PS5 Pro

PlayStation 5 Pro im Test: Premium-Power für 800 Euro

800 Euro für eine Konsole: Der neue Standard?

Als Sony im September 2024 die PlayStation 5 Pro ankündigte, war der Aufschrei groß. 799,99 Euro für eine Konsole ohne Laufwerk und ohne Standfuß? Das hatte es noch nie gegeben. Doch nach einer Woche mit Sonys leistungsstärkstem Gaming-Gerät muss ich zugeben: Die Pro liefert, was sie verspricht. Die Frage ist nur, ob man bereit ist, dafür so tief in die Tasche zu greifen.

Die PS5 Pro ist keine neue Konsolengeneration, sondern ein Mid-Gen-Upgrade. Sony folgt damit dem Muster der PS4 Pro von 2016. Das Ziel: mehr Leistung für anspruchsvollere Grafik, stabilere Bildraten und zukunftssichere Technik. Nach ausgiebigen Tests mit Titeln wie Spider-Man 2The Last of Us Part II Remastered und Hogwarts Legacy kann ich sagen: Das Upgrade ist spürbar, aber nicht für jeden relevant.

Design: Vertraute Formen mit neuem Detail

Optisch orientiert sich die PS5 Pro an der PS5 Slim. Die Abmessungen sind nahezu identisch, das zweifarbige Design in Weiß und Schwarz bleibt erhalten. Der auffälligste Unterschied: Drei schwarze Streifen zieren die Mitte der Konsole, dort wo bei der Slim eine durchgehende schwarze Fuge verläuft. Sony nennt es dezent, Kritiker sprechen von Adidas-Optik. Geschmackssache.

Die Konsole ist ausschließlich als Digital Edition erhältlich. Ein integriertes Laufwerk gibt es nicht. Wer physische Medien nutzen möchte, muss das externe Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk für 119,99 Euro dazukaufen. Es dockt seitlich an und funktioniert identisch zur Slim-Variante. Auch der Standfuß für die vertikale Aufstellung ist nicht im Lieferumfang enthalten und kostet weitere 29,99 Euro.

Das bedeutet: Wer den vollen Funktionsumfang einer klassischen Konsole möchte, zahlt knapp 950 Euro. Das ist happig und erklärt einen Großteil der Kritik am Preis. Sony argumentiert mit gestiegenen Produktionskosten und der Premium-Positionierung. Ob das die Käufer überzeugt, wird sich zeigen.

Die Hardware: Echtes Upgrade unter der Haube

Anders als bei der Slim handelt es sich bei der Pro um ein echtes Leistungs-Upgrade. Die GPU wurde massiv aufgebohrt: 67 Prozent mehr Compute Units (3.840 statt 2.304 Shader-Einheiten) sorgen laut Sony für 45 Prozent schnelleres Rendering. Die Speicherbandbreite steigt um 28 Prozent auf 576 GB/s.

Die CPU basiert weiterhin auf AMDs Zen-2-Architektur, erhält aber einen optionalen High-Frequency-Modus mit bis zu 3,85 GHz. Das entspricht etwa zehn Prozent mehr Takt gegenüber der Standard-PS5. Kein revolutionärer Sprung, aber messbar.

Das größte Upgrade betrifft das Ray Tracing. Sony verspricht zwei- bis dreifach schnellere Berechnungen für Reflexionen, Schatten und globale Beleuchtung. In der Praxis bedeutet das: Spiele, die auf der Standard-PS5 im Performance-Modus auf Ray Tracing verzichten mussten, können es auf der Pro mit stabilen 60 fps aktivieren.

PSSR: Sonys Antwort auf DLSS

Das eigentliche Highlight der PS5 Pro trägt den sperrigen Namen PlayStation Spectral Super Resolution, kurz PSSR. Dahinter verbirgt sich Sonys hauseigene KI-Upscaling-Technologie, vergleichbar mit Nvidias DLSS oder AMDs FSR.

PSSR nutzt maschinelles Lernen, um Bilder von niedrigeren Auflösungen auf 4K hochzurechnen. Das Ergebnis: Die GPU muss weniger Pixel nativ berechnen und kann die gewonnene Leistung für höhere Bildraten oder bessere Effekte nutzen. Im Idealfall sieht ein hochskaliertes 1080p-Bild fast so scharf aus wie natives 4K.

In meinen Tests funktionierte PSSR beeindruckend gut. The Last of Us Part II Remastered lief im Pro-Modus mit 60 fps bei Fidelity-Grafik, was auf der Standard-PS5 nur mit 30 fps möglich war. Die Bildschärfe überzeugte, typische Upscaling-Artefakte wie Flimmern oder Geisterbilder waren kaum wahrnehmbar.

Allerdings hängt die Qualität stark vom jeweiligen Spiel ab. Entwickler müssen ihre Titel für PSSR optimieren. Zum Launch unterstützen über 50 Spiele das Feature, darunter Spider-Man 2, Horizon Forbidden West, Ratchet & Clank: Rift Apart und God of War Ragnarök. Die Liste wächst stetig.

Speicher und Konnektivität

Die integrierte SSD wächst auf 2 TB. Nach Abzug des Betriebssystems stehen etwa 1,7 TB für Spiele zur Verfügung. Bei aktuellen Spielegrößen von 80 bis 150 GB ist das ein willkommenes Upgrade gegenüber den 667 GB der Original-PS5 oder den 842 GB der Slim.

Neu ist Wi-Fi 7, das theoretisch deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht als das bisherige Wi-Fi 6. In der Praxis dürften die wenigsten Haushalte bereits über einen kompatiblen Router verfügen, aber für die Zukunft ist die Konsole gerüstet.

Die Anschlüsse entsprechen der Slim: zwei USB-C-Ports vorne, zwei USB-A-Ports hinten, HDMI 2.1 für 4K bei 120 Hz. Der M.2-Slot für SSD-Erweiterungen ist weiterhin vorhanden.

Spielerlebnis: Der Unterschied in der Praxis

Die entscheidende Frage: Merkt man den Unterschied? Die Antwort ist ein klares Ja, aber mit Einschränkungen.

Bei optimierten Titeln ist der Sprung deutlich. Spider-Man 2 läuft auf der Pro mit aktiviertem Ray Tracing bei stabilen 60 fps in beeindruckender Schärfe. Die Reflexionen in den Pfützen New Yorks, die Spiegelungen an Glasfassaden, das Zusammenspiel von Licht und Schatten – alles wirkt eine Stufe realistischer als auf der Standard-PS5.

Alan Wake 2, eines der technisch anspruchsvollsten Spiele der Generation, profitiert ebenfalls massiv. Der Performance-Modus erreicht nun stabile 60 fps mit deutlich weniger Kompromissen bei der Bildqualität. Auch Hogwarts Legacy, das auf der Standard-PS5 mit schwankenden Bildraten kämpfte, läuft auf der Pro butterweich.

Bei nicht optimierten Spielen fällt der Unterschied geringer aus. Ältere PS5-Titel profitieren zwar vom sogenannten PS5 Pro Game Boost, der stabilere Bildraten und in manchen Fällen höhere Auflösungen ermöglicht. Aber der Sprung ist subtiler und rechtfertigt kaum den Aufpreis.

Für wen lohnt sich die PS5 Pro?

Die PS5 Pro richtet sich an eine spezifische Zielgruppe: Spieler mit 4K-Fernsehern (idealerweise mit 120 Hz und VRR), die das Maximum aus ihren Spielen herausholen wollen und bereit sind, dafür Premium-Preise zu zahlen.

Wer auf einem älteren Full-HD-Fernseher spielt, wird den Unterschied kaum bemerken. Wer primär kompetitive Multiplayer-Titel zockt, bei denen ohnehin 60 fps Standard sind, braucht die Pro ebenfalls nicht. Und wer noch keine PS5 besitzt und mit dem Gedanken spielt einzusteigen, fährt mit der PS5 Slim für 549 Euro (mit Laufwerk) deutlich günstiger.

Die Pro lohnt sich für: Technik-Enthusiasten, die jedes Grafik-Detail ausreizen möchten. Spieler mit High-End-TV-Setups, die das volle Potenzial der Hardware ausschöpfen können. Und für alle, die bei Single-Player-Blockbustern wie God of War, Spider-Man oder Horizon die bestmögliche Präsentation suchen.

Der Elefant im Raum: Der Preis

800 Euro sind viel Geld. Mit Laufwerk und Standfuß nähert man sich der 1.000-Euro-Marke. Zum Vergleich: Die PS4 Pro kostete 2016 bei Erscheinen 399 Euro. Die Standard-PS5 startete 2020 für 499 Euro.

Sony rechtfertigt den Preis mit der verbauten Technik: der aufwendigen GPU, der KI-Hardware für PSSR, der größeren SSD, dem neuen Wi-Fi-7-Modul. Alles nachvollziehbar. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack, insbesondere durch das fehlende Laufwerk. Eine Konsole, die sich als Premium-Produkt positioniert, sollte komplett sein.

Die Konkurrenz schläft nicht: Für 800 Euro bekommt man auch einen ordentlichen Gaming-PC, der neben Spielen auch andere Aufgaben übernimmt. Oder eine Xbox Series X plus drei Jahre Game Pass Ultimate. Die PS5 Pro muss sich an diesem Umfeld messen lassen.

Fazit: Beeindruckende Technik zum Premium-Preis

Die PlayStation 5 Pro ist technisch beeindruckend. Die Kombination aus aufgebohrter GPU, schnellerem Ray Tracing und PSSR-Upscaling liefert das beste Spielerlebnis, das auf einer PlayStation je möglich war. Optimierte Titel sehen fantastisch aus und laufen butterweich.

Aber die Pro ist kein Pflichtkauf. Sie ist ein Luxusprodukt für eine Nische. Wer bereits eine PS5 besitzt und zufrieden ist, muss nicht upgraden. Wer neu einsteigt, ist mit der günstigeren Slim besser beraten, sofern nicht das absolute Maximum gefragt ist.

Der Preis bleibt der größte Kritikpunkt. 800 Euro ohne Laufwerk und Standfuß fühlen sich unvollständig an. Sony hätte gut daran getan, zumindest das Laufwerk beizulegen oder den Preis entsprechend zu senken. So bleibt die PS5 Pro ein faszinierendes Stück Technik, das seinen Platz sucht.

Wertung

8/10

Pro und Contra

Pro

  • Deutlich schnellere GPU mit 45 Prozent mehr Rendering-Leistung
  • PSSR-Upscaling ermöglicht 4K bei 60 fps mit Ray Tracing
  • 2 TB SSD bietet großzügigen Speicherplatz
  • Ray Tracing zwei- bis dreimal schneller als bei Standard-PS5
  • Wi-Fi 7 für zukunftssichere Konnektivität
  • Spürbare Verbesserungen bei optimierten Spielen

Contra

  • Sehr hoher Preis von 800 Euro
  • Kein Laufwerk im Lieferumfang
  • Kein Standfuß im Lieferumfang
  • Mit Zubehör fast 950 Euro
  • Für Besitzer der Standard-PS5 schwer zu rechtfertigen
  • Nicht optimierte Spiele profitieren kaum

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel kostet die PlayStation 5 Pro?

Die PS5 Pro kostet 799,99 Euro. Das externe Laufwerk schlägt mit weiteren 119,99 Euro zu Buche, der Standfuß mit 29,99 Euro. Mit allem Zubehör landet man bei knapp 950 Euro.

Hat die PS5 Pro ein Laufwerk?

Nein, die PS5 Pro ist ausschließlich als Digital Edition erhältlich. Das Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk muss separat gekauft und extern angeschlossen werden.

Wie viel schneller ist die PS5 Pro?

Sony verspricht 45 Prozent schnelleres Rendering durch die aufgebohrte GPU. Ray Tracing soll zwei- bis dreimal schneller berechnet werden als auf der Standard-PS5.

Was ist PSSR?

PlayStation Spectral Super Resolution ist Sonys KI-basierte Upscaling-Technologie. Sie rechnet Bilder von niedrigeren Auflösungen auf 4K hoch und ermöglicht so höhere Bildraten oder bessere Grafikeffekte.

Lohnt sich der Umstieg von der Standard-PS5?

Nur für Spieler mit High-End-TV-Setups, die das Maximum aus ihren Spielen herausholen möchten. Für die meisten Nutzer bietet die Standard-PS5 weiterhin ein hervorragendes Spielerlebnis.

Welche Spiele unterstützen die PS5 Pro?

Zum Launch über 50 Titel, darunter Spider-Man 2, The Last of Us Part II, God of War Ragnarök, Horizon Forbidden West und Alan Wake 2. Die Liste wird kontinuierlich erweitert.

Wie viel Speicherplatz hat die PS5 Pro?

Die PS5 Pro verfügt über eine 2-TB-SSD. Nach Abzug des Betriebssystems stehen etwa 1,7 TB für Spiele und Apps zur Verfügung.

Funktionieren meine PS5-Spiele auf der PS5 Pro?

Ja, alle PS5-Spiele sind vollständig kompatibel. Nicht optimierte Titel profitieren vom PS5 Pro Game Boost mit potenziell stabileren Bildraten.

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