E-Sport

Wie viel verdient ein E-Sportler? Gehälter, Preisgelder und Einkommensquellen im Überblick

Der Traum vieler Gamer: Den ganzen Tag spielen und damit Geld verdienen. Doch wie realistisch ist das? Während einige E-Sportler Millionenbeträge einsacken, kämpfen viele Nachwuchstalente um ein stabiles Einkommen. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Verdienstmöglichkeiten im E-Sport – von Durchschnittsgehältern über spektakuläre Preisgelder bis hin zu alternativen Einkommensquellen.

Die Realität: Große Spannbreite bei den Verdiensten

E-Sport ist längst eine milliardenschwere Industrie. Doch die Vorstellung, dass jeder professionelle Spieler im Geld schwimmt, ist ein Trugschluss. Die Einkommensschere zwischen Top-Verdienern und Nachwuchsspielern ist enorm. Während einige wenige Stars Millionen verdienen, müssen sich viele angehende Profis mit einem Bruchteil davon zufriedengeben.

Die wichtigsten Faktoren, die das Einkommen eines E-Sportlers beeinflussen:

  • Das Spiel, in dem man antritt
  • Die Liga und das Team
  • Die Region, in der man aktiv ist
  • Individuelle Erfolge und Bekanntheit
  • Zusätzliche Einkommensquellen wie Streaming

Durchschnittsgehälter: Was verdient man wirklich?

Deutschland und Europa

In Deutschland liegt das durchschnittliche Jahresgehalt eines angestellten E-Sportlers bei etwa 39.500 Euro, was einem Monatsgehalt von rund 3.291 Euro entspricht. Die Spanne reicht dabei von einem Mindestgehalt von 33.300 Euro bis zu überdurchschnittlichen 49.000 Euro für erfahrene Spieler in etablierten Teams.

Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf Spieler, die bereits einen festen Vertrag bei einem Team haben. Die Realität vieler Nachwuchsspieler sieht deutlich bescheidener aus: Sie erhalten oft nur 1.000 bis 3.000 Euro pro Monat oder werden lediglich mit Unterkunft und Verpflegung unterstützt.

Top-Ligen in Europa und Nordamerika

Die Gehälter variieren stark je nach Liga und Spiel. In der europäischen League of Legends European Championship (LEC) lag das durchschnittliche Jahresgehalt 2025 bei beeindruckenden 240.000 Euro. Allerdings zeigt der Median-Wert von 165.000 Euro, dass viele Spieler deutlich weniger verdienen als die Top-Verdiener.

In Nordamerika können Top-Spieler in finanzkräftigen Organisationen monatlich zwischen 30.000 und 40.000 US-Dollar verdienen. Diese Summen sind jedoch hauptsächlich den absoluten Elite-Spielern vorbehalten.

Regionale Unterschiede

  • Südkorea: Als Mekka des E-Sports bietet das Land durchschnittliche Jahresgehälter von etwa 30.000 Euro für Profis, kombiniert mit staatlicher Förderung und exzellenter Infrastruktur.
  • USA: Höchste Preisgelder, aber auch intensivster Wettbewerb. Die besten Spieler verdienen hier am meisten.
  • Deutschland: Semi-professionelle Spieler verdienen zwischen 5.000 und 15.000 Euro jährlich, mit soliden Strukturen, aber kleineren Budgets als in Asien oder Nordamerika.

Die größten Einkommensquellen im Detail

Preisgelder: Die spektakuläre Seite des E-Sports

Preisgelder sind der glamouröse Teil des E-Sports und machen regelmäßig Schlagzeilen. Die höchstdotierten Turniere locken mit Millionenbeträgen:

Rekordveranstaltungen:

  • The International 2021 (Dota 2): Mit 40 Millionen US-Dollar Gesamtpreisgeld das bisher höchstdotierte E-Sport-Turnier der Geschichte. Das Siegerteam Team Spirit verdiente über 18 Millionen Dollar.
  • Esports World Cup 2025: Mit über 70 Millionen Dollar Preisgeld der neue Rekordhalter, verteilt auf 25 Turniere in 24 Spielen.
  • Counter-Strike: Über 20 Millionen Dollar Preispool allein im Jahr 2024.
  • Fortnite: 8 Millionen US-Dollar bei den FNCS 2025.

Die Realität hinter den großen Zahlen:

Was in den Schlagzeilen oft verschwiegen wird: Die spektakulären Preisgelder werden auf das gesamte Team aufgeteilt und sind steuerpflichtig. Von einem Preisgeld von 100.000 Dollar bleiben nach Team-Split (bei 5-Spieler-Teams), Organisationsanteil und Steuern häufig nur 10.000 bis 15.000 Dollar für den einzelnen Spieler übrig.

Dennoch sind Turniersiege der Karriereturbo: Ein junger Spieler, der sich bei kleineren Turnieren beweist, macht sich nicht nur einen Namen, sondern ebnet oft den Weg zu einem lukrativen Teamvertrag.

Fixgehälter: Die finanzielle Sicherheit

Wer bei einem professionellen E-Sport-Team unter Vertrag steht, erhält ein monatliches Gehalt – unabhängig von Turniersiegen. Diese finanzielle Stabilität ist besonders in Spielen mit etablierten Ligen wie League of Legends, Valorant oder Counter-Strike gegeben.

Die Gehaltsspanne ist jedoch enorm: Während absolute Top-Stars fünfstellige Summen pro Monat verdienen, müssen sich viele Nachwuchsspieler mit deutlich bescheideneren Beträgen zufriedengeben. Oft werden zusätzlich Boni oder Beteiligungen an Preisgeldern vereinbart.

Sponsoring und Werbeverträge

Für bekannte E-Sportler ist Sponsoring ein bedeutender Teil des Gesamteinkommens. Gaming-Hardware-Hersteller, Energy-Drink-Marken und Technologieunternehmen investieren Millionen in die Szene:

  • Hardware-Sponsoren: Unternehmen wie ASUS, Logitech oder Razer statten Teams und einzelne Spieler mit Equipment aus und zahlen zusätzliche Werbegelder.
  • Lifestyle-Marken: Red Bull engagiert sich seit über zehn Jahren massiv im E-Sport und betreibt sogar eigene Trainingsanlagen für Profis.
  • Team-Sponsoren: Große Organisationen haben Hauptsponsoren, die Millionenbeträge investieren.

Diese Deals sind jedoch hauptsächlich den bekanntesten Spielern und Top-Teams vorbehalten.

Streaming und Content Creation: Die lukrative Alternative

Streaming hat sich als eigenständige Einnahmequelle etabliert und kann für manche Spieler sogar lukrativer sein als Turniererfolge.

Das Erfolgsbeispiel Tyler „Ninja“ Blevins: Der Fortnite-Profi verdiente 2018 über 10 Millionen Euro – hauptsächlich durch Streaming auf Twitch, nicht durch Turniergewinne.

Einnahmequellen beim Streaming:

  • Abonnements: 5 bis 25 Euro pro zahlendem Fan monatlich
  • Spenden: Von einzelnen Euros bis zu vierstelligen Beträgen
  • Werbepartnerschaften: Zusätzliche Deals mit Marken
  • Creator-Codes: Bei Spielen wie Fortnite verdienen Streamer einen Prozentsatz von In-Game-Käufen, die über ihren Code getätigt werden

Entscheidend sind Regelmäßigkeit, Persönlichkeit und der Aufbau einer treuen Community. Wer hier investiert, kann sein Einkommen unabhängig von sportlichen Erfolgen deutlich steigern.

Spiel-spezifische Einnahmen

Einige Spiele bieten zusätzliche, einzigartige Verdienstmöglichkeiten:

  • CS-Spieler: Verdienen zusätzlich durch den Handel mit wertvollen Skins
  • Fortnite-Creator: Profitieren vom Creator-Code-System
  • League of Legends: Top-Spieler wie Faker erhalten eigene Ingame-Icons oder Voice-Lines, wie beim legendären Faker Ahri Skin

Spielabhängige Unterschiede: Nicht alle Titel sind gleich lukrativ

Dota 2: Der Preisgeld-König

Dota 2 dominiert seit Jahren die Liste der lukrativsten E-Sport-Titel. Allein 2024 wurden über 23 Millionen Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet. Die Top-10-Verdiener aller Zeiten sind ausnahmslos Dota-2-Spieler.

Warum Dota 2 so lukrativ ist:

  • The International als jährliches Mega-Event mit Community-Finanzierung
  • Valve investiert massiv in die Szene
  • Crowdfunding durch Battle Pass erhöht die Preispools auf Rekordniveau

League of Legends: Prestige statt Preisgeld-Rekorde

League of Legends bietet zwar moderate Preisgelder im Vergleich zu Dota 2, dafür aber:

  • Langfristige Karrieremöglichkeiten durch etablierte Franchise-Systeme
  • Hohe, stabile Gehälter in den großen Ligen (LEC, LCS, LCK)
  • Enormes mediales Interesse und Sponsoring-Potenzial
  • Klare Karrierewege und Entwicklungsperspektiven

Counter-Strike: Tradition trifft Professionalität

Counter-Strike verfügt über eine starke, lang etablierte Preisgeld-Struktur mit über 20 Millionen Dollar jährlich. Die Intel Extreme Masters (IEM) und andere Major-Turniere bieten konstant hohe Preisgelder. Zusätzlich profitieren Spieler vom lukrativen Skin-Markt.

Fortnite: Die Creator-Economy

Fortnite bietet mittlere Preisgelder (8 Millionen Dollar FNCS 2025), punktet aber mit einem starken Creator-Economy-System. Spieler verdienen über ihre Creator-Codes einen Anteil an In-Game-Käufen ihrer Community.

Die Top-Verdiener: Millionäre im E-Sport

Johan „N0tail“ Sundstein: Der Rekordhalter

Der dänische Dota-2-Spieler führt die Liste mit über 7,1 Millionen US-Dollar an Turnierpreisgeldern an. Seine größten Erfolge: Die Siege bei The International 2018 und 2019 mit seinem Team OG.

Kuro „KuroKy“ Takhasomi: Deutschlands E-Sport-Legende

Der erfolgreichste deutsche E-Sportler aller Zeiten hat über 5,2 Millionen US-Dollar an Preisgeldern gewonnen. KuroKy ist seit den DotA-Allstars-Zeiten aktiv und spielte für legendäre Teams wie Natus Vincere, Team Liquid und Nigma Galaxy. Sein Karriere-Höhepunkt war der Sieg bei The International 2017.

Das Faker-Phänomen: Preisgeld ist nicht alles

Lee „Faker“ Sang-hyeok, der legendäre League-of-Legends-Spieler, hat „nur“ etwa 1,8 Millionen Dollar an Preisgeldern gewonnen – deutlich weniger als viele Dota-Spieler. Dennoch ist er einer der bekanntesten und wahrscheinlich bestbezahlten E-Sportler der Welt durch:

  • Massive Werbedeals in Südkorea und international
  • Eigene Dokumentationen
  • Millionen Fans weltweit
  • Langfristige Team-Verträge mit T1

Dies zeigt: Preisgeld allein ist nicht der einzige Indikator für den finanziellen Erfolg.

Die geschlechtsspezifische Kluft

Die erfolgreichste E-Sportlerin der Welt, Sasha „Scarlett“ Hostyn, hat rund 465.000 US-Dollar an Preisgeldern gewonnen – eine beachtliche Summe, die aber im Vergleich zu den Top-Verdienern verschwindend gering ist. Die Top-400-Spielerinnen verdienen zusammen weniger als der bestbezahlte männliche Spieler. Diese enorme Diskrepanz zeigt, dass im E-Sport noch viel Arbeit für Gleichberechtigung notwendig ist.

Die Realität für Nachwuchsspieler: Der steinige Weg nach oben

Einstiegsgehälter und Amateurstufe

Die meisten angehenden E-Sportler starten ohne jegliches Einkommen:

  • Amateure: Oft nur wenige hundert Euro pro Monat oder gar nichts
  • Semi-Profis: 1.000 bis 5.000 Euro monatlich
  • Nachwuchsteams: Unterkunft, Verpflegung und Training, aber kaum Geld

Der Weg zum Profi

  1. Ranglisten-Turniere: Teilnahme an Open Qualifiers und kleineren Turnieren
  2. Auffallen: Scouts und Teamleiter beobachten talentierte Spieler
  3. Probetraining: Bei Interesse folgt ein Casting oder Probetraining
  4. Teamvertrag: Erst mit einem Vertrag gibt es finanzielle Sicherheit

Die harte Realität

  • Kurze Karrieredauer: Die meisten E-Sport-Karrieren dauern nur wenige Jahre. Mit zunehmendem Alter können junge Spieler oft nicht mehr mit der Reaktionsgeschwindigkeit der nächsten Generation mithalten.
  • Keine Garantien: Selbst talentierte Spieler schaffen nicht immer den Durchbruch
  • Hohe Konkurrenz: Millionen Spieler weltweit träumen vom Profi-Dasein
  • Gesundheitsrisiken: Lange Trainingszeiten vor dem Bildschirm fordern ihren Tribut

Deshalb ist eine parallele Ausbildung oder ein Backup-Plan essentiell. Viele ehemalige Profis arbeiten nach ihrer Spielerkarriere als Trainer, Manager, Caster oder Content Creator in der Branche weiter.

E-Sport in Deutschland: Status quo und Perspektiven

Die deutsche E-Sport-Szene in Zahlen

Deutschland hat sich als einer der wichtigsten E-Sport-Märkte weltweit etabliert. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland regelmäßig auf Rang 3 – direkt hinter den USA und China.

Bekanntheit und Interesse (2025):

  • Rund 50,5 Millionen Menschen in Deutschland kennen E-Sport
  • 6,65 Millionen Deutsche interessieren sich aktiv für E-Sport
  • 1,88 Millionen sind engagierte Fans, die regelmäßig zuschauen
  • 4,77 Millionen sind gelegentliche Zuschauer

Die Zahlen zeigen: E-Sport ist im Mainstream angekommen. Allerdings wächst die aktive Fanbasis nicht im gleichen Tempo wie die allgemeine Bekanntheit.

Historischer Meilenstein: Gemeinnützigkeit ab 2026

Nach jahrelangen Diskussionen hat die Bundesregierung 2025 einen Wendepunkt markiert: Mit dem „Steueränderungsgesetz 2025“ wird E-Sport in Deutschland ab dem 1. Januar 2026 als gemeinnützig anerkannt – unter dem Dach der Sportförderung.

Was ändert sich dadurch?

Für E-Sport-Vereine ergeben sich massive Vorteile:

  • Steuererleichterungen: Gemeinnützige Vereine profitieren von steuerlichen Vergünstigungen
  • Öffentliche Fördergelder: Zugang zu staatlichen und kommunalen Fördermitteln
  • Legitimität: Offizieller Status als Sportverein auf Augenhöhe mit Fußball oder Handball
  • Infrastruktur: Besserer Zugang zu Sportstätten und öffentlichen Einrichtungen

Christopher Flato, Präsident des E-Sport-Bunds Deutschland (ESBD), kommentierte: „Wir haben mittlerweile wirklich keine Lust mehr, darüber zu sprechen. Es soll jetzt endlich durch sein.“ Nach drei Koalitionsverträgen, die das Versprechen enthielten, ist es nun Realität.

Die Definition von E-Sport:

Das Gesetz definiert E-Sport als: „Ein Wettkampf zwischen Menschen, bei dem der Erfolg maßgeblich von motorischen, taktischen oder strategischen Fähigkeiten abhängt.“

Wichtig: Spiele, die in Deutschland indiziert oder verboten sind, fallen nicht unter diese Definition und werden nicht gefördert.

Die Debatte um die Anerkennung als Sport

Trotz der Gemeinnützigkeit bleibt die Frage offen: Ist E-Sport wirklich Sport? Die Diskussion spaltet 2025 weiterhin die Gemüter.

Pro-Argumente:

  • Profis benötigen höchste Konzentration und schnelle Reaktionen
  • Präzise Hand-Augen-Koordination ist essentiell
  • E-Sport ist professionell organisiert mit Ligen, Trainern und Sponsoren
  • Teamgeist und Wettkampfgedanke wie in klassischen Sportarten

Contra-Argumente:

  • Fehlende körperliche Bewegung, die der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) als Grundvoraussetzung sieht
  • Enge Abhängigkeit von Spiele-Publishern sorgt für Skepsis
  • Gewaltbetonte Inhalte mancher Spiele bleiben Streitpunkt

Der DOSB lehnt eine vollständige Anerkennung als Sport weiterhin ab, doch die Gemeinnützigkeit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Deutsche E-Sport-Teams: Von Tradition bis Entertainment

Deutschland verfügt über eine vielfältige Team-Landschaft:

Traditionelle Organisationen:

  • mousesports: Eines der ältesten und renommiertesten deutschen Teams mit internationalen Erfolgen in Counter-Strike
  • SK Gaming: Legendary Status in mehreren Spielen, aktiv in League of Legends, FIFA, Brawl Stars und Clash Royale
  • Unicorns of Love: Bekannt für ihre kreative Herangehensweise und starke League-of-Legends-Teams

Neue Generation:

  • Eintracht Spandau: 2021 vom YouTuber HandOfBlood gegründet, verbindet kompetitives League of Legends mit Entertainment und Meme-Kultur. Gewann bereits die Prime League.
  • NNO (Needs No Organization): Aufstieg von der untersten Division bis zur Prime League, bekannt für Community-Fokus und Talentförderung statt großer Namen.
  • Sprout: Gilt als Sprungbrett für junge Talente, die später zu Top-Organisationen wechseln.

Fußball-Bundesliga im E-Sport:

22 Vereine der 1. und 2. Bundesliga verfügen über eigene E-Sport-Teams, die hauptsächlich in der Virtuellen Bundesliga (VBL) antreten:

  • Schalke 04: Pionier seit 2016, baute zwischenzeitlich sogar ein League-of-Legends-Team in der LEC auf
  • VfL Wolfsburg: Einer der ersten Bundesligisten im E-Sport (2015)
  • RB Leipzig: Aktiv in mehreren Disziplinen
  • 1. FC Köln, VfB Stuttgart, FC St. Pauli: Alle mit eigenen FIFA/eFootball-Teams

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat 2022 beschlossen, dass ab der Saison 2023/24 jeder Verein mindestens ein E-Sports-Team im „eFootball“-Wettbewerb stellen muss.

Akademischer E-Sport:

Universitäten und Hochschulen bauen eigene Teams auf:

  • KIT SC (Karlsruhe): Mehrfacher Titel-Gewinner in der Uniliga
  • THM eSports (Technische Hochschule Mittelhessen)
  • UED Wolves (Uni Duisburg-Essen)

Diese Teams dienen als Sprungbrett für Talente und profitieren zunehmend von offizieller Unterstützung der Hochschulen.

Der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD)

Der ESBD wurde 2017 als Interessensverband gegründet und vertritt mittlerweile rund 140 Vereine, Organisationen und Unternehmen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten sechs Amateurvereine und 14 professionelle Teams.

Ziele des ESBD:

  • Anerkennung des E-Sports in Deutschland
  • Ansprechpartner für Sportverbände und Politik
  • Etablierung von Regularien, Trainer- und Schiedsrichter-Zertifizierung
  • Organisation eigener Ligen
  • Förderung der Nachwuchsarbeit

Regionalverbände:

Es haben sich mehrere Landesverbände gebildet:

  • E-Sport Verband Bayern
  • E-Sport-Verband Schleswig-Holstein (EVSH)
  • e-sport.NRW
  • e-sport.NDS (Niedersachsen, gegründet Mai 2025)

Deutschlands wichtigste E-Sport-Events 2025

Deutschland hat sich als Gastgeber für internationale Top-Turniere etabliert:

IEM Cologne 2025 (Counter-Strike): Die Kölner LANXESS Arena verwandelt sich regelmäßig in einen Hexenkessel, wenn die besten CS-Teams der Welt aufeinandertreffen. Mit einem Preisgeld von 1,25 Millionen Dollar und einer spektakulären 360-Grad-LED-Bühne zählt das Event zu den Highlights des Jahres.

LEC Spring & Summer Splits (League of Legends): Berlin ist das Zuhause der europäischen Top-Liga. Die LEC-Events ziehen tausende Fans in die Hauptstadt und bieten höchstes spielerisches Niveau.

Prime League: Die höchste deutschsprachige League-of-Legends-Liga fördert lokale Talente und bietet packende Derbys zwischen Teams wie Eintracht Spandau und NNO.

ESL One Hamburg (Dota 2): Die Barclays Arena wird jährlich zum Mekka für Dota-2-Fans. Mit einem Preispool von 1,5 Millionen Euro ist es eines der größten deutschen E-Sport-Events.

Gamescom Köln: Vom 20. bis 24. August 2025 wird die Messe nicht nur zur größten Gaming-Veranstaltung Europas, sondern bietet auch zahlreiche E-Sport-Wettbewerbe und Showmatches.

Valorant Champions Tour (VCT): Mehrere Etappen der VCT finden 2025 in deutschen Städten statt und ziehen die besten Valorant-Teams Europas an.

Ausblick: Deutschlands E-Sport-Zukunft

Mit der Gemeinnützigkeit ab 2026 steht Deutschland an einem Wendepunkt. Die Szene erhält endlich die Anerkennung und Förderung, um international noch wettbewerbsfähiger zu werden.

Chancen:

  • Bessere Nachwuchsförderung durch öffentliche Gelder
  • Professionalisierung der Vereinsstrukturen
  • Stärkere Anbindung an traditionelle Sportstrukturen
  • Mehr Akzeptanz in der Gesellschaft
  • Attraktivität als Standort für internationale Turniere

Herausforderungen:

  • Aufbau nachhaltiger Strukturen im Breitensport
  • Gleichberechtigung und Förderung weiblicher Spielerinnen (aktuell unter 15% Frauenanteil)
  • Bildungsarbeit zur gesellschaftlichen Akzeptanz
  • Konkurrenz zu etablierten E-Sport-Nationen wie Südkorea oder USA

Fazit: E-Sport als Karriere – Chancen und Realitäten

E-Sport bietet unbestreitbar enorme Verdienstchancen für Top-Spieler. Millionenbeträge sind keine Seltenheit mehr, und die Branche wächst weiter. Doch eine realistische Einschätzung ist wichtig:

Die Erfolgsfaktoren:

  • Mehrere Einkommensquellen kombinieren: Die erfolgreichsten E-Sportler verlassen sich nicht nur auf Turniergewinne, sondern bauen sich durch Streaming, Content Creation und Sponsoring mehrere Standbeine auf
  • Das richtige Spiel zur richtigen Zeit: Die Wahl des Spiels hat massiven Einfluss auf die Verdienstmöglichkeiten
  • Persönlichkeit und Marketing: Wer eine Marke aufbaut, verdient langfristig mehr als reine Gameplay-Talente
  • Geografisches Glück: Der Standort und die regionale Szene spielen eine wichtige Rolle

Die Realität:

  • Nur ein Bruchteil der Spieler erreicht das Top-Niveau
  • Die Karriere ist kurz – meist nur wenige Jahre
  • Finanzielle Unsicherheit besonders in der Anfangsphase
  • Hohe physische und psychische Belastung
  • Keine Garantie für dauerhaften Erfolg

Der Rat für Aspiranten:

Wer den Traum vom E-Sport-Profi verfolgt, sollte:

  • Einen Plan B haben (Ausbildung, Studium)
  • Frühzeitig eine Online-Präsenz aufbauen (Streaming, Social Media)
  • Sich in Nischen-Titeln positionieren, wo weniger Konkurrenz herrscht
  • Gesundheit nicht vernachlässigen (Ausgleichssport, Ernährung)
  • Netzwerken und Kontakte in der Szene aufbauen

E-Sport ist mehr als ein Job – es ist eine Leidenschaft, die harte Arbeit, Disziplin und Hingabe erfordert. Doch für diejenigen, die es schaffen, bietet die Branche nicht nur finanzielle Belohnungen, sondern auch unvergessliche Erlebnisse, globale Anerkennung und die Möglichkeit, das zu tun, was sie lieben: Spielen auf höchstem Niveau.

Mit der Gemeinnützigkeit ab 2026 und der wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz stehen die Chancen für die deutsche E-Sport-Szene besser denn je. Die nächste Generation an Talenten wird von besseren Strukturen, mehr Förderung und größerer Professionalität profitieren. Deutschland ist bereit, im globalen E-Sport eine noch größere Rolle zu spielen – und wer weiß, vielleicht entsteht aus der heimischen Szene bald der nächste KuroKy oder N0tail.


Quellen und weiterführende Links

Dieser Artikel basiert auf umfangreichen Recherchen aus verschiedenen seriösen Quellen. Alle Daten und Statistiken wurden sorgfältig geprüft und stammen aus offiziellen Quellen der E-Sport-Branche.

Offizielle Verbände und Organisationen

E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) Der E-Sport-Bund Deutschland ist die offizielle Interessensvertretung für E-Sport in Deutschland und vertritt rund 140 Vereine und Organisationen. → esportbund.de

E-Sport-Report 2025 Jährlicher Branchenbericht des ESBD in Kooperation mit PwC Deutschland und der Hochschule für angewandtes Management (HAM). → E-Sport-Report 2025 (PDF)

Preisgeld-Datenbanken und Statistiken

Esports Earnings Die umfassendste Datenbank für E-Sport-Preisgelder weltweit mit über 62.000 erfassten Turnieren. Grundlage für Rankings der Top-Verdiener. → esportsearnings.com

Liquipedia Community-gepflegte Enzyklopädie für E-Sport mit detaillierten Turnier-Informationen, Team-Statistiken und Spieler-Karrieredaten. → liquipedia.net

Statista – E-Sport Statistiken Professionell aufbereitete Statistiken zu E-Sport-Märkten, Zuschauerzahlen und Umsatzentwicklungen. → statista.com/topics/esports

Gehaltsdatenbanken

StepStone Gehaltsreport Aktuelle Gehaltsdaten für E-Sportler und E-Sport-Manager in Deutschland basierend auf realen Stellenangeboten. → stepstone.de/gehalt

GEHALT.de – E-Sportler Berufsbild Detaillierte Informationen zu Verdienstmöglichkeiten, Karrierewegen und Anforderungen im E-Sport. → gehalt.de/beruf/e-sportler

News und Fachmedien

Esports Insider Führendes Fachmedium für E-Sport-Business mit aktuellen News, Analysen und Marktberichten. → esportsinsider.com/de

GamesWirtschaft Deutsches Fachmagazin für die Games-Branche mit umfangreicher E-Sport-Berichterstattung. → gameswirtschaft.de/sport

Turnierveranstalter

ESL Gaming Weltweit größter E-Sport-Turnierveranstalter mit Events wie der IEM Cologne und ESL One Hamburg. → esl-gaming.com

Riot Games – League of Legends Esports Offizielle Seite der League of Legends European Championship (LEC) und weiterer internationaler Ligen. → lolesports.com

Rechtliche Grundlagen

Steueränderungsgesetz 2025 Gesetzesgrundlage für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen ab 2026. → Bundesgesetzblatt/Bundesministerium der Finanzen

Wissenschaftliche Quellen

Hochschule für angewandtes Management (HAM) Akademische Forschung zu E-Sport, Sport-Management und Gaming-Industrie. → fham.de


Disclaimer

Alle Gehaltsdaten und Preisgelder in diesem Artikel basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Dezember 2025) sorgfältig recherchiert. Individuelle Gehälter können je nach Vertrag, Team, Region und persönlicher Leistung stark variieren. Preisgeld-Angaben verstehen sich als Brutto-Beträge vor Steuern und Team-Aufteilungen.

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Karriereberatung dar. Wer eine Karriere im E-Sport anstrebt, sollte sich umfassend informieren und professionellen Rat einholen.

Stand der Informationen: Dezember 2025

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.