Amazon hat in den USA den Dienst Amazon Now gestartet: Millionen Kunden können Lebensmittel, Haushaltswaren und lokale Produkte innerhalb von 30 Minuten geliefert bekommen. Grundlage ist ein Netz kleinerer Lagerstandorte in Kundennähe. Prime-Mitglieder zahlen pro Bestellung 3,99 US-Dollar; bis Ende 2026 soll der Dienst auf zig Millionen weitere Haushalte ausgeweitet werden. In Indien, den VAE, Mexiko, Brasilien, ausgewählten britischen Städten und Japan läuft Amazon Now bereits — teils sogar mit Zehn-Minuten-Versprechen.
Für Gamefinity-Leser ist das keine abstrakte Logistikmeldung: Wer regelmäßig bei Amazon einkauft — ob Spiele, Hardware, Zubehör oder Bücher — bekommt mit Amazon Now ein weiteres Argument, den nächsten Gang in den Laden zu überdenken.
Die Frage, die Amazon schon eine Weile stellt
Wer am Amazon Shopper Panel teilnimmt, dem dürfte in den letzten Wochen aufgefallen sein, dass sich die Umfragefragen auffällig oft um eine Kernfrage drehten: Warum kauft man eigentlich noch stationär ein? Unter den Antwortoptionen tauchte regelmäßig auf: „… um den Artikel sofort zu erhalten.“ Diese Antwort war — neben dem Wunsch nach persönlicher Beratung — eine der meistgewählten. Wer also die Richtung erahnen wollte, in die Amazon denkt, hatte schon länger einen Hinweis.
Der stationäre Handel hat gegenüber dem Onlinehandel im Wesentlichen zwei Trümpfe behalten: sofortige Verfügbarkeit und menschliche Beratung. Amazon Now zielt direkt auf den ersten. Böse Zungen könnten sagen, der Konzern analysiere seit Monaten systematisch, welche Restvorteile dem lokalen Einzelhandel noch bleiben — um sie dann abzutragen. Die freundlichere Lesart: Ein Unternehmen reagiert auf ein echtes Kundenbedürfnis und schafft einen komfortableren Service. Beides ist wahr, und beides schließt sich nicht aus.
Was das bedeutet
Für Verbraucher ist ein 30-Minuten-Lieferdienst zunächst schlicht praktisch. Für den stationären Handel — darunter lokale Spieleläden, Elektronikfachhändler oder Buchläden — verschärft sich der Druck weiter. Die Beratungskompetenz bleibt vorerst der einzige Trumpf, den ein Algorithmus nicht ohne Weiteres replizieren kann. Wie lange, ist eine andere Frage.
Weitere Details zu Amazon Now gibt es auf aboutamazon.com.

