Drei Jahre später: Ein willkommenes Facelift
Als Sony die PlayStation 4 im November 2013 auf den Markt brachte, war ich einer der Ersten, die vor dem Laden standen. Drei Jahre später hat sich viel getan: Die Spielebibliothek ist prall gefüllt mit Highlights wie Uncharted 4: A Thief’s End, Bloodborne und The Witcher 3: Wild Hunt. Nun präsentiert Sony eine überarbeitete Version seiner erfolgreichen Konsole. Die PlayStation 4 Slim verspricht ein kompakteres Design bei identischer Leistung und einem günstigeren Preis. Kann das Facelift überzeugen?
Design und Formfaktor
Der Name ist Programm: Die PS4 Slim fällt deutlich kompakter aus als ihre Vorgängerin. Mit Abmessungen von 265 × 39 × 288 mm ist sie rund 30 Prozent kleiner als das Originalmodell. Das Gewicht sank von 2,8 auf 2,1 Kilogramm, was die neue Konsole zu einem echten Leichtgewicht macht. Im direkten Vergleich mit der ursprünglichen PlayStation 4 wirkt die Slim geradezu zierlich. Das charakteristische Schrägdesign bleibt erhalten, doch Sony hat die Ecken abgerundet und der Konsole so eine weichere Optik verliehen. Die glänzenden Oberflächen der ersten Generation weichen einer komplett matten Oberfläche, die deutlich weniger anfällig für Fingerabdrücke ist. Die berührungsempfindlichen Tasten wurden durch mechanische Druckknöpfe ersetzt, was im Alltag praktischer ist und versehentliche Betätigungen verhindert. Die LED-Leiste an der Oberseite wurde gekürzt und zeigt den Betriebszustand nun dezenter an. Insgesamt wirkt die PS4 Slim zeitgemäß und fügt sich unauffällig in jedes Wohnzimmer ein. Wer die wuchtige Optik des Originals mochte, könnte die neue Variante als etwas unscheinbar empfinden.

Technische Ausstattung
Unter der Haube bleibt alles beim Alten: Der AMD-Prozessor mit acht Jaguar-Kernen und 1,6 GHz Taktung sowie die GPU mit 1,84 TFLOPS Rechenleistung entsprechen exakt den Spezifikationen des Vorgängermodells. Auch die 8 GB GDDR5-RAM mit 176 GB/s Bandbreite wurden beibehalten. Spiele laufen auf der Slim also genauso schnell und flüssig wie auf der Original-PS4. Die interne Festplatte bietet wahlweise 500 GB oder 1 TB Speicherplatz. Angesichts der Tatsache, dass moderne Spiele wie DOOM oder Uncharted 4 teilweise über 50 GB belegen, empfiehlt sich die größere Variante. Wie gehabt lässt sich die Festplatte durch jedes 2,5-Zoll-Modell ersetzen. Die Konnektivität wurde an einer wichtigen Stelle verbessert: Die PS4 Slim unterstützt nun WLAN nach dem schnelleren ac-Standard, was Downloads und Remote Play deutlich beschleunigt. Bluetooth wurde auf Version 4.0 aktualisiert. Die beiden USB-3.0-Anschlüsse an der Front blieben erhalten. Ein Wermutstropfen für Heimkino-Enthusiasten: Sony hat den optischen Digitalausgang gestrichen. Wer sein Headset oder die Soundbar bisher über Toslink angeschlossen hat, muss auf den HDMI-Ausgang oder einen entsprechenden Adapter ausweichen. Angesichts des wachsenden HDMI-Standards eine verständliche, aber dennoch ärgerliche Entscheidung.
HDR-Unterstützung per Update
Ein echtes Highlight: Die PS4 Slim unterstützt HDR-Ausgabe über ihren HDMI-Anschluss. High Dynamic Range ermöglicht einen erweiterten Kontrastumfang und lebendigere Farben auf kompatiblen Fernsehern. Spiele wie Ratchet & Clank oder Uncharted 4 erhalten per Update HDR-Unterstützung und sehen auf entsprechenden Displays noch beeindruckender aus. Erfreulich: Auch Besitzer der Original-PS4 kommen in den Genuss von HDR, sofern ihr Modell über HDMI 2.0 verfügt. Sony rollt die entsprechende Firmware parallel zum Slim-Launch aus. Die Verbesserungen sind auf kompatiblen Fernsehern deutlich sichtbar und werten viele bereits veröffentlichte Titel auf.
Energieeffizienz und Lautstärke
Der größte Fortschritt verbirgt sich unter der Haube: Dank einer kleineren Fertigungsstruktur der APU verbraucht die PS4 Slim deutlich weniger Strom. Sony gibt eine Reduzierung von 34 Prozent gegenüber der Launch-PS4 und 28 Prozent gegenüber der letzten Revision an. Der maximale Stromverbrauch liegt bei 165 Watt statt ursprünglich 250 Watt. Im Alltag macht sich das durch eine spürbar geringere Wärmeentwicklung bemerkbar. Der Lüfter muss weniger arbeiten und bleibt entsprechend leiser. Während die Original-PS4 bei anspruchsvollen Titeln wie Dark Souls III oder No Man’s Sky durchaus hörbar wurde, bleibt die Slim auch bei längeren Spielsitzungen angenehm zurückhaltend. Für Spieler, die sich an der Lautstärke ihrer aktuellen Konsole stören, ist allein das ein überzeugendes Kaufargument.
Der neue DualShock 4
Im Lieferumfang findet sich die überarbeitete Version des DualShock 4 Controllers. Äußerlich erkennbar an der zusätzlichen Leuchtleiste auf dem Touchpad, die den Spielerstatus auch von oben sichtbar macht. Die Analogsticks erhielten eine verbesserte Gummimischung, die längerem Gebrauch besser standhält als bei den ersten Controller-Chargen. Der Akku mit 1000 mAh Kapazität blieb unverändert und hält je nach Nutzungsintensität etwa sechs bis acht Stunden durch. Die ergonomischen Qualitäten des DualShock 4 sind nach wie vor hervorragend, und die optischen Anpassungen sind willkommene Verbesserungen.
Die Spielebibliothek im Herbst 2016
Drei Jahre nach Launch bietet die PS4 eine beeindruckende Spieleauswahl. Exklusivtitel wie Uncharted 4: A Thief’s End, Bloodborne, Ratchet & Clank und Until Dawn gehören zum Pflichtprogramm. Multiplattform-Highlights wie The Witcher 3, Dark Souls III, DOOM und Overwatch runden das Angebot ab. Bis Jahresende stehen weitere Highlights in den Startlöchern: Battlefield 1, Final Fantasy XV und The Last Guardian versprechen spektakuläre Spielerlebnisse. Mit PlayStation VR erscheint im Oktober zudem Sonys Einstieg in die virtuelle Realität, der die PS4 um eine völlig neue Dimension erweitert.
Preisgestaltung und Positionierung
Sony ruft für die PS4 Slim 299 Euro in der 500-GB-Variante und 349 Euro für das 1-TB-Modell auf. Damit liegt die neue Konsole 100 Euro unter dem ursprünglichen Einführungspreis der PS4. Für Neueinsteiger ist das ein attraktives Angebot, zumal die Slim alle Vorteile der aktuellen PS4-Generation bietet. Gleichzeitig kündigt Sony mit der PlayStation 4 Pro eine leistungsstärkere Variante für November an. Für 399 Euro verspricht die Pro deutlich mehr Grafikleistung und native 4K-Unterstützung. Wer bereits einen 4K-Fernseher besitzt oder in nächster Zeit anschafft, sollte den Aufpreis von 100 Euro in Betracht ziehen. Für alle anderen bietet die Slim das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für wen lohnt sich die PS4 Slim?
Die PS4 Slim richtet sich primär an Neueinsteiger, die bislang keine PlayStation 4 besitzen. Sie erhalten eine ausgereifte Konsole mit einer exzellenten Spielebibliothek zu einem fairen Preis. Das kompakte Design, die geringe Lautstärke und der niedrige Stromverbrauch sind zusätzliche Pluspunkte. Besitzer einer funktionierenden PS4 haben hingegen wenig Grund zum Umstieg. Die identische Spieleleistung und die fehlenden grafischen Verbesserungen machen den Wechsel nur für diejenigen interessant, die sich an der Lautstärke oder Größe ihrer aktuellen Konsole stören.
Fazit
Die PlayStation 4 Slim ist genau das, was der Name verspricht: eine schlankere, leisere und energieeffizientere Version der bewährten Konsole. Sony hat die richtigen Stellschrauben gedreht und ein überzeugendes Gesamtpaket geschnürt. Das kompakte Design, die deutlich reduzierte Lautstärke und die HDR-Unterstützung sind willkommene Verbesserungen. Der fehlende optische Audioausgang ist ärgerlich, aber kein Dealbreaker. Für 299 Euro erhalten Neueinsteiger eine Konsole, die technisch auf der Höhe der Zeit ist und Zugang zu einer der besten Spielebibliotheken der aktuellen Generation bietet. Wer noch keine PS4 besitzt, kann bedenkenlos zugreifen.
Wertung
9/10
Pro und Contra
Pro:
- 30 Prozent kompakter und deutlich leichter
- Spürbar leiser als das Originalmodell
- Geringerer Stromverbrauch
- HDR-Unterstützung für kompatible Fernseher
- Verbessertes WLAN mit 802.11ac
- Attraktiver Einstiegspreis von 299 Euro
Contra:
- Kein optischer Digitalausgang mehr
- Identische Spieleleistung wie die Original-PS4
- 500 GB Speicher in der Basisversion zu knapp
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die PS4 Slim leistungsstärker als die normale PS4?
Nein, die PS4 Slim bietet exakt dieselbe Spieleleistung wie das Originalmodell. CPU, GPU und RAM sind identisch. Spiele laufen auf beiden Konsolen gleich schnell.
Was kostet die PlayStation 4 Slim?
Die PS4 Slim kostet 299 Euro mit 500 GB Festplatte und 349 Euro mit 1 TB Festplatte. Damit liegt sie 100 Euro unter dem ursprünglichen Einführungspreis der PS4.
Kann die PS4 Slim HDR ausgeben?
Ja, die PS4 Slim unterstützt HDR-Ausgabe über HDMI. Kompatible Spiele wie Uncharted 4 oder Ratchet & Clank sehen auf HDR-Fernsehern deutlich besser aus.
Warum hat die PS4 Slim keinen optischen Ausgang mehr?
Sony hat den Toslink-Anschluss zugunsten des kompakteren Designs gestrichen. Nutzer müssen auf HDMI-Audio oder entsprechende Adapter ausweichen.
Lohnt sich der Umstieg von der normalen PS4 auf die Slim?
Nur bedingt. Da die Spieleleistung identisch ist, lohnt sich der Umstieg hauptsächlich für Nutzer, die sich an der Lautstärke oder Größe ihrer aktuellen Konsole stören.
Soll ich die PS4 Slim oder die PS4 Pro kaufen?
Wer einen 4K-Fernseher besitzt oder plant, sollte die PS4 Pro in Betracht ziehen. Für alle anderen bietet die Slim das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Funktioniert mein alter DualShock 4 mit der PS4 Slim?
Ja, alle DualShock-4-Controller sind vollständig mit der PS4 Slim kompatibel. Der neue Controller im Lieferumfang bietet jedoch eine verbesserte Gummimischung an den Sticks.
Wie groß und schwer ist die PS4 Slim?
Die Konsole misst 265 × 39 × 288 mm und wiegt 2,1 Kilogramm. Damit ist sie etwa 30 Prozent kleiner und über 25 Prozent leichter als das Originalmodell.

