Beyerdynamic MMX 230 Wireless im Test

Beyerdynamic MMX 230 Wireless im Test: Audiophiler Klang ohne Gaming-Kompromisse

Beyerdynamic hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe im Gaming-Audio-Bereich etabliert. Nach dem hervorragenden MMX 300 Pro und dem soliden MMX 150 Wireless positioniert das deutsche Traditionsunternehmen nun das MMX 230 Wireless als neues Flaggschiff für kabellose Gaming-Headsets. Die Versprechen sind groß: Active Noise Cancelling, Bluetooth 6.0, 60 Stunden Akkulaufzeit und natürlich die audiophile Expertise, für die Beyerdynamic seit fast 100 Jahren steht. Nach intensiven Test-Wochen mit dem MMX 230 Wireless an PlayStation 5, PC und unterwegs steht fest: Dieses Headset ist keine typische Gaming-Peripherie. Es ist ein Audio-Werkzeug für anspruchsvolle Hörer, das zufällig auch perfekt fürs Gaming funktioniert.

Erste Eindrücke: Erwachsen statt auffällig

Schon beim Auspacken wird eines deutlich: Das MMX 230 Wireless will nicht durch RGB-Beleuchtung oder aggressive Gamer-Optik beeindrucken. Stattdessen setzt Beyerdynamic auf ein bewusst zurückhaltendes, fast schon zeitloses Design. Das Headset wirkt erwachsen, seriös und hochwertig – eine Seltenheit in einem Segment, das oft von bunten Plastik-Konstruktionen dominiert wird.

Verfügbar ist das MMX 230 Wireless in zwei Farbvarianten: klassisches Schwarz oder dezentes Weiß, jeweils mit orangen Akzenten an den Ohrmuscheln. Diese Farbgebung ist eine kleine Hommage an die Unternehmensfarben, bleibt aber stets dezent. Das Resultat: Ein Headset, das man problemlos im Homeoffice-Call tragen kann, ohne dass es sofort nach „Gaming“ schreit.

Die Materialwahl unterstreicht diesen Premium-Anspruch. Der überwiegend aus hochwertigem Kunststoff gefertigte Kopfbügel fühlt sich stabil an, ohne schwer zu wirken. Die Verarbeitung ist tadellos – keine Spaltmaße, kein Knarzen, keine wackeligen Teile. Man merkt sofort: Hier wurde mit Sorgfalt konstruiert, nicht einfach nur zusammengesteckt.

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Verarbeitung und Haptik: Made to Last

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich die Liebe zum Detail. Die Ohrmuscheln lassen sich weit genug drehen und neigen, um sich nahezu jedem Kopf anzupassen. Die Gelenke vermitteln dabei ein Gefühl von Solidität – sie bewegen sich geschmeidig, ohne ausgeleiert zu wirken. Selbst nach mehreren Wochen intensiver Nutzung gibt es keinerlei Anzeichen von Verschleiß.

Besonders positiv fallen die Bedienelemente auf. Anders als bei vielen Gaming-Headsets, wo glatte Plastikknöpfe ineinander verschwimmen, setzt Beyerdynamic auf gummierte Tasten mit unterschiedlichen Formen. Das Power-Button ist leicht erhaben, die Lautstärkeregler sind konkav geformt, der ANC-Schalter hat eine charakteristische Riffelung. Das Ergebnis: Man kann alle Funktionen blind bedienen, ohne erst minutenlang herumtasten zu müssen.

Der Mikrofonarm ist fest, aber flexibel genug, um ihn präzise zu positionieren. Die Flip-to-Mute-Funktion arbeitet zuverlässig – ein kurzes Hochklappen stummschaltet das Mikrofon sofort, was durch einen akustischen Signalton bestätigt wird. Schade nur, dass sich der Mikrofonarm nicht abnehmen lässt. Für den Einsatz unterwegs wäre das ein nettes Feature gewesen, auch wenn die meisten Nutzer das Headset ohnehin primär am Schreibtisch verwenden dürften.

Tragekomfort: Stundenlang angenehm

Hier zeigt sich besonders deutlich die Audio-Expertise von Beyerdynamic. Die ohrumschließenden Velours-Polster sind außergewöhnlich angenehm. Anders als Kunstleder-Varianten, die nach kurzer Zeit zu Schwitzen führen, bleiben die Velours-Pads auch nach stundenlangen Gaming-Sessions komfortabel und atmungsaktiv.

Der Memoryschaum passt sich perfekt an die Kopfform an, ohne dabei zu stark nachzugeben. Das Ergebnis ist ein sicherer Halt, ohne dass das Headset unangenehm drückt. Selbst Brillenträger berichten von keinen Druckstellen – ein häufiges Problem bei vielen Over-Ear-Kopfhörern.

Der Anpressdruck wurde hervorragend gewählt. Das Headset sitzt fest genug, um nicht bei jeder Kopfbewegung zu verrutschen, aber nicht so stramm, dass es nach einer Stunde unangenehm wird. Mit etwa 320 Gramm ist das MMX 230 Wireless zudem angenehm leicht, ohne billig zu wirken.

Die selbstjustierende Kopfbandkonstruktion verteilt das Gewicht gleichmäßig über den Kopf. Es gibt keine einzelne Druckstelle, die nach längerer Zeit schmerzt – ein Detail, das man besonders während ausgedehnter Gaming-Sessions oder langer Arbeitstage zu schätzen lernt.

Lediglich bei sehr weit nach vorne geneigtem Kopf kann das Headset leicht verrutschen. Das ist der Kompromiss für den ohnehin schon geringen Anpressdruck. In der Praxis spielt das jedoch kaum eine Rolle – beim normalen Gaming oder Arbeiten bleibt das MMX 230 Wireless zuverlässig an Ort und Stelle.

Klangqualität: Hier zeigt sich die Herkunft

Kommen wir zum Herzstück: dem Klang. Und genau hier trennt sich das MMX 230 Wireless von der Gaming-Headset-Masse. Statt künstlich aufgeblähten Bass und schrillen Höhen, die auf den ersten fünf Sekunden beeindrucken sollen, liefert Beyerdynamic ein ausgewogenes, natürliches Klangbild. Es klingt nicht spektakulär auf Anhieb – es klingt richtig. Und genau das macht den Unterschied.

Die 40-mm-Dynamic-Driver sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung im professionellen Audio-Bereich. Man hört sofort: Diese Treiber wurden nicht einfach nur „für Gaming optimiert“, sondern folgen audiophilen Prinzipien. Das Resultat ist ein Klangbild, das sich sowohl für Musik als auch für Games hervorragend eignet – ohne dass man zwischen verschiedenen Profilen hin- und herwechseln muss.

Bass: Präsent, aber kontrolliert

Der Bassbereich des MMX 230 Wireless ist erstaunlich. Er geht tief genug, um in Action-Spielen den nötigen Punch zu liefern, bleibt dabei aber stets kontrolliert. Explosionen in Call of Duty, Motorengeräusche in Forza Horizon oder tiefe Synth-Basslines in elektronischer Musik haben Kraft und Substanz – aber der Bass schiebt nie so stark nach vorne, dass er andere Frequenzbereiche überlagert.

Das ist ein fundamentaler Unterschied zu vielen Gaming-Headsets, die mit „Extra Bass“ oder „Gaming-EQ“ werben. Bei diesen Geräten klingt zwar alles zunächst „wummernd“ und „impactful“, aber nach kurzer Zeit merkt man, dass wichtige Details in den Mitten und Höhen verloren gehen. Beim MMX 230 Wireless passiert das nicht. Der Bass ist ein Teil des Gesamtbildes, nicht der Hauptakteur.

Auch bei Musik zeigt sich diese Abstimmung als Vorteil. Basslinien bleiben differenziert, Kick-Drums haben Kontur, Tiefenfrequenzen verschmieren nicht. Gleichzeitig fehlt es nicht an Druck – orchestrale Filmmusik mit tiefen Streichern oder Hip-Hop mit Sub-Bass klingen eindrucksvoll und physisch präsent.

Mitten: Stimmen und Details im Fokus

Die Mitten sind das Herzstück des MMX 230 Wireless. Dialoge in The Last of Us Part II, Funksprüche in Helldivers 2 oder die Erzählstimme in Baldur’s Gate 3 – alle Sprachaufnahmen klingen klar, natürlich und außergewöhnlich gut verständlich.

Gerade in Story-lastigen Spielen ist das ein enormer Gewinn. Man versteht jedes Wort, ohne dass Stimmen durch Bass oder Höhen verdeckt werden. Auch bei schlechteren Aufnahmen (etwa in älteren Spielen oder bei Indie-Produktionen) bleiben Dialoge verständlich, ohne unangenehm zu klingen.

Für Multiplayer-Shooter ist die präzise Mittenabstimmung Gold wert. Schritte, Nachladegeräusche, entfernte Rufe – all diese spielentscheidenden Audio-Cues stehen klar im Raum und lassen sich sofort einordnen. In Rainbow Six Siege oder CS2 kann das den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

Höhen: Detailreich ohne Schärfe

Die Höhenabstimmung zeigt, wie gut das MMX 230 Wireless ausbalanciert ist. Feinheiten wie Hallräume, Glasklirren, metallische Effekte oder das Zischen von Projektilen werden sauber aufgelöst, ohne je unangenehm scharf oder ermüdend zu klingen.

Viele Headsets versuchen, durch aggressive Höhen mehr „Details“ vorzutäuschen. Das führt oft zu Hörmüdigkeit – nach ein bis zwei Stunden klingt alles anstrengend und man möchte das Headset absetzen. Beim MMX 230 Wireless passiert das nicht. Die Höhenwiedergabe bleibt klar und fein, aber stets entspannt.

Auch bei Musik profitiert man von dieser Abstimmung. Becken klingen natürlich, nicht blechern. Hi-Hats haben Textur, ohne zu zischen. Streicher-Passagen behalten ihre Seide, ohne schrill zu werden.

Räumlichkeit und Ortung: Echte Bühne statt Kunstkopf-Effekt

Hier trennt sich das MMX 230 Wireless endgültig von der Gaming-Headset-Masse. Statt künstlicher Surround-Algorithmen, die oft mehr kaputt machen als verbessern, setzt Beyerdynamic auf exzellente Stereo-Abbildung und präzise Driver-Abstimmung.

Das Ergebnis ist eine glaubwürdige, natürliche Klangbühne. Geräusche wirken nicht flach oder direkt am Ohr, sondern bekommen echte Tiefe und Distanz. In Hellblade: Senua’s Sacrifice mit seinem binauralen Audio-Design entfaltet sich die volle atmosphärische Kraft. In Open-World-Spielen wie Elden Ring oder Ghost of Tsushima fühlt sich die Spielwelt größer und immersiver an.

Für kompetitive Shooter ist die präzise Ortung ein echter Vorteil. Schritte lassen sich nicht nur nach „links“ oder „rechts“ unterscheiden, sondern nach ihrer tatsächlichen Position im Raum. Man hört nicht nur, dass sich jemand nähert – man weiß oft sofort, aus welchem Winkel und wie weit entfernt.

Auch bei Musik zeigt sich diese Qualität. Instrumente stehen nicht gedrängt nebeneinander, sondern bekommen ihren eigenen Raum. Stimmen bleiben klar im Zentrum, während sich Begleitinstrumente und Effekte natürlich darum herum verteilen. Das ist keine künstliche Räumlichkeit, sondern das Ergebnis sauberer Treiber-Abstimmung.

Active Noise Cancelling: Unaufdringlich effektiv

Das MMX 230 Wireless bietet echtes Active Noise Cancelling – eine Seltenheit bei Gaming-Headsets. Per Knopfdruck am linken Hörer lässt sich die Geräuschunterdrückung aktivieren, was durch einen kurzen Signalton bestätigt wird.

Die Wirkung ist spürbar, aber nicht dramatisch. Tieffrequente Geräusche wie Verkehrslärm, Klimaanlagen oder das Brummen von PC-Lüftern werden effektiv reduziert. Stimmen im Raum werden zwar leiser, verschwinden aber nicht komplett – hier zeigen ANC-Spezialist

en wie Sony oder Bose, was technisch möglich ist.

Für Gaming ist das Level des ANC jedoch perfekt. Es schirmt genug ab, um sich auf das Spiel konzentrieren zu können, ohne dass ein unangenehmes „Druckgefühl“ in den Ohren entsteht – ein häufiger Kritikpunkt bei zu aggressivem ANC. Gleichzeitig bleibt man noch so weit mit der Umgebung verbunden, dass man die Türklingel oder wichtige Anrufe nicht verpasst.

Besonders positiv: Das Klangbild wird durch aktiviertes ANC kaum verändert. Viele Headsets klingen mit eingeschaltetem Noise Cancelling dumpfer oder gepresster. Beim MMX 230 Wireless ist der Unterschied minimal – ein Zeichen für gute Integration der ANC-Technologie.

Im Alltag erweist sich das ANC als praktisches Extra. Im Zug oder Flugzeug lässt sich das MMX 230 Wireless problemlos für Musik oder Podcasts nutzen, ohne durch Umgebungsgeräusche gestört zu werden. Am Schreibtisch hilft es, störende Bürogeräusche auszublenden und sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Beyerdynamic MMX 230 Wireless

Mikrofon: ENC macht den Unterschied

Das integrierte Mikrofon des MMX 230 Wireless überrascht positiv. Während viele Wireless-Headsets hier Kompromisse eingehen müssen, liefert Beyerdynamic eine Sprachqualität, die man eher aus dem Broadcast-Bereich kennt.

Die eigene Stimme wird klar, natürlich und präsent übertragen. Es gibt keine dumpfen Anteile, keine künstliche Verfärbung, keine übertriebene Kompression. Gesprächspartner berichten durchweg, dass die Stimmwiedergabe angenehm zu hören ist – ein wichtiger Punkt für längere Voice-Chats oder Online-Meetings.

Das Highlight ist die ENC-Technologie (Environmental Noise Cancelling). Hintergrundgeräusche wie Tastaturanschläge, Raumhall oder entfernte Stimmen werden effektiv unterdrückt, ohne dass die Sprachqualität darunter leidet. Das Mikrofon filtert gezielt störende Geräusche heraus, ohne die Stimme „abzuschneiden“ oder unnatürlich klingen zu lassen.

In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn im Hintergrund die Waschmaschine läuft oder Familienmitglieder im Nebenraum sprechen, kommt auf der anderen Seite eine saubere Stimme an. Für Streamer, Content Creator oder alle, die viel in Voice Chats unterwegs sind, ist das ein echter Mehrwert.

Die Flip-to-Mute-Funktion arbeitet zuverlässig. Ein kurzes Hochklappen des Mikrofonarms schaltet sofort stumm – bestätigt durch einen akustischen Signalton. Das ist intuitiver als Tastenkombinationen und funktioniert auch in hektischen Momenten zuverlässig.

Einziger Wermutstropfen: Das Mikrofon lässt sich nicht abnehmen. Wer das Headset primär für Musik unterwegs nutzen will, muss mit dem sichtbaren Mikrofonarm leben. In der Praxis stört das kaum, wäre aber für maximale Vielseitigkeit wünschenswert gewesen.

Wireless-Performance: Bluetooth 6.0 in der Praxis

Das MMX 230 Wireless setzt auf Bluetooth 6.0 – eine der ersten Gaming-Peripherie-Geräte mit diesem Standard. Der mitgelieferte USB-Dongle sorgt für eine stabile, latenzarme Verbindung zum PC oder zur PlayStation 5. Eine besonders clevere Idee: Der Dongle lässt sich in einer der Ohrmuscheln verstauen, sodass er beim Transport nicht verloren geht.

Die Verbindungsqualität ist tadellos. In mehreren Wochen Testing gab es keinen einzigen Verbindungsabbruch, kein Knacken, keine Aussetzer. Auch bei größerem Abstand zur Quelle (etwa wenn man kurz in die Küche geht, während der PC im Arbeitszimmer weiter Musik spielt) bleibt die Verbindung stabil.

Die Latenz ist nicht spürbar. In schnellen Multiplayer-Shootern wie Call of Duty oder Rhythmus-Games wie Beat Saber gibt es keinerlei Verzögerung zwischen Bild und Ton. Das ist ein beeindruckendes Resultat und zeigt, dass Bluetooth 6.0 in Kombination mit guter Implementierung absolut gaming-tauglich ist.

Praktisch ist die Multipoint-Verbindung. Das Headset kann gleichzeitig mit PC/Konsole (via Dongle) und Smartphone (via klassischem Bluetooth) verbunden sein. So kann man während des Gamings eingehende Anrufe annehmen oder Spotify vom Handy steuern, ohne ständig die Verbindung wechseln zu müssen.

Die Reichweite ist alltagstauglich. Innerhalb einer Wohnung funktioniert die Verbindung durch mehrere Wände hindurch problemlos. Erst bei sehr großem Abstand (etwa zwei Stockwerke) wird die Verbindung instabil – ein Szenario, das in der Praxis kaum vorkommt.

Akkulaufzeit: 60 Stunden sind keine Übertreibung

Beyerdynamic verspricht bis zu 60 Stunden Akkulaufzeit – und das ist keine Marketing-Übertreibung. Im Test hielt das MMX 230 Wireless bei mittlerer Lautstärke und aktiviertem ANC problemlos über eine Woche intensiver Nutzung durch. Wer das ANC ausschaltet, kommt noch länger aus.

Das ist ein fundamentaler Unterschied zu vielen Gaming-Headsets, die nach 20-30 Stunden ans Kabel müssen. Das MMX 230 Wireless kann man praktisch vergessen – man lädt es einmal pro Woche auf und hat ansonsten Ruhe.

Besonders clever: Der Akku ist austauschbar. Beyerdynamic liefert Ersatzakkus separat, sodass man auch nach Jahren, wenn die Kapazität nachlässt, nicht das gesamte Headset ersetzen muss. Das ist nachhaltig und fair – zwei Eigenschaften, die in der schnelllebigen Gaming-Peripherie-Welt leider selten geworden sind.

Das Aufladen erfolgt via USB-C und ist schnell erledigt. Eine halbe Stunde reicht für mehrere Stunden Betrieb, eine vollständige Ladung dauert etwa zwei Stunden. Die Ladestandsanzeige erfolgt via LED am Headset und kann zusätzlich in der App abgerufen werden.

Software und Anpassungen: Minimalistisch, aber ausreichend

Die Beyerdynamic-App ist bewusst schlicht gehalten. Keine Spielereien, keine Überladung – nur sinnvolle Optionen. Das mag zunächst enttäuschen, wer von Razer Synapse oder Logitech G Hub bombastische Software-Pakete gewohnt ist. In der Praxis erweist sich dieser minimalistische Ansatz jedoch als Vorteil.

Die App bietet:

  • EQ-Anpassung: Fünf-Band-Equalizer mit Presets
  • ANC-Intensität: Drei Stufen einstellbar
  • Sidetone: Lautstärke der Selbsthörung anpassbar
  • Button-Belegung: Teilweise anpassbar
  • Firmware-Updates: Einfache Installation

Die voreingestellten EQ-Profile („Gaming“, „Music“, „Balanced“) sind durchdacht und funktionieren gut. Wer will, kann eigene Profile erstellen und speichern. In der Praxis landet man aber meist beim Balanced-Profil – es ist einfach gut genug.

Die Sidetone-Funktion ist praktisch für alle, die sich beim Sprechen selbst hören wollen. Besonders in lauten Umgebungen oder bei aktiviertem ANC hilft das, nicht versehentlich zu laut zu sprechen.

Erfreulich: Die App ist nicht zwingend nötig. Alle grundlegenden Funktionen (Lautstärke, ANC, Stummschaltung) lassen sich direkt am Headset steuern. Die App ist ein optionales Extra, keine Voraussetzung.

An der PlayStation 5: Perfekte Symbiose

An der PS5 spielt das MMX 230 Wireless seine Stärken voll aus. Die Kombination aus Sonys ausgefeilter Tempest-Audio-Engine und der präzisen Abstimmung des Headsets sorgt für ein Spielerlebnis, das weit über „guter Sound“ hinausgeht.

In Returnal mit seinem intensiven 3D-Audio wird die Spielwelt greifbar. In The Last of Us Part II entfalten sich Dialoge und Soundtracks mit beeindruckender Klarheit. In Gran Turismo 7 hört man jedes Motorendetail, jedes Reifenquietschen.

Auch in Multiplayer-Titeln zahlt sich die präzise Ortung aus. In Helldivers 2 lassen sich herannahende Gegner präzise lokalisieren. In Call of Duty hat man einen spürbaren akustischen Vorteil gegenüber TV-Lautsprechern oder günstigeren Headsets.

Der hohe Tragekomfort ermöglicht stundenlange Sessions ohne Ermüdung. Das ausgewogene Klangbild bleibt auch nach langen Abenden angenehm – keine übertriebenen Höhen, die ermüden, kein dröhnender Bass, der auf Dauer nervt.

Vergleich zur Konkurrenz

Wie schlägt sich das MMX 230 Wireless gegen etablierte Gaming-Headset-Konkurrenten?

Vs. Audeze Maxwell (~330€)
Das Maxwell bietet planar-magnetische Treiber für noch detailreicheren Klang und längere Akkulaufzeit (80+ Stunden). Es ist technisch überlegen, kostet aber auch mehr und ist schwerer. Das MMX 230 Wireless ist komfortabler für lange Sessions und hat besseres ANC.

Vs. SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless (~380€)
Das Arctis bietet Dual-Akku-System und umfangreiche Software. Es klingt gut für ein Gaming-Headset, erreicht aber nicht die audiophile Qualität des MMX 230. Das Beyerdynamic ist natürlicher abgestimmt und langfristig angenehmer zu hören.

Vs. HyperX Cloud III Wireless (~150€)
Deutlich günstiger, aber auch merklich einfacher. Der Cloud III klingt solide für den Preis, bleibt aber eindimensional. Das MMX 230 Wireless spielt in einer anderen Liga in Sachen Klangqualität, Verarbeitung und Features.

Vs. Beyerdynamic MMX 150 Wireless (~200€)
Der kleine Bruder bietet ähnliche Verarbeitung und soliden Klang, verzichtet aber auf ANC und Bluetooth 6.0. Für Budget-Bewusste eine gute Alternative, wer aber das Maximum will, greift zum MMX 230.

Für wen eignet sich das MMX 230 Wireless?

Die Zielgruppe ist klar: Anspruchsvolle Hörer, die ein Headset für Gaming UND Musik suchen.

Perfekt geeignet für:

  • Audiophile Gamer, die Kompromisse bei der Klangqualität nicht akzeptieren
  • Berufstätige im Homeoffice, die ein vielseitiges Headset brauchen
  • Konsolenspieler (PS5), die Wert auf Immersion legen
  • Content Creator und Streamer (exzellentes Mikrofon)
  • Pendler, die ANC für unterwegs schätzen

Weniger geeignet für:

  • Budget-Gamer (es gibt günstigere Alternativen)
  • Leute, die primär kompetitiv spielen (es gibt spezialisierte E-Sport-Headsets)
  • RGB-Enthusiasten (das Design ist bewusst schlicht)
  • Nutzer, die maximales ANC wollen (Sony/Bose sind hier stärker)

Nicht geeignet für:

  • Preissensible Käufer unter 200€ Budget
  • Gelegenheitsspieler, die kein Premium-Audio brauchen

Unser Fazit

Das Beyerdynamic MMX 230 Wireless ist kein typisches Gaming-Headset. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, es wirbt nicht mit künstlichem „Gaming-Sound“, es verzichtet auf RGB-Beleuchtung. Stattdessen macht es etwas, das in dieser Produktkategorie erschreckend selten geworden ist: Es konzentriert sich auf das Wesentliche – exzellenten Klang.

Die Stärken liegen klar auf der Hand: Eine ausgewogene, audiophile Abstimmung, die sowohl in Spielen als auch bei Musik überzeugt. Hervorragender Tragekomfort, der stundenlange Sessions ermöglicht. Solide Verarbeitung, die auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Praktische Features wie ANC, 60 Stunden Akku und austauschbare Akkus.

Die Schwächen sind überschaubar: Der Preis ist hoch, das Design sehr zurückhaltend, das ANC nicht State-of-the-Art. Aber das sind keine Dealbreaker – eher Charaktereigenschaften.

Nach Wochen intensiver Nutzung lautet das Fazit: Das MMX 230 Wireless ist eines der besten kabellosen Gaming-Headsets auf dem Markt. Es wird nicht jeden überzeugen – wer RGB und aggressive Gaming-Ästhetik sucht, ist hier falsch. Aber für alle, die beim Spielen echten Klang erleben wollen, ist es eine hervorragende Wahl.

Es ist ein Headset für Erwachsene. Für Leute, die verstanden haben, dass guter Sound nicht laut sein muss, um zu beeindrucken. Und genau das macht es so besonders.

Wertung: 9,0/10 – Hervorragend

Ein audiophiles Wireless-Gaming-Headset mit exzellenter Klangqualität, hervorragendem Tragekomfort und durchdachten Features, das durch echte Studio-Sound-Qualität und umfangreiche Ausstattung neue Maßstäbe setzt.


Pro und Contra

Pro:

  • Ausgewogener, audiophiler Klang mit natürlicher Abstimmung
  • Hervorragender Tragekomfort durch Velours-Pads und Memoryschaum
  • Exzellente Verarbeitung und hochwertige Materialien
  • 60 Stunden Akkulaufzeit (tatsächlich erreicht)
  • Austauschbarer Akku für langfristige Nutzbarkeit
  • Effektives ANC ohne Klangbeeinträchtigung
  • Hervorragendes Mikrofon mit ENC-Technologie
  • Bluetooth 6.0 mit minimaler Latenz
  • Multipoint-Verbindung (Dongle + Smartphone gleichzeitig)
  • Clevere Dongle-Aufbewahrung in der Ohrmuschel

Contra:

  • Hoher Preis (249€ UVP)
  • Sehr dezentes Design (für manche zu langweilig)
  • Mikrofon nicht abnehmbar
  • ANC nicht State-of-the-Art (Sony/Bose sind stärker)
  • Software sehr minimalistisch (für manche zu simpel)
  • Headset kann bei stark geneigtem Kopf verrutschen
  • Keine Xbox-Unterstützung (nur PC/PlayStation/Mobile)
  • Velours-Pads nicht austauschbar im Lieferumfang
  • Kein Hardcase zum Transport mitgeliefert
  • Für absolute Bassheads eventuell zu neutral

Häufige Fragen zum Beyerdynamic MMX 230 Wireless

Funktioniert es auch an der Xbox Series X/S?
Nein. Microsoft erlaubt keine drahtlosen Headsets von Drittanbietern ohne proprietären Funk-Standard. Nur mit Kabel-Verbindung nutzbar.

Kann man es per Kabel betreiben?
Ja, ein 3,5mm-Klinkenkabel liegt bei. So lässt es sich passiv (ohne Akku) an Geräten mit Klinkenanschluss nutzen. Auch USB-C-Audioübertragung wird unterstützt.

Wie gut ist das ANC im Vergleich zu Sony/Bose?
Solide, aber nicht Spitzenklasse. Es reduziert Umgebungsgeräusche effektiv, erreicht aber nicht das Niveau von Sony WH-1000XM5 oder Bose QC Ultra. Für Gaming mehr als ausreichend.

Lohnt es sich für Nicht-Gamer?
Absolut. Das MMX 230 Wireless ist ein hervorragender All-rounder für Musik, Filme, Calls und Gaming. Das Mikrofon ist abklappbar, sodass es auch unterwegs nicht stört.

Wie ist es im Vergleich zum MMX 150 Wireless?
Das MMX 230 bietet ANC, Bluetooth 6.0, längere Akkulaufzeit und etwas besseren Klang. Das MMX 150 ist günstiger, bietet aber eine ähnlich gute Verarbeitung. Für 50€ Aufpreis lohnt sich das Upgrade.

Funktioniert es mit der Nintendo Switch?
Ja, per Bluetooth oder Dongle (im USB-C-Dock). Die Switch unterstützt allerdings kein Bluetooth-Audio nativ – man braucht einen USB-C-Bluetooth-Adapter oder nutzt den mitgelieferten Dongle.

Kann man mehrere Profile speichern?
Ja, in der App lassen sich benutzerdefinierte EQ-Profile erstellen und speichern. Bis zu drei Profile können auf dem Headset hinterlegt werden.

Wie lange hält der Akku wirklich?
Bei mittlerer Lautstärke mit ANC: ~50-55 Stunden. Ohne ANC: 60+ Stunden. Das sind reale Werte, keine Marketing-Angaben.


Technische Daten

Bauweise: Geschlossen, ohrumschließend (Over-Ear)
Treiber: Dynamisch, 40 mm
Frequenzbereich: 20 – 20.000 Hz
Impedanz: 32 Ohm
Schalldruckpegel: N/A
Gewicht: 320 g (ohne Kabel)
Geräuschunterdrückung:

  • ANC (Active Noise Cancelling)
  • Mikrofon mit ENC (Environmental Noise Cancelling)

Konnektivität:

  • Bluetooth 6.0 (mit Dongle)
  • Bluetooth 5.3 (nativ, abwärtskompatibel)
  • USB-C Audio
  • 3,5mm Klinke (analog)
  • Bluetooth-Codecs: AAC, SBC, LC3

Akku:

  • Laufzeit: Bis zu 60 Stunden
  • Ladezeit: ~2 Stunden (USB-C)
  • Austauschbar: Ja

Mikrofonspezifikationen:

  • Typ: Kondensator, Unidirektional
  • Flip-to-Mute: Ja
  • Abnehmbar: Nein

Lieferumfang:

  • Beyerdynamic MMX 230 Wireless
  • USB-C Bluetooth-Dongle
  • USB-C Ladekabel
  • 3,5mm Klinkenkabel (3-polig)
  • Dokumentation

Preis: 249€ UVP (Schwarz/Weiß)
Release: 18. Dezember 2025
Hersteller: Beyerdynamic (Deutschland)
Garantie: 2 Jahre

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