Die Gaming-Industrie liebt es, alte Spiele neu aufzulegen. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Publisher ankündigt, einen Klassiker zurückzubringen. Doch die Begriffe, die dabei verwendet werden, sorgen oft für Verwirrung. Was genau ist ein Remaster? Wie unterscheidet es sich von einem Remake? Und was bedeuten Begriffe wie Reboot, Port oder Enhanced Edition?
Dieser umfassende Guide klärt alle Fragen rund um Remaster, Remakes und verwandte Begriffe. Mit zahlreichen konkreten Beispielen aus der Gaming-Geschichte erklären wir die Unterschiede, zeigen erfolgreiche und gescheiterte Projekte, und helfen Ihnen zu verstehen, was Sie erwarten können, wenn Ihr Lieblingsspiel neu aufgelegt wird.
Was ist ein Remaster?
Ein Remaster ist eine aufgewertete Version eines bestehenden Spiels, bei der die Grundstruktur, das Gameplay und der Code weitgehend unverändert bleiben. Stattdessen konzentriert sich ein Remaster auf technische Verbesserungen wie höhere Auflösungen, verbesserte Texturen, stabilere Framerates und moderne Quality-of-Life-Features.
Die technischen Aspekte eines Remasters
Bei einem Remaster werden typischerweise folgende Elemente verbessert: Die Grafikauflösung wird erhöht, oft von 720p oder 1080p auf 4K. Texturen werden hochskaliert oder neu gezeichnet, um auf modernen Displays schärfer auszusehen. Die Framerate wird stabilisiert oder erhöht, beispielsweise von 30 FPS auf 60 FPS oder sogar 120 FPS. Beleuchtung und Schatten werden modernisiert, manchmal mit Raytracing-Technologie. Die Benutzeroberfläche wird für moderne Bildschirme und höhere Auflösungen angepasst.
Moderne Plattformen und Controller werden unterstützt. Ladezeiten werden durch SSD-Optimierung drastisch reduziert. Audio wird aufgewertet, oft mit 5.1 oder 7.1 Surround-Sound-Unterstützung. Bugs und Glitches des Originalspiels werden behoben. Cloud-Saves, Achievements und Trophy-Support werden hinzugefügt.
Was bleibt beim Remaster gleich?
Das fundamentale Spieldesign bleibt identisch. Level-Design, Missionsstruktur und Spielablauf sind unverändert. Die Story, Dialoge und Charaktere bleiben exakt wie im Original. Das Gameplay, die Steuerung und die Mechaniken sind dieselben. Die Spielphysik verhält sich identisch zum Original. Die musikalische Untermalung bleibt in der Regel gleich, nur technisch verbessert.
Klassische Beispiele für gelungene Remaster
The Last of Us Remastered (2014) ist das Paradebeispiel für ein technisch sauberes Remaster. Naughty Dog brachte das 2013 erschienene PlayStation 3-Spiel nur ein Jahr später auf PlayStation 4. Die Verbesserungen umfassten native 1080p-Auflösung statt 720p, 60 FPS statt 30 FPS im Gameplay, verbesserte Texturen und Beleuchtung, schnellere Ladezeiten und alle veröffentlichten DLCs inklusive. Das Spiel selbst blieb identisch, spielte sich aber deutlich flüssiger und sah schärfer aus.
Dark Souls Remastered (2018) verbesserte den 2011er-Klassiker für moderne Plattformen. From Software und QLOC erhöhten die Auflösung auf 4K, stabilisierten die Framerate auf 60 FPS (das Original lief oft unter 30 FPS), verbesserten Beleuchtung und Texturen, erhöhten die Online-Spielerzahl von 4 auf 6 und behielten das komplette Original-Gameplay bei inklusive aller Eigenheiten und Schwierigkeiten.
Mass Effect Legendary Edition (2021) ist technisch gesehen eine Remaster-Collection der gesamten Trilogie. BioWare verbesserte alle drei Mass Effect-Spiele mit 4K-Unterstützung, 60 FPS auf Konsolen, hunderten verbesserter Texturen, modernisierter Beleuchtung, überarbeiteter Benutzeroberfläche und allen DLCs inklusive. Das Gameplay von Mass Effect 1 erhielt minimale Anpassungen (besseres Zielen, Balance-Tweaks), blieb aber fundamental identisch.
Uncharted: The Nathan Drake Collection (2015) brachte die ersten drei Uncharted-Spiele von PS3 auf PS4. Bluepoint Games lieferte 1080p bei 60 FPS, verbesserte Texturen und Charaktermodelle, modernisierte Beleuchtung, schnellere Ladezeiten und Photo-Mode. Die Spiele selbst spielten sich exakt wie die Originale.
Warum machen Publisher Remaster?
Aus Publisher-Sicht sind Remaster kommerziell sehr attraktiv. Die Entwicklungskosten sind deutlich niedriger als bei komplett neuen Spielen, da der Großteil der Assets und des Codes bereits existiert. Die Entwicklungszeit ist kürzer, oft nur 6-12 Monate statt mehrerer Jahre. Das finanzielle Risiko ist geringer, weil der Erfolg des Originals die Nachfrage validiert.
Es gibt eine garantierte Fanbase, die das Original bereits liebt und bereit ist, nochmal zu zahlen. Neue Plattformen erreichen neue Spieler, die das Original nie gespielt haben. Technologie-Demonstrationen zeigen, was neue Hardware leisten kann. Die Überbrückung zwischen großen Releases füllt Content-Lücken im Veröffentlichungskalender. Klassiker bleiben verfügbar und verschwinden nicht in der Versenkung.
Kritik an Remastern
Nicht alle Remaster werden positiv aufgenommen. Häufige Kritikpunkte sind minimale Verbesserungen bei gleichzeitig hohem Preis. Manche Remaster kosten 40-60 Euro, obwohl die Verbesserungen marginal sind. „Cash Grabs“ ohne echten Mehrwert werden als reine Geldmacherei wahrgenommen. Zu frühe Remaster erscheinen nur wenige Jahre nach dem Original, was wie doppeltes Zahlen für dasselbe Spiel wirkt.
Fehlende kostenlose Upgrades für Besitzer des Originals frustrieren Fans. Technische Probleme trotz Remaster zeigen mangelnde Sorgfalt. Verpasste Chancen für größere Verbesserungen enttäuschen, wenn offensichtliche Probleme des Originals nicht behoben werden.
Ein berüchtigtes Beispiel ist Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition (2021). Rockstar Games‘ Remaster von GTA III, Vice City und San Andreas war eine Katastrophe. Bei Launch war es voller Bugs und Glitches, zeigte schlechte Charaktermodelle trotz „Verbesserungen“, hatte Performance-Probleme auf allen Plattformen, entfernte Musik aufgrund abgelaufener Lizenzen, kostete 60 Euro trotz mangelhafter Qualität und wurde von Fans und Kritikern zerrissen. Rockstar musste nachbessern und entschuldigte sich öffentlich.
Was ist ein Remake?
Ein Remake geht deutlich weiter als ein Remaster. Es ist eine komplette Neuinterpretation eines Spiels, bei der praktisch alles von Grund auf neu entwickelt wird. Während die Story und die grundlegende Spielidee erhalten bleiben können, werden Grafik, Audio, Gameplay und oft auch die Engine komplett erneuert.
Die Dimensionen eines Remakes
Bei einem Remake wird die komplette Grafik-Engine neu entwickelt, oft mit modernster Technologie. Alle Assets werden von Grund auf neu erstellt – Charaktermodelle, Umgebungen, Objekte, Effekte. Das Gameplay wird modernisiert und an heutige Standards angepasst. Die Steuerung wird für moderne Controller und Erwartungen überarbeitet. Kamerasysteme werden komplett neu designt.
Das Level-Design kann fundamental verändert werden. Die Story wird oft erweitert, umgeschrieben oder neu interpretiert. Charaktere erhalten mehr Tiefe, neue Dialoge und moderne Synchronisation. Das Soundtrack wird neu komponiert oder orchestriert. Voice-Acting wird komplett neu aufgenommen. Neue Features werden hinzugefügt, die im Original technisch unmöglich waren.
Was kann bei einem Remake erhalten bleiben?
Die Kern-Story und die Hauptcharaktere bleiben in der Regel erkennbar. Ikonische Momente und Szenen werden oft nachgestellt, wenn auch modernisiert. Die grundlegende Spielstruktur kann ähnlich bleiben. Das Setting und die Welt sind meist identisch. Der „Geist“ und die Atmosphäre des Originals werden respektiert, wenn das Remake gut gemacht ist.
Legendäre Remake-Beispiele
Resident Evil 2 (2019) ist eines der besten Remakes aller Zeiten. Capcom nahm den 1998er-PlayStation-Klassiker und baute ihn komplett neu. Die Verbesserungen waren massiv: Eine völlig neue RE Engine ersetzte die alte Pre-Rendered-Background-Technologie. Die Third-Person-Perspektive ersetzte die festen Kamerawinkel. Modernes Gunplay und Steuerung ersetzten die Tank-Controls. Photorealistische Grafik ersetzte die Low-Poly-PSX-Ästhetik.
Erweiterte Story-Elemente und neue Dialoge vertieften die Charaktere. Neu designte Bereiche modernisierten das Raccoon City Police Department. Neue Rätsel und Gegner-Platzierungen sorgten für frische Herausforderungen. Die Atmosphäre und Spannung des Originals blieben erhalten, aber alles fühlte sich modern an. Kritiker und Fans feierten es gleichermaßen.
Final Fantasy VII Remake (2020) ist ein faszinierendes Beispiel, weil es nur den ersten Akt des 1997er-Originals abdeckt, diesen aber massiv erweitert. Square Enix lieferte eine komplett neue Action-Combat-Engine statt des rundenbasierten ATB-Systems. Atemberaubende Unreal Engine 4-Grafik ersetzte die PSX-Polygone. Midgar wurde von einem 4-5-stündigen Abschnitt zu einem 40-Stunden-Epos erweitert.
Charaktere erhielten neue Tiefe, Hintergrundgeschichten und Entwicklung. Die Story wurde erweitert und teilweise neu interpretiert. Neue Charaktere und Handlungsstränge kamen hinzu. Das Spiel ist technisch ein Remake, fühlt sich aber wie ein neues Spiel an. Puristen diskutierten kontrovers über die Story-Änderungen, aber die Qualität war unbestreitbar.
Demon’s Souls (2020) von Bluepoint Games für PlayStation 5 zeigte, was ein Remake leisten kann. Das 2009er-PS3-Original wurde komplett neu aufgebaut mit fotorealistischer Grafik, die die PS5-Hardware ausreizt. Raytracing-Beleuchtung und -Reflexionen setzten neue Maßstäbe. Komplett neu komponierte und orchestrierte Musik modernisierte den Soundtrack. Alle Assets wurden von Grund auf neu erstellt.
Das Gameplay blieb weitgehend identisch zum Original – eine bewusste Entscheidung, die Puristen schätzte. 60 FPS machten das notorisch schwierige Spiel fairer. Quality-of-Life-Features wie Omnidirektionales Rollen wurden hinzugefügt. Das Ergebnis war ein Spiel, das sich wie das Original anfühlte, aber wie ein moderner AAA-Titel aussah.
Shadow of the Colossus (2018) ist ein weiteres Bluepoint-Meisterwerk. Das 2005er-PS2-Spiel wurde für PS4 komplett neu aufgebaut. Jeder Pixel wurde neu gezeichnet mit atemberaubender 4K-Grafik. Die 16 Kolosse wurden mit unglaublichem Detail neu modelliert. Die Umgebungen wurden fotorealistisch gestaltet. Die Beleuchtung und Atmosphäre setzten neue Standards.
Das Gameplay blieb absolut identisch – dieselbe Physik, dieselben Kämpfe, dieselbe Steuerung. Photo-Mode und moderne Features wurden hinzugefügt. Das Remake zeigte, dass man ein Spiel visuell komplett neu erschaffen kann, während man das Gameplay-Feeling perfekt bewahrt.
Dead Space (2023) bewies, dass EA Motive verstand, was Fans wollten. Das 2008er-Original wurde mit der Frostbite Engine komplett neu entwickelt. Modernste Horror-Grafik mit realistischer Beleuchtung machte das Spiel noch beängstigender. Verbessertes Dismemberment-System detaillierte die Gore-Mechaniken. Erweiterte Story-Elemente vertieften die Lore.
Isaac Clarke erhielt Voice-Acting, was im Original fehlte. Quality-of-Life-Verbesserungen modernisierten die Steuerung. Die Atmosphäre des Originals wurde perfekt eingefangen. Das Remake zeigte Respekt vor dem Original, während es modern genug war, um 2023-Spieler zu begeistern.
Die Herausforderungen eines Remakes
Remakes sind deutlich aufwendiger als Remaster. Die Entwicklungszeit beträgt typischerweise 2-4 Jahre oder mehr. Die Kosten sind vergleichbar mit neuen AAA-Spielen. Das Risiko ist hoch, weil Fans extrem kritisch sind. Die Balance zwischen Modernisierung und Nostalgie ist schwierig.
Story-Änderungen können kontrovers sein. Manche Fans wollen pixelgenaue Nachbildungen, andere Modernisierung. Neue Features können das Original-Feeling zerstören. Fehlende Features des Originals werden als Verlust wahrgenommen. Die Erwartungen sind extrem hoch, weil das Original oft legendär ist.
Warum machen Publisher Remakes?
Die Motivation ähnelt der für Remaster, ist aber intensiver. Remakes können die volle Schönheit moderner Hardware demonstrieren. Sie erschließen neue Generationen von Spielern, die das Original nie erlebt haben. Klassische IPs werden wiederbelebt und bleiben relevant. Remakes testen das Interesse an Franchises für mögliche neue Einträge.
Sie generieren massive Publicity und Nostalgie-Marketing. Der kommerzielle Erfolg ist oft garantiert durch die bestehende Fanbase. Technologische Schulden des Originals können getilgt werden. Verpasste Chancen und Kompromisse des Originals können korrigiert werden.
Remaster vs Remake: Der direkte Vergleich
Entwicklungsaufwand
Ein Remaster benötigt typischerweise 6-18 Monate Entwicklungszeit. Ein kleines bis mittelgroßes Team kann es bewältigen. Die Kosten liegen bei einigen Millionen Dollar. Das Risiko ist gering, weil das Original als Basis dient.
Ein Remake benötigt 2-5 Jahre oder mehr. Ein vollwertiges AAA-Entwicklungsteam ist nötig. Die Kosten erreichen zehn- bis hunderte Millionen Dollar. Das Risiko ist vergleichbar mit einem neuen Spiel.
Technische Unterschiede
Beim Remaster wird die Original-Engine angepasst und verbessert. Beim Remake wird oft eine komplett neue Engine verwendet. Remaster nutzen viele Original-Assets mit Verbesserungen. Remakes erstellen alles neu von Grund auf.
Remaster behalten die Original-Code-Basis bei. Remakes schreiben den Code komplett neu. Remaster optimieren bestehende Systeme. Remakes designen Systeme von Grund auf neu.
Gameplay-Unterschiede
Remaster behalten das exakte Original-Gameplay. Remakes modernisieren und überarbeiten Mechaniken. Remaster ändern keine Steuerung (höchstens Mapping). Remakes passen Steuerung an moderne Standards an.
Remaster lassen Level-Design unverändert. Remakes können Level komplett neu designen. Remaster bewahren alle Original-Eigenheiten. Remakes korrigieren oft Designprobleme.
Narrative Unterschiede
Remaster ändern nichts an Story oder Dialogen. Remakes können Story erweitern oder neu interpretieren. Remaster behalten Original-Voice-Acting. Remakes nehmen alles neu auf.
Remaster lassen Charakterisierung identisch. Remakes vertiefen oft Charaktere. Remaster behalten Pacing und Struktur. Remakes können Struktur fundamental ändern.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Remaster kosten idealerweise 20-40 Euro, manchmal weniger. Der Wert hängt vom Umfang der Verbesserungen ab. Kostenlose Upgrades für Original-Besitzer sind möglich. Der niedrigere Preis reflektiert den geringeren Entwicklungsaufwand.
Remakes kosten typischerweise 60-70 Euro wie neue Spiele. Der höhere Preis ist gerechtfertigt durch den Entwicklungsaufwand. Kostenlose Upgrades sind extrem selten. Spieler zahlen für ein praktisch neues Spiel.
Verwandte Begriffe erklärt
Die Gaming-Industrie hat ein ganzes Vokabular rund um Neuauflagen entwickelt. Viele dieser Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber wichtige Unterschiede.
Reboot
Ein Reboot startet ein Franchise komplett neu und ignoriert oft frühere Einträge. Es ist mehr als ein Remake, weil es nicht notwendigerweise ein bestimmtes Spiel nachbaut, sondern die Serie neu erfindet. Reboots können kontrovers sein, weil sie etablierte Kontinuität verwerfen.
Tomb Raider (2013) ist das Paradebeispiel für einen gelungenen Reboot. Crystal Dynamics verwarf die Camp-Ästhetik der alten Spiele und erzählte Lara Crofts Origin-Story als Survival-Horror-Adventure neu. Die Charakterisierung war fundamental anders – eine junge, vulnerable Lara statt der unbesiegbaren Action-Heldin. Das Gameplay wechselte von Puzzle-Platforming zu Uncharted-ähnlichem Action-Adventure. Der Erfolg rechtfertigte die radikale Neuausrichtung.
God of War (2018) funktionierte als Soft-Reboot. Santa Monica Studio behielt Kratos als Protagonisten, änderte aber praktisch alles andere. Das Setting wechselte von griechischer zu nordischer Mythologie. Der Ton wurde erwachsener und introspektiver. Das Gameplay wechselte von Hack-and-Slash zu methodischem Action-RPG. Die Kamera wechselte zu einem One-Shot-Take ohne Schnitte. Trotz radikaler Änderungen respektierte es die Kontinuität der Serie.
DmC: Devil May Cry (2013) versuchte einen kompletten Reboot mit Ninja Theory. Dante wurde von einem selbstbewussten Anime-Charakter zu einem Punk-Rock-Rebellen. Das Gameplay blieb ähnlich, aber Fans hassten die Charakterisierung. Die Kontroverse zeigte, dass manche Franchises weniger Änderung tolerieren. Capcom kehrte später zum klassischen Dante zurück mit Devil May Cry 5.
Mortal Kombat (2011) nutzte Zeitreise, um die Serie zu rebooten und gleichzeitig das Original zu respektieren. NetherRealm Studios erzählte die Story der ersten drei Spiele neu, änderte aber Ereignisse. Das ermöglichte frische Takes auf bekannte Charaktere. Die Mechanik wurde modernisiert, behielt aber den MK-Kern. Der Reboot revitalisierte die Serie nach schwächeren Einträgen.
Port
Ein Port überträgt ein Spiel einfach auf eine neue Plattform ohne signifikante Verbesserungen. Ports sind oft schnell und günstig produziert, was zu variabler Qualität führt. Minimale Anpassungen für neue Hardware sind Standard, aber kein visuelles Upgrade. Controller-Mapping und Menü-Anpassungen sind typisch. Performance kann besser oder schlechter als das Original sein.
Dark Souls: Prepare to Die Edition (PC, 2012) ist ein berüchtigter schlechter Port. From Software hatte wenig PC-Erfahrung und lieferte eine minimal angepasste Version. Die Auflösung war auf 720p gesperrt. Die Framerate war auf 30 FPS limitiert. Maus-und-Tastatur-Steuerung war praktisch unbenutzbar. Games for Windows Live war die DRM-Lösung – notorisch problematisch. Die Community musste mit DSfix-Mods die Probleme beheben.
Red Dead Redemption (PS3/360) erhielt nie einen PC-Port, sehr zur Frustration von Fans. Rockstar Games erklärte, der Code sei ein „Spaghetti-Monster“ und ein Port zu aufwendig. Erst 2019 kam Red Dead Redemption 2 auf PC, aber der Vorgänger blieb Konsolen-exklusiv. Emulatoren ermöglichen mittlerweile PC-Gaming, aber kein offizieller Port.
Persona 5 Royal (PC, 2022) war ein sehr später aber exzellenter Port. Atlus brachte das 2019er-PS4-Spiel erst 2022 auf PC. Die Portierung war technisch solide mit 4K-Unterstützung, hohen Framerates und gutem M+K-Support. Der späte Release frustrierte PC-Spieler, aber die Qualität entschädigte.
Enhanced Edition
Enhanced Editions liegen zwischen Remaster und Port. Sie bieten moderate Verbesserungen ohne komplette Überarbeitung. Oft wird zusätzlicher Content oder Features hinzugefügt. Enhanced Editions nutzen oft dieselbe Engine, optimiert für neue Hardware.
The Witcher 2: Enhanced Edition (2012) setzte Standards für Enhanced Editions. CD Projekt Red lieferte bessere Grafik mit verbesserten Texturen und Beleuchtung. Neue Quests und Story-Content erweiterten das Spiel. Gameplay-Verbesserungen balancierten schwierige Kämpfe. Ein komplett neues Tutorial half Neueinsteigern. Das beeindruckendste: Es war ein kostenloses Upgrade für alle Besitzer. Das baute enormes Goodwill auf.
Divinity: Original Sin Enhanced Edition (2015) übertraf das Original deutlich. Larian Studios verbesserte Grafik und Performance. Komplette Dialoge wurden vertont – das Original hatte nur teilweise Voice-Acting. Das Balancing wurde überarbeitet nach Community-Feedback. Die Benutzeroberfläche wurde für Konsolen optimiert. Controller-Support wurde hinzugefügt. Neue Taktiken und Kombos erweiterten das Kampfsystem. Auch hier: kostenloses Upgrade für Original-Besitzer.
Metro Exodus Enhanced Edition (2021) fokussierte auf Raytracing. 4A Games machte Raytracing zwingend erforderlich – keine Rasterization-Option. Die Grafik wurde komplett für RT-Global-Illumination neu gebaut. Ältere GPUs ohne Raytracing konnten es nicht spielen. Eine kontroverse Entscheidung, aber das Ergebnis war visuell beeindruckend. Es zeigte die Zukunft der Grafik-Technologie.
Definitive Edition
„Definitive Edition“ ist ein Marketing-Begriff für die „beste“ oder „kompletteste“ Version. Die Bedeutung variiert massiv je nach Publisher. Manche sind vollwertige Remakes, andere einfach GOTY Editions mit neuem Namen. Spieler sollten immer prüfen, was konkret enthalten ist.
Mafia: Definitive Edition (2020) war ein vollwertiges Remake. Hangar 13 baute das 2002er-Original komplett neu in einer modernen Engine. Die Grafik war photorealistisch. Das Gameplay wurde modernisiert mit besserer Steuerung und Schießmechaniken. Die Story blieb treu, aber Dialoge wurden neu geschrieben und aufgenommen. Es war Remake-Level, auch wenn „Definitive“ im Titel stand.
Tomb Raider: Definitive Edition (2014) war eher ein Remaster. Crystal Dynamics brachte das 2013er-Spiel auf PS4/Xbox One mit besserer Grafik. Native 1080p statt 900p/720p auf Last-Gen-Konsolen. TressFX-Haar-Technologie sah besser aus. Lara’s Gesichtsmodel wurde verbessert. Es war ein solides Remaster, kein Remake, trotz „Definitive“ im Namen.
Skyrim Special Edition (2016) lag irgendwo dazwischen. Bethesda portierte Skyrim auf die verbesserte Fallout 4-Engine. Die Grafik wurde deutlich verbessert mit besserer Beleuchtung, God Rays und volumetrischem Nebel. 64-Bit-Architektur ermöglichte mehr Mods und bessere Stabilität. Alle DLCs waren enthalten. Es war mehr als ein einfaches Remaster, aber kein komplettes Remake.
Director’s Cut
Ursprünglich ein Film-Begriff, bezeichnet es die Vision des Directors ohne Studio-Eingriffe. Im Gaming bedeutet es meist erweiterte Versionen mit zusätzlichem Content, den die Entwickler ursprünglich machen wollten. Der Begriff wird allerdings oft inflationär verwendet.
Ghost of Tsushima Director’s Cut (2021) rechtfertigte den Namen. Sucker Punch Productions fügte die Iki-Insel-Erweiterung hinzu mit neuer Story, Charakteren und Gebieten. PS5-spezifische Features wie DualSense-Haptics und 3D-Audio wurden integriert. Grafik-Modi boten Performance (60 FPS) oder Fidelity (4K). Japanische Lippensynchronisation wurde hinzugefügt – im Original war es nur englisch. Neue Rüstungen, Techniken und Sammlerstücke erweiterten das Spiel.
Death Stranding Director’s Cut (2021) fügte Hideo Kojimas Vision hinzu. Neue Missionen, Racing-Modes und Kampf-Arenen diversifizierten das Gameplay. Neue Ausrüstung wie Exoskelette und Support-Strukturen halfen beim Traversal. Story-Missionen vertieften Charaktere. PS5-Features wie DualSense-Integration und 3D-Audio verbesserten die Immersion. Es war mehr als nur zusätzlicher Content – es war Kojimas ungefilterte Vision.
Final Fantasy VII Remake Intergrade (2021) kombinierte Director’s Cut mit Enhanced Edition. Square Enix fügte das Yuffie-DLC-Kapitel „Episode Intermission“ hinzu. PS5-Upgrades brachten bessere Grafik, 60 FPS und schnellere Ladezeiten. Foto-Modus wurde hinzugefügt. Das Original-Spiel blieb gleich, aber die Erweiterung und technischen Verbesserungen machten es zur definitivsten Version.
Game of the Year Edition (GOTY)
GOTY Editions sind Komplettpackete mit Hauptspiel und allen DLCs. Sie werden nach erfolgreichen Launches veröffentlicht, oft wenn das Spiel tatsächlich GOTY-Awards gewann. Keine technischen Verbesserungen sind notwendig – es geht um Vollständigkeit und Wert. Oft sind sie günstiger als das Hauptspiel plus DLCs separat.
The Elder Scrolls V: Skyrim Legendary Edition (2013) war das Komplettpaket. Bethesda kombinierte das Hauptspiel mit Dawnguard, Hearthfire und Dragonborn DLCs. Keine grafischen Verbesserungen, nur alles in einer Box. Es war günstiger als separat zu kaufen. Später kam Special Edition als Enhanced Version.
The Witcher 3: Wild Hunt GOTY Edition (2016) bot unglaublichen Wert. Das Hauptspiel plus Hearts of Stone und Blood and Wine DLCs. Alle kostenlosen DLCs und Updates waren integriert. Der Preis war oft unter 20 Euro im Sale – absurdes Preis-Leistungs-Verhältnis für 150+ Stunden Content. Es half, Witcher 3 zu einem der meistverkauften RPGs zu machen.
Horizon Zero Dawn Complete Edition (2017) inkludierte The Frozen Wilds DLC. Guerrilla Games bot das Komplettpaket günstiger als separat. Später kam die PC-Version basierend auf der Complete Edition. Es war der Standard-Ansatz für erfolgreiche First-Party-Titel.
Anniversary Edition
Anniversary Editions werden zum Jubiläum eines Spiels veröffentlicht. Die Spannweite reicht von einfachen Ports bis zu vollständigen Remakes. Oft enthalten sie Bonus-Content wie Making-of-Dokumentationen, Artbooks oder Original-Soundtracks. Die Qualität variiert massiv.
Halo: Combat Evolved Anniversary (2011) feierte 10 Jahre Halo. 343 Industries und Saber Interactive remasterten das Original mit komplett neuer Grafik-Engine. Der geniale Trick: Man konnte zwischen alter und neuer Grafik umschalten in Echtzeit per Knopfdruck. Das Original-Gameplay blieb pixelgenau identisch. Cutscenes wurden komplett neu gerendert. Der Soundtrack wurde neu orchestriert. Es war Liebe zum Detail, die Fans würdigte.
Skyrim Anniversary Edition (2021) feierte 10 Jahre Skyrim. Bethesda basierte es auf Special Edition und fügte Creation Club-Content hinzu. Fishing, neue Quests, Items und Features aus der Modding-Community wurden integriert. Es war kontrovers, weil es bezahlten Content in ein schon oft verkauftes Spiel integrierte. Die Integration von Mods in offizielle Versionen war innovativ, aber die Ausführung wurde kritisiert.
Resident Evil (2002) war technisch ein Remake zum Gamecube, wird aber oft als Anniversary-Projekt behandelt. Capcom baute das 1996er-Original komplett neu. Pre-rendered Backgrounds wurden fotorealistisch. Gameplay-Mechaniken wurden modernisiert. Neue Bereiche, Gegner und Story-Elemente erweiterten das Spiel. Es setzte Standards für Survival-Horror-Remakes, die heute noch gelten.
Rerelease und Compilation
Rereleases bringen Spiele einfach erneut auf den Markt, oft ohne Änderungen. Digital-Rereleases machen alte Spiele auf modernen Stores verfügbar. Emulation wird oft für alte Konsolen-Spiele genutzt. Minimale Wrapper ermöglichen das Laufen auf modernen Systemen.
Compilations sammeln mehrere Spiele einer Serie in einem Paket. The Orange Box (2007) kombinierte Half-Life 2, Episode 1, Episode 2, Portal und Team Fortress 2. Rare Replay (2015) bot 30 Rare-Spiele von verschiedenen Generationen. Kingdom Hearts HD Collections kombinierten mehrere KH-Spiele remastered.
Der Wert von Compilations liegt in Bequemlichkeit und oft niedrigerem Gesamtpreis. Für neue Spieler sind sie ideale Einstiegspunkte in Serien. Für Sammler bieten sie physische Versionen multipler Spiele. Allerdings kann Qualität einzelner Ports variieren.
Erfolgreiche vs gescheiterte Neuauflagen
Was macht eine erfolgreiche Neuauflage aus?
Respekt vor dem Original zeigt, dass die Entwickler verstehen, warum Fans das Spiel lieben. Sinnvolle Modernisierung bedeutet, veraltete Mechaniken zu aktualisieren ohne den Kern zu zerstören. Technische Exzellenz ist Pflicht – ein Remake/Remaster mit Bugs ist inakzeptabel. Angemessener Preis reflektiert den gebotenen Wert.
Kommunikation mit Fans während der Entwicklung hilft, Erwartungen zu managen. Balance zwischen Alt und Neu findet die goldene Mitte. Optionale Features lassen Puristen das Original-Erlebnis wählen. Liebe zum Detail in jedem Aspekt zeigt echtes Commitment.
Erfolgsgeschichten
Tony Hawk’s Pro Skater 1+2 (2020) von Vicarious Visions war ein Triumph. Perfekte Nachbildung des Original-Gameplays mit modernen Grafiken. Alle Original-Levels plus neue Inhalte. Fantastic Soundtrack mit alten und neuen Songs. Online-Multiplayer modernisierte das Erlebnis. Create-a-Park wurde massiv erweitert. Kritiker-Score: 88/100 auf Metacritic.
Metroid: Samus Returns (2017) zeigte, wie man ein Game Boy-Spiel für 3DS neu erfindet. MercurySteam modernisierte Metroid II komplett. Neues Melee-Counter-System fügte Tiefe hinzu. Moderne Grafik ersetzte Game Boy-Pixel. Neue Abilities und Gebiete erweiterten das Spiel. Fan-Reaktion war überwiegend positiv.
Crash Bandicoot N. Sane Trilogy (2017) bewies, dass PlayStation-Klassiker modern funktionieren. Vicarious Visions baute alle drei Spiele von Grund auf neu. Wunderschöne moderne Grafik behielt den Cartoon-Stil. Gameplay blieb pixelgenau identisch – manchmal zu genau für moderne Spieler. Kommerzieller Mega-Erfolg führte zu neuem Crash 4.
Spyro Reignited Trilogy (2018) folgte dem Crash-Erfolg. Toys for Bob zeigte ähnliche Liebe zum Detail. Jeder Drache, jedes Level liebevoll nachgebaut. Moderne Grafik mit 4K-Unterstützung. Original-Gameplay perfekt bewahrt. Soundtrack neu orchestriert aber original-treu.
Gescheiterte oder kontroverse Neuauflagen
Warcraft III: Reforged (2020) ist eine der größten Enttäuschungen. Blizzard versprach komplettes Remake mit neuen Cinematics und Models. Geliefert wurde ein minimales Remaster mit weniger Features als das Original. Promised Features fehlten komplett beim Launch. Das Original wurde verschlechtert und zwangsweise ersetzt. Custom-Game-Community wurde zerstört. Massive Refund-Welle und Community-Aufruhr folgten.
Silent Hill HD Collection (2012) zeigte, wie man Klassiker ruiniert. Konami outsourcte an unerfahrenes Studio ohne Original-Code-Zugang. Neue Voice-Actors ersetzten ikonische Performances schlecht. Nebel-Effekte funktionierten nicht richtig, was die Atmosphäre zerstörte. Zahlreiche Bugs plagten die Sammlung. Fans empfehlen die PS2-Originale statt dieser Collection.
Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition (2021) wurde bereits erwähnt, verdient aber nochmalige Nennung. Grove Street Games verwendete KI-Upscaling für Texturen mit grotesken Ergebnissen. Charaktermodelle sahen schlimmer aus als im Original. Regen-Effekte machten Spiele unspielbar. Bugs, Crashes und Performance-Probleme überall. Rockstar entfernte kurzzeitig die Original-Versionen vom Markt – riesiger PR-Disaster.
Prince of Persia: The Sands of Time Remake verzögerte sich mehrfach seit Ankündigung 2020. Ubisoft Pune und Mumbai zeigten einen Trailer mit unterdurchschnittlicher Grafik. Community-Backlash war so stark, dass Ubisoft das Spiel komplett neu startete. Ubisoft Montreal übernahm die Entwicklung neu. Release-Datum ist immer noch unbekannt. Zeigt, wie schwierig Remakes sein können.
Die Kontroverse: Sollen Klassiker verändert werden?
Das Puristen-Argument
Manche Fans argumentieren, Klassiker sollten unverändert bleiben. Das Original ist ein Kunstwerk seiner Zeit und sollte respektiert werden. Jede Änderung verfälscht die ursprüngliche Vision. Moderne Sensibilitäten sollten nicht auf alte Werke projiziert werden.
Veraltete Mechaniken sind Teil der Erfahrung und lehren Gaming-Geschichte. Tank-Controls in alten Resident Evil-Spielen waren designt für feste Kamerawinkel. Schwierige veraltete Interfaces sind Teil der Challenge. Änderungen für moderne Spieler „verwässern“ das Erlebnis.
Das Modernisierungs-Argument
Andere argumentieren, Modernisierung ist notwendig, damit neue Generationen Klassiker erleben können. Viele alte Spiele sind technisch unspielbar auf modernen Systemen. Schlechte Interfaces waren nie gut, sondern technische Limitation. Verbesserungen machen Spiele zugänglicher ohne den Kern zu ändern.
Optionale Features lassen Puristen das Original-Erlebnis wählen. Story-Verbesserungen können veraltete oder problematische Elemente korrigieren. Moderne Grafik lässt mehr Spieler die Geschichte erleben. Qualität der zugrundeliegenden Story und Charaktere sollte nicht durch alte Technik versteckt werden.
Der Mittelweg
Die beste Lösung ist oft Flexibilität. Optionale Grafik-Modi lassen Spieler zwischen alt und neu wählen. Gameplay-Optionen ermöglichen klassische oder moderne Steuerung. Story bleibt respektiert, aber problematische Elemente können sensibel überarbeitet werden.
Entwickler kommunizieren transparent über Änderungen. Originale bleiben verfügbar für Puristen. Remakes/Remasters werden als „neue Interpretation“ positioniert, nicht Ersatz. Beide Versionen können koexistieren.
Die Zukunft von Remakes und Remasters
Technologische Trends
KI-Upscaling wird immer besser und effizienter. Tools wie DLSS und FSR ermöglichen beeindruckende Verbesserungen. Machine Learning kann Texturen und Assets automatisch verbessern. Remasters werden dadurch schneller und günstiger produzierbar.
Raytracing wird Standard für Remasters und Remakes. Moderne Beleuchtung transformiert alte Spiele dramatisch. Unreal Engine 5 und andere moderne Engines erleichtern Remakes. Photogrammetrie ermöglicht fotorealistische Asset-Erstellung.
Kommerzielle Trends
Immer mehr Publisher setzen auf Nostalgie-Marketing. Remakes/Remasters füllen Lücken zwischen großen Releases. Backward Compatibility reduziert Notwendigkeit für simple Ports. Subscription-Services wie Game Pass bringen alte Spiele zu neuen Spielern.
Welche Spiele verdienen Remakes?
Klassiker, die auf modernen Systemen unspielbar sind, haben Priorität. Spiele mit großartiger Story aber veralteter Technik profitieren massiv. Franchises, die für neue Einträge getestet werden sollen, sind gute Kandidaten. Kultklassiker, die nie den Mainstream erreichten, verdienen zweite Chancen.
Spiele, deren Original-Hardware nicht mehr verfügbar ist, müssen bewahrt werden. Titel mit aktiven Fanbasen, die nach Jahren noch spielen, zeigen anhaltende Relevanz.
Wie man als Spieler entscheidet
Kaufentscheidung bei Remasters
Vergleichen Sie Screenshots und Videos zwischen Original und Remaster. Lesen Sie Reviews, die speziell die Verbesserungen analysieren. Prüfen Sie, ob Sie das Original besitzen – manche bieten Upgrade-Rabatte. Überlegen Sie, ob die Verbesserungen den Preis rechtfertigen.
Warten Sie auf Sales, wenn unsicher – Remaster werden schnell günstiger. Prüfen Sie, ob alle DLCs enthalten sind. Recherchieren Sie technische Probleme bei Launch. Entscheiden Sie, ob Sie das Spiel nochmal spielen wollen.
Kaufentscheidung bei Remakes
Recherchieren Sie, wie viel vom Original geändert wurde. Lesen Sie Fan-Reaktionen, besonders von Original-Fans. Schauen Sie Gameplay-Videos, nicht nur Trailer. Prüfen Sie, ob das Remake den Kern des Originals bewahrt.
Entscheiden Sie, ob Sie Modernisierung oder Original-Treue bevorzugen. Bedenken Sie, dass Remakes Full-Price kosten. Warten Sie Reviews ab – Day-One-Käufe sind riskant. Überlegen Sie, ob Sie das Original kennen oder es Ihre erste Erfahrung ist.
Originale vs Neuauflagen
Manche Originale sind objektiv besser als ihre Neuauflagen. Technische Probleme können Neuauflagen schlechter machen. Künstlerische Entscheidungen der Originale gehen manchmal verloren. Soundtrack-Änderungen durch Lizenzprobleme können Atmosphäre zerstören.
Auf der anderen Seite sind viele Originale unspielbar veraltet. Moderne Quality-of-Life-Features machen neue Versionen komfortabler. Bessere Grafik kann Immersion enorm steigern. Für neue Spieler sind Neuauflagen oft der einzige praktikable Zugang.
Preservation: Die Wichtigkeit der Spielekultur-Bewahrung
Warum Spielebewahrung wichtig ist
Videospiele sind Kulturgut und verdienen Bewahrung wie Filme und Bücher. Viele Klassiker sind nur noch auf veralteter Hardware spielbar. Digitale Stores schließen und machen Spiele unzugänglich. Physische Medien degradieren mit der Zeit.
Ohne Bewahrung geht Gaming-Geschichte verloren. Zukünftige Generationen können Entwicklung des Mediums nicht nachvollziehen. Kunstwerke verschwinden einfach. Forschung und Bildung leiden unter fehlenden Quellen.
Remasters als Bewahrungswerkzeug
Gute Remasters bringen Klassiker auf moderne Plattformen. Sie machen Spiele für neue Spieler zugänglich. Technische Barrieren werden beseitigt. Original-Code wird oft archiviert und dokumentiert.
Allerdings ersetzen manche Publisher Originale mit schlechten Remasters. Digital-only Remasters können wieder verschwinden. Copyright-Probleme verhindern manche Bewahrungen. Nicht alle Spiele bekommen die Chance auf Remasters.
Community-Efforts
Fan-Projekte bewahren oft Spiele besser als offizielle Remasters. Modding-Communities halten alte Spiele am Leben. Emulatoren ermöglichen Spiele auf moderner Hardware. Open-Source-Reimplementierungen schaffen permanenten Zugang.
Allerdings sind Fan-Projekte rechtlich prekär und werden oft abgemahnt. Qualität variiert stark zwischen Projekten. Nicht jedes Spiel hat eine aktive Community. Offizielle Unterstützung wäre besser, kommt aber selten.
Fazit: Remaster und Remakes in der Gaming-Landschaft
Remaster und Remakes sind fester Bestandteil der modernen Gaming-Industrie geworden. Sie erfüllen wichtige Funktionen – von der Bewahrung von Klassikern über die Einführung neuer Generationen zu legendären Spielen bis hin zur Demonstration moderner Hardware-Fähigkeiten.
Der Unterschied ist klar: Remaster verbessern technisch, Remakes bauen neu. Beides hat seine Berechtigung, wenn es mit Respekt und Sorgfalt gemacht wird. Die besten Neuauflagen verstehen, was das Original besonders machte, und bewahren diesen Kern, während sie sinnvoll modernisieren.
Als Spieler sollten wir kritisch bleiben. Nicht jede Neuauflage verdient unser Geld. Manche sind lieblose Cash Grabs, andere sind Kunstwerke, die das Original übertreffen. Reviews lesen, vergleichen, informiert entscheiden – das ist der Weg.
Die Zukunft wird mehr Remakes und Remasters bringen. Die Technologie macht sie einfacher. Die Nachfrage ist vorhanden. Klassiker-IPs sind wertvoll. Solange sie mit Qualität gemacht werden, ist das eine positive Entwicklung für das Medium.
Letztlich geht es darum, großartige Spiele zu bewahren und zugänglich zu machen. Ob Remaster oder Remake – wenn das Ergebnis mehr Menschen Zugang zu unvergesslichen Erlebnissen gibt, hat es seinen Zweck erfüllt.
Häufige Fragen zu Remaster und Remake
Was ist der Hauptunterschied zwischen Remaster und Remake?
Ein Remaster verbessert ein bestehendes Spiel technisch (Grafik, Auflösung, Framerate), lässt aber Gameplay und Code weitgehend gleich. Ein Remake baut das Spiel von Grund auf neu mit modernster Technologie, neuer Engine und oft überarbeitetem Gameplay.
Kosten Remakes mehr als Remaster?
Ja, deutlich. Remakes kosten typischerweise 60-70 Euro wie neue AAA-Titel, weil sie ähnlichen Entwicklungsaufwand erfordern. Remaster kosten idealerweise 20-40 Euro, da sie weniger Aufwand benötigen. Leider halten sich nicht alle Publisher an diese Logik.
Sind Remakes besser als das Original?
Das ist subjektiv. Manche Remakes wie Resident Evil 2 (2019) oder Demon’s Souls (2020) werden als Verbesserungen gefeiert. Andere wie Silent Hill HD Collection werden als schlechter als das Original angesehen. Es hängt von Ausführung, Respekt vor dem Original und persönlichen Präferenzen ab.
Sollte ich auf ein Remaster warten oder das Original spielen?
Das hängt vom spezifischen Spiel ab. Wenn das Original auf modernen Systemen gut läuft und nicht extrem veraltet aussieht, ist es oft die authentischere Erfahrung. Wenn ein hochwertiges Remaster existiert (wie Mass Effect Legendary Edition), kann das die bessere Wahl sein. Recherchieren Sie spezifisch für jedes Spiel.
Warum machen Publisher so viele Remasters und Remakes?
Kommerziell sind sie attraktiv: garantierte Fanbase, geringeres Risiko als neue IPs, kürzere Entwicklungszeit, Demonstration neuer Hardware. Sie füllen Lücken im Release-Kalender und sind oft profitabler als neue Spiele bei geringerem Risiko.
Was ist mit „Definitive Edition“ oder „Game of the Year Edition“?
Diese Begriffe sind nicht standardisiert. „Definitive Edition“ kann ein vollwertiges Remake (Mafia) oder ein Remaster (Tomb Raider) sein. „Game of the Year Edition“ ist meist einfach das Hauptspiel plus alle DLCs ohne technische Verbesserungen. Prüfen Sie immer, was konkret enthalten ist.
Ersetzen Remakes die Originale?
Physisch können Originale weiterhin gespielt werden. Digital entfernen manche Publisher leider Originale aus Stores (wie bei der GTA Trilogy), was problematisch ist. Idealerweise sollten beide Versionen verfügbar bleiben für unterschiedliche Präferenzen.
Sind Fan-Remakes legal?
Meist nein, außer bei Open-Source-Spielen oder mit ausdrücklicher Erlaubnis. Viele Fan-Projekte werden durch Cease-and-Desist-Anordnungen gestoppt. Manche Publisher tolerieren sie, andere gehen aggressiv dagegen vor. Es ist rechtlich riskant, auch wenn die Intention gut ist.
Weiterführende Links
Interne Artikel:
- Pre-Order-Bonus erklärt – Vorbesteller-Belohnungen
- Early Access erklärt – Vorabversionen von Spielen verstehen
- DLC erklärt – Zusatzinhalte für Spiele
- Season Pass erklärt – Was steckt hinter Season Passes
- Was ist Pay-to-Win? – Monetarisierung in Spielen






