Assassin's Creed: Brotherhood

Assassin’s Creed: Brotherhood im Test – Die Bruderschaft erhebt sich

Als Ubisoft vor einem Jahr Assassin’s Creed II veröffentlichte und damit alle Kritikpunkte des Erstlings ausmerzte, schien die Messlatte für Fortsetzungen unerreichbar hoch gelegt. Wie sollte man ein nahezu perfektes Spiel noch verbessern? Die Antwort von Ubisoft Montreal lautet: Assassin’s Creed: Brotherhood. Und während viele Spieler befürchteten, dass es sich hierbei lediglich um ein aufgewärmtes „Assassin’s Creed 2.5“ handeln würde – schließlich erscheint Brotherhood nur ein Jahr nach seinem Vorgänger und wurde bereits als „kein richtiger Nachfolger“ angekündigt –, zeigt sich nach intensiven Spielstunden ein anderes Bild: Brotherhood ist kein billiger Lückenfüller zwischen den Hauptteilen, sondern eine vollwertige, eigenständige Fortsetzung, die AC II in fast allen Belangen übertrifft und mit dem erstmals in der Serie vorhandenen Multiplayer-Modus eine völlig neue Dimension eröffnet.

Heute, am 18. November 2010, erscheint das Spiel zeitgleich für Xbox 360 und PlayStation 3. Eine PC-Version wurde bereits für März 2011 angekündigt. Wir haben uns intensiv durch Rom gekämpft, die Bruderschaft aufgebaut und auch den Multiplayer-Modus ausgiebig getestet. Die Frage ist: Kann Ezio Auditore erneut begeistern? Spoiler: Ja, kann er.

Die Geschichte – Rache, Vergeltung und der Apfel der Erkenntnis

Assassin’s Creed: Brotherhood setzt exakt dort an, wo AC II endete – und zwar im Dezember 1499. Ezio verlässt gerade den mysteriösen Vault unter dem Vatikan, nachdem er Rodrigo Borgia (Papst Alexander VI.) zwar besiegt, aber am Leben gelassen hat. Der Edenapfel ist in Ezios Besitz, seine persönliche Vendetta scheint beendet. Zurück in Monteriggioni angekommen, erklärt Ezio seinen Mitassassinen, was er im Vault gesehen hat – eine holografische Botschaft von Minerva, die sich eigentlich an Desmond Miles im Jahr 2012 richtete. Ezio glaubt, seine Mission sei erfüllt. Er übergibt den Apfel seinem Onkel Mario und möchte endlich zur Ruhe kommen.

Doch Niccolò Machiavelli – brillant gesprochen und eine der faszinierendsten Figuren der Serie – kritisiert Ezios Entscheidung scharf: Rodrigo Borgia hätte sterben müssen. Die Borgia-Familie wird zurückschlagen. Machiavelli verlässt frustriert die Villa in Richtung Rom. Trotz dieser Warnung scheint Ezio zufrieden mit seinem Leben. Er verbringt die Nacht mit Caterina Sforza, der Herzogin von Forlì. Am nächsten Morgen bricht die Hölle los.

Eine Kanonenkugel durchschlägt Ezios Schlafzimmer und verfehlt ihn und Caterina nur knapp. Monteriggioni wird von einer päpstlichen Armee belagert – angeführt von Cesare Borgia, Rodrigos machthungrigem Sohn. Trotz verzweifelter Verteidigung durchbrechen die Angreifer die Mauern. Mario und Caterina werden gefangen genommen. Als Ezio versucht, sie zu retten, wird er in die Schulter geschossen. Hilflos muss er mitansehen, wie Cesare seinen Onkel Mario hinrichtet und den Apfel Eden an sich reißt. „A farewell gift from Leonardo,“ sagt Cesare zynisch, als er mit der von Leonardo da Vinci konstruierten Pistole auf Mario zielt – ein Vorgeschmack darauf, dass Leonardo zur Zusammenarbeit mit den Borgia gezwungen wurde.

Ezio schleppt sich zurück in die brennende Villa, wo er durch einen geheimen Tunnel mit seiner Mutter und Schwester Claudia entkommen kann. Er erwacht Tage später in einem Haus in Rom, geheilt und mit seiner Assassinen-Ausrüstung versehen. Wer ihn hierher gebracht hat, bleibt zunächst unklar. Doch eines ist klar: Rom steht vollständig unter Borgia-Kontrolle. Geschäfte sind geschlossen, Kriegsrecht herrscht, Soldaten patroullieren überall. Die Borgia haben jeden in ihrer Tasche – vom Militär bis zur Kirche.

Ezio entscheidet: Er wird Rom befreien. Er wird die Assassinen-Bruderschaft wieder aufbauen. Und er wird Cesare Borgia zur Strecke bringen. Doch diesmal kann er es nicht alleine schaffen. Er braucht Verbündete. Er braucht eine Bruderschaft.

Die Geschichte spannt sich über die Jahre 1500 bis 1507 und führt Ezio durch neun Sequenzen, die ihn tief in das korrupte Herz Roms führen. Er rekrutiert die Gilden der Diebe (La Volpe), Kurtisanen (Madame) und Söldner (Bartolomeo d’Alviano mit seinem treuen Schwert „Bianca“). Er sabotiert Cesares Finanzierung, indem er dessen Banker in einer Orgie ermordet. Er eliminiert den französischen General Baron de Valois, um sicherzustellen, dass Rom römisch bleibt. Er infiltriert Castel Sant’Angelo, um Caterina zu retten. Und er orchestriert schließlich den Fall der Borgia-Familie, indem er deren Mitglieder gegeneinander ausspielt.

Die Handlung ist dabei deutlich fokussierter als in AC II. Während wir dort über 23 Jahre und mehrere Städte hinweg Ezios Rachefeldzug verfolgten, konzentriert sich Brotherhood auf einen überschaubaren Zeitraum und einen einzigen Schauplatz: Rom. Das macht die Geschichte straffer, aber auch etwas kürzer. Die Hauptstory ist in etwa 10-12 Stunden durchspielbar – AC II benötigte 15-18 Stunden. Manche werden das als Schwäche auslegen, doch die Konzentration auf Rom erlaubt eine beispiellose narrative Dichte.

Cesare Borgia als Hauptantagonist ist… nun ja, zwiespältig. Historisch war er eine faszinierende, wenn auch abscheuliche Figur – ein machthungriger Condottiere, der Italien mit Gewalt und Intrigen unterwerfen wollte. Im Spiel wirkt er leider etwas eindimensional als „böser Bösewicht“. Er schreit viel, ist arrogant, hat ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Schwester Lucrezia (historisch durchaus umstritten, aber hier klar angedeutet), und fehlt die psychologische Tiefe eines Rodrigo Borgia. Andreas Apergis spricht ihn mit gebührender Intensität, aber das Drehbuch gibt ihm wenig Raum für Nuancen. Cesare ist einfach böse – und das reicht nicht ganz, um an die Größe von AC IIs Antagonisten heranzureichen.

Interessanter ist die Darstellung von Rodrigo Borgia, der hier als gebrochener Mann erscheint. Er fürchtet Cesares Machthunger und versucht sogar, seinen eigenen Sohn mit einem vergifteten Apfel zu töten. Cesare jedoch spuckt den angebissenen Apfel aus und zwingt Rodrigo, den Rest zu essen – eine brutale Vater-Sohn-Dynamik, die das Spiel leider zu spät einführt.

Die wahren Stars der Geschichte sind Niccolò Machiavelli – intelligent, pragmatisch, vielschichtig – und Ezio selbst, der in Brotherhood endgültig vom rachsüchtigen jungen Mann zum weisen Mentor heranreift. Am Ende von Sequenz 7 wird er offiziell zum „Il Mentore“ ernannt – dem Anführer der Assassinen in Italien. Und auch Claudia, Ezios Schwester, wird zur vollwertigen Assassinin, nachdem sie das Kurtisanen-Etablissement Rosa in Fiore leitet.

In der Gegenwart (2012) setzt sich Desmonds Geschichte fort. Nach der Flucht aus Abstergo erreichen Desmond, Lucy, Rebecca und Shaun die ruinierte Villa in Monteriggioni. Dort bauen sie den Animus 2.0 auf und durchleben Ezios Erinnerungen, um den Apfel Eden zu finden und die von Minerva erwähnten Tempel zu lokalisieren. Die Desmond-Segmente sind deutlich reduziert – man kann jederzeit freiwillig den Animus verlassen, muss es aber nicht mehr. Das ist eine Verbesserung gegenüber AC II, wo die Unterbrechungen manchmal störend wirkten.

Das Ende… nun, ohne zu spoilern: Es ist ein Cliffhanger. Ein brutaler, schockierender Cliffhanger, der die Assassin’s-Creed-Mythologie in neue, unerwartete Richtungen lenkt. Wer AC II liebte, wird hier definitiv weiterspielen wollen.

Rom – Die ewige Stadt als gigantischer Spielplatz

Während Assassin’s Creed II uns durch Florenz, Venedig, Forlì, Monteriggioni und Rom führte, konzentriert sich Brotherhood auf eine einzige Stadt: Rom. Und was für eine Stadt! Die Entwickler haben das Rom des frühen 16. Jahrhunderts mit atemberaubender Detailtreue nachgebaut – vom Kolosseum über das Pantheon bis zum Vatikan und Castel Sant’Angelo erstreckt sich eine riesige, lebendige Metropole, die etwa dreimal so groß ist wie Florenz aus AC II.

Rom ist in fünf Distrikte unterteilt:

  • Vaticano (Vatikan) – Das religiöse und politische Zentrum der Macht
  • Centro (Zentrum) – Das geschäftige Herz Roms mit belebten Plätzen
  • Trastevere (Trans-Tiber) – Das Viertel jenseits des Tiber
  • Campagna (Land) – Ländliche Gebiete mit Militärinstallationen
  • Antico (Antik) – Ruinen des antiken Roms, inklusive Kolosseum

Jeder Distrikt hat seinen eigenen Charakter. Der Vatikan strahlt bedrohliche Pracht aus. Das Centro pulsiert vor Leben. Die Campagna zeigt das ländliche Italien. Und Antico lässt uns durch die Ruinen der römischen Antike klettern – ein surreales Gefühl, über zerfallene Säulen des Forum Romanum zu springen, während im Hintergrund die Renaissance tobt.

Der wohl größte Unterschied zu AC II: Rom ist eine nahtlose, offene Welt ohne Ladebildschirme. Man kann vom südlichsten Punkt im Antico-Distrikt bis zum nördlichsten Punkt im Vatikan reiten, ohne einen einzigen Ladebildschirm zu sehen. Das schafft ein Gefühl von Zusammenhalt und Immersion, das AC II mit seinen getrennten Städten nie erreichte.

Und ja, richtig gelesen: Man kann endlich ein Pferd in der Stadt reiten! In AC II war das Reiten auf Stadtgebiete beschränkt, und man musste zu Fuß durch Florenz und Venedig laufen. In Brotherhood kann Ezio überall auf sein Pferd steigen – und das verändert das Spielgefühl enorm. Rom ist riesig, und zu Fuß würde das Überqueren der Stadt frustrierend lange dauern. Mit dem Pferd ist man deutlich mobiler, kann schneller von Mission zu Mission gelangen und sich auch in spektakuläre Verfolgungsjagden zu Pferd stürzen. Die Steuerung auf dem Pferd ist intuitiv, und es gibt sogar Kampfmanöver zu Pferd – man kann Gegner vom Sattel aus töten oder vom Pferd springen und einen Luftangriff ausführen.

Rom renovieren – Die Stadt wiederaufbauen

Eines der süchtig machendsten Features in Brotherhood ist das Renovierungssystem. Rom liegt in Trümmern. Die Borgia haben die Stadt ausgeblutet, Geschäfte sind geschlossen, Aquädukte verfallen, Fraktionen kämpfen ums Überleben. Ezio kann durch Investitionen die Stadt wiederbeleben.

Das Konzept kennen wir bereits aus AC II, wo man Monteriggioni renovieren konnte. Doch in Brotherhood ist es massiv ausgebaut. Man kann:

  • Geschäfte eröffnen: Banken, Schmieden, Kunsthändler, Schneider, Ärzte, Stallungen
  • Wahrzeichen kaufen: Berühmte Gebäude wie das Pantheon oder den Circus Maximus
  • Fraktionsgebäude renovieren: Basis für Diebe, Kurtisanen, Söldner
  • Aquädukte reparieren: Die antiken Wasserleitungen wiederherstellen
  • Tunnel freischalten: Unterirdische Durchgänge öffnen

Jedes renovierte Gebäude erhöht Ezios Einkommen, das alle 20 Minuten Echtzeit generiert wird. Hat man genug investiert, fließen stündlich mehrere tausend Florin ins Säckel. Das erlaubt es, teure Waffen, Rüstungen und Upgrades zu kaufen, ohne Geld farmen zu müssen.

Aber die Renovation hat auch ästhetische Auswirkungen. Je mehr man renoviert, desto lebendiger wird Rom. Mehr NPCs bevölkern die Straßen. Musiker spielen auf Plätzen. Händler preisen ihre Waren an. Die Stadt erwacht buchstäblich zum Leben. Das ist unglaublich befriedigend – man sieht den direkten Impact seiner Investitionen. Bei 100% Renovation erscheint ein stolzer Text: „Rome Rebuilt 100%“ – und es fühlt sich an wie eine echte Errungenschaft.

Borgia-Türme – Das Herz der Befreiung

Der Schlüssel zur Befreiung Roms sind die 12 Borgia-Türme, die über die fünf Distrikte verteilt sind. Jeder Turm markiert eine Borgia-Hochburg, von der aus päpstliche Truppen die Umgebung kontrollieren. Solange ein Turm steht, kann man in diesem Gebiet keine Geschäfte eröffnen – die Borgia würden sie sofort schließen.

Die Mission ist klar: Borgia-Captain töten, Turm erklimmen, anzünden. Klingt einfach, wird aber zunehmend schwieriger. Die frühen Türme sind relativ leicht zugänglich – man schleicht sich ran, erledigt den Captain mit einem Luftangriff, klettert hoch und legt Feuer. Die späteren Türme jedoch sind stark bewacht, die Captains fliehen bei Sichtkontakt, und manchmal muss man sich durch Dutzende Wachen kämpfen.

Aber es lohnt sich. Nach jedem zerstörten Turm kann man einen neuen Assassinen rekrutieren (dazu gleich mehr), und das Gebiet ist befreit. Die Wachen verschwinden größtenteils, die Bevölkerung atmet auf, und man kann endlich renovieren. Das Zerstören aller 12 Türme ist ein zentrales Spielziel – und es ist zutiefst befriedigend, die letzten Borgia-Symbole niederbrennen zu sehen.

Romulus-Schreine – Platforming-Meisterklasse

Wie AC II bietet auch Brotherhood optionale Platforming-Herausforderungen – diesmal in Form von sechs Romulus-Schreinen (Lairs of Romulus). Diese geheimen Tempel werden von einem fanatischen Kult bewacht, der Romulus, den legendären Gründer Roms, verehrt.

Jeder Schrein ist ein Mini-Dungeon mit anspruchsvollen Kletterpassagen, Rätseln und Kämpfen. Man muss durch zerfallende Ruinen klettern, über Abgründe springen, geheime Durchgänge finden und am Ende den Schrein-Hüter besiegen. Die Belohnung: Schlüssel zu Romulus‘ Schatz. Hat man alle sechs Schlüssel gesammelt, kann man im Kolosseum eine geheime Kammer öffnen und die legendäre Rüstung des Brutus freischalten – eine mächtige Rüstung, die Ezios Verteidigung massiv erhöht.

Die Romulus-Schreine sind brillant designt. Sie erinnern an die Assassinen-Gräber aus AC II, übertreffen diese aber in Umfang und Komplexität. Einer der Schreine führt durch die Kanalisation unter Rom, ein anderer durch eine brennende Villa, wieder ein anderer durch eine antike Basilika. Jeder Schrein bietet einzigartige Umgebungen und Herausforderungen – und sie sind alle optional, was bedeutet, dass man sie in seinem eigenen Tempo angehen kann.

Die Bruderschaft – Assassinen rekrutieren, ausbilden, einsetzen

Das namensgebende Feature von Brotherhood ist das Assassinen-Rekrutierungssystem – und es ist brilliant.

Nach dem Zerstören eines Borgia-Turms kann Ezio einen Bürger rekrutieren, den er vor Borgia-Wachen rettet. Diese Bürger – Männer und Frauen – werden zu Assassinen-Rekruten und stehen Ezio fortan zur Verfügung. Man kann bis zu 12 Rekruten gleichzeitig haben (einer pro zerstörtem Turm).

Ausbildung und Missionen

Rekruten starten auf Level 1 und können durch das Absolvieren von Missionen Erfahrung sammeln. Man schickt sie über das Animus-Menü auf Aufträge in ganz Europa – nach Venedig, Neapel, Barcelona, Marseille, sogar bis nach Calicut in Indien. Jede Mission hat einen Schwierigkeitsgrad und eine Erfolgswahrscheinlichkeit. Schickt man einen Level-1-Rekruten allein auf eine schwere Mission, besteht die Gefahr, dass er stirbt. Schickt man ein gut ausgebildetes Team auf eine leichte Mission, ist der Erfolg garantiert.

Erfolgreiche Missionen bringen Erfahrung und Geld. Mit jedem Level-Up kann man den Rekruten neue Ausrüstung kaufen: bessere Rüstungen, Waffen, Rauchbomben. Erreicht ein Rekrut Level 10, wird er zum vollwertigen Assassinen – und man kann ihn in einer Zeremonie auf einem Assassinen-Turm initiieren. Der Rekrut erhält dann die ikonischen Auditore-Roben, die Ezio trägt.

Das System ist einfach, aber süchtig machend. Man erwischt sich dabei, wie man ständig ins Menü geht, um zu checken, ob Missionen abgeschlossen sind, neue Aufträge anzunehmen und die Ausrüstung der Rekruten zu verbessern. Es ist ein bisschen wie ein Mini-Strategiespiel innerhalb des Hauptspiels.

Der „Assassinen-Luftschlag“

Aber der wahre Spaß kommt im Kampf. Ezio kann seine Assassinen jederzeit herbeirufen, um ihm zu helfen. Man zielt auf einen Gegner, drückt LB (Xbox 360) oder L1 (PS3), und plötzlich springen vermummte Assassinen aus dem Nichts, töten das Ziel blitzschnell und verschwinden wieder in den Schatten. Oder sie bleiben und kämpfen an Ezios Seite.

Dieser „Assassinen-Luftschlag“ ist unglaublich befriedigend. Steht man vor einer Gruppe von zehn Wachen, kann man einfach vier Assassinen rufen, die sofort vier Gegner erledigen, und dann die restlichen sechs selbst übernehmen. Oder man ruft einen „Pfeilhagel“, bei dem Assassinen aus der Ferne mit Pfeilen auf alle Gegner in einem Bereich schießen.

Das System hat aber auch taktische Tiefe. Jeder Einsatz löst eine Abklingzeit aus – man kann nicht endlos Assassinen spammen. Außerdem sind Assassinen, die auf Missionen sind, nicht verfügbar. Man muss also strategisch planen: Schicke ich meine besten Assassinen auf eine lukrative Mission nach Barcelona? Oder behalte ich sie hier, weil ich gleich Castel Sant’Angelo infiltriere und Unterstützung brauche?

Das Rekrutierungssystem verleiht Brotherhood eine einzigartige Dynamik. Man fühlt sich wirklich wie ein Mentor, der eine ganze Organisation aufbaut und führt – nicht nur ein einsamer Assassine.

Kampf und Stealth – Perfektioniert und beschleunigt

Brotherhood übernimmt das Kampfsystem von AC II, verbessert es aber in einem entscheidenden Punkt: Chain Kills.

In AC II war der Kampf bereits flüssig und befriedigend, aber jeder Kill unterbrach den Rhythmus. Man konterte, tötete einen Gegner, musste warten, bis die Animation endete, und konnte dann den nächsten angreifen. In Brotherhood kann Ezio Kill-Serien ausführen. Nach einem erfolgreichen Konter-Kill kann man sofort zum nächsten Gegner schwenken und ihn ebenfalls töten – ohne Unterbrechung, ohne Pause. Man kann theoretisch 10, 15, sogar 20 Gegner in einer einzigen, fließenden Sequenz niedermetzeln.

Das klingt overpowered – und das ist es auch. Aber es fühlt sich fantastisch an. Ezio bewegt sich wie ein Todesballett durch die Gegnerreihen. Klinge hier, Schwert dort, Hidden Blade ins Herz, weiter zum nächsten. Die Animationen sind brutal, elegant und vielfältig. Das Spiel belohnt Spieler, die den Rhythmus beherrschen, mit einem visuell spektakulären Massaker.

Die Chain Kills haben aber auch einen Haken: Vollständige Synchronisation. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Stealth wurde ebenfalls verfeinert. Ezio hat neue Gadgets:

  • Crossbow: Eine lautlose Fernwaffe, die Wachen aus der Distanz tötet, ohne Alarm auszulösen. Teuer (16.000 Florin), aber unverzichtbar für Stealth-Fans.
  • Poison Darts: Blasrohr-Giftpfeile, die Gegner töten, ohne dass andere Alarm schlagen.
  • Schnellwirkendes Gift: Das alte Gift brauchte lange, bis es wirkte. Das neue tötet sofort.
  • Fallschirm: Von Leonardo da Vinci konstruiert (nach Zerstörung aller vier Kriegsmaschinen). Erlaubt es, von hohen Gebäuden zu springen und sanft zu landen – statt im Heuhaufen.

Die Stealth-Missionen sind abwechslungsreich. Mal muss man einen Bankier während einer Orgie infiltrieren und töten. Mal verkleidet man sich als Wache, um Castel Sant’Angelo zu betreten. Mal folgt man einem Kurier durch die Stadt, ohne entdeckt zu werden. Brotherhood bietet mehr Stealth-Optionen als AC II – was angesichts der Tatsache, dass es ein Assassinen-Spiel ist, nur fair erscheint.

Full Synchronization – Der neue Schwierigkeitsgrad

Eine der größten Neuerungen in Brotherhood ist das Full Synchronization-System. Jede Story-Mission hat jetzt eine optionale Zusatzbedingung, die man erfüllen muss, um 100% Sync zu erreichen. Beispiele:

  • „Erleide keinen Schaden“
  • „Töte nur den Borgia-Captain (keine anderen Gegner)“
  • „Schließe die Mission in unter 8 Minuten ab“
  • „Öffne eines der ersten drei Tore“
  • „Benutze den Hidden Blade für den Kill“
  • „Vermeide das Wasser“

Diese Bedingungen sind komplett optional. Man kann jede Mission auch ohne Full Sync abschließen – die Story geht normal weiter. Aber für Perfektionisten und Hardcore-Spieler bieten sie eine massive Herausforderung.

Einige Full-Sync-Bedingungen sind fair. „Benutze den Hidden Blade“ ist einfach. Andere sind brutal. „Erleide keinen Schaden“ in einer Mission, wo man durch 30 Wachen muss? „Töte nur den Captain“, wenn dieser ständig flieht und man von Dutzenden Wachen umringt ist? Das erfordert Geduld, Planung und perfektes Timing.

Die Belohnung für 100% Sync in allen Missionen: Das Il Principe Trophy/Achievement – eines der schwierigsten in der Serie. Aber das System funktioniert, weil es optional ist. Casual-Spieler können die Story genießen, ohne sich über frustratende Bedingungen zu ärgern. Hardcore-Spieler haben einen echten Schwierigkeitsgrad, der sie fordert.

Einige Kritikpunkte: Manche Full-Sync-Bedingungen fühlen sich künstlich an, als wären sie nachträglich eingefügt worden, um Replay-Value zu erzwingen. Und das Spiel erklärt das System nicht gut – viele Spieler bemerken die Bedingungen erst, wenn sie bereits gescheitert sind. Aber insgesamt ist es eine willkommene Ergänzung.

Leonardos Kriegsmaschinen – Zerstörung als Nebenmission

Nach einigen Sequenzen trifft Ezio seinen alten Freund Leonardo da Vinci in Rom wieder – und erfährt, dass Leonardo von den Borgia gezwungen wurde, Kriegsmaschinen zu konstruieren. Leonardo ist verzweifelt. Er wollte nie, dass seine Erfindungen für den Krieg missbraucht werden. Er bittet Ezio, die Maschinen zu zerstören, bevor sie massenproduziert werden.

Es gibt vier Kriegsmaschinen:

1. Machine Gun

Eine primitive Gatling-Gun, montiert auf einem Wagen. Die Mission beginnt mit einer Stealth-Sequenz: Man muss die Blueprints zerstören, ohne entdeckt zu werden (sonst Desynchronisation). Danach steuert man die Machine Gun und metzelt durch Borgia-Soldaten.

2. Naval Cannon

Eine Bootskanone in den Kanälen unter Castel Sant’Angelo. Full Sync: „Öffne eines der ersten drei Tore.“ Man muss einem Kurier in seiner Gondel folgen, Wachen töten, Tore öffnen und schließlich das Boot mit der Kanone kapern und zerstören.

3. Bomber

Ein mit Kanonen ausgestatteter Gleiter. Leonardo hat diesen Prototyp basierend auf da Vincis berühmten Flugmaschinen-Skizzen gebaut. Man fliegt über die Landschaft und bombardiert Borgia-Ziele. Full Sync: „Treffe alle Ziele.“

4. Tank

Ein hölzerner Protopanzer. Man muss ihn steuern, gegen feindliche Soldaten und sogar einen gegnerischen Panzer kämpfen. Full Sync: „Erleide keinen Schaden“ – brutal, weil feindliche Kanonen einen sofort treffen können, wenn man nicht perfekt ausweicht.

Nach Zerstörung aller vier Maschinen schenkt Leonardo Ezio den Fallschirm – eine der nützlichsten Erfindungen im Spiel. Fortan kann man von jedem hohen Gebäude springen, den Fallschirm öffnen und sanft landen.

Die Kriegsmaschinen-Missionen sind spektakulär, abwechslungsreich und machen einen Höllenspaß. Sie brechen die normale Gameplay-Routine auf und bieten Action-Sequenzen, die man aus Blockbuster-Filmen kennt. Einziger Kritikpunkt: Es gibt nur vier davon. Man hätte sich gewünscht, dass Leonardo mehr Maschinen gebaut hätte.

Cristina-Erinnerungen – Die verlorene Liebe

Bei bestimmten Synchronisations-Levels schaltet man Cristina-Erinnerungen frei – fünf Nebenmissionen, die Ezios Beziehung zu Cristina Vespucci zeigen, seiner großen Liebe vor den Ereignissen von AC II.

In AC II tauchte Cristina nur kurz auf – als Ezios Liebschaft in einem Flirt-Minispiel. In Brotherhood erhalten wir die vollständige, tragische Geschichte:

  1. A Second Chance (1476): Ezio als junger Adeliger rettet Cristina vor Vieri de‘ Pazzi, der versucht, sie zu vergewaltigen. Ezio verprügelt Vieri und verbringt die Nacht mit Cristina.
  2. Last Rites (1478): Nach dem Verrat der Pazzi und der Hinrichtung von Ezios Vater und Brüdern besucht Ezio Cristina ein letztes Mal, bevor er als Assassine untertauchen muss. Er kann ihr nicht sagen, wohin er geht oder wann er zurückkommt.
  3. Best Man (1486): Cristina heiratet Manfredo Soderini. Ezio ist aus der Ferne dabei – vermummt, unerkannt, herzgebrochen.
  4. Persona Non Grata (1491): Ezio kehrt nach Florenz zurück und sieht Cristina wieder. Sie ist verheiratet, er ist ein Assassine. Sie verbringen eine letzte Nacht miteinander – wissend, dass es nie funktionieren kann.
  5. Love’s Labour’s Lost (1498): Savonarola’s Fanatiker greifen Florenz an. Ezio versucht, Cristina und ihren Ehemann zu retten, kommt aber zu spät. Cristina wird tödlich verletzt. In Ezios Armen spricht sie ihre letzten Worte: Sie hätte ihr Leben anders gelebt, wenn sie gewusst hätte, wie es endet. Sie hätte mehr geliebt. Dann stirbt sie.

Diese Missionen sind herzzerreißend. Sie zeigen, dass Ezio nicht nur ein cooler Assassine ist – er ist ein Mann, der durch sein Leben als Assassine die Liebe seines Lebens verloren hat. Die Missionen sind spielerisch simpel (meist Stealth- oder Kampfsequenzen), aber emotional kraftvoll. Die Schreibweise ist exzellent, die Synchronsprecher liefern bewegende Performances, und die Musik von Jesper Kyd unterstreicht die Tragik perfekt.

Es gibt keine Full-Sync-Bedingungen für Cristina-Missionen – sie sind rein narrative Erfahrungen. Und das ist gut so. Manche Geschichten muss man einfach nur erleben.

Subject 16 – Die Wahrheit geht weiter

Wie in AC II kann man auch in Brotherhood die Glyph-Rätsel von Subject 16 lösen. Es gibt 10 Glyphs verstreut über Rom, die Cluster-Puzzles freischalten. Die Rätsel sind komplex, erfordern historisches Wissen (oder Google) und belohnen verschwörerische Lore über die First Civilization und die Templer.

Ohne zu viel zu spoilern: Die Wahrheit, die man am Ende sieht, erweitert die Mythologie der Serie erheblich. Es geht um „Eve“, die erste Assassinin, und die Ursprünge des jahrtausendealten Konflikts. Subject 16 taucht auch in Desmonds Vision auf und gibt kryptische Warnungen ab.

Die Rätsel sind optional, aber für Lore-Fans ein Muss.

Multiplayer – Eine geniale Überraschung

Das größte Wagnis von Brotherhood ist der Multiplayer-Modus – der erste in der Assassin’s-Creed-Serie. Viele befürchteten, dass Ubisoft einen generischen Deathmatch-Modus zusammenschustern würde, nur um auf der Verpackung „Multiplayer!“ schreiben zu können. Doch was wir bekommen, ist etwas völlig anderes: ein taktischer, spannungsgeladener Multiplayer, der das Stealth-Gameplay der Serie ins Competitive überträgt.

Das Konzept

Im Multiplayer spielt man Templer-Rekruten, die im Abstergo-Trainingsprogramm die Animi nutzen, um alte Templer-Erinnerungen zu durchleben und Assassinen-Fähigkeiten zu erlernen (via „Bleeding Effect“). Man schlüpft in historische Figuren wie eine venezianische Kurtisane, einen Kardinal, einen Henker, einen Priester, einen Schmied, eine Edle – insgesamt gibt es acht spielbare Charaktere.

Wanted-Modus

Der Haupt-Modus ist Wanted: Jeder Spieler bekommt ein Ziel zugewiesen (ein anderer Spieler in der Menge) und muss dieses töten. Gleichzeitig wird man selbst von einem anderen Spieler gejagt. Das bedeutet: Man ist gleichzeitig Jäger und Gejagter.

Der Clou: Die Maps sind voller NPCs, die genauso aussehen wie die Spieler. Man sieht also überall Kopien seines Ziels herumlaufen – aber nur eine davon ist der echte Spieler. Man muss subtile Hinweise beachten: Bewegt sich diese Kurtisane natürlich? Oder läuft sie verdächtig zielstrebig? Klettert dieser Priester auf ein Dach? NPCs tun das nicht.

Gleichzeitig muss man sich selbst tarnen. Rennt man wie ein Verrückter durch die Straßen, verrät man sich sofort. Besser: Man geht langsam in einer Gruppe von NPCs, nutzt Verstecke, setzt sich auf Bänke. Man spielt quasi „Among Us“ im Renaissance-Setting.

Punkte gibt es für Kills, aber die Art des Kills ist entscheidend:

  • Silent Kill (Unbemerkt, aus der Menge): 300+ Punkte
  • Acrobatic Kill (Von oben): 250+ Punkte
  • Contested Kill (Ziel hat dich entdeckt): 100 Punkte
  • Honorable Death (Du stirbst stilvoll): Punkte für den Killer

Es gibt auch Boni für Streaks, Rächer-Kills (töte den Spieler, der dich gerade getötet hat) und vieles mehr.

Modi und Karten

Neben Wanted gibt es:

  • Alliance: Teams von zwei Spielern jagen gemeinsam
  • Advanced Alliance: Wie Alliance, aber schwieriger
  • Manhunt: Ein Team jagt, ein Team versteckt sich und muss überleben
  • Chest Capture: Teams kämpfen um Truhen
  • Escort: Beschütze NPCs vor gegnerischen Assassinen

Die Karten umfassen bekannte Orte: Castel Gandolfo, Siena, Rom, Florenz, Mont Saint-Michel. Jede Karte ist detailliert gestaltet mit vielen Verstecken, Höhenunterschieden und Fluchtrouten.

Fortschrittssystem und Abilities

Man sammelt Erfahrung, steigt in Levels auf (bis Level 50) und schaltet neue Fähigkeiten frei:

  • Disguise: Verändert kurz dein Aussehen
  • Smoke Bomb: Betäubt Angreifer
  • Morph: Verwandelt NPCs in deine Kopien
  • Firecrackers: Lenkt Gegner ab
  • Mute: Verhindert, dass Gegner Fähigkeiten nutzen

Das Aufstiegssystem ist motivierend, aber nicht zu zeitaufwendig. Man erreicht Level 50 nach etwa 30-40 Stunden – machbar, aber nicht trivial.

Fazit Multiplayer

Der Multiplayer ist überraschend gut. Er ist taktisch, spannungsgeladen und erfordert Geduld und Intelligenz – nicht nur schnelle Reflexe. Die Lernkurve ist steil (die ersten Matches sind verwirrend), aber sobald man das Konzept versteht, ist es fesselnd. Man spielt noch „eine Runde“ um Mitternacht – und plötzlich ist es 3 Uhr morgens.

Einzige Schwäche: Die Größe der Spielergemeinschaft. Multiplayer-Titel leben von aktiven Spielern. Es bleibt abzuwarten, ob Brotherhood eine treue Spielergemeinschaft aufbauen kann. Auf lange Sicht könnte der Modus aussterben, wenn nicht genug Spieler dabei bleiben.

Aber für jetzt: Der Multiplayer ist eine geniale Ergänzung, die Brotherhood von AC II abhebt.

Für wen geeignet?

Perfekt für:

  • Fans von Assassin’s Creed II, die mehr Ezio-Abenteuer wollen
  • Open-World-Enthusiasten, die eine dichte, lebendige Stadt erkunden möchten
  • Spieler, die taktische Stealth-Action lieben
  • Geschichtsinteressierte (Rom im 16. Jahrhundert ist faszinierend dargestellt)
  • Multiplayer-Fans, die etwas anderes als COD oder Halo suchen

Nicht geeignet für:

  • Einsteiger ohne AC-II-Kenntnis (die Story baut direkt auf AC II auf)
  • Spieler, die lange, epische Storys erwarten (die Hauptstory ist kürzer als AC II)
  • Leute, die kein mühsames Sammeln mögen (Rom zu 100% renovieren dauert)
  • Spieler, die Cesare als Bösewicht schwach finden (berechtigte Kritik)

Technische Informationen

Plattformen: Xbox 360, PlayStation 3 (getestet auf Xbox 360) Entwickler: Ubisoft Montreal Publisher: Ubisoft Engine: Anvil Engine (verbessert) Release: 16. November 2010 (USA), 18. November 2010 (Deutschland), 19. November 2010 (Europa) PC-Version: Angekündigt für März 2011 Sprachen: Deutsch (Texte & Vollvertonung), Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch USK: Ab 16 Jahren PEGI: 18 Speicherplatz: ~8 GB (Xbox 360), ~7 GB (PS3)

Besonderheiten:

  • Uplay-Integration (Freischaltbare Boni über Ubisofts Service)
  • Project Legacy (Facebook-Game, das zusätzliche Lore bietet)
  • DLCs angekündigt (The Da Vinci Disappearance für 2011)

Grafik: Technisch identisch mit AC II – Anvil Engine läuft stabil mit 30 FPS auf beiden Konsolen. Rom ist beeindruckend detailliert, mit dynamischem Wetter, Tag-Nacht-Zyklus und exzellenter Beleuchtung. Charaktermodelle sind scharf, Animationen flüssig. Keine technischen Probleme oder Abstürze im Test.

Sound: Jesper Kyd liefert erneut einen grandiosen Soundtrack – episch, emotional, italienisch. Der Titeltrack „City of Rome“ ist Gänsehaut pur. Voice Acting auf höchstem Niveau (Roger Craig Smith als Ezio, Andreas Apergis als Cesare). Soundeffekte sind satt und befriedigend – das Geräusch der Hidden Blade beim Einstich ist ikonisch.

Stärken

Rom ist gigantisch, wunderschön und voller LebenAssassinen-Rekrutierung ist süchtig machend und taktisch tiefgehendChain Kills machen den Kampf noch flüssiger und spektakulärerRenovierungssystem ist massiv ausgebaut und extrem befriedigendFull Synchronization bietet echte Herausforderung für Hardcore-SpielerLeonardos Kriegsmaschinen sind spektakuläre Action-Set-PiecesCristina-Erinnerungen sind emotional kraftvollMultiplayer ist innovativ, taktisch und macht süchtigPferdereiten in der Stadt ist endlich möglichRomulus-Schreine bieten herausragendes PlatformingJesper Kyd’s Soundtrack ist erneut WeltklasseEzios Entwicklung zum Mentor ist glaubwürdig und bewegend

Schwächen

Hauptstory ist kürzer als AC II (10-12h vs. 15-18h)Cesare Borgia ist ein schwacher Antagonist (zu eindimensional)Nur eine Stadt (kein Städte-Hopping wie in AC II)Manche Full-Sync-Bedingungen fühlen sich künstlich anMultiplayer-Langlebigkeit ist fraglichNarrative Intensität leidet unter der KürzeWenig echte Innovation (fühlt sich eher wie AC 2.5 an)

Fazit

Assassin’s Creed: Brotherhood ist kein Lückenfüller, kein billiges Spin-off, kein „AC 2.5“. Es ist eine vollwertige, eigenständige Fortsetzung, die Assassin’s Creed II in einigen Aspekten übertrifft, in anderen jedoch dahinter zurückbleibt. Die Assassinen-Rekrutierung verleiht dem Spiel eine völlig neue strategische Ebene. Das renovierte Rom ist eine lebendige, atmende Welt. Chain Kills machen den Kampf noch befriedigender. Und der Multiplayer ist ein mutiges, erfolgreiches Experiment.

Doch während Brotherhood spielerisch brilliert, erreicht es narrativ nicht ganz die Größe von AC II. Die Story ist kürzer und weniger episch. Cesare ist ein schwächerer Antagonist als Rodrigo. Die Konzentration auf Rom bedeutet weniger Abwechslung als das Städte-Hopping von AC II. Brotherhood ist fokussierter – aber auch kompakter.

Die 9.0/10 sind verdient, weil Brotherhood genau das macht, was es machen sollte: Es baut auf AC IIs Fundament auf, fügt clevere neue Mechaniken hinzu und wagt mit dem Multiplayer etwas völlig Neues. Es ist kein besseres Spiel als AC II – aber ein anderes, eigenständiges Meisterwerk.

Für Fans von Assassin’s Creed II ist Brotherhood ein Pflichtkauf. Für Neueinsteiger ist AC II die bessere Wahl (wegen der Geschichte). Aber für alle, die Ezios Reise weiterverfolgen wollen, ist Brotherhood ein würdiger, brillanter nächster Schritt.

Rom war nicht an einem Tag erbaut. Aber in Brotherhood kann man es in etwa 20-30 Stunden wieder aufbauen – und es ist eine der befriedigendsten Erfahrungen des Jahres 2010.

Requiescat in pace, Cesare Borgia. Die Bruderschaft erhebt sich.


Wertung: 9.0/10

Assassin’s Creed: Brotherhood ist ein hervorragendes Action-Adventure, das spielerisch über Assassin’s Creed II hinausgeht, narrativ aber einen halben Schritt zurückmacht. Die Assassinen-Rekrutierung ist genial und verleiht dem Spiel strategische Tiefe. Chain Kills machen den Kampf noch flüssiger. Rom als nahtlose, gigantische Stadt ist atemberaubend. Das Renovierungssystem ist süchtig machend. Der Multiplayer ist ein mutiges, erfolgreiches Experiment.

Doch die Story ist deutlich kürzer (10-12h vs. 15-18h) und erreicht nicht die epische Breite von AC II. Cesare Borgia ist ein schwächerer Antagonist als Rodrigo. Die Konzentration auf Rom bedeutet weniger Abwechslung als das Städte-Hopping durch Florenz, Venedig und Co. Brotherhood ist fokussierter – aber auch kompakter.

Dennoch: Die 9.0 sind hochverdient. Brotherhood macht genau das Richtige – es baut auf einem Meisterwerk auf, fügt clevere Mechaniken hinzu und wagt mit dem Multiplayer etwas völlig Neues. Es ist nicht besser als AC II, aber ein eigenständiges, brillantes Spiel, das jeden AC-Fan begeistern wird.


FAQ

1. Muss ich Assassin’s Creed II gespielt haben? Ja, unbedingt. Brotherhood setzt direkt nach AC II an – innerhalb von Sekunden. Ohne Vorkenntnisse versteht man weder Ezios Motivation noch die Anspielungen auf Monteriggioni, Rodrigo, den Apfel oder die First Civilization.

2. Gibt es eine deutsche Sprachausgabe? Ja! Vollvertonung auf Deutsch (plus deutsche Texte). Ezio spricht Deutsch mit italienischem Akzent, was anfangs gewöhnungsbedürftig ist, aber funktioniert. Englische O-Ton-Fassung ebenfalls vorhanden.

3. Wie lange dauert die Hauptstory? Etwa 10-12 Stunden, wenn man nur die Story durchspielt. Mit Nebenmissionen, Romulus-Schreinen, Renovierung, Assassinen-Training: 25-35 Stunden. 100% Completion: 40+ Stunden.

4. Ist der Multiplayer Pflicht? Nein! Alle Singleplayer-Inhalte sind komplett ohne Multiplayer spielbar. Multiplayer ist ein separater Modus mit eigenem Progression-System. Wer nur die Story will, verpasst nichts Wesentliches.

5. Kann man das Spiel auch später noch 100% abschließen? Ja! Nach Abschluss der Story bleibt Rom offen. Man kann jederzeit alle Borgia-Türme zerstören, Romulus-Schreine abschließen, Glyphs finden, Rom renovieren und Cristina-Missionen spielen. Freies Erkunden ist nach Story-Ende verfügbar.

6. Gibt es Cheats oder Unlockables? Ja, über Uplay (Ubisofts Service) kann man mit Uplay-Punkten Cheats und Skins freischalten: Altaïrs Rüstung, Florenz-Adels-Outfit, Raiden-Skin (Metal Gear Solid 4). Man sammelt Uplay-Punkte durchs Spielen (z.B. „Töte 100 Gegner mit Hidden Blade“ = 10 Punkte).

7. Erscheint eine PC-Version? Ja! Ubisoft hat eine PC-Version für März 2011 angekündigt. Wahrscheinlich mit höherer Auflösung, besseren Texturen und DirectX-11-Unterstützung.

8. Lohnt sich Brotherhood, wenn ich AC II schon 100% abgeschlossen habe? Absolut! Brotherhood bietet genug neue Inhalte (Assassinen-Rekrutierung, Rom-Renovierung, Kriegsmaschinen, Full Sync, Multiplayer), um sich frisch anzufühlen. Und Ezios Geschichte geht weiter – wer nach AC II wissen will, wie es weitergeht, muss Brotherhood spielen.

9. Gibt es DLCs geplant? Ja! Ubisoft hat „The Da Vinci Disappearance“ für Anfang 2011 angekündigt – eine Story-Erweiterung mit Leonardo da Vinci. Details sind noch spärlich, aber es soll 2-3 Stunden zusätzliche Story bieten.

10. Ist Brotherhood das Ende von Ezios Geschichte? Das wird nicht verraten. Aber der Cliffhanger am Ende deutet darauf hin, dass Ezios Reise (und Desmonds!) weitergeht. Ubisoft wird sicher weitere Spiele folgen lassen.

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