VW ID.3 Software 4.5.4: Über ein Jahr später immer noch zwei Versionen zurück
Im September 2024 kaufte ich einen zertifizierten gebrauchten VW ID.3. Bewusst keinen Neuwagen – ich wollte mich ans Thema E-Auto herantasten, ohne gleich 50.000 Euro zu investieren. Wenige Wochen nach dem Kauf erschien Software-Update 3.7. Im September 2025 – nach über einem Jahr Warterei – schrieb ich über meine frustrierende Odyssee auf der Suche nach diesem Update. Jetzt, im Januar 2026, zeigt mein Display Software 4.5.4. Die aktuelle Version? 5.4.0. Ich bin nicht eine – ich bin ZWEI Major-Versionen hinterher. Und VW sagt: Pech gehabt.
Die bittere Erkenntnis: Von 4.x auf 5.x gibt es kein OTA-Update
Während ich über ein Jahr auf Update 3.7 wartete, entwickelte sich die Software-Welt weiter. Im Mai 2024 erschien Software 5.0 für neue ID-Modelle. Mitte 2025 folgte 5.2.0. Ende 2025 kam 5.4.0 – mit wichtigen Verbesserungen für Türgriffe und Ladeverhalten.
Mein ID.3 mit Software 4.5.4? Bleibt zurück. Nicht weil die Technik es nicht könnte. Sondern weil VW es nicht will.
Auf der offiziellen VW-Website steht in einem unscheinbaren Hinweis: „Fahrzeuge mit einer ID. Software 4.x Version können in der Werkstatt ein Update auf eine ID. Software 5.x erhalten.“
Klingt gut? Ist es nicht. Denn der Satz bedeutet: KEIN Over-the-Air Update von 4.x auf 5.x möglich. Nur Werkstatt-Update. Keine klare Aussage, WANN und OB ich überhaupt kontaktiert werde. Weiterhin intransparentes Wellen-System bleibt bestehen.
Ich bin gefangen in Software-Version 4.x – während die Welt mit 5.x weiterzieht.
Was ich verpasse: Versions-Timeline der verpassten Features
Software 5.0 (Mai 2024 – Neuwagen)
Eingeführt mit ID.7 Tourer und ID.3 GTX. Fahrzeuge ab Mai 2024 bekamen diese Version ab Werk. Wichtigste Neuerungen: Neue intuitive Infotainment-System-Oberfläche, verbesserte Spurassistenz, Gefahrenmeldungen im Head-Up Display, höhere Ladeleistung abhängig von Ladezustand und Akku-Temperatur, ChatGPT-Integration vorbereitet sowie grundlegende Performance-Verbesserungen.
All das hat mein September-2024-ID.3 nicht – obwohl Fahrzeuge nur wenige Wochen später damit ausgeliefert wurden.
Software 5.2.0 und 5.2.1 (Sommer/Herbst 2025)
Version 5.2.0 war eine Zwischenversion mit Bug-Fixes. Das eigentlich wichtige Update war 5.2.1 – denn erst diese Version schaltet OTA-Funktionalität INNERHALB der 5.x-Serie frei. Fahrzeuge mit 5.2.1 können nachfolgende Updates per OTA empfangen. Wichtig: Auch dieses Update muss in der Werkstatt aufgespielt werden.
Ein Nutzer im VW ID Buzz Forum berichtet: „Nach meiner Rückfrage, warum sie nicht gleich auf 5.4 oder 5.6 updaten, war die Antwort, dass sie nur auf 5.2.1 updaten dürfen, weil dann OTA freigeschalten ist und der Buzz dann die neueste Version selbst zieht.“ Das Werkstatt-Update dauerte bei ihm vier Werktage plus ein Wochenende.
Software 5.4.0 (Ende 2025/Anfang 2026 – Aktuell)
Die derzeit aktuelle Version. Laut offizieller VW-Dokumentation bringt sie kritische Verbesserungen:
Funktion der elektrischen Türgriffe: „Mit diesem Update verbessern wir die Zuverlässigkeit der Türfunktionen – auch bei wechselnden Witterungsbedingungen. Ohne dieses Update kann es zu Funktionsstörungen bei Nässe kommen.“ Bei Warnmeldungen zum Schließmechanismus wird die betroffene Tür klar identifiziert.
Ladeverhalten: Optimierungen und Fehlerbehebungen beim Laden für stabileres und effizienteres Laden.
All diese Verbesserungen bleiben mir verwehrt – weil ich in Version 4.x feststecke.
Der persönliche Frust: Warum das mehr ist als nur Zahlen
Im September 2024 kaufte ich einen zertifizierten gebrauchten ID.3. Bewusst keinen Neuwagen – ich wollte mich ans E-Auto-Thema herantasten, ohne direkt 50.000+ Euro zu investieren. Ein solider Einstieg, dachte ich. Wenige Wochen später erschien Update 3.7 mit bidirektionalem Laden. Ich wartete. Und wartete.
Die vollständige Chronologie meiner Odyssee habe ich bereits dokumentiert: November 2024 – „Der genaue Zeitpunkt kann im Vorfeld noch nicht definiert werden.“ Januar 2025 – „Sobald das Update verfügbar ist, werden Sie benachrichtigt.“ September 2025 – „Bedauerlicherweise war es uns nicht möglich, Ihre Anfrage im Detail zu prüfen.“ Nach fast einem Jahr hatte VW meine Anfrage noch nicht einmal gelesen.
Jetzt, Januar 2026: Mein Auto zeigt 4.5.4. Irgendwann zwischen September 2025 und Januar 2026 wurde ich wohl auf 4.x geupdatet. Aber hier wird es absurd: Ich bekam in dieser Zeit 2-3 Benachrichtigungen über verfügbare Updates. Ich installierte sie zeitnah. Jedes dauerte unter zwei Minuten. Spürbare Veränderungen? Keine.
Das ist das Perfide an VWs System: Over-the-Air-Updates FUNKTIONIEREN. VW kann sie durchführen. Sie dauern keine Stunden, keine Tage – zwei Minuten reichen. Aber wofür nutzt VW diese Technologie? Für unsichtbare Mini-Updates ohne erkennbaren Mehrwert. Für die wichtigen Versions-Sprünge von 4.x auf 5.x mit tatsächlich relevanten Features? Da heißt es plötzlich: „Werkstatt, 4-5 Tage, ungewisser Termin.“
VW demonstriert damit, dass die technische Infrastruktur für OTA-Updates existiert und funktioniert. Die Entscheidung, Major-Updates NICHT per OTA auszurollen, ist eine bewusste Policy-Entscheidung – keine technische Limitation.
Vergleich: Wie andere Hersteller Updates machen
Während VW seine Kunden im Regen stehen lässt, zeigen andere, wie es geht:
Tesla: Updates alle paar Wochen. In den Fahrzeugeinstellungen unter „Software“ → „Erweitert“ kann man einstellen, ob man neue Updates sofort nach Verfügbarkeit erhalten möchte. Der Kunde hat die Kontrolle. Wartezeit zwischen Verfügbarkeit und Installation? Tage, nicht Jahre.
BMW: Vierteljährliche I-Stufen-Updates. Zwar auch intransparent, aber deutlich schneller als VW. Kein Kunde wartet über ein Jahr auf verfügbare Software.
Mercedes-Benz: Regelmäßige OTA-Updates mit neuen Features. MBUX-System erhielt Google-Satellitenkarten, Live-Umleitungen und KI-Sprachassistent per Update. Die Updates kommen an.
Polestar, Volvo, Hyundai/Kia: Alle liefern regelmäßige OTA-Updates. Niemand in der Branche lässt Kunden so lange warten wie VW.
Das systematische Problem: Cariad-Desaster trifft Endkunden
Mein persönliches Update-Chaos ist kein Einzelfall. Es ist Symptom eines viel größeren Problems: VWs komplett gescheiterter Software-Strategie.
Die Softwaretochter Cariad sollte VW zum Software-Champion machen. Stattdessen wurde daraus ein 14-Milliarden-Euro-Fiasko. In meinem ausführlichen Artikel über das Cariad-Desaster habe ich dokumentiert, was schiefgelaufen ist:
6000 Mitarbeiter wurden eingestellt – „jeder, der einen Laptop tragen konnte“, wie ein Insider berichtet. Doch nur 10 Prozent programmierten tatsächlich. Der Rest? Projektmanagement, 17 Meetings pro Woche, PowerPoint-Präsentationen statt Code.
Das Ergebnis: Modelle wie Trinity verschieben sich auf 2032 (ursprünglich 2026). Der Porsche Macan kam zwei Jahre zu spät. Software-Updates für bestehende Kunden? Niedrigste Priorität. 14 Milliarden Euro versenkt, und am Ende kapitulierte VW komplett.
Im Oktober 2025 wurde Cariad zum „Koordinator und Integrator“ degradiert. Die eigentliche Software kommt jetzt von Rivian (USA, 5 Milliarden Dollar Investment) und Xpeng (China). Die Eigenentwicklung ist gescheitert. 2026 soll der Neustart kommen – mit Software von außen.
Doch für Bestandskunden wie mich? Keine Verbesserung in Sicht. Die neuen Partnerschaften dienen primär zukünftigen Modellen – nicht den ID.3, ID.4 oder ID.5, die bereits auf den Straßen fahren.
VWs Update-Politik: Kundenselektion statt Service
VW nutzt weiterhin ein intransparentes „Wellen-System“ zur Update-Verteilung. Manche Kunden bekommen Updates innerhalb von Wochen. Andere warten über ein Jahr. Die Kriterien? Geheim. Kaufdatum? Postleitzahl? FIN-Nummer? Niemand weiß es.
Besonders perfide: VW erwähnt nirgendwo prominent, dass 4.x-Kunden NICHT per OTA auf 5.x updaten können. Man muss tief in die FAQ graben, um diesen Hinweis zu finden. Stattdessen wird weiter von „Over-the-Air Updates“ gesprochen – ohne zu erwähnen, dass das nur INNERHALB einer Major-Version funktioniert.
Für mich bedeutet das: Ich muss warten, bis VW mich kontaktiert. Ich muss einen Werkstatt-Termin vereinbaren. Das Auto steht mehrere Tage in der Werkstatt (laut Nutzererfahrungen 4-5 Werktage). Ich habe keinen Einfluss darauf, WANN das passiert. Ich weiß nicht, OB es überhaupt passiert.
Ein Zwei-Klassen-System unter VW-Kunden: Wer Glück hat, bekommt schnell Updates. Wer Pech hat, wartet – und wartet – und wartet.
Die Werkstatt-Lotterie: Wenn Updates Glückssache sind
Theoretisch könnte ich zur Werkstatt gehen und um ein Update auf 5.x bitten. Praktisch ist selbst das keine Garantie.
VW-Foren wie das VW ID Forum sind voll von Geschichten gescheiterter Updates. Manche Nutzer berichten, ihre Autos hätten nach 3.x-Updates tagelang in der Werkstatt gestanden. Andere erzählen von OTA-Updates, die mittendrin abbrachen und das Fahrzeug funktionsunfähig machten – mit anschließendem Abschleppen zur Werkstatt.
Ein Nutzer im internationalen VW ID Talk Forum schreibt: „In den frühen Tagen hatte OTA eine anständige Chance, das Auto zu bricken.“ Ein anderer: „VW kämpfte mit Updates – Versuche, OTA durchzuführen, resultierten oft in Problemen, was dazu führte, dass Fixes gebündelt und nicht an Kunden geliefert wurden.“
Das ist die Realität von VWs Update-Politik: Selbst wenn man die Werkstatt bemüht, ist Erfolg keine Garantie. Und während andere Hersteller ihre OTA-Systeme perfektionieren, kämpft VW noch immer mit Grundlagen.
Das mysteriöse Wellen-System bleibt
In meinem ursprünglichen Artikel vom September 2025 kritisierte ich VWs intransparentes „Wellen-System“ bei der Update-Verteilung. Vier Monate später: Nichts hat sich geändert.
Niemand weiß, nach welchen Kriterien Updates verteilt werden. Das Resultat: Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter VW-Kunden. Manche bekommen Updates zeitnah. Andere warten Monate oder Jahre. Die Willkür ist System.
Tesla zeigt, wie es anders geht: Kunden können selbst entscheiden, ob sie Updates sofort oder später installieren möchten. Eine einfache Option in den Einstellungen. Bei VW? Undenkbar.
Keine Changelogs, keine Transparenz
Was genau ändert sich zwischen Software-Versionen? VW verrät es nicht.
Auf der offiziellen Website steht zu 5.4.0: „Dieses Update enthält Aktualisierungen und Fehlerbehebungen in Bezug auf die Türen und das Ladeverhalten.“ Mehr nicht. Keine Details. Keine Listen. Keine Spezifikationen.
In VW-Foren fragen verzweifelte Nutzer nach Changelogs. Ein Nutzer schreibt: „VW maintains no changelog. They do updates infrequently, and I have never seen any sort of changelog, other than some bland description of ‚various bugfixes and performance enhancements‘.“
Diese Intransparenz ist kein Zufall. Sie ist System. Würde VW detaillierte Changelogs veröffentlichen, müsste das Unternehmen erklären, warum manche Kunden monatelang auf kritische Fixes warten.
Software 5.6 existiert bereits – für einige
Während ich bei 4.5.4 feststecke und auf 5.4.0 warte, gibt es bereits Berichte über Software 5.6. Im VW ID Forum schreibt ein Nutzer im März 2025: „5.6 bei den allerneuesten Auslieferungen.“ Neuwagen bekommen die neueste Software ab Werk. Bestandskunden? Bleiben zurück.
Das ist VWs Strategie in Reinform: „Kaufen Sie ein neues Auto, dann bekommen Sie auch neue Software.“ Für Bestandskunden gibt es bestenfalls Almosen – Jahre zu spät, wenn überhaupt.
Das Jahr 2026: Wird sich etwas ändern?
VW bezeichnet 2026 als „Wendejahr“ für die Software-Strategie. Wie ich in meinem Cariad-Artikel detailliert beschrieben habe: ID.1 geht mit Rivian-Technologie in Tests. Neue China-Modelle bekommen Xpeng-Software. Die Partnerschaft mit Rivian soll 5 Milliarden Dollar kosten.
Doch was bedeutet das für Kunden wie mich mit Bestandsfahrzeugen? Realistisch betrachtet: Wenig bis nichts. Die neuen Partnerschaften fokussieren sich auf künftige Modelle – ID.1, kommende China-SUVs, Elektroautos ab 2027. Die aktuelle ID-Generation (ID.3, ID.4, ID.5) basiert auf der alten Cariad-Architektur.
Ein kompletter Software-Wechsel für Bestandsfahrzeuge? Technisch möglich, aber unrealistisch. VW hat weder die Ressourcen noch den Willen, Millionen existierender Fahrzeuge auf komplett neue Software-Architekturen zu migrieren.
Wahrscheinlicher ist, dass 4.x-Kunden bei 4.x bleiben. Vielleicht kommt irgendwann 5.x als Werkstatt-Update. Aber die fundamentalen Verbesserungen durch Rivian- oder Xpeng-Software? Vergiss es.
Was Kunden tun können
Die Optionen sind begrenzt, aber vorhanden:
Werkstatt-Termin vereinbaren: Theoretisch können Fahrzeuge mit 4.x in der Werkstatt auf 5.x aktualisiert werden. Praktisch bedeutet das mehrere Tage Werkstattaufenthalt und keine Garantie auf Erfolg. Nachfragen kostet nichts.
Beschwerde bei VW einreichen: Über die Kundenbetreuung 0800-86 55 79 24 36 oder per E-Mail. Dokumentiert jede Kommunikation. Erwähnt explizit die Sicherheitsprobleme mit Türgriffen bei Nässe.
Verbraucherzentrale kontaktieren: Wenn wesentliche Funktionen nicht verfügbar sind oder Updates kritische Sicherheits-Fixes enthalten (Türgriffe!), könnte rechtliche Handhabe bestehen.
Öffentlichkeit herstellen: In Foren, Social Media und auf Plattformen wie dieser. Je mehr Kunden ihre Geschichten teilen, desto größer der Druck auf VW.
Nächstes Auto: Kein VW: Die effektivste Abstimmung findet beim nächsten Autokauf statt. Wer jahrelang auf Updates wartet, sollte sich fragen: Will ich das nochmal durchmachen?
Der Blick zurück: Was hat sich seit September 2025 geändert?
In meinem ersten Artikel dokumentierte ich die Warterei auf 3.7. Jetzt, vier Monate später, habe ich 4.5.4 – aber bin weiter vom aktuellen Stand entfernt als je zuvor.
Damals war ich eine Version hinterher (3.7 wartete). Jetzt sind es zwei Major-Versionen (5.0 und 5.4.0). Der Rückstand hat sich verdoppelt. VW hat in diesen vier Monaten bewiesen: Das Unternehmen lernt nichts. Die Update-Politik bleibt desaströs. Die Kommunikation bleibt intransparent. Die Kundenbetreuung bleibt eine Farce.
Was VW aus dem Cariad-Desaster lernen sollte
Das Cariad-Fiasko – 14 Milliarden Euro versenkt, 6000 Mitarbeiter, nur 10 Prozent davon echte Programmierer – zeigt, was bei VW strukturell schiefläuft. Aber es gibt noch eine andere Lektion: Bestehende Kunden werden vergessen.
Während VW Milliarden in neue Modelle steckt (die dann Jahre zu spät kommen), werden Kunden mit bereits gekauften Autos im Regen stehen gelassen. Software-Updates? Niedrige Priorität. Kundenservice? Hinhaltetaktiken. Die neue Strategie mit Rivian und Xpeng mag für NEUE Modelle ab 2026/2027 funktionieren. Aber was ist mit uns – den Kunden, die JETZT einen ID.3, ID.4 oder ID.5 fahren?
VWs Botschaft an uns ist klar: Kauft ein neues Auto. Das alte? Pech gehabt.
Mein Appell an VW
Ich schreibe diesen Artikel nicht aus Boshaftigkeit. Ich schreibe ihn, weil ich frustriert bin. Weil ich mir mehr erwartet habe von einem deutschen Traditionskonzern. Weil ich glaube, dass VW es besser kann.
An VW Deutschland: Nehmt eure Kunden ernst. Kommuniziert klar, wann Updates kommen. Beendet die intransparente Wellen-Politik. Gebt uns Kontrolle über unsere eigenen Autos.
An VW Kundenservice: Lest tatsächlich die Anfragen, die ihr bekommt. Antwortet mit konkreten Informationen statt Textbausteinen. Helft aktiv, statt Kunden abzuwimmeln.
An Cariad/VW Software: Ihr habt 14 Milliarden Euro ausgegeben und seid gescheitert. Das Mindeste wäre, bestehende Kunden nicht im Stich zu lassen. Liefert Updates für die Autos, die bereits auf der Straße sind.
An Oliver Blume: Die neue Strategie mit Rivian mag richtig sein. Aber vergesst nicht die Kunden, die euch jetzt schon ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir sind die, die euch durch diese Übergangsphase tragen müssen.
Und was passiert jetzt?
Ich werde weiter warten. Weil ich keine andere Wahl habe. Mein ID.3 mit Software 4.5.4 wird wohl irgendwann – vielleicht in drei Monaten, vielleicht in einem Jahr – einen Anruf von der Werkstatt bekommen. Dann werde ich mehrere Tage auf mein Auto verzichten müssen. Dann bekomme ich endlich Software 5.x.
Bis dahin fahre ich mit zwei Versionen Rückstand. Ohne verbesserte Türgriffe. Ohne optimiertes Ladeverhalten. Ohne die Features, die seit über einem Jahr verfügbar sind. Und ich werde mir überlegen, ob mein nächstes Auto wieder ein VW sein wird.
Spoiler: Wahrscheinlich nicht.
Das ist bitter, denn im Grunde bin ich mit dem Fahrzeug sehr zufrieden und die Anschaffung eines zweiten E-Autos steht im Raum.
Update-Chronologie: Meine persönliche Odyssee
September 2024: Kauf zertifizierter gebrauchter VW ID.3 mit Software 3.x (Herantasten ans E-Auto)
Oktober 2024: Software 3.7 erscheint (bidirektionales Laden)
November 2024: VW Kundenservice: „Der Zeitpunkt kann nicht definiert werden“
Januar 2025: VW: „Sie werden benachrichtigt, sobald verfügbar“
Mai 2024 (parallel): Software 5.0 erscheint für Neuwagen
Mitte 2025: Software 5.2.0 und 5.2.1 erscheinen
September 2025: VW: „Ihre Anfrage konnte nicht im Detail geprüft werden“ – ich schreibe meinen ersten Artikel
Herbst 2025: Stilles Update auf 4.x, dann 2-3 Mini-OTA-Updates (jeweils unter 2 Minuten, keine spürbaren Änderungen) – Ende bei 4.5.4
Ende 2025: Software 5.4.0 erscheint mit kritischen Türgriff-Fixes
Januar 2026: Ich stelle fest: Zwei Major-Versionen zurück, kein OTA-Update möglich auf 5.x
Fazit: VW behandelt Bestandskunden wie Bürger zweiter Klasse
Januar 2026. Software 4.5.4 auf meinem zertifizierten gebrauchten ID.3. Version 5.4.0 ist verfügbar. Version 5.6 existiert bereits für Neuwagen. Das ist die Realität von VWs Update-Politik: Systematisches Aussperren von Bestandskunden. Intransparente Wellen-Systeme. Keine Changelogs. Kein OTA von 4.x auf 5.x. Werkstatt-Updates als einzige Option – mit tagelangen Aufenthalten und ungewissem Ausgang.
Besonders bitter: VW KANN OTA-Updates. Ich habe 2-3 davon bekommen – jeweils unter zwei Minuten, problemlos. Aber nur für unwichtige Mini-Updates ohne spürbare Veränderungen. Für die wichtigen Versions-Sprünge mit echten Features? Plötzlich „nur in der Werkstatt möglich“. Das ist keine technische Limitation. Das ist Policy.
Das 14-Milliarden-Euro-Desaster Cariad erklärt, warum das passiert. Ein Unternehmen, das „jeden mit Laptop“ einstellte statt echte Entwickler, kann keine funktionierende Update-Infrastruktur aufbauen. Ein Unternehmen, das 17 Meetings pro Woche abhält statt zu programmieren, kann seine Kunden nicht bedienen.
Während Tesla, BMW und Mercedes regelmäßig Updates liefern, hängt VW Jahre hinterher. Während chinesische Hersteller Software als Kern-Feature behandeln, sieht VW Updates als Belastung. Die Partnerschaften mit Rivian und Xpeng mögen zukünftige Modelle retten. Für Bestandskunden wie mich ändern sie nichts. Wir bleiben zurück – mit veralteter Software, fehlenden Features und dem Wissen, dass VW uns aufgegeben hat.
16 Monate nach dem Kauf meines gebrauchten ID.3 bin ich weiter vom aktuellen Software-Stand entfernt als je zuvor. VW demonstriert mit funktionierenden Mini-OTA-Updates, dass die Technologie vorhanden ist – nutzt sie aber nur für Belanglosigkeiten. Für wichtige Updates heißt es: Werkstatt, Wartezeit ungewiss. Das ist VWs Definition von Kundenservice im Jahr 2026. Mein nächstes Auto? Definitiv kein VW.
FAQ
Ich habe Software 4.x – kann ich auf 5.x per OTA updaten?
Nein. Laut VW können Fahrzeuge mit Software 4.x nur in der Werkstatt auf 5.x geupdatet werden. Over-the-Air Updates funktionieren nur INNERHALB einer Major-Version (z.B. von 5.2.0 auf 5.4.0).
Wie lange dauert ein Werkstatt-Update auf 5.x?
Laut Nutzerberichten aus dem VW ID Buzz Forum zwischen 4 und 5 Werktagen plus Wochenende. Das Auto ist also fast eine Woche nicht verfügbar.
Wann werde ich kontaktiert für das Update auf 5.x?
Unklar. VW nutzt weiterhin ein intransparentes Wellen-System. Manche Kunden werden schnell kontaktiert, andere warten Monate oder Jahre. Es gibt keine offizielle Timeline.
Was ist der Unterschied zwischen 4.x und 5.x?
Software 5.x bietet verbessertes Infotainment, bessere Spurassistenz, Gefahrenmeldungen im HUD, höhere Ladeleistung, zuverlässigere Türgriffe (besonders bei Nässe) und optimiertes Ladeverhalten. Version 5.2.1 schaltet zudem OTA-Updates innerhalb der 5.x-Serie frei.
Kann ich das Update selbst erzwingen?
Nein. Du kannst bei deiner Werkstatt nachfragen, aber ob sie das Update durchführen dürfen/können, hängt von VWs interner Freigabe ab. Viele Werkstätten berichten, dass sie nur bestimmte Update-Pfade freigegeben haben.
Warum macht VW das so kompliziert?
Das ist Teil des größeren Cariad-Desasters. VWs Softwaretochter hat 14 Milliarden Euro ausgegeben und ist gescheitert. Die Update-Infrastruktur funktioniert nicht zuverlässig. VW hat im Oktober 2025 kapituliert und setzt nun auf Software von Rivian und Xpeng.
Ist das ein Sicherheitsproblem?
Teilweise ja. Software 5.4.0 behebt explizit Funktionsstörungen der Türgriffe bei Nässe. VW schreibt: „Ohne dieses Update kann es zu Funktionsstörungen bei Nässe kommen.“ Wenn dein Auto also noch 4.x hat, könnten die Türgriffe bei schlechtem Wetter Probleme machen.
Sollte ich deshalb keinen VW ID kaufen?
Das musst du selbst entscheiden. Aber sei dir bewusst: VWs Update-Politik ist die schlechteste in der Branche. Tesla, BMW, Mercedes, Polestar, Hyundai – alle liefern deutlich schneller und zuverlässiger Updates als VW.







