Google Stadia

Google Stadia wird eingestellt: Streaming-Dienst scheitert nach drei Jahren

Es ist offiziell: Google gibt das Ende von Stadia bekannt. Wie Phil Harrison, Vice President und General Manager des Dienstes, heute in einem Blogbeitrag mitteilte, werden die Stadia-Server am 18. Januar 2023 abgeschaltet. Damit endet das ambitionierte Cloud-Gaming-Experiment des Tech-Konzerns nach knapp drei Jahren – und das trotz vollmundiger Versprechen, die Zukunft des Gamings einzuläuten.

Besonders bitter: Noch im August 2022 hatte Google Gerüchte über eine bevorstehende Einstellung öffentlich dementiert und Nutzern versichert, dass man weiterhin an neuen Spielen für die Plattform arbeite. Gerade einmal einen Monat später folgte die Kehrtwende.

Zu wenige Nutzer, zu hohe Erwartungen

Harrison macht in seinem Statement keinen Hehl aus dem Grund für das Aus: Stadia habe trotz einer soliden technologischen Grundlage nie die erhofften Nutzerzahlen erreicht. „Obwohl der Ansatz von Stadia zum Streamen von Spielen für Verbraucher auf einer starken technologischen Grundlage aufbaut, hat er bei den Benutzern nicht die erwartete Anziehungskraft erlangt“, so Harrison. Eine ehrliche, wenn auch ernüchternde Bilanz.

Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Stadia kämpfte von Anfang an mit einem schwierigen Vertriebsmodell. Anders als bei der Konkurrenz mussten Nutzer Spiele zum Vollpreis kaufen – ohne sie wirklich zu besitzen, denn der Zugang hing vollständig an Googles Servern. Hinzu kamen Latenzen, ein unbeständiges Spieleangebot und die Abhängigkeit von einer stabilen Internetverbindung. Dass Google bereits im Februar 2021 das hauseigene Entwicklerstudio Stadia Games and Entertainment schloss, bevor dort auch nur ein einziges Spiel fertiggestellt worden war, sendete ein verheerendes Signal an Entwickler und Spieler gleichermaßen.

Nutzer bekommen ihr Geld zurück

Google erstattet alle Käufe von Stadia-Hardware über den Google Store sowie alle Spiele und Zusatzinhalte, die über den Stadia Store erworben wurden. Ab dem 9. November 2022 sollen die Rückerstattungen automatisch über das ursprüngliche Zahlungsmittel verarbeitet werden – bis spätestens zum 18. Januar 2023. Stadia Pro-Abonnements, die vor dem 29. September 2022 abgeschlossen wurden, werden hingegen nicht erstattet.

Hardware wie den Stadia-Controller und den Chromecast Ultra dürfen Nutzer behalten. Der Controller lässt sich via Bluetooth weiterhin am PC verwenden, der Chromecast Ultra bleibt als Video-Streaming-Gerät nutzbar.

Spielstände können über Google Takeout bis zum 18. Januar 2023 exportiert werden – ob und wie sie auf anderen Plattformen nutzbar sind, hängt allerdings vom jeweiligen Entwickler ab. Einige Studios wie Ubisoft haben bereits angekündigt, gekaufte Titel auf ihre eigenen Plattformen zu übertragen.

Technologie lebt weiter – Stadia nicht

Google schließt die Einstellung von Stadia nicht mit einem Rückzug aus dem Gaming-Bereich kurz. Die Technologie hinter dem Dienst soll in anderen Produkten wie YouTube und Google Play weitergenutzt werden, auch Augmented-Reality-Projekte werden als mögliche Einsatzgebiete genannt. Ein Teil der Stadia-Mitarbeiter wird in andere Unternehmensbereiche versetzt, andere müssen Google verlassen.

Für die Gaming-Branche bleibt Stadia ein mahnendes Beispiel: Großartige Technik allein reicht nicht, wenn das Geschäftsmodell nicht stimmt und das Vertrauen der Entwickler fehlt. Cloud-Gaming selbst ist damit nicht gescheitert – aber Googles Versuch, den Markt im Alleingang zu revolutionieren, definitiv schon.

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