Der Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025 – doch Millionen Nutzer scheint das nicht zu interessieren. Aktuelle Zahlen des Analyseunternehmens StatCounter zeigen: Noch immer läuft Windows 10 auf fast jedem zweiten Windows-PC weltweit.
Die Zahlen im Detail
Laut StatCounter-Daten vom Dezember 2025 kommt Windows 11 auf einen Marktanteil von 50,68 Prozent unter allen Windows-Systemen – ein hauchdünner Vorsprung. Windows 10 folgt mit beachtlichen 44,64 Prozent dicht dahinter. Besonders bemerkenswert: Im Vergleich zum Vormonat hat Windows 10 sogar leicht zugelegt, während Windows 11 minimal verlor.
StatCounter erfasst monatlich über 5 Milliarden Seitenaufrufe auf 1,5 Millionen Websites und wertet dabei aus, welche Betriebssysteme die Besucher nutzen. Die Zahlen gelten als einer der zuverlässigsten Indikatoren für die tatsächliche Verbreitung von Betriebssystemen.
Gamer sind schneller beim Umstieg
Ein deutlich anderes Bild zeigt sich bei PC-Spielern. Laut der Steam Hardware-Umfrage vom Januar 2026 nutzen bereits 70,83 Prozent aller Steam-Nutzer Windows 11. Windows 10 kommt hier nur noch auf 26,70 Prozent.
Die Diskrepanz lässt sich leicht erklären: Gamer besitzen in der Regel neuere Hardware, die die strengeren Systemanforderungen von Windows 11 erfüllt. Zudem profitieren sie von Features wie DirectStorage, Auto HDR und optimierter DirectX 12 Ultimate-Unterstützung, die Windows 11 exklusiv bietet.
Warum so viele bei Windows 10 bleiben
Für die Zurückhaltung vieler Nutzer gibt es mehrere Gründe. Windows 11 stellt höhere Hardwareanforderungen, insbesondere den umstrittenen TPM 2.0-Zwang. Viele ältere, aber noch voll funktionsfähige Rechner erfüllen diese Voraussetzungen nicht – zumindest nicht offiziell.
Hinzu kommt: Microsoft bietet für Windows 10 kostenpflichtige Extended Security Updates (ESU) an. Privatnutzer können für 30 US-Dollar ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates bis Oktober 2026 erhalten. Unternehmen haben sogar die Möglichkeit, bis zu drei Jahre zusätzlichen Support zu kaufen. Diese Option nimmt dem Wechseldruck etwas die Dringlichkeit.
Manche Nutzer stören sich auch an der Designrichtung von Windows 11, den verstärkten KI-Integrationen rund um Copilot oder schlicht an der Tatsache, dass Windows 10 für ihre Zwecke einwandfrei funktioniert.
Sicherheitsrisiken ohne Updates
Wer ohne ESU-Abonnement bei Windows 10 bleibt, geht allerdings ein Risiko ein. Ohne regelmäßige Sicherheitsupdates werden neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr gepatcht. Das macht betroffene Systeme anfälliger für Malware, Ransomware und andere Cyberangriffe.
Besonders kritisch ist das für Rechner, die mit dem Internet verbunden sind oder sensible Daten verarbeiten. Sicherheitsexperten empfehlen daher dringend, entweder auf Windows 11 zu wechseln, ein ESU-Abonnement abzuschließen oder auf alternative Betriebssysteme wie Linux umzusteigen.
Linux profitiert leicht
Apropos Alternativen: Linux konnte seine Position auf dem Desktop leicht ausbauen und kratzt mittlerweile an der 5-Prozent-Marke. Für eingefleischte Windows-Nutzer, deren Hardware nicht mit Windows 11 kompatibel ist, könnte eine Linux-Distribution wie Linux Mint oder Ubuntu eine Überlegung wert sein – beide bieten eine vertraute Benutzeroberfläche und laufen auch auf älteren Rechnern flüssig.
FAQ
Wie hoch ist der Marktanteil von Windows 10 aktuell?
Laut StatCounter liegt der Marktanteil von Windows 10 unter allen Windows-Desktop-Systemen bei etwa 45 Prozent (Stand: Dezember 2025). Bei Gamern auf Steam sind es nur noch rund 27 Prozent.
Wann endete der Support für Windows 10?
Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Kostenpflichtige Extended Security Updates (ESU) sind für Privatnutzer bis Oktober 2026 erhältlich.
Was kostet der erweiterte Windows-10-Support?
Privatnutzer zahlen 30 US-Dollar für ein Jahr zusätzliche Sicherheitsupdates. Für Unternehmen staffeln sich die Preise nach Lizenzmodell und können bis zu drei Jahre gebucht werden.
Ist Windows 10 ohne Updates noch sicher?
Nein. Ohne Sicherheitsupdates werden neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschlossen. Das erhöht das Risiko für Malware und Cyberangriffe erheblich, besonders bei internetverbundenen Rechnern.
Warum steigen viele nicht auf Windows 11 um?
Hauptgründe sind die strengeren Hardwareanforderungen (TPM 2.0), Zufriedenheit mit Windows 10, Skepsis gegenüber neuen Features wie Copilot und die Möglichkeit, über ESU weiterhin Sicherheitsupdates zu erhalten.




