt, das Richtige zu tun. Er will Elpis retten, er vertraut seinen Vault Huntern, und er zeigt echte Begeisterung für die Mission. Doch mit jedem Rückschlag, jedem Verrat und jeder moralisch fragwürdigen Entscheidung wird er härter, zynischer und gefährlicher.
Besonders eindrucksvoll ist die Szene, in der Jack seine charakteristische Maske erhält – ein traumatischer Moment, der ihn endgültig verändert. Sprecher Dameon Clarke liefert erneut eine Meisterleistung ab und zeigt die volle Bandbreite von Jacks Persönlichkeit: charmant und witzig in einem Moment, kalt und grausam im nächsten. Die Geschichte von The Pre-Sequel funktioniert als Prequel hervorragend und gibt Borderlands 2 im Nachhinein eine zusätzliche Ebene. Man versteht Jack danach nicht besser, aber man versteht, warum er so wurde, wie er wurde.
Die Rahmenhandlung mit Athena wird dabei immer wieder eingeschoben, und diese Momente gehören zu den besten des Spiels. Die Interaktionen zwischen Athena und den Crimson Raiders, besonders Liliths zunehmend feindselige Haltung, sind spannend inszeniert. Ohne zu viel zu verraten: Das Ende der Geschichte führt direkt in potenzielle zukünftige Borderlands-Titel über und lässt einen mit einem Cliffhanger zurück, der Lust auf mehr macht.
Vier Charaktere – Alle mit einer dunklen Zukunft
Die Charakterauswahl in The Pre-Sequel ist kleiner als in Borderlands 2 – es gibt nur vier statt sechs Vault Hunter (zwei weitere sollen als DLC folgen). Doch diese vier haben eine Besonderheit: Sie alle sind bekannte Gesichter aus früheren Borderlands-Spielen, und wir wissen bereits, was aus ihnen wird. Das verleiht dem Spiel eine fast schon tragische Note.
Da wäre zunächst Athena, die Gladiatorin. Als ehemalige Lance-Attentäterin kennen wir sie bereits aus dem ersten Borderlands. Ihre Spezialfähigkeit ist der „Kinetic Aspis“, ein energetischer Schild im Stil von Captain America, mit dem sie Schaden absorbieren und dann auf Gegner zurückwerfen kann. Athena spielt sich sehr defensiv und ist perfekt für Spieler, die gerne die Treffer einstecken und dann mit geballter Kraft zurückschlagen. Ihre drei Skill-Bäume bieten verschiedene Spezialisierungen: Phalanx fokussiert sich auf den Schild, Xiphos auf Nahkampf mit ihrem Schwert, und Ceraunic Storm auf Elementarschaden. Sie ist die „Heldin“ der Story und gleichzeitig die moralisch stabilste der vier.
Wilhelm, der Vollstrecker ist besonders interessant, weil wir ihn bereits aus Borderlands 2 kennen – als den Boss, den wir töten mussten. In The Pre-Sequel ist er noch größtenteils menschlich, aber wir sehen, wie er nach und nach immer mehr kybernetische Implantate erhält, bis er zu dem Cyborg wird, den wir später bekämpfen. Seine Spezialfähigkeit sind zwei Drohnen: Wolf (Angriff) und Saint (Verteidigung/Heilung). Wilhelm spielt sich wie ein schwergewichtiger Tank, der enorm viel Schaden einstecken und austeilen kann. Die Tatsache, dass man seine Transformation zum seelenlosen Diener Jacks miterlebt, verleiht dem Charakter eine melancholische Note.
Nisha, die Gesetzeshüterin kennen wir als Handsome Jacks Freundin und Sheriffin von Lynchwood aus Borderlands 2 – auch sie haben wir dort getötet. In The Pre-Sequel ist sie eine gnadenlose Kopfgeldjägerin mit einer Vorliebe für das Gesetz des Stärkeren. Ihre Spezialfähigkeit „Showdown“ ist im Grunde ein legaler Aimbot: Sie zielt automatisch auf Feinde und erhält massive Schadensboni. Nisha ist wahrscheinlich der mächtigste Charakter im Spiel, besonders für Solo-Spieler. Sie ist brutal effizient, moralisch fragwürdig und passt perfekt zu Jacks zunehmend dunkler Seite. Ihr Schicksal in Borderlands 2 macht sie zu einer tragischen Figur – auch wenn sie selbst keine Sympathieträgerin ist.
Und dann ist da noch Claptrap, der Fragtrap – ja, der nervige Roboter aus den vorherigen Spielen ist jetzt spielbar. Seine Spezialfähigkeit „VaultHunter.EXE“ ist pures Chaos: Sie aktiviert zufällig eine von mehreren möglichen Fähigkeiten, von denen einige extrem mächtig sind (wie Gunzerking oder Phaselock), während andere eher kontraproduktiv sind. Claptrap zu spielen bedeutet, sich auf Zufall einzulassen und das Chaos zu umarmen. Er ist definitiv der spaßigste Charakter, wenn man den Borderlands-Humor liebt, aber auch der unberechenbarste. Seine ständigen Kommentare während der Missionen sind entweder urkomisch oder nervig – da scheiden sich die Geister.
Die vier Charaktere sind gut ausbalanciert und bieten unterschiedliche Spielstile. Allerdings fehlt die Vielfalt von Borderlands 2, und besonders das Fehlen eines reinen Scharfschützen-Charakters wie Zer0 oder Mordecai fällt auf. Die für November und Januar 2015 angekündigten DLC-Charaktere (ein Handsome-Jack-Doppelgänger und Aurelia, die Schwester von Sir Hammerlock) sollen diese Lücke füllen.
Low Gravity, Oz-Kits und gefrorene Gegner
Das große Gameplay-Alleinstellungsmerkmal von The Pre-Sequel ist die Low-Gravity-Mechanik. Elpis, Pandoras Mond, hat deutlich weniger Schwerkraft als der Heimatplanet, und das merkt man in jedem Moment. Sprünge gehen viel höher und weiter, Gegner fliegen bei Explosionen spektakulär durch die Gegend, und die Bewegung fühlt sich generell schwerelos und träge an.
Um im Vakuum zu überleben, trägt man ein Oz-Kit – im Grunde ein Sauerstofftank mit Jetpack-Funktion. Der Sauerstoff ist begrenzt und muss an Generatoren, Lüftungsschlitzen oder durch Oz-Kits, die Gegner fallen lassen, aufgefüllt werden. Das Oz-Kit erlaubt es auch, Doppelsprünge auszuführen und in der Luft zu schweben, was die Vertikalität der Kämpfe enorm erhöht. Am coolsten ist aber der Butt Slam – ein Bodenschlag-Angriff, bei dem man sich aus der Luft auf Gegner stürzt und dabei massiven Schaden verursacht. Je höher der Sprung, desto mehr Schaden macht der Slam.
Die Low Gravity verändert das Gameplay spürbar. Kämpfe spielen sich vertikaler ab, man nutzt Höhenunterschiede strategisch, und der Butt Slam wird zu einer zentralen Mechanik. Gleichzeitig kann die träge Bewegung aber auch frustrieren – besonders in engen Räumen fühlt es sich manchmal an, als würde man durch Sirup waten. Auch das ständige Aufpassen auf den Sauerstoffvorrat nervt gelegentlich, auch wenn es nie wirklich gefährlich wird.
Eine weitere große Neuerung ist das Cryo-Element. Anstelle von Slag aus Borderlands 2 gibt es nun Kälte-Waffen, die Gegner verlangsamen und schließlich komplett einfrieren. Eingefrorene Gegner können dann mit einem Nahkampfangriff in tausend Stücke zerspringen – unglaublich befriedigend! Cryo ersetzt nicht Slag komplett (das gibt es auch noch), ist aber deutlich unterhaltsamer zu benutzen. Die gefrorenen Feinde in Scherben zu schlagen, wird nie alt.
Ebenfalls neu sind Laser-Waffen, eine komplett neue Waffenkategorie. Es gibt verschiedene Laser-Typen: Durchgehende Strahlen, die konstanten Schaden machen; Railgun-artige Laser, die einen massiven Schuss abfeuern; Schrotflinten-Laser, die einen Sprühkegel erzeugen; und mehr. Die Laser fühlen sich befriedigend an und erweitern das Waffenarsenal sinnvoll. Allerdings fehlt ihnen ein bisschen die Varianz – verglichen mit den klassischen Waffentypen wirken sie nach einer Weile etwas eintönig.
Das grundlegende Borderlands-Gameplay ist natürlich identisch geblieben: Man ballert, sammelt Loot, steigt im Level auf, verteilt Skillpunkte und sucht nach besseren Waffen. Das Levelsystem, die Badass-Ranks, das Quest-Design – alles funktioniert wie in Borderlands 2. Und genau das ist gleichzeitig Stärke und Schwäche des Spiels.
Elpis – Schön, aber eintönig
Optisch bleibt The Pre-Sequel dem Cel-Shading-Stil treu, und technisch basiert es auf derselben Engine wie Borderlands 2. Das heißt auch: Es sieht auf Last-Gen-Konsolen (Xbox 360, PlayStation 3) aus wie Borderlands 2, mit allen Vor- und Nachteilen. Die dicken schwarzen Konturen, die knalligen Farben, der Comic-Look – alles ist vertraut. Auf dem PC läuft es etwas besser, aber revolutionär anders sieht es nicht aus.
Das größere Problem ist aber die Umgebungsgestaltung. Elpis besteht hauptsächlich aus grauen, kargen Mondlandschaften, Kratern und Industrieanlagen. Es gibt ein paar abwechslungsreiche Gebiete wie die Stadt Concordia oder die Hyperion-Basis, aber die meiste Zeit verbringt man auf grauer Mondöberfläche. Verglichen mit der Vielfalt von Borderlands 2 – grüne Tundren, Eiswüsten, vulkanische Gebiete, Caustic Caverns, die fliegende Stadt – wirkt Elpis schnell eintönig. Die Low Gravity hilft, das Gameplay interessant zu halten, aber visuell fehlt definitiv die Abwechslung.
Die Gegnervielfalt leidet ebenfalls. Es gibt die Kraggons, kristalline Wesen, die die Rolle der Skags und Rakks übernehmen, sowie Scavs (Mondräuber) und die Lost Legion (Dahl-Soldaten). Das ist deutlich weniger Vielfalt als in Borderlands 2, und nach einer Weile sieht man immer wieder dieselben Gegnertypen. Auch bei den Bossgegnern fehlt es an Vielfalt – es gibt ein paar interessante Kämpfe, aber nichts, was an Kämpfe wie den gegen den Warrior oder Terramorphous heranreicht.
Akustisch ist The Pre-Sequel solide. Der Soundtrack bleibt atmosphärisch, und die englische Sprachausgabe ist durchweg hervorragend. Dameon Clarke als Handsome Jack ist erneut fantastisch, und die neuen Charaktere sind ebenfalls gut vertont. Besonders der australische Akzent einiger NPCs (eine Hommage an 2K Australia) sorgt für frischen Wind – auch wenn einige Witze vielleicht etwas zu sehr auf australischen Humor setzen. Eine deutsche Synchronisation gibt es erneut nicht.
Koop-Modus – Immer noch das Herzstück
Wie alle Borderlands-Spiele ist auch The Pre-Sequel für den Koop-Modus designed. Bis zu vier Spieler können gemeinsam durch die Kampagne gehen, und das Spiel skaliert die Gegnerstärke entsprechend. Der Koop funktioniert einwandfrei über Steam, Xbox Live und PlayStation Network, und Split-Screen ist auf Konsolen für zwei Spieler möglich.
Die verschiedenen Charaktere ergänzen sich gut: Athenas Schild kann Teammates schützen, Wilhelms Heilungsdrohne hält alle am Leben, Nishas Aimbot macht kurzen Prozess mit Gegnerhorden, und Claptrap… nun ja, Claptrap sorgt für Chaos. Die Synergie-Effekte sind nicht ganz so ausgeprägt wie in Borderlands 2, aber funktionieren.
Das kompetitive Loot-System ist weiterhin vorhanden – wer zuerst zur legendären Waffe rennt, bekommt sie. Eine Option für instanzierten Loot fehlt leider immer noch. Drop-In/Drop-Out funktioniert nahtlos, und der Charakterfortschritt bleibt erhalten, egal in wessen Spiel man mitspielt.
Ein kleines Problem: Die Low Gravity kann im Koop manchmal zu Verwirrung führen, wenn alle gleichzeitig in verschiedene Richtungen fliegen. Und die engen Räume in manchen Missionen sind nicht ideal für vier Spieler designed. Aber insgesamt macht The Pre-Sequel im Koop genau so viel Spaß wie seine Vorgänger.
Endgame und Wiederspielwert
Nach etwa 20-25 Stunden hat man die Hauptstory durch (etwas kürzer als Borderlands 2). Danach wartet wie gewohnt der True Vault Hunter Mode und später der Ultimate Vault Hunter Mode auf höhere Schwierigkeitsgrade. Das Level-Cap liegt bei 50, soll aber mit DLCs angehoben werden.
Das Endgame besteht hauptsächlich aus Loot-Farming und dem Bezwingen von Raid Bossen. Der „Invincible Empyrean Sentinel“ ist der erste Raid Boss und eine ordentliche Herausforderung. Weitere sollen mit DLCs folgen. Auch das „Badass Rank“-System ist zurück und belohnt langfristige Spieler mit accountweiten Boni.
Wer alle vier (bald sechs) Charaktere durchspielen will, hat locker 100+ Stunden Beschäftigung. Allerdings fühlt sich vieles davon repetitiv an – mehr noch als bei Borderlands 2. Die eintönigen Umgebungen und die geringere Quest-Vielfalt machen Wiederholungen weniger reizvoll.

Die große Frage: Warum nur Last-Gen?
Eine der größten Kontroversen um The Pre-Sequel ist die Plattform-Wahl. Das Spiel erscheint ausschließlich für Xbox 360, PlayStation 3 und PC – also Last-Gen-Konsolen. Keine PS4, keine Xbox One. In einer Zeit, in der die neue Konsolengeneration bereits ein Jahr auf dem Markt ist und die meisten großen Releases für beide Generationen erscheinen, ist das eine merkwürdige Entscheidung.
Gearbox begründet dies damit, dass sie die größtmögliche Spielerbasis erreichen wollen, da noch nicht alle auf Next-Gen umgestiegen sind. Das mag stimmen, wirkt aber auch wie eine Ausrede. Wahrscheinlicher ist, dass The Pre-Sequel schlicht als kleineres Projekt konzipiert war – entwickelt vom kleineren Studio 2K Australia, mit weniger Budget und Zeit. Ein vollwertiger Next-Gen-Port hätte mehr Ressourcen erfordert, die man sich sparen wollte.
Das Ergebnis: The Pre-Sequel sieht technisch aus wie ein 2012er-Spiel, weil es im Grunde auch eines ist. Auf PC läuft es gut, aber es nutzt die modernen Hardware-Möglichkeiten nicht aus. Und Konsolenspieler, die bereits auf PS4 oder Xbox One umgestiegen sind, bleiben außen vor. Das fühlt sich 2014 einfach nicht mehr zeitgemäß an.
Für wen ist The Pre-Sequel geeignet?
Das Spiel passt zu euch, wenn ihr:
- Borderlands 2 geliebt habt und mehr wollt
- Handsome Jacks Origin Story erleben möchtet
- Low-Gravity-Gameplay interessant findet
- Fans von Loot-Shootern seid
- Im Koop mit Freunden spielen wollt
- Laser-Waffen und Cryo-Damage cool findet
- Australischen Humor mögt
- Noch eine Last-Gen-Konsole oder einen PC habt
Das Spiel passt nicht zu euch, wenn ihr:
- Noch nie Borderlands gespielt habt (spielt erst 2!)
- Eine komplett neue Erfahrung erwartet
- Bereits auf PS4/Xbox One umgestiegen seid
- Eintönige Umgebungen stören
- Borderlands 2 nur so lala fandet
- Den Borderlands-Humor nicht mögt
- Große Innovationen erwartet
Fazit zu Borderlands: The Pre-Sequel
Borderlands: The Pre-Sequel ist ein schwieriges Spiel zu bewerten. Einerseits macht es genau das, was ein Borderlands-Spiel machen soll: Es bietet süchtig machendes Loot-Gameplay, chaotische Kämpfe, absurden Humor und eine starke Koop-Erfahrung. Die Low-Gravity-Mechanik ist eine willkommene Neuerung, die dem Gameplay frischen Wind verleiht, Cryo-Waffen machen Spaß, und Laser sind eine nette Ergänzung. Vor allem aber erzählt es eine fantastische Geschichte über Handsome Jacks Wandlung vom Helden zum Monster – eine Story, die Borderlands 2 im Nachhinein noch besser macht.
Andererseits fühlt sich The Pre-Sequel mehr wie ein sehr großes DLC zu Borderlands 2 an als wie ein eigenständiges Spiel. Die technische Basis ist identisch, die Spielmechaniken sind fast unverändert, und abgesehen von Low Gravity und ein paar neuen Waffentypen gibt es kaum echte Innovationen. Die Umgebungen sind deutlich eintöniger als in Borderlands 2, die Gegnervielfalt ist geringer, und das Quest-Design wirkt noch repetitiver. Die Tatsache, dass es nur für Last-Gen erscheint, fühlt sich 2014 einfach falsch an.
Das größte Problem ist vielleicht das Timing. The Pre-Sequel kommt nur zwei Jahre nach Borderlands 2 – zu früh für ein vollwertiges Sequel, aber auch irgendwie zu spät für ein Prequel. Es fühlt sich an wie ein Zwischenschritt, ein Lückenfüller, bis Borderlands 3 irgendwann erscheint. Für Hardcore-Fans der Serie ist es ein Pflichtkauf – allein schon wegen Jacks Story. Aber für Gelegenheitsspieler oder Leute, die nicht auf Last-Gen spielen können oder wollen, ist es schwerer zu empfehlen.
Wenn ihr Borderlands 2 geliebt habt, werdet ihr auch The Pre-Sequel genießen. Es ist mehr vom Selben, mit ein paar netten Neuerungen. Aber erwartet keine Revolution, sondern eine solide Evolution – oder besser gesagt: eine kompetente, aber nicht überwältigende Ergänzung zur Serie. Handsome Jack hätte wahrscheinlich eine ätzende Bemerkung dazu parat. Und irgendwie hätte er recht.
Wertung: 7.5/10
Stärken:
- Hervorragende Origin Story für Handsome Jack
- Low-Gravity-Gameplay ist frisch und spaßig
- Butt Slam ist extrem befriedigend
- Cryo-Element macht mehr Spaß als Slag
- Laser-Waffen sind eine willkommene Ergänzung
- Vier interessante Charaktere mit tragischen Schicksalen
- Claptrap ist endlich spielbar (falls man das mag)
- Koop funktioniert einwandfrei
- Dameon Clarke liefert erneut Meisterleistung als Jack
- Australischer Humor bringt frischen Wind
- Story verbindet BL1 und BL2 clever
- Rahmenhandlung mit Athena ist spannend
- Solides Endgame für Loot-Junkies
Schwächen:
- Fühlt sich an wie großes DLC zu Borderlands 2
- Technisch identisch mit BL2 (2012)
- Eintönige Mondlandschaften
- Geringe Gegnervielfalt
- Antagonistin Zarpedon ist schwach
- Nur Last-Gen (keine PS4/Xbox One)
- Repetitives Questdesign
- Weniger Abwechslung als BL2
- Sauerstoff-Management nervt manchmal
- Low Gravity kann in engen Räumen frustrieren
- Nur vier Charaktere zum Start
- Kürzer als Borderlands 2
- Wenig echte Innovation
Technische Informationen:
Plattformen: Xbox 360, PlayStation 3, PC (Windows, Mac OS, Linux)
Veröffentlichung: 14. Oktober 2014 (USA), 17. Oktober 2014 (Europa)
Entwickler: 2K Australia (mit Gearbox Software)
Publisher: 2K Games
Genre: Action-RPG, Loot-Shooter, Ego-Shooter
Spieleranzahl: 1-4 (Koop online/LAN), 1-2 (Split-Screen lokal auf Konsolen)
Sprachen: Englisch (Sprachausgabe), Deutsch (Untertitel)
Preis: ca. 59,99 Euro (Konsolen), 49,99 Euro (PC)
USK: Keine Jugendfreigabe (ab 18 Jahren)
Speicherplatz: ca. 13 GB
PC-Systemanforderungen (Minimum):
- Betriebssystem: Windows XP SP3 / Vista / 7 / 8
- Prozessor: 2.4 GHz Dual-Core
- Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
- Grafikkarte: NVIDIA GeForce 8500 / ATI Radeon HD 2600
- DirectX: 9.0c
- Festplatte: 13 GB freier Speicherplatz
- Sound: DirectX 9.0c-kompatibel
PC-Systemanforderungen (Empfohlen):
- Betriebssystem: Windows 7 / 8
- Prozessor: 2.3 GHz Quad-Core
- Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
- Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 560 / ATI Radeon HD 5850
- DirectX: 10
- Festplatte: 20 GB freier Speicherplatz
Häufig gestellte Fragen
Frage: Muss ich Borderlands 1 und 2 gespielt haben?
Antwort: Borderlands 2 solltest du definitiv gespielt haben, da The Pre-Sequel dessen Story voraussetzt (es ist ja ein Prequel zu BL2, nicht zu BL1). Borderlands 1 hilft beim Verständnis, ist aber nicht zwingend nötig. Ideal: Spiele erst BL2, dann The Pre-Sequel.
Frage: Welcher Charakter ist am besten für Anfänger?
Antwort: Wilhelm ist wahrscheinlich am anfängerfreundlichsten – seine Drohnen machen viel Arbeit für einen. Athena ist auch gut für Einsteiger. Nisha ist extrem stark, aber etwas zu overpowered. Claptrap ist eher für erfahrene Spieler, die Chaos mögen.
Frage: Warum gibt es keine PS4/Xbox One Version?
Antwort: Gearbox argumentiert, dass die Last-Gen-Installbasis größer ist. Wahrscheinlicher ist, dass The Pre-Sequel als kleineres Projekt gedacht war. Eine Next-Gen-Version könnte eventuell später kommen.
Frage: Wie lange dauert das Spiel?
Antwort: Die Hauptstory dauert etwa 20-25 Stunden, mit Nebenquests eher 30-35. Deutlich kürzer als Borderlands 2. Der True Vault Hunter Mode verlängert die Spielzeit entsprechend.
Frage: Gibt es Raid Bosse?
Antwort: Ja, der Invincible Empyrean Sentinel ist der erste Raid Boss. Weitere sollen mit DLCs folgen. Das Endgame ist ähnlich strukturiert wie in BL2.
Frage: Wann kommen die DLC-Charaktere?
Antwort: Jack the Doppelganger kommt im November 2014, Aurelia the Baroness im Januar 2015. Beide kosten extra, außer für Season Pass-Besitzer.
Frage: Ist The Pre-Sequel besser als Borderlands 2?
Antwort: Nein. Es ist ein solides Spiel mit einer guten Story, aber es erreicht nicht die Höhen von BL2. Es fühlt sich eher wie ein sehr großes DLC an. BL2 ist immer noch der Höhepunkt der Serie.
Frage: Lohnt sich der Season Pass?
Antwort: Wenn du planst, viel zu spielen, ja. Er enthält die beiden DLC-Charaktere plus vier Story-DLCs, die noch angekündigt werden. Für Gelegenheitsspieler würde ich erst abwarten.





