Starlancer

Starlancer im Test: Chris Roberts kehrt zurück ins Weltall

Mit Starlancer liefert Digital Anvil, das Studio von Wing Commander-Legende Chris Roberts, einen brandneuen Weltraum-Kampfsimulator ab, der sich eindeutig an Spieler richtet, die ein Faible für epische Schlachten zwischen den Sternen haben. Seit dem 31. März ist das Spiel nun in den USA erhältlich, in Deutschland folgte der Release Anfang Mai. Nach dem durchschlagenden Erfolg der Wing Commander-Serie war die Erwartungshaltung natürlich entsprechend hoch. Microsoft als Publisher setzt große Hoffnungen in diesen exklusiven Windows-Titel, der die Möglichkeiten aktueller PC-Hardware voll ausschöpfen soll.

Die Ausgangslage war durchaus vielversprechend: Digital Anvil konnte auf Chris Roberts‘ jahrelange Erfahrungen in der Weltraum-Simulation zurückgreifen, und mit Microsoft hatte man einen Publisher im Rücken, der bereit war, ordentlich Budget in die Waagschale zu werfen. Dass Starlancer dabei auch als Vorgeschichte zu dem für 2001 angekündigten Freelancer fungieren soll, macht die Sache zusätzlich interessant für alle Fans des Genres. Ob dieser Spagat zwischen bewährtem Space-Combat und den Ansprüchen des neuen Jahrtausends gelingt, zeigt unser Test nach den ersten intensiven Spiel-Wochen.

Story: Krieg im Sonnensystem 2160

Starlancer versetzt uns in das Jahr 2160, in eine Zeit, in der die Menschheit längst das Sonnensystem kolonisiert hat. Die Erde wird von der Eastern Coalition regiert, einer Allianz asiatischer und slawischer Nationen (Russland, China und nahöstliche Staaten), während sich die westlichen Staaten zur Alliance of Free Worlds zusammengeschlossen haben. Was als politische Spannungen beginnt, eskaliert schnell zu einem ausgewachsenen Krieg um die Vorherrschaft im Sonnensystem.

Das Spiel beginnt mit einem verheerenden Überraschungsangriff der Coalition auf Fort Kennedy, wo eigentlich ein Friedensvertrag unterzeichnet werden sollte. Stattdessen entpuppt sich das Ganze als tödliche Falle: Die inneren vier Planeten werden überrannt, Terra selbst fällt in feindliche Hände, und die italienische sowie französische Flotte werden vollständig vernichtet. Die Alliance-Streitkräfte müssen sich in das äußere Sonnensystem zurückziehen und gruppieren sich bei Triton, dem Mond des Neptun, neu.

Als Pilot der 45. Volunteer Squadron stehen wir mittendrin in diesem Konflikt und müssen nicht nur unser eigenes Überleben sichern, sondern auch das Schicksal der freien Welt mitbestimmen. Wir dienen an Bord des britischen Trägers ANS „Reliant“ unter dem Kommando von Captain Robert Foster und Wing Commander Maria Enriquez. Von hier aus starten wir zu verzweifelten Abwehrschlachten und allmählich zu Rückeroberungsmissionen, die das Blatt im Krieg wenden sollen.

Die Geschichte wird hauptsächlich über Briefings und cinematische Zwischensequenzen erzählt, die durchaus ordentlich in Szene gesetzt sind. Hier merkt man, dass Digital Anvil aus den Erfahrungen der Wing Commander-Serie gelernt hat. Die Charaktere wirken authentisch, auch wenn sie nicht die Tiefe erreichen, die man von einem Christopher Blair oder Maniac aus Wing Commander kennt. Trotzdem entwickelt man im Laufe der Kampagne eine gewisse Verbindung zu seinen Squadkameraden, was besonders dann schmerzt, wenn einer von ihnen den nächsten Einsatz nicht überlebt.

Ein besonderes Highlight sind die Nachrichtensendungen, die zwischen den Missionen laufen. Diese Text- und Video-Broadcasts halten den Spieler über den Status des Krieges jenseits der eigenen Missionen informiert. Man hört von Schlachten an anderen Fronten, von diplomatischen Verwicklungen und von Piloten und Geschwadern, die später tatsächlich in den eigenen Missionen auftauchen. Das vermittelt das Gefühl, Teil eines viel größeren Krieges zu sein und nur einen kleinen Ausschnitt des gewaltigen Konflikts zu erleben.

Gameplay: Wing Commander trifft auf das neue Jahrtausend

Das Gameplay selbst orientiert sich stark an bewährten Genre-Konventionen, fügt aber einige interessante Neuerungen hinzu. Die Missionen sind abwechslungsreich gestaltet und reichen von klassischen Eskort-Aufträgen über Aufklärungs-Einsätze bis hin zu großangelegten Flottenangriffen. Besonders gelungen sind die großen Schlachten, in denen Dutzende von Jägern, Kreuzern und Zerstörern gleichzeitig aufeinandertreffen.

Hier zeigt Starlancer, was in ihm steckt, und liefert spektakuläre Weltraumschlachten ab, die durchaus mit den besten Momenten aus Wing Commander mithalten können. Wenn man inmitten einer tobenden Schlacht zwischen gigantischen Kapital schiffen hindurchfliegt, während überall um einen herum Explosionen aufblitzen und Laserstrahlen durch die Schwärze zischen, entsteht ein Gefühl epischer Größe, das das Genre selten in dieser Qualität bietet.

Die Steuerung geht gut von der Hand, auch wenn sie für Genre-Neulinge zunächst etwas komplex erscheinen mag. Wer bereits Wing Commander oder ähnliche Spiele gespielt hat, findet sich schnell zurecht. Die Tastatur/Maus-Kombination funktioniert überraschend gut, auch wenn echte Sim-Fans natürlich zum Joystick greifen werden. Das Flugmodell ist realistischer als in vielen anderen Space-Sims, was bedeutet, dass Trägheit und Momentum eine wichtige Rolle spielen. Man kann nicht einfach auf der Stelle wenden wie in einem Arcade-Shooter, sondern muss vorausschauend fliegen und die Physik des Weltalls berücksichtigen.

Ein cleveres Feature ist das Rang-System: Im Laufe der Kampagne wird man befördert, und der Rang bestimmt, welche Raumschiffe und Raketen man in den Missionen einsetzen darf. Das sorgt für ein stetiges Gefühl der Progression und motiviert, Missionen erfolgreich abzuschließen. Zwischen den Missionen kann man auf der „Reliant“ herumlaufen – allerdings ist dieser Bereich auf die eigene Kabine beschränkt, was im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen etwas eingeschränkt wirkt. Hier hätte man sich gewünscht, mehr vom Träger erkunden zu können.

Die Flotte im Detail: Zwölf Kampfjets zur Auswahl

Ein besonderes Highlight von Starlancer ist die große Auswahl an Raumschiffen, die man im Laufe der Kampagne fliegen darf. Insgesamt stehen zwölf verschiedene Alliance-Jäger zur Verfügung, von wendigen Abfangjägern wie der Wolverine bis hin zu schwer bewaffneten Angriffsbombern wie der Piranha ist für jeden Geschmack etwas dabei. Jedes Schiff hat seine eigenen Stärken und Schwächen, und die Wahl des richtigen Fighters für die jeweilige Mission kann über Erfolg oder Niederlage entscheiden.

Die Naginata ist ein leichter, extrem wendiger Scout-Jäger – perfekt für Aufklärungsmissionen, aber verwundbar im Kampf. Die Crusader ist ein solider Mehrzweckjäger, der Balance zwischen Geschwindigkeit, Bewaffnung und Panzerung bietet. Die Phoenix ist ein schwerer Bomber, langsam aber mit verheerender Feuerkraft ausgestattet. Die Grendel, das Startschiff, mag keine Spezialfähigkeiten haben, verfügt aber über genug rohe Kraft und Verteidigung, um selbst in späten Missionen noch relevant zu sein.

Die Waffensysteme sind ebenfalls vielfältig und reichen von klassischen Laser-Kanonen über Raketen bis hin zu exotischeren Waffen wie Partikelstrahlern und Protonen-Torpedos. Das Energiemanagement spielt eine wichtige Rolle, da man ständig zwischen Antrieb, Waffen und Schilde balancieren muss. Wer seine Energie schlecht einteilt, wird schnell Bekanntschaft mit dem kalten Weltall machen. Man kann Energie von einem System zu einem anderen umleiten, was in hektischen Kampfsituationen überlebenswichtig sein kann.

Die Coalition-Jäger, gegen die man antritt, sind ebenso vielfältig. Von wendigen Kurgens über mittelschwere Shrike bis hin zu den massiven Volkov-Bombern und Basilisk-Kampfjägern bietet die feindliche Seite eine breite Palette an Bedrohungen. Jeder Gegnertyp erfordert andere Taktiken, und das Spiel fordert einen auf, die Stärken und Schwächen sowohl des eigenen Schiffs als auch der Feinde zu kennen.

Missionsstruktur: Linear, aber herausfordernd

Was die Missionsstruktur angeht, so bietet Starlancer eine gute Mischung aus verschiedenen Missionstypen, bleibt aber letztlich linear. Es gibt keine verzweigten Kampagnenpfade wie in Wing Commander, was etwas schade ist. Die Hauptkampagne umfasst 24 Missionen und dauert etwa 15 bis 20 Stunden, je nachdem, wie oft man einen Einsatz wiederholen muss.

Und ja, man wird den einen oder anderen Einsatz definitiv wiederholen müssen, denn Starlancer macht keine Gefangenen. Das Spiel ist durchaus herausfordernd und verlangt taktisches Denken sowie gute Pilotenfähigkeiten. Missionen können mehrere Phasen haben, und oft muss man mit begrenzten Ressourcen auskommen. Munition und Raketen sind nicht unbegrenzt, und es gibt keine Nachschubmöglichkeit während der Mission. Wer seine teuren Torpedos zu früh verschießt, steht später mit leeren Händen da.

Die Missionstypen variieren: Eskortmissionen, bei denen man Transporter oder VIPs beschützen muss, Abfangjagden, Angriffe auf feindliche Stationen, Patrouillenflüge und groß angelegte Flottenangriffe. Besonders eindrucksvoll sind Missionen, in denen man Teil größerer Verbände ist und Seite an Seite mit anderen Geschwadern kämpft. Das vermittelt das Gefühl, tatsächlich in einem galaktischen Krieg zu stehen, nicht nur eine isolierte Serie von Gefechten zu bestreiten.

Grafik und Technik: Die Kraft der aktuellen Hardware

Optisch kann Starlancer durchaus beeindrucken und zeigt, was die aktuellen PC-Systeme zu leisten imstande sind. Die Raumschiff-Modelle sind detailliert und liebevoll gestaltet, und die Explosionen und Waffeneffekte sorgen für ordentlich Spektakel auf dem Bildschirm. Besonders die großen Kapitalschiffe sind imposant anzusehen und vermitteln das Gefühl, wirklich Teil einer großangelegten Weltraumschlacht zu sein.

Die Engine unterstützt Hardware-Beschleunigung und nutzt aktuelle 3D-Grafikkarten voll aus. Wer eine GeForce 256, TNT2 oder die neueste Voodoo3-Generation sein Eigen nennt, wird mit scharfen Texturen und flüssigen Animationen belohnt. Die Schiffsmodelle zeigen beeindruckende Detailstufen, von den Panellinien über Antriebsglühen bis hin zu Schadensspuren nach Treffern.

Auch das Lighting ist gelungen und sorgt für eine atmosphärische Darstellung des Weltalls, mit realistischen Schatten und Lichtreflexionen auf den Schiffshüllen. Wenn man nah an der Sonne vorbeifliegt, leuchtet das Schiff im grellen Licht auf. Explosionen werfen dynamische Lichtblitze, und Energiewaffen hinterlassen leuchtende Spuren im All. Für das Jahr 2000 ist das technisch sehr beeindruckend.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die Planetenoberflächen und Stationen, die teilweise etwas kantig wirken und niedrigere Polygon-Counts aufweisen als die Schiffe. Hier hätte man sich etwas mehr Detail gewünscht, aber das fällt im Gesamtbild nicht allzu schwer ins Gewicht. Die wichtigsten Elemente – die Raumschiffe und Kampfszenen – sind überzeugend umgesetzt.

Die Zwischensequenzen nutzen Full-Motion-Video mit echten Schauspielern, ein Stil, den Digital Anvil von Wing Commander übernommen hat. Die Qualität ist solide, auch wenn die Produktionswerte nicht ganz an die Wing Commander-FMVs herankommen. Trotzdem vermitteln sie die Geschichte effektiv und sorgen für willkommene narrative Pausen zwischen den actionreichen Missionen.

Sound und Atmosphäre: Orchestrale Weltraum-Oper

Akustisch leistet sich Starlancer ebenfalls keine Schwächen. Der Soundtrack, komponiert von einem Team erfahrener Musiker, liefert orchestrale Klänge, die perfekt zur epischen Atmosphäre einer Weltraum-Oper passen. Von dramatischen Kampfthemen, die an John Williams‘ klassische Film-Scores erinnern, bis hin zu melancholischen Melodien während ruhigerer Momente ist alles dabei, was das Genre-Herz begehrt.

Die Musik reagiert dynamisch auf das Geschehen: Während ruhiger Erkundungsphasen bleiben die Klänge dezent im Hintergrund, doch sobald Feinde auftauchen, schwillt die Musik zu epischen Kampfmelodien an. Diese dynamische Anpassung trägt enorm zur Immersion bei und verstärkt die Spannung der Gefechte.

Die Sprachausgabe ist durchweg solide, auch wenn sie nicht ganz das Niveau der Wing Commander-Serie erreicht. Die Dialoge wirken authentisch, und die verschiedenen Charaktere haben ihre eigenen, erkennbaren Stimmen. Captain Foster klingt wie ein gestandener Militärkommandeur, Wing Commander Enriquez strahlt Kompetenz und Autorität aus, und die verschiedenen Geschwaderpiloten haben unterscheidbare Persönlichkeiten.

Besonders die Kommunikation während der Missionen trägt zur Immersion bei und lässt einen wirklich das Gefühl haben, Teil einer Kampfstaffel zu sein. Wingmen rufen Warnungen, wenn Feinde sich nähern, bitten um Unterstützung, wenn sie in Bedrängnis geraten, und bestätigen Befehle. Die Funksprüche sind professionell geschrieben und vermitteln den Eindruck militärischer Präzision.

Die Soundeffekte verdienen ebenfalls Lob. Das charakteristische Pfeifen der Triebwerke (ja, im Weltraum gibt es eigentlich keinen Schall, aber für die Atmosphäre ist es toll), das Zischen von Laserstrahlen und das dumpfe Donnern explodierender Raumschiffe – all das trägt zur Atmosphäre bei und macht jede Schlacht zu einem audiovisuellen Erlebnis. Wer das Spiel mit einem guten Soundsystem oder Kopfhörer spielt, wird definitiv belohnt. Die Explosionen sind wuchtig, Treffer auf dem eigenen Schiff klingen bedrohlich, und das Warnsignal, wenn Raketen auf einen zukommen, sorgt für echten Nervenkitzel.

Multiplayer: Bis zu acht Piloten im Duell

Neben der Einzelspieler-Kampagne bietet Starlancer auch einen Mehrspielermodus, der sowohl über LAN als auch über das Internet gespielt werden kann. Gerade in Zeiten, in denen DSL und Kabel-Internet langsam Verbreitung finden, ist das ein wichtiges Feature. Hier können bis zu acht Spieler in verschiedenen Modi gegeneinander antreten, von klassischen Deathmatches bis hin zu teambasierten Missionen.

Der Multiplayer-Part ist zwar nicht so umfangreich wie die Kampagne, bietet aber durchaus Langzeitmotivation für alle, die auch nach Abschluss der Story noch weiterfliegen möchten. Die verschiedenen Jäger-Klassen sorgen für taktische Vielfalt, und die Kämpfe können intensiv werden, besonders wenn erfahrene Piloten aufeinandertreffen.

Die Netzwerk-Code funktioniert solide, auch wenn bei höheren Latenzwerten gelegentlich Ruckler auftreten können. Die LAN-Performance ist exzellent, und wer die Möglichkeit hat, mit Freunden zusammen zu spielen, wird viel Spaß haben. Microsoft bietet zudem einen Matching-Service über das MSN Gaming Zone an, was das Finden von Mitspielern erleichtert.

Für die Dreamcast-Version, die für Ende des Jahres angekündigt ist, soll GameSpy die Online-Infrastruktur bereitstellen, was dem Multiplayer zusätzlichen Auftrieb geben könnte. Es bleibt abzuwarten, wie gut die Konsolenversion umgesetzt wird und ob die Steuerung mit dem Dreamcast-Controller funktioniert.

Langzeitmotivation: Zwischen Wiederspielwert und Linearität

Die Kampagne selbst lädt durchaus zu einem zweiten Durchgang ein, besonders da man beim ersten Mal nicht alle verfügbaren Raumschiffe ausprobieren kann. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sorgen zusätzlich für Wiederspielwert, und wer beim ersten Mal noch Probleme mit der Steuerung hatte, wird beim zweiten Anlauf oft ganz neue Seiten des Spiels entdecken.

Allerdings fehlt Starlancer die Verzweigung, die Wing Commander so spannend machte. Egal wie gut oder schlecht man in einer Mission abschneidet, die Story verläuft immer gleich. Es gibt keine alternativen Pfade, keine Missionen, die man bei schlechter Performance überspringen muss, keine verzweigte Verliererkampagne. Das nimmt der Kampagne etwas von ihrer potentiellen Dramatik.

Trotzdem ist die Spielzeit von 15 bis 20 Stunden durchaus respektabel, und wer alle Schiffe meistern und alle Medaillen sammeln will, kann noch deutlich mehr Zeit investieren. Die verschiedenen Jäger spielen sich unterschiedlich genug, dass es interessant ist, Missionen mit verschiedenen Loadouts zu wiederholen.

Systemanforderungen und Performance

Starlancer läuft auf einer breiten Palette von Systemen, nutzt aber moderne Hardware voll aus. Auf dem empfohlenen System (Pentium III 450 MHz, 128 MB RAM, GeForce 256 oder Voodoo3) läuft das Spiel butterweich bei hohen Details. Selbst auf Minimum-Systemen (Pentium II 300 MHz, 64 MB RAM) ist es spielbar, wenn auch mit reduzierten Details und niedrigerer Auflösung.

Die Installation benötigt etwa 1,2 GB Festplattenspeicher – für heutige Verhältnisse akzeptabel, auch wenn manche Spieler mit kleineren Festplatten hier Platz schaffen müssen. Das Spiel unterstützt DirectX 7.0 und funktioniert unter Windows 95, 98 und dem brandneuen Windows 2000.

Die Ladezeiten sind erträglich, auch auf langsameren CD-ROM-Laufwerken. Zwischen Missionen gibt es kurze Ladesequenzen, aber nichts, was den Spielfluss ernsthaft unterbricht. Wer eine schnelle CD-ROM hat (32x oder höher), wird kaum Wartezeiten bemerken.

Fazit: Solider Space-Combat für das neue Jahrtausend

Digital Anvil hat mit Starlancer einen würdigen Nachfolger zu Wing Commander abgeliefert, auch wenn das Spiel nicht ganz die genre-prägenden Qualitäten seines geistigen Vorgängers erreicht. Was Starlancer definitiv richtig macht: Es liefert spektakuläre Weltraumschlachten, eine solide Story und abwechslungsreiches Gameplay. Die technische Umsetzung ist für das Jahr 2000 durchaus beeindruckend, und sowohl Grafik als auch Sound können überzeugen.

Die großen Schlachten sind wahrhaft episch und vermitteln das Gefühl, Teil eines gewaltigen militärischen Konflikts zu sein. Wenn Dutzende von Jägern gleichzeitig durch explodierende Trümmerfelder rasen, während im Hintergrund riesige Kreuzer ihre Breitseiten abfeuern, entstehen Momente, die zu den besten gehören, die das Genre je hervorgebracht hat.

Trotzdem merkt man dem Spiel an einigen Stellen an, dass es sich thematisch noch nicht ganz von Wing Commander lösen konnte. Das ist nicht per se schlecht, führt aber dazu, dass Starlancer gelegentlich wie ein „Wing Commander in neuem Gewand“ wirkt, anstatt eine eigenständige Vision zu entwickeln. Die Charaktere bleiben etwas blass, und die Story, obwohl solide erzählt, überrascht nicht mit unerwarteten Wendungen.

Die fehlenden verzweigten Kampagnenpfade sind eine verpasste Chance. Wing Commander lebte davon, dass Erfolg und Misserfolg Konsequenzen hatten und die Story sich entsprechend entwickelte. Starlancer verzichtet darauf und wird dadurch etwas vorhersehbarer. Auch die eingeschränkte Erkundung des Trägers zwischen Missionen ist enttäuschend – hier wurden ursprünglich größere Bereiche versprochen.

Für Fans von Weltraum-Simulationen ist Starlancer trotzdem eine klare Empfehlung. Wer Wing Commander geliebt hat, wird auch hier seinen Spaß haben. Genau diese Zielgruppe hatte Digital Anvil wohl auch im Visier, und für diese Spieler ist das Spiel definitiv ein Volltreffer. Neueinsteiger ins Genre sollten sich bewusst sein, dass Starlancer keine Kompromisse macht und durchaus anspruchsvoll ist. Wer bereit ist, sich auf die Komplexität einzulassen, wird mit einem der besseren Space-Combat-Spiele des neuen Jahrtausends belohnt.

Microsoft und Digital Anvil haben hier solide Arbeit geleistet und eine würdige Brücke zwischen der Wing Commander-Ära und dem kommenden Freelancer geschlagen. Starlancer mag nicht das ultimative Weltraum-Spiel sein, aber es ist definitiv ein sehr gutes. Und manchmal reicht das völlig aus, um stundenlang zwischen den Sternen unterwegs zu sein und die Galaxie zu retten. In Zeiten, in denen Space-Sims langsam aus der Mode kommen und von anderen Genres verdrängt werden, ist es schön, dass Studios wie Digital Anvil noch an das Genre glauben und hochwertige Titel abliefern.

Die Zukunft wird zeigen, ob Starlancer und das angekündigte Freelancer eine Renaissance der Space-Sims einleiten können. Die Qualität ist jedenfalls da, und wer sich für das Genre begeistert, sollte definitiv einen Blick riskieren.

Wertung: 8,5/10 – Sehr gut

Stärken:

  • Spektakuläre großangelegte Weltraumschlachten
  • Zwölf verschiedene Jäger mit eigenem Charakter
  • Gelungenes, realistisches Flugmodell
  • Beeindruckende Grafik
  • Orchestraler Soundtrack in Kinoqualität
  • Atmosphärische Nachrichtensendungen zwischen Missionen
  • Solide Story mit guter Inszenierung
  • Herausfordernder, aber fairer Schwierigkeitsgrad
  • Funktionierender Multiplayer-Modus
  • Rang-System sorgt für Progression

Schwächen:

  • Keine verzweigten Kampagnenpfade wie Wing Commander
  • Charaktere bleiben etwas blass
  • Eingeschränkte Träger-Erkundung
  • Story überrascht selten
  • Planetenoberflächen könnten detaillierter sein
  • Keine Innovation über Wing Commander-Formel hinaus
  • Multiplayer weniger umfangreich als Kampagne
  • Lineare Missionsstruktur

Technische Daten

Titel: Starlancer
Genre: Weltraum-Flugsimulation, Space Combat
Entwickler: Digital Anvil, Warthog Games
Publisher: Microsoft Game Studios
Release:

  • 31. März 2000 (USA, PC)
  • 28. April 2000 (Europa, PC)
  • 6. Dezember 2000 (Dreamcast)

Spieler: Singleplayer, Multiplayer (bis 8 Spieler)
USK: Ab 12 Jahren
Plattformen: Microsoft Windows, Sega Dreamcast
Spielzeit: 15-20 Stunden (Kampagne)
Online-Service: MSN Gaming Zone (PC), GameSpy (Dreamcast)

Systemanforderungen (Minimum):

  • Windows 95/98/2000
  • Pentium II 300 MHz
  • 64 MB RAM
  • DirectX 7.0-kompatible 3D-Grafikkarte mit 8 MB VRAM
  • DirectX 7.0-kompatible Soundkarte
  • 8x CD-ROM-Laufwerk
  • 1,2 GB freier Festplattenspeicher
  • Maus und Tastatur (Joystick optional)

Empfohlen:

  • Pentium III 450 MHz oder höher
  • 128 MB RAM oder mehr
  • GeForce 256, TNT2 oder Voodoo3
  • 16x CD-ROM oder schneller
  • Joystick für optimale Kontrolle

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