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PlayStation bekommt Frame Generation: Mark Cerny bestätigt KI-Technologie

Sony arbeitet an Frame Generation für PlayStation. In einem ausführlichen Interview mit Digital Foundry hat Mark Cerny, der leitende Systemarchitekt der PlayStation 5, bestätigt, dass eine KI-basierte Frame-Generation-Bibliothek für PlayStation-Plattformen in Entwicklung ist. Die Technologie entstand in enger Zusammenarbeit mit AMD und soll die Bildwiederholraten künftiger Spiele deutlich steigern können.

Cerny erläuterte die technischen Hintergründe der Kooperation zwischen Sony Interactive Entertainment und AMD. Das verbesserte PSSR, das Sony Ende Februar für die PS5 Pro ausgerollt hat, basiert auf demselben Kern-Algorithmus wie AMDs jüngst veröffentlichtes FSR 4.1 (intern als FSR Redstone bezeichnet). Beide Technologien entstanden im Rahmen von Project Amethyst, einer langfristigen Machine-Learning-Kooperation zwischen den beiden Unternehmen.

Zur Frame Generation äußerte sich Cerny direkt: Das FSR Frame Generation sei ebenfalls gemeinsam entwickelt worden. AMDs Jack Huynh bezeichne es als „co-engineered technology“. Cerny zeigte sich zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten und kündigte an, dass eine entsprechende Frame-Generation-Bibliothek irgendwann auf PlayStation-Plattformen erscheinen werde.

Auf die Frage nach einem konkreten Zeitplan blieb der Architekt allerdings vage. Für dieses Jahr seien keine weiteren Veröffentlichungen geplant, so Cerny. Er freue sich aber darauf, in Zukunft mehr darüber zu sprechen. Diese Formulierung lässt Spielraum für Interpretationen: Die Technologie könnte als spätes Update für die PS5 Pro kommen, aber auch der PlayStation 6 vorbehalten sein.

Was ist Frame Generation?

Frame Generation erzeugt mithilfe von maschinellem Lernen zusätzliche Bilder zwischen den tatsächlich gerenderten Frames. Aus 60 echten Bildern pro Sekunde können so beispielsweise 120 angezeigte Bilder werden. Die Technologie hat sich auf dem PC bereits etabliert, wo Nvidia mit DLSS Frame Generation und AMD mit FSR Frame Generation konkurrieren. Die Qualität hat sich seit den ersten Implementierungen deutlich verbessert, dennoch bleibt die Technik umstritten.

Kritiker bemängeln die zusätzliche Eingabeverzögerung, die durch die Interpolation entsteht. Befürworter argumentieren, dass moderne Implementierungen in Kombination mit Technologien zur Latenzreduzierung kaum spürbare Nachteile haben, solange die Basis-Bildrate hoch genug ist. Als Faustregel gilt: Frame Generation funktioniert am besten, wenn das Ausgangsmaterial bereits bei 60 Bildern pro Sekunde oder höher liegt. Die Verwendung bei 30 Bildern pro Sekunde gilt als problematisch.

PSSR 2.0 bereits verfügbar

Während Frame Generation noch Zukunftsmusik ist, hat Sony das verbesserte PSSR bereits für zwölf Spiele auf der PS5 Pro aktiviert. Diese Aktualisierung nutzt erstmals die vollen KI-Fähigkeiten des Prozessors und bringt das Konsolenökosystem näher an die Möglichkeiten heran, die PC-Spieler bereits kennen. Das neue PSSR teilt seine technologische Basis mit AMDs FSR Redstone und liefert sichtbar bessere Ergebnisse als die ursprüngliche Version.

Kommt die Technologie für PS5 Pro oder PS6?

Cernys bewusst offene Formulierung „PlayStation platforms“ anstelle eines konkreten Gerätenamens lässt verschiedene Szenarien zu. Die Standard-PS5 scheidet als Kandidat aus, da ihr RDNA-2-Prozessor nicht über die dedizierte KI-Hardware verfügt, die für effiziente Frame Generation erforderlich wäre. Modder haben zwar gezeigt, dass FSR 4 auf RDNA-3-Hardware zurückportiert werden kann, doch der Leistungsverlust auf älterer Hardware wäre erheblich.

Die PS5 Pro mit ihrer verbesserten KI-Beschleunigung wäre technisch in der Lage, Frame Generation zu unterstützen. Alternativ könnte Sony die Funktion der PlayStation 6 vorbehalten, um einen deutlicheren Generationssprung zu ermöglichen. Marktanalysten erwarten die nächste PlayStation-Generation ursprünglich für Ende 2028, wobei Engpässe bei Speicherchips den Start möglicherweise bis 2029 verzögern könnten.

Cerny räumte außerdem mit Spekulationen über ein kürzlich aufgetauchtes Sony-Patent auf. Das Dokument beschrieb ein adaptives KI-Upscaling mit variabler Präzision, was Beobachter als „PSSR 2″ interpretierten. Laut Cerny sei dieses Konzept nicht Teil der aktuellen PSSR- oder FSR-Arbeiten. Sony reiche im Rahmen der Geschäftstätigkeit viele Patente ein, die nicht alle mit veröffentlichten Systemen oder künftigen Produkten zusammenhängen.

Die Bestätigung von Frame Generation unterstreicht Sonys Strategie, bei Bildtechnologien mit dem PC-Markt gleichzuziehen. Nach dem erfolgreichen PSSR-Upscaling wäre Frame Generation der nächste logische Schritt, um PlayStation-Spielern flüssigere Spielerlebnisse zu ermöglichen, ohne dass Entwickler ihre Engines grundlegend optimieren müssen.

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